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Blazing Angels

System:
Sony
Playstation 3

Genre:
Luftkampf-Shooter

Note: 4
BLAZING ANGELS: SQUADRONS OF WW II

Mein erstes Spiel für die Playstation 3 – und dann gleich so ein Reinfall. Na, was soll's...

Story

Die Blazing Angels sind eine Jägerstaffel der amerikanischen Luftwaffe. Die Staffel wird im zweiten Weltkrieg an zahlreichen Brennpunkten der Kampfhandlungen eingesetzt und trägt entscheidend zum Sieg über Japan und Deutschland bei. Der Spieler übernimmt die Rolle des Staffel-Captains, der von drei Flügelmännern unterstützt wird. Die vier Piloten werden im Verlauf der im Grunde nicht vorhandenen Story zu Freunden – aber nicht jeder überlebt den Krieg.

Die Story besteht fast nur aus Nacherzählungen der realen Geschehnisse des zweiten Weltkriegs, untermalt durch kurze Szenen in Ingame-Grafik, bei denen man allerdings nie irgendwelche Personen zu sehen bekommt, sondern nur ihre Flugzeuge. Der Verlauf der Schlachten wird anhand von animierten strategischen Karten verdeutlicht. Der Erzähler, eine Stimme aus dem Off (englische Sprachausgabe), ist besagter Captain. Die rudimentäre Story ist absolut verzichtbar, die Zwischensequenzen stören eigentlich nur. Ich bin dazu übergegangen, sie (soweit möglich) einfach zu überspringen.

Gameplay

Blazing Angels ist keine Flugsimulation, sondern ein Arcade-Luftkampfshooter. Das sollte man sich vor allem anderen klarmachen, sonst wird man enttäuscht sein. Man hat die Wahl zwischen dem Kampagnen-Modus, einer Mini-Kampagne und dem Arcade-Modus. Onlinefunktionen sind zwar ebenfalls vorhanden, werden von mir aber nicht genutzt und deshalb nicht bewertet.

Kampagnen-Modus

In 18 Missionen, die man stupide nacheinander abhakt, gilt es, überall in der Welt aus der Luft in die Kämpfe einzugreifen. Die Missionen sind durchaus abwechslungsreich gestaltet, wenn es auch praktisch nur darum geht, diverse Luft- und Bodenziele auszuschalten. Mal liefert man sich heftige Dogfights mit Angreifern, die Pearl Harbour vernichten wollen, mal bekämpft man Schiffe mit Torpedos oder schießt Spionagefotos von feindlichen Stützpunkten in der Wüste. Dann wieder muss man durch einen engen Fjord zu einer Geheimbasis fliegen, am D-Day müssen die deutschen Verteidigungsstellungen an den Stränden der Normandie ausgeschaltet werden, und anschließend werden Sehenswürdigkeiten wie der Eiffelturm oder der Arc de Triomphe verteidigt. Zu guter (oder schlechter?) Letzt werden deutsche Städte bzw. Fabriken bombardiert – und das ist der Gipfel der Geschmacklosigkeit, etwas derartiges hat in einem Videospiel einfach nichts verloren. Allein das wäre schon ausreichend, um dem Spiel eine schlechte Note zu geben.

Während der Einsätze seid ihr meist nicht allein unterwegs, sondern werdet von euren Flügelmännern unterstützt. Über das Steuerkreuz könnt ihr ihnen befehlen, die Gegner anzugreifen, euch zu verteidigen oder in Formation zu fliegen. Jeder Flügelmann hat darüber hinaus eine Spezialfähigkeit. Einer lenkt Feinde ab, die es auf euch abgesehen haben, der zweite kann im Alleingang gleich mehrere Gegner erledigen, der dritte kann euer Flugzeug reparieren (ja, auch mitten im Flug!). Dazu erhaltet ihr eine Tastenkombination, und wenn ihr die richtig eingebt, sind alle Schäden eures Fliegers wie von Zauberhand behoben. Habt ihr diese Spezial-Befehle einmal erteilt, dann dauert es eine Weile, bis sie wieder aktivierbar sind. Die Flügelmänner machen zwar nicht alles allein, sind aber eine echte Unterstützung – genauer gesagt: Ohne sie wären die Missionen nur schwer zu schaffen.

Nach jeder abgeschlossenen Mission werden neue Flugzeuge freigeschaltet, die für die nächsten Missionen ausgewählt werden können, allerdings sind die Maschinen bei manchen Missionen auch vorgegeben. Jede abgeschlossene Mission kann jederzeit erneut gespielt werden. Die Kampagnen werden bewertet (je nach Anzahl der abgeschossenen Gegner), bei der höchsten Bewertung gibt's einen sinnlosen Orden.

Arcade-Modus

Hier habt ihr die Wahl zwischen zwei Alternativen: Entweder ihr tretet allein gegen drei Wellen von Gegnern an, die ihr innerhalb eines Zeitlimits abschießen müsst, oder ihr kämpft (ebenfalls allein) gegen ein Flieger-Ass, der das gleiche Flugzeug hat wie ihr. In beiden Fällen könnt ihr eines der Flugzeuge verwenden, das ihr in der Kampagne freigeschaltet habt. Gewinnt ihr, dann erhaltet ihr für dieses Flugzeug Leistungs-Upgrades bzw. eine spezielle Ass-Lackierung.

Mini-Kampagne

Die Mini-Kampagne wird erst freigeschaltet, wenn man das Hauptspiel durch hat. Die Missionen sind dann sehr ähnlich, sie sind aufgeteilt in einige für Jäger und andere für Bomber. Als Belohnung für eine erfüllte Mini-Kampagne winken Waffen-Upgrades.

Steuerung / Schwierigkeitsgrad

Wie schon gesagt: Blazing Angels ist keine Simulation, und so ist es auch kein Problem, den Flieger in der Luft zu halten und wild um die Gegner herumzukurven. Man kann das Spiel wahlweise mit dem neuen bewegungssensitiven Gamepad der PS3 steuern, aber das habe ich schnell wieder abgeschaltet, weil es damit zu konfus / zu unpräzise wird. Es ist fast unmöglich, den Flieger zum Absturz zu bringen. Nur dann, wenn man sich z.B. in einer Stadt zu nahe an den Boden heranwagt, kann es mal zu einem Crash kommen. Neben der Standardwaffe (Bordkanone) stehen in manchen Missionen auch Raketen und Torpedos zur Verfügung, eine Auswahlmöglichkeit hat man aber nicht. Die Waffen sind stets vorgegeben.

Es stehen zwei Perspektiven zur Verfügung: Cockpit und Verfolgerkamera. Damit man dabei nicht den Überblick verliert, kann man mit einer Schultertaste die so genannte Ziel-Kamera aktivieren, die das jeweils anvisierte Ziel in den Fokus stellt. Mit der X- bzw. Kreistaste kann man die auf dem kleinen Radar angezeigten Ziele durchschalten, aber meist sind so viele Ziele vorhanden, dass das viel zu lange dauert. Mit dem Steuerkreuz wählt man die Wingmen-Befehle aus, mit den Analog-Sticks steuert man den Flieger. Das ist alles schnell gelernt und verursacht keine Probleme.

Manuelles Speichern ist nicht möglich. Jede abgeschlossene Mission wird automatisch gespeichert, während einer Mission gibt es meist mehrere Checkpoints, an denen ebenfalls automatisch gespeichert wird.

Der Schwierigkeitsgrad steigt während der 18 Missionen nicht kontinuierlich an. Stattdessen erweist sich manche Mission aufgrund willkürlich eingebauter Zeitlimits oder gescripteter Ereignisse als schwer, während die nächste schon wieder fast zu leicht ist. Ich hatte irgendwann keine Lust mehr, x-mal dieselbe Mission von vorne zu beginnen, und habe einen Cheat benutzt (siehe unten).

Grafik / Sound

Wer von einem aktuellen PS3-Spiel spektakuläre Grafik-Effekte erwartet, dürfte von Blazing Angels enttäuscht sein, wenn man auch zugeben muss, dass das Spiel erheblich besser aussieht als zum Beispiel die Ace Combat – Spiele für die PS2. Städte bestanden in diesen älteren Spielen meist aus flachen Bodentexturen mit einzelnen herausragenden 3D-Objekten. In Blazing Angels bestehen die Städte komplett aus 3D-Gebäuden mit vielen Details. Man kann richtig durch die Straßen fliegen, wenn man es geschickt anstellt. Einzelne besonders große Sehenswürdigkeiten wie zum Beispiel der Eiffelturm in Paris sehen richtig klasse aus.

Auch eigene und gegnerische Einheiten – vor allem die Flugzeuge und Schiffe – sind schön anzuschauen… wenn man denn nahe genug an sie herankommt und genug Zeit hat, um sie zu bewundern. Die Landschaften wirken dagegen oft ziemlich trist, obwohl es durchaus einiges an Vegetation und Landschaftsformationen zu sehen gibt. Die Wasser-Effekte sind gut gelungen, der Himmel ist meist schön farbenprächtig. Beschleunigt man den Flieger stark, setzt ein Motion-Blur-Effekt ein. Die Explosionen sind eher schlicht.

Insgesamt aber muss man sagen: Es gibt einfach keine echten "Augenöffner". Wirklich ärgerlich sind allerdings die häufigen Einbrüche in der Framerate und seltsame Effekte, die man, wenn ich mich nicht irre, als "Tearing" bezeichnet: Das Bild sieht dann für einen Moment so aus, als sei es horizontal in zwei nicht synchrone Hälften zerrissen.

Replays gibt es übrigens leider nicht.

Die Flugzeug-Sounds, Schüsse und Explosionsgeräusche erfüllen ihren Zweck – mehr auch nicht. Untermalt wird das Ganze durch einen orchestralen Soundtrack. Die Sprachausgabe (Funkverkehr und Zwischensequenzen) erfolgt wie gesagt komplett in englischer Sprache, manchmal versteht man das Geplapper und Gemurmel gar nicht richtig. Besonders in den Gefechten kommt man da kaum mit. Wenigstens gibt es Untertitel und man kann das Spiel pausieren, um sich die Missionsziele anzuschauen. Muss man aber nicht: Einfach alles vernichten, was auf dem Radar rot dargestellt wird – das reicht.

Cheat

Freischalten aller Missionen: Im Hauptmenü L2 + R2 gedrückt halten und dann eingeben: Quadrat, L1, R1, Dreieck, Dreieck, R1, L1, Quadrat

Fazit

Ich hasse Spiele mit Zeitlimits, bei denen ich nicht speichern kann, wann ich will. Wenn dann noch, wie bei Blazing Angels, eine sehr kurze oder nur durch Gameplay-Schwächen künstlich verlängerte Spieldauer, eher langweilige und lieblos inszenierte Missionen, störende Grafikfehler und unschöne Sachen wie die Bombardierung von Städten hinzukommen, dann wird das Spiel zu einem Kandidaten für die Note 4, was fast noch geschmeichelt ist.

J. Kreis, 17.04.2007

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