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Bioshock

System:
Sony
Playstation 3

Genre:
Egoshooter

Note: 2
Bioshock 2 - Ultimate Rapture Edition

Der Eghoshooter "Bioshock 2" ist zusammen mit dem ersten Teil und zahlreichen Zusatzinhalten in der Ultimate Rapture Edition erhältlich. Das Gameplay der Fortsetzung ist praktisch identisch, das gilt auch für Steuerung und Menüs. Schauplatz ist erneut die höchst interessant designte, im Art-Deco-Stil gehaltene Unterwasserstadt Rapture, in der eine ganz eigentümliche, morbide Atmosphäre herrscht. Wieder können neben verschiedenen Waffen Superkräfte (Plasmide) eingesetzt werden, zusätzlich gewinnt man durch so genannte Gene Tonics besondere Eigenschaften und Fertigkeiten, die sich ebenso wie die Plasmide noch weiter verbessern lassen. Zum Erwerb von Plasmiden und Gene Tonics wird ADAM benötigt, das von Little Sisters gewonnen wird. EVE wird beim Einsatz der Plasmide verbraucht. Sicherheitseinrichtungen und Verkaufsautomaten können gehackt werden, bei Erforschung von Gegnern mittels Kamera erhaltet ihr verschiedene Goodies.

Alles wie gehabt also, auch die Grafik ist unverändert. Ein paar Dinge sind aber doch anders. Auf die Unterschiede gehe ich hier näher ein, ansonsten verweise ich auf meine Review zu "Bioshock". Im Gegensatz zum ersten Spiel hat "Bioshock 2" einen Multiplayermodus. Den nutze und beschreibe ich nicht.

Story

Ein als Subjekt Delta bezeichneter Big Daddy - Prototyp ist mit seiner Little Sister unterwegs in Rapture. Splicer greifen an, Delta hat einen schweren Stand bei der Verteidigung der Little Sister. Da erscheint eine Frau namens Sofia Lamb und trennt den Big Daddy von seinem Schützling, denn das kleine Mädchen ist ihre Tochter Eleanor. Delta kann sich nicht wehren. Er steht unter dem hypnotischen Einfluss eines Plasmids. Lamb zwingt Delta, den Helm abzunehmen und sich vor den Augen der Little Sister in den Kopf zu schießen.

Zehn Jahre später kommt Delta in einer Vita Chamber wieder zu sich. Mit der Stadt ist es inzwischen weiter bergab gegangen. Nach Andrew Ryans Tod vor ungefähr acht Jahren hat Lamb in Rapture die Macht übernommen. Die Überlebenden der vergangenen Katastrophen - Splicer und Menschen, von denen einige neu nach Rapture geholt wurden - haben sich in einem Kult zusammengeschlossen, der Lamb und ihre Tochter als Erlöser verehrt. Lamb verspricht ihren Anhängern ein Utopia, strebt in Wahrheit aber die Ausschaltung des freien Willens aller Menschen an. In Eleanor glaubt sie die perfekte Kandidatin zur Erschaffung eines solchen "Utopisten" gefunden zu haben. Die in Rapture zurückgebliebenen Little Sisters sind erwachsen geworden und wurden in Big Sisters umgewandelt - eine schnellere, noch tödlichere Variante der Big Daddys. Mit ihrer Hilfe entführt Lamb kleine Mädchen von der Oberfläche, um neue Little Sisters heranzuzüchten, denn zur Erreichung ihrer Ziele braucht sie ADAM. Nach neuesten Erkenntnissen kann diese Substanz Erinnerungen speichern.

Die enge Bindung zwischen dem Big Daddy Delta und der ehemaligen Little Sister Eleanor existiert noch immer. Eleanor betrachtet Delta als ihren Vater und nimmt mentalen Kontakt mit ihm auf, um ihn zu sich zu lenken. Von Dr. Tenenbaum erfährt Delta, dass er schnellstmöglich zu Eleanor gelangen muss, um zu verhindern, dass er durch einen Sicherheitsmechanismus ins Koma versetzt und getötet wird. Augustus Sinclair, Gründer der Plasmidschmiede Sinclair Solutions, hilft Delta bei der Suche nach Eleanor. Sinclair hofft, Rapture mit Deltas Hilfe verlassen zu können. Doch zwischen Delta und Eleanor stehen Horden der von Lamb kontrollierten Splicer. Außerdem würde Lamb lieber die Vernichtung Raptures in Kauf nehmen als Eleanor ihrem "Vater" zu überlassen ...

Wie schon im ersten Teil wird eine interessante Story geboten, außerdem erfährt man mehr über Raptures Vergangenheit und die Ereignisse, die zum Niedergang von Andrew Ryans Schöpfung geführt haben. Es geht also nicht nur um die Weiterentwicklung nach dem Ende von Teil 1, sondern auch um dessen Vorgeschichte. Die Art und Weise der Informationsvermittlung (Funksprüche, Tonbänder) ist dieselbe wie im ersten Spiel. Durch den ständigen Kontakt mit Eleanor, die es zu finden gilt, bleibt die Story besser im Vordergrund als beim ersten Spiel. Bis zum berührenden Finale bin ich motiviert geblieben, meine einstige Little Sister zu retten. Wie gehabt hängt es von euren Taten ab, wie das Spiel endet. Diesmal ist nicht nur die Entscheidung maßgeblich, ob ihr Little Sisters rettet oder ausbeutet. Das Schicksal anderer Personen liegt ebenfalls in euren Händen.

Subjekt Delta

Wie die Story schon vermuten lässt, schlüpft ihr diesmal in den Big-Daddy-Anzug. Ihr übernehmt also die Rolle eines Beschützers der Little Sisters, was dazu führt, dass man diese Kreaturen bald besser versteht. Das heißt aber nicht, dass man nicht gegen die "Artgenossen" kämpfen muss. Das ist immer noch erforderlich, wenn man an Little Sisters herankommen will, aber damit ist es nicht mehr getan. Zugegeben, wenn ein Big Daddy tot ist, könnt ihr seine Begleiterin opfern und ausbeuten. Aber wer würde so etwas tun? Stattdessen könnt ihr die Little Sister "adoptieren". Sie setzt sich dann auf eure Schulter und weist euch den Weg zu Leichen, von denen sie ADAM ernten kann. Dort setzt ihr sie ab und müsst sie nun gegen Wellen von Splicern verteidigen, bis sie mit der Ernte fertig ist und das Blut getrunken hat. Es empfiehlt sich, den Kampfplatz zuvor sorgfältig zu präparieren. Zum Glück hält das Waffenarsenal hierfür einige Möglichkeiten bereit. So könnt ihr Mini-Geschütze platzieren und Fallen aufstellen.

Nach getaner Arbeit hebt ihr die Little Sister wieder auf die Schulter und erhaltet das gesammelte ADAM. Hat die Little Sister zwei Leichen abgeerntet, müsst ihr sie zu einem Lüftungsschacht bringen und sie dort entweder opfern oder retten. Wie auch immer ihr euch entscheidet, stets wird nach der Rettung oder Opferung aller Little Sisters des Areals eine reichlich angepisste Big Sister erscheinen, die euch mit Waffen, Nahkampfangriffen und Plasmiden zusetzen wird. Geht sie nach hartem Kampf zu Boden, lässt sich der Leiche ein wenig ADAM entnehmen. "Bioshock 2" enthält keinen Endgegnerkampf im eigentlichen Sinne, aber die Big Sisters sind eine fast genauso ernst zu nehmende Bedrohung wie der Endgegner des ersten Teils!

Das Waffenarsenal umfasst hauptsächlich Varianten der bekannten Bleispritzen. Anstelle der Rohrzange kommt ein Bohrer mit verschiedenen Funktionen zum Einsatz. Ganz neu ist das Hacktool. Damit feuert ihr Pfeile auf zu hackende Objekte ab, müsst euch also nicht in deren Nähe befinden. Dieses Feature kommt recht oft bei verschlossenen Türen zum Einsatz, deren Steuerung ihr ansonsten nicht erreichen könnt. Das Hacking-Minispiel wurde geändert. Auf einer Skala wandert eine Nadel hin und her. Ihr müsst sie innerhalb eines Zeitlimits stoppen, wenn sie sich in farblich markierten Abschnitten befindet. Da ist Reaktionsschnelligkeit gefragt, und zwar schon deshalb, weil das Spiel beim Hacken nicht pausiert wird! Auch bei den Plasmiden sind alte Bekannte und Neuheiten vertreten, so dass neue Kombinationen ausprobiert werden können. Außerdem muss man nicht mehr zwischen Waffen- und Plasmidhand hin und her schalten! Subjekt Delta hält Waffen einhändig und kann somit gleichzeitig Plasmide nutzen.

Rapture

In "Bioshock 2" erkundet ihr ausschließlich neue Areale der Unterwasserstadt. Natürlich ähneln sich die neuen und alten Gebiete sehr - es ist schließlich dieselbe Stadt - dennoch macht die Erkundung Spaß. Überall finden sich Hinterlassenschaften des Lamb-Kults, außerdem sind einige Jahre nach dem Ende von "Bioshock" vergangen, so dass die Stadt noch weiter zerfallen ist. Der Atlantic Express bringt euch von einem Sektor zum nächsten. Sobald ihr in einem Sektor angekommen seid, geht es aus irgendwelchen Gründen nicht weiter. Mal ist das Schott zugefroren, also müsst ihr das "Abfackeln"-Plasmid beschaffen, um das Eis schmelzen zu können. Mal steht jemand im Steuerraum und ist nur bereit, das Schott zu öffnen, wenn ihr ihm helft. Es ist also in der Regel eure Aufgabe, eine Möglichkeit zu finden, um das nächste Areal zu erreichen.

Der Ablauf klingt im ersten Moment repetitiv, aber im Spiel macht sich das nicht störend bemerkbar. Es ist wichtig zu wissen, dass eine Rückkehr in zurückliegende Bereiche ausgeschlossen ist. Anders als im ersten Spiel solltet ihr also sicherstellen, dass ihr wirklich keine Little Sister ignoriert und keinen Raum unbesucht gelassen habt, bevor ihr zum nächsten Stadtteil aufbrecht. Ab und zu seid ihr zu Fuß im Meer unterwegs; das hat's im ersten Teil nicht gegeben. Die Unterwasserareale sind aber nur kurze Korridore, in denen ihr nichts weiter tun könnt als von A nach B zu gehen. Immerhin könnt ihr unter Wasser manchmal ADAM-Seeschnecken aufsammeln, die euch eine kleine Menge der begehrten Substanz verschaffen.

Gegen Ende des Spiels seht ihr Rapture sogar einmal durch die Augen einer Little Sister. Die Little Sisters haben offensichtlich eine etwas gestörte Wahrnehmung der Realität. Die in Trümmern liegenden, von Schutt und rostigen Metallteilen erfüllten Korridore sind für sie ein pastellfarbenes, blumengeschmücktes Paradies, in dem sich elegant gekleidete Menschen tummeln. Umso beunruhigender ist es, wenn die Little Sister dann doch ab und zu kurz erkennt, wie Rapture wirklich aussieht.

Neben den bereits erwähnten Big Sisters machen euch in Rapture hauptsächlich die bekannten Splicer das Leben schwer. Ihr Erscheinungsbild wurde etwas verändert, das betrifft vor allem die Spider Splicer. Ganz neu sind die Brute Splicer. Diese massigen Gesellen sind recht widerstandsfähig und so stark, dass sie euch mit allen möglichen Objekten bewerfen können. Wenn ihr einen Raum gesichert habt, könnt ihr euch nicht darauf verlassen, dass er stets frei von Splicern bleibt. Solltet ihr nach einiger Zeit dorthin zurückkehren, kann es sein, dass ihr wieder auf Gegner trefft. Worauf ihr euch jedoch verlassen könnt: Sobald ihr etwas entscheidendes getan habt - das kann die Erledigung einer Aufgabe sein, durch die die Story vorangetrieben wird, oder auch nur die Entdeckung eines neuen Plasmids/Tonikums - werden mit Sicherheit neue Splicer spawnen.

Extras der Ultimate Rapture Edition

Ich kann mein Lob nur wiederholen. Alle DLC-Inhalte liegen auf der Disc vor, müssen also nicht erst heruntergeladen oder online freigeschaltet werden. Viele Extras sind nur im Multiplayerpart nutzbar, darauf kann ich hier nicht eingehen. Für Singleplayer stehen die DLCs "Protektor-Prüfungen" und "Minerva's Den" im Menüpunkt "Inhalte zum Herunterladen" zur Verfügung. Bei den Protektor-Prüfungen müsst ihr eine Little Sister in verschiedenen dem Hauptspiel entnommenen Umgebungen vor angreifenden Splicern schützen, bis sie eine vorgegebene Menge von ADAM gesammelt hat. Wenn ihr es schafft, ihr den Rücken frei zu halten, steigt eine Multiplikatoranzeige, so dass das Ziel schneller erreicht wird. In den Levels stehen Verkaufsautomaten, aber ihr habt zunächst kein Guthaben. Geld wird eurem Konto automatisch gutgeschrieben, wenn ihr Splicer tötet. Vita-Chambers sind nicht vorhanden, der Tod ist endgültig. Jedes Level ist in drei Schwierigkeitsgraden spielbar. Je nach Schwierigkeitsgrad stehen euch andere Waffen und Plasmide zur Verfügung. Durch Erfolge werden Videos und Konzeptzeichnungen freigeschaltet. Außerdem erhaltet ihr im DLC "Minerva's Den" ein besonderes Plasmid, wenn ihr alle Prüfungen absolviert.

"Minerva's Den" ist eine eigenständige kleine Singleplayerkampagne. Man lernt einen ganz neuen Bereich Raptures kennen, nämlich ein Rechenzentrum, von dem aus alle technischen Abläufe der Unterwasserstadt gesteuert werden. Hier befinden sich der mit künstlicher Intelligenz ausgestattete Zentralcomputer "Thinker", Produktionsstätten für Roboter, Archive und Versorgungsanlagen. Drei Levels können erkundet werden, die Spielzeit dürfte sich auf vier bis fünf Stunden belaufen. Die Story spielt im Jahre 1968, zeitgleich mit den Ereignissen von "Bioshock 2". Ihr übernehmt die Rolle eines Big Daddys der Alpha-Serie mit der Bezeichnung Subjekt Sigma und werdet von Charles Milton Porter angeleitet, dem Erbauer des Thinker-Computers. Sein und euer Widersacher (sowie der Endgegner) ist Porters ehemaliger Kollege Reed Wahl. Porter hat vor längerer Zeit versucht, dem Thinker die Persönlichkeit seiner verstorbenen Ehefrau einzuprogrammieren. Wahl hat den Computer in seine Gewalt gebracht, um ihn für eigene Zwecke zu missbrauchen. Er glaubt, der Thinker könne die Zukunft vorhersagen. Doch es ist Porter noch gelungen, dem Thinker einen letzten Auftrag zu erteilen. Der Computer soll einen Weg ausarbeiten, um aus Rapture zu entkommen. Subjekt Sigma muss nun sicherstellen, dass dieser Plan umgesetzt wird. Die Story hat ein überraschendes Ende, bei dem Dr. Tenenbaum eine wichtige Rolle spielt.

Die neue Umgebung und die Story wären schon interessant genug, es gibt aber noch weitere Neuerungen. So findet ihr Staubsauger-Roboter, die zerstört werden können und zum Teil sehr wertvolle Objekte hinterlassen. In den Levels seht ihr manchmal Einmachgläser, die ihr unbedingt zerschlagen solltet, denn darin befinden sich ADAM-Schnecken. Und ADAM ist in dieser Kampagne ziemlich rar! Im Waffenarsenal findet ihr jetzt eine Laserkanone, aber auch die Big Daddys sind damit ausgestattet. Mit "Gravity Well" (eine Art Schwerkraftwaffe, mit der sich auch verschlossene Türen öffnen lassen) steht ein neues Plasmid zur Verfügung. Brute Splicer greifen jetzt zusätzlich mit dem "Abfackeln"-Plasmid an, sie selbst sind immun gegen Feuer. Es gibt eine zweite Variante von Houdini-Splicern, die können nicht eingefroren werden. Security-Bots mit neuer Bewaffnung (Laser und Elektroschocks) kommen noch hinzu. "Power to the People"-Stationen sind in dieser Kampagne nicht vorhanden, dafür sind in den Levels upgegradete Waffen zu finden. Eine Forschungskamera gibt es diesmal nicht.

Fazit

In "Bioshock 2" wird spielerisch im Grunde nur mehr vom Altbekannten geboten. Aber dieses Altbekannte ist nun einmal erstklassig! Davon profitiert auch die Fortsetzung. Tatsächlich wirkt der zweite Teil durch sinnvolle Änderungen und Ergänzungen noch ausgereifter und "runder". Außerdem vermag die Story zu fesseln und nicht zuletzt ist es reizvoll, die Rolle eines der größten Gegner des ersten Teils zu übernehmen. Somit bewerte ich das Spiel bei isolierter Betrachtung mit der Note 2. Für die Ultimate Rapture Edition, die ja beide Spiele und viele Zusatzinhalte enthält, müsste ich eigentlich noch ein dickes Plus dranhängen.

J. Kreis, 15.09.2015





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