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Bioshock

System:
Sony
Playstation 3

Genre:
Egoshooter

Note: 2
Bioshock - Ultimate Rapture Edition

Jahrelang haben mir Zockerkollegen von Bioshock vorgeschwärmt. Irgendwie gab es aber immer andere Spiele, denen ich den Vorrang gegeben habe. Seit 2013 ist die "Ultimate Rapture Edition" für die PS3 erhältlich - komplett mit den Vollversionen von Bioshock und Bioshock 2 sowie sämtlichen Download-Inhalten. Und das auch noch für einen lächerlich geringen Preis. Da konnte ich nicht mehr widerstehen! Um das Ergebnis vorwegzunehmen: Das Lob der Kollegen war nicht übertrieben! Hier folgen ein paar Infos zu Bioshock, den zweiten Teil nehme ich mir später vor.

Story

Der reiche Industrielle Andrew Ryan gründet die Unterwasserstadt Rapture und bevölkert sie mit Künstlern, Wissenschaftlern und Technikern, die seine Vision teilen. Nach Ryans Meinung kann sich die Elite der Menschheit nur ohne die durch Gesellschaft, Regierung und Religion ausgeübten Zwänge gebührend entwickeln. Frei von moralischen Bedenken und staatlicher Kontrolle macht die Forschung enorme Fortschritte, doch es kommt auch zu Spannungen und offenen Konflikten in Rapture. Eines Tages wird eine besondere Meeresschneckenart entdeckt, aus der eine als ADAM bezeichnete Substanz gewonnen werden kann. Mit Hilfe von ADAM lässt sich das menschliche Erbgut am lebenden Objekt und innerhalb von Sekunden verändern. So genannte Plasmide werden hergestellt, die dem Benutzer übermenschliche Fähigkeiten verleihen. Schon bald setzen fast alle Bewohner Raptures Plasmide ein, um sich zu vervollkommnen, doch es treten Nebenwirkungen auf. Durch den exzessiven Gebrauch von ADAM verwirrt sich der Geist der Benutzer. Sie werden zu "Splicern" - aggressiven Mutanten, die kaum noch etwas Menschliches an sich haben. Zum Jahreswechsel 1958/1959 spitzt sich die Lage zu. Der Machtkampf zwischen Ryan und dem Gangster Frank Fontaine eskaliert, Splicer überrennen die Stadt...

Im Jahre 1960 stürzt ein Flugzeug über dem Atlantik ab. Jack, der einzige Überlebende, rettet sich zu einem mitten im Meer stehenden Leuchtturm. Darin findet er eine Tauchkapsel, die ihn hinab nach Rapture bringt. Dort erhält er Funkkontakt mit einem Mann namens Atlas, der ihn bittet, ihm gegen Ryan beizustehen und seine Familie zu retten. Nur durch die Benutzung von Plasmiden kann Jack gegen die Splicer bestehen, und zu diesem Zweck muss er ADAM sammeln. Einzige Quelle dieser Substanz sind die Little Sisters - kleine Mädchen, denen die Meeresschnecken implantiert wurden und die nun selbst ADAM produzieren können, wenn sie das Blut von Leichen trinken. Allerdings wird jede Little Sister von einem Big Daddy beschützt. Diese schwer bewaffneten Riesen vernichten jeden, der eine Little Sister bedroht. Außerdem meldet sich eine gewisse Dr. Tenenbaum per Funk bei Jack und bittet ihn, die Mädchen zu verschonen. Jack muss nun eine schwere Wahl treffen. Doch ist er wirklich frei in seinen Entscheidungen? Oder wird er unmerklich manipuliert? War der Flugzeugabsturz womöglich kein Unfall? Und welches Interesse hat Ryan an Jack?

Die Story hält mehrere überraschende Wendungen bereit und je nach Verhalten des Spielers geht die Geschichte anders zu Ende. Drei verschiedene Endsequenzen können erreicht werden. Was in Rapture geschehen ist, welche Interessengruppen es dort gab usw. erfährt man durch Tonaufnahmen, die eingesammelt werden können. Ansonsten läuft die Informationsvermittlung fast ausschließlich über den Funkverkehr mit Ryan, Atlas und Tenenbaum. Nur ganz selten ist eine Filmszene in Spielgrafik zu sehen. Die Story mag während des größten Teils der Spielzeit keine Rolle spielen, aber allein die Grundidee hat was und es ist schon fesselnd genug, die Geschichte Raptures aus vielen kleinen Mosaiksteinen zusammenzusetzen. Vollkommene Freiheit des Individuums, der Forschung und der Technik, das Streben nach Perfektion ohne irgendwelche Einschränkungen, aber auch ohne Moral - das war Ryans Vision. Anfangs hat sie prima funktioniert, umso schlimmer war ihr Scheitern!

Rapture

Zu den größten Stärken des Spiels gehören das Design der Unterwasserstadt sowie die Atmosphäre. In Rapture herrscht eine interessante Mischung aus Jugendstil und Art deco vor - das gilt nicht nur für das Dekor der Bauwerke, sondern für alle Möbel, Gebrauchsgegenstände, Kleidung, Werbetafeln und so weiter. Rapture hat sich isoliert von der restlichen Welt entwickelt und ist quasi in der Vergangenheit steckengeblieben. Das wird schon durch die Musik deutlich, die manchmal im Hintergrund zu hören ist - das sind alles Titel aus der damaligen Zeit. Der Stil der Jahrzehnte vor 1940 wurde weiterentwickelt, er wirkt gleichzeitig antiquiert und futuristisch. Das ist so etwas wie ein Alleinstellungsmerkmal für Bioshock. Ähnliches habe ich nur in Fallout 3 gesehen, aber nicht in solcher Pracht wie hier. Obwohl das Spiel nun schon viele Jahre auf dem Buckel hat, ist die Stadt so schön, dass ich mir die sehr abwechslungsreichen Levels immer wieder gern in Ruhe angeschaut habe. Man bewegt sich ausschließlich durch Innenräume, hat aber über große Fenster, Glaskuppeln und dergleichen oft einen guten Ausblick auf die Unterwasserwelt. Zu schade, dass ich keine Screenshots von PS3-Spielen machen kann!

Weite Bereiche Raptures sind zerstört oder zumindest beschädigt. Manche Durchgänge sind wegen Wassereinbrüchen unpassierbar, andere liegen in Trümmern, ganze Areale wurden von ihren wahnsinnig gewordenen Bewohnern zerstört, mit Graffiti beschmiert oder auf andere Weise umgestaltet. Es ist gut zu erkennen, wie verzweifelt sich die gesund gebliebenen Stadtbewohner gegen die Splicer gewehrt haben. So entsteht eine wunderbar morbide Atmosphäre des Verfalls und der unterschwelligen Bedrohung, so dass man herausfinden möchte, was zur Hölle hier passiert ist. Besonders eindrucksvoll fand ich das aus einem Casino mit Kino, Raucherlounge usw. bestehende Reich des Möchtegern-Künstlers Sander Cohen, in dem überall zu Statuen umfunktionierte Leichen stehen, sowie die Energieerzeugungsanlagen mit einem gigantischen Reaktor, der an einen Tiefseevulkan angeschlossen ist. Optisch vielleicht nicht so extravagant, aber auf subtile Weise gruselig ist eine Forschungseinrichtung, in der Kinder zu Little Sisters gemacht wurden. Man kann ahnen, wie die kleinen Mädchen gelitten haben müssen... Manchmal muss man etwas genauer hinschauen, um solche Hinweise, Anspielungen, kleine Details und verrückte Ideen zu entdecken. Der Aufbau der Abschnitte Raptures ist gut gelungen. Man bewegt sich nicht in einer offenen Welt, sondern in mehr oder weniger verwinkelten Levels. Trotzdem hatte ich nie den Eindruck, ständig nur durch Flaschenhälse von A nach B zu laufen, zumal die Rückkehr in bereits besuchte Levels fast immer möglich ist. Gerade bei modernen Egoshootern ist das nicht selbstverständlich.

Natürlich geht es auch bei Bioshock ausschließlich darum, den Ausgang zum nächsten Level zu erreichen und zu öffnen, wozu es meist erforderlich ist, einen bestimmten Gegenstand zu finden und besondere Gegner zu besiegen. Unterwegs bekämpft man Splicer, ab und zu auch mal eine Art Zwischenboss, sammelt Dollars, nützliche Gegenstände, Verbandskästen und dergleichen ein. All diese Gegenstände liegen entweder frei herum oder sind in Kisten, Schränken, Koffern usw. sowie beim Durchsuchen besiegter Gegner zu finden. Viele Verbrauchsobjekte und Munition können an Automaten gekauft oder selbst hergestellt werden, für letzteres müsst ihr allerlei Krimskrams einsammeln. Das Lösen von Rätseln gehört so gut wie gar nicht zu euren Aufgaben, eher geht es darum, versteckte Durchgänge zu finden oder neue Plasmide zu erhalten, mit deren Hilfe neue Areale zugänglich werden.

Plasmide und Gene Tonics, ADAM und EVE

Bioshock ist ein Egoshooter. Damit ist in Sachen Gameplay im Grunde schon alles gesagt. Ein paar Besonderheiten sind aber doch erwähnenswert. Vor allem benutzt ihr nicht nur die üblichen Schusswaffen, für die verschiedene Munitionstypen und Upgrades vorhanden sind, sowie eine Nahkampfwaffe (Rohrzange), sondern auch die im Kapitel "Story" erwähnten Plasmide, die euch Superkräfte gewähren. Das ist keine neue Idee - Gamer-Veteranen werden sich an Disruptor aus dem Jahre 1996 erinnern - aber sie wurde prima umgesetzt und hervorragend in die Story eingebunden. Schon gleich zu Beginn des Spiels findet ihr euer erstes Plasmid in Form einer leuchtenden Phiole. Weitere Plasmid-Phiolen sind im Verlauf des Spiels zu finden. Diese Plasmide könnt ihr sofort benutzen, allerdings stehen euch nur sechs Slots zur Verfügung und zu Beginn sind nicht alle Slots freigeschaltet. Um einen Slot anders zu belegen, müsst ihr euch zu einem speziellen Automaten belegen. Dort könnt ihr unter allen aufgesammelten Plasmiden wählen.

Plasmide funktionierten praktisch genauso wie Waffen, sie werden mit der linken Schultertaste abgefeuert. Die Klassiker (Telekinese, Blitz, Feuerball, Eisstrahl) sind ebenso vorhanden wie ungewöhnlichere Kräfte. So könnt ihr aggressive Bienenschwärme auf eure Gegner hetzen. Gegner können dazu gebracht werden, ihresgleichen anzugreifen. Ein via Plasmid erzeugtes geisterhaftes Abbild von euch selbst lenkt gegnerisches Feuer auf sich. Die Bandbreite ist groß, außerdem macht es Spaß, mit Kombinationsmöglichkeiten zu experimentieren. So ist es naheliegend, dass man eingefrorene Türen mit der "Abfackeln"-Fähigkeit passierbar machen kann. Schockgefrostete Gegner lassen sich zerschmettern. Mit "Telekinese" holt ihr unerreichbare Items zu euch heran oder ihr hebt Möbel hoch, um sie auf eure Gegner zu schleudern. Und wenn Splicer so dumm sind, in Pfützen stehen zu bleiben, dann feuert man einfach einen "Electrobolt" ins Wasser. Damit könnt ihr ganze Gruppen auf einen Schlag unschädlich machen! Für den Einsatz von Plasmiden benötigt ihr ein als EVE bezeichnetes Serum. Verbrauchtes EVE füllt ihr mittels Spritzen wieder auf, die ihr einsammelt. Bestimmte Nahrungsmittel stellen ebenfalls eine kleine Menge EVE wieder her.

Hinzu kommen Gene Tonics, die nicht erst aktiviert werden müssen, sondern permanent wirksam sind und kein EVE verbrauchen. Sie sind in drei Rubriken erhältlich und haben die unterschiedlichsten Auswirkungen. Auch hier gilt wieder die Begrenzung auf sechs Slots pro Rubrik. Manche Gene Tonics erhöhen eure körperliche Leistungs- und Widerstandsfähigkeit, andere senken den EVE-Verbrauch, verbessern eure Hacker- und Erfinderfähigkeiten, machen euch unsichtbar oder sorgen dafür, dass jeder, der euch angreift, einen Elektroschock erleidet... die Ideenvielfalt kann sich wirklich sehen lassen! Auf diese Weise erhält Bioshock den Touch eines Rollenspiels, ein für Egoshooter nicht unbedingt übliches Detail, welches das Gameplay deutlich aufwertet.

Zum Erwerb neuer Slots, Plasmide und Gene Tonics (oder besserer Versionen von solchen, die ihr bereits besitzt) sowie zur Erhöhung eurer Lebensenergie und des maximalen EVE-Vorrats begebt ihr euch zum "Gatherers Garden". Dort könnt ihr zahlreiche Upgrades kaufen. Anders als bei allen anderen Automaten benötigt ihr hierfür nicht Geld, sondern ADAM. Einzige Bezugsquelle für diese Wundersubstanz sind die Little Sisters. Und bevor ihr euch einer Little Sister bemächtigen könnt, müsst ihr erst einmal an Big Daddy vorbei!

Little Sisters und Big Daddys, Splicer und Maschinen

Die Little Sisters kommen aus Lüftungsschächten, die überall in Rapture zu finden sind. Wenn mal keine Little Sister zugegen ist, müsst ihr nur einem Big Daddy folgen. Irgendwann wird er an einen Lüftungsschacht klopfen, dann wird eine Little Sister erscheinen. Die Mädchen verwenden große Spritzen, um Leichen Blut abzuzapfen. Allein die Tatsache, dass die so unschuldig wirkenden kleinen Kinder derartiges tun, ist ungewöhnlich genug, aber im Zusammenspiel mit den Big Daddys werden die Little Sisters wirklich furchteinflößend. Big Daddys sind vermutlich Menschen, aber davon sieht man nichts. Sie stecken in gepanzerten, mit Waffen bestückten Tiefseetaucheranzügen, ein Gesicht ist hinter den großen Helmen der klobigen Skaphander nicht zu erkennen. Es gibt verschiedene Ausführungen, aber alle sind sehr gefährlich. Sie müssen noch nicht einmal ihr Waffenarsenal einsetzen, um euch in Bedrängnis zu bringen; sie können euch einfach über den Haufen rennen, wobei ihr viel Schaden nehmt. Im Kampf gegen einen Big Daddy sollte man die richtige Munition dabei haben und Abstand halten! Ionisches Plasma für den Chemowerfer hat sich als besonders effektiv erwiesen.

Tote Big Daddys werden von ihren Little Sisters tränenreich betrauert. Da kann man schon mal einen Kloß im Hals kriegen. Big Daddys hinterlassen sehr viel Beute, außerdem ist nach ihrem Ende der Weg zur Little Sister frei. Ihr könnt nun entscheiden, ob ihr das Mädchen opfern oder retten wollt. Im ersten Fall erhaltet ihr sehr viel ADAM, doch das Mädchen stirbt. Das findet Dr. Tenenbaum nicht witzig. Die ADAM-Ausbeute ist erheblich geringer, wenn ihr die Little Sister rettet, aber das Mädchen bleibt am Leben und kann über die Lüftungsschächte zu Dr. Tenenbaum zurückkehren. Ihre Dankbarkeit sollte euch eigentlich Lohn genug sein, aber wenn ihr mehrere Little Sisters gerettet habt, erhaltet ihr ein Geschenk in Form eines Teddys. Darin enthalten sind wertvolle Gegenstände (manchmal auch Plasmide / Gene Tonics) und ADAM. Außerdem wirkt sich eure Entscheidung auf das Ende der Story aus. Opfert ihr auch nur eine einzige Little Sister, bekommt ihr das "gute" Ende nicht zu sehen. Pro Level begegnet man übrigens maximal drei Little Sisters. ADAM ist somit die knappste Ressource des ganzen Spiels.

Big Daddys greifen nicht an, solange ihr sie nicht angreift und die Little Sister in Ruhe lasst. Mit den sehr viel häufiger vorkommenden Splicern sieht das ganz anders aus. Sobald sie euch sehen, rennen sie schreiend auf euch zu, nehmen euch aus der Deckung unter Beschuss oder bewerfen euch mit Granaten, während sie davonlaufen. Manche besitzen ähnliche Plasmid-Fähigkeiten wie ihr. Unheimlich an diesen Kreaturen ist nicht nur ihre Aggressivität, sondern auch die Tatsache, dass sie keine hirnlosen Zombies sind. Ein Rest der ursprünglichen Persönlichkeit ist erhalten geblieben, und so skandieren sie religiöse Phrasen, plappern wirres Zeug, weinen, beschimpfen euch und streiten manchmal sogar untereinander. Einige tragen immer noch zerfetzte Festtagskleidung vom Silvesterabend... Im Aussehen unterscheiden sich die infolge des ADAM-Missbrauchs mutierten verschiedenen Splicertypen nicht so sehr voneinander, sehr wohl aber in ihren Eigenschaften. Besonders fies sind Spider Splicer, die unbemerkt an den Decken herumkrabbeln können und euch mit Klingen bewerfen, und Houdini-Splicer, die sich an einen anderen Ort teleportieren können. Besonders schlau verhalten sich die Gegner zwar nicht, Kämpfe gegen sie können dennoch fordernd sein - insbesondere wenn die Splicer in Gruppen auftreten. Wenn dann im Eifer des Gefechts auch noch ein Big Daddy getroffen wird, herrscht blankes Chaos!

Zum Glück kann man jederzeit Spielstände sichern, außerdem bedeutet der Tod in Rapture nicht das endgültige Ende. Fällt die Gesundheitsanzeige auf Null, werdet ihr in einer Vita-Chamber wiederbelebt, wobei euch ein wenig Gesundheit spendiert wird. Solche Kammern sind stets an neuralgischen Punkten der Levels aufgestellt. Im Spielverlauf findet ihr einen Fotoapparat, der wie alle anderen Waffen eingesetzt wird. Seine "Munition" sind Filme. Mit dieser Kamera könnt ihr die Eigenschaften aller Gegner erforschen, wodurch ihr Boni im Kampf sowie Plasmide und Gene Tonics erhaltet. Besonders viele Forschungspunkte erhaltet ihr, wenn ihr einen Gegner ablichtet, der euch gerade angreift. Man kann aber auch tote Gegner knipsen.

Für Kämpfe ist in ausreichendem Maße gesorgt, auch könnt ihr euch nicht darauf verlassen, dass ein einmal "gesäubertes" Gebiet immer gegnerfrei bleibt. Hinzu kommen noch Selbstschussanlagen und bewaffnete Robot-Flugdrohnen, die euch verfolgen, wenn ihr von einer Überwachungskamera gesehen werdet, so dass Alarm ausgelöst wird. Den Alarm kann man an bestimmten Stellen gegen Gebühr ausschalten, viel besser ist es aber, wenn man die Kamera hackt (ist auch bei automatischen Geschützen und Verkaufsautomaten möglich). Das geht auf Knopfdruck, wenn ihr ein bestimmtes Hilfsmittel besitzt. Ansonsten müsst ihr ein Minispiel absolvieren, bei dem eine Flüssigkeit durch das richtige Anordnen von Rohrsegmenten zu einem Zielpunkt gelenkt werden muss, wobei Fallen umgangen werden müssen. Dieses kleine Puzzle ist je nach Schwierigkeitsgrad des zu hackenden Geräts ganz schön knifflig, lässt sich durch den Einsatz von Gene Tonics aber etwas vereinfachen.

Sonstiges / Extras der Ultimate Rapture Edition

Nach Spielende könnt ihr ein "Neues Spiel Plus" mit allen Plasmiden und Gene Tonics starten, die ihr im ersten Durchgang erworben habt. In diesem Spielmodus könnt ihr aber keine Trophäen gewinnen.

Was die Zusatzinhalte angeht, muss ich zunächst mal ein ganz dickes Lob aussprechen. Wie oft habe ich mich schon über Sondereditionen von Spielen geärgert, deren Bonusmaterial ich überhaupt nicht nutzen konnte, weil ich es erst online hätte aktivieren oder gar herunterladen müssen! Nicht so bei Bioshock. Alle DLC-Inhalte liegen auf der Disc vor, werden im Spielemenü der PS3 angezeigt und können ohne weiteres zusätzlich zum Hauptspiel installiert werden! Nach der Installation findet ihr im Hauptmenü von Bioshock den neuen Punkt "Museum". Der Menüpunkt "Heruntergeladene Inhalte" enthält dann die Einträge "Das Ich im Team", "Eine schockierende Wende" und "Welt der Schmerzen".

Das Museum ist eine große Halle, die im Hauptspiel nicht vorkommt und in der ihr euch frei bewegen könnt, ohne von Gegnern belästigt zu werden. Hier sind zahlreiche Bilder mit Konzeptzeichnungen sowie 3D-Modelle aufgestellt, alle Ausstellungsstücke werden mit Texten erklärt. Die 3D-Modelle stellen vor allem ziemlich bizarre verworfene Entwürfe für Splicer und Big Daddys dar.

Die drei Spiele in "Heruntergeladene Inhalte" führen euch ebenfalls in völlig neue Umgebungen. Ihr habt dort nichts bei euch - und ich meine überhaupt nichts, also weder Waffen noch Plasmide, Gene Tonics, Verbandskästen, Eve-Spritzen oder sonst irgendwas - und müsst mit den sehr begrenzten Ressourcen zurechtkommen, die ihr in den Levels findet. Kreativer Umgang mit Plasmiden ist hier besonders gefragt! "Das Ich im Team" findet im Inneren eines Schießstandes statt. Ihr müsst es irgendwie schaffen, einen Big Daddy auszuschalten, um die Little Sister zu retten. In "Eine schockierende Wende" sitzt eine Little Sister ganz oben im Riesenrad eines Indoor-Vergnügungsparks fest. Um ihre Gondel nach unten zu bewegen, so dass sie gerettet werden kann, müsst ihr Splicer anlocken, denen ihr in der Nähe der Riesenradsteuerung einen Stromschlag verpasst. Nur so könnt ihr das Rad mit Energie versorgen. "Welt der Schmerzen" besteht aus acht Arenen, die um einen zentralen Raum mit einer Little Sister herum angeordnet sind. Sobald ihr eine Arena betreten habt, könnt ihr sie erst wieder verlassen, wenn alle Gegner besiegt sind. Jede Arena ist anders aufgebaut und mit anderen Gegnertypen bestückt. Ihr müsst alle Arenen säubern, um an die Little Sister herankommen zu können. Das ist das umfangreichste Zusatzspiel. Die anderen sind relativ schnell gelöst, Spaß machen sie aber alle.

Fazit

So muss ein guter Egoshooter aussehen! Ordentliche Spieldauer, geschickt gestaltete, abwechslungsreiche Levels, ein umfangreiches Arsenal aus Waffen und Spezialfähigkeiten, fordernde Kämpfe. Dazu dann noch die interessante Story, die tolle Atmosphäre und das wunderbar stilvolle Design Raptures... Bioshock hat mir einige unvergessliche Momente beschert. Damit steckt das Spiel selbst aktuellere Egoshooter wie das zwar spektakulär inszenierte, spielerisch aber enttäuschende Call of Duty - Ghosts locker in die Tasche. Wenn die Grafik auf aktuellem Stand wäre und man sich in einer gänzlich offenen Welt bewegen könnte, dann würde ich Bioshock die Bestnote geben. So reicht es immer noch für die Note 2.

J. Kreis, 02.08.2015





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