Zurück zu den Spielen

Baldurs Gate Dark Alliance 2

System:
Sony Playstation 2

Genre:
Action Adventure / RPG

Note: 3-
BALDURS GATE: DARK ALLIANCE 2

Irgendwie hatte ich keine Lust, vor dem Erscheinen von Gothic 3 viel Zeit in ein neues Spiel zu investieren. Warum also nicht mal für wenig Geld einen älteren Titel nehmen, den man schnell durch hat? Also kaufte ich Baldurs Gate: Dark Alliance 2 (BGDA2), denn ich hatte schon den ersten Teil gespielt und recht viel Spaß dabei gehabt. Wie sich schnell herausstellte, ist Teil 2 im Grunde genau das gleiche Spiel.

Story

Die aus Teil 1 bekannten Helden haben zwar das Böse besiegt, sind aber gleich dem nächsten Schurken in die Falle gegangen. Der Vampir Mordoc will den Onyxturm neu errichten, hat die Helden in den Kerker geworfen und schickt sich an, die Stadt Baldurs Gate mit seinen untoten Horden zu überrennen. Das muss natürlich verhindert werden und genau das ist die Aufgabe des neuen Helden, in dessen Rolle ihr schlüpft.

Die Geschichte besteht aus vier Akten. Sie wird bis auf ganz seltene Ausnahmen in Szenen mit Ingame-Grafik weitergesponnen. Sie ist ebenso banal wie uninteressant, und das Ende ist offen.

Gameplay

BGDA2 ist eines jener Spiele, die man gemeinhin als "Hack and Slay" bezeichnet. Schöner Begriff, und so passend! Eure Aufgabe besteht nämlich in der Hauptsache darin, euch in verschiedenen Umgebungen durch mehr oder weniger große Gruppen von Gegnern zu schnetzeln, die von ihnen fallen gelassenen Ausrüstungsgegenstände zur eigenen Verwendung aufzusammeln (sofern ihr zu geizig seid, das ebenfalls von Gegnern fallen gelassene oder in Truhen versteckte Gold zum Händler zu tragen) und mit Hilfe der durch das Geschnetzel gesammelten Erfahrungspunkte neue Fähigkeiten für den von euch gesteuerten Helden zu entwickeln. Oder selbige zu verbessern. Auch Waffen und Rüstungsteile können beim Händler aufgewertet werden, indem man verschiedene Edelsteine einarbeiten lässt, die der Ausrüstung dann bestimmte magische Eigenschaften verleihen. So kann man zum Beispiel eine Armbrust zusammenbasteln, die gleichzeitig den für Fernkampf verantwortlichen Geschicklichkeitswert des Helden erhöht.

Der Schwerpunkt liegt zum weit überwiegenden Teil auf den Kämpfen. Dialoge mit Questgebern, Handel und dergleichen treten dem gegenüber total in den Hintergrund. Es gibt im ganzen Spiel nur einen einzigen Händler (immerhin mit wechselndem Angebot), und abgesehen von den zahlreichen Dungeons könnt ihr nur eine Stadt besuchen: Baldurs Gate. Dort wiederum können sage und schreibe 5 Gebäude sowie die Kanalisation betreten werden. Das ist doch sehr mager. Es gibt auch nur sehr wenige NPCs, die ihr ansprechen könnt, und schon sehr bald sagen die immer nur noch dasselbe. Außerdem bewegen sie sich nicht vom Fleck. Ihr erhaltet nur sehr wenige Subquests, und die bringen euch außer Erfahrungspunkten praktisch nichts ein. Okay: Meine Klerikerin erhielt von ihrem Chef zur Belohnung sogar neue Fertigkeiten, aber ich weiß nicht, ob das für alle Charaktere gilt.

Die Regel lautet: Gehe zu Dungeon XY, töte alle Gegner, lege Schalter A um, öffne damit die Tür zur Kammer des Endgegners und besiege diesen. Man muss sich noch nicht einmal die Mühe machen, besondere Strategien im Kampf zu verfolgen. Auch die Endgegner lassen sich in aller Regel durch bloßes Draufhauen zur Ruhe bringen. Hat man genug Heiltränke dabei, ist das kein Problem. Das klingt zwar sehr eintönig, wird aber durch die vielen verschiedenen Umgebungen und Gegnertypen nicht so langweilig, wie man befürchten könnte.

Man kann zwar nicht jederzeit speichern, sondern nur an vorgegebenen Punkten, aber die sind sehr fair verteilt und können immer wieder aufgesucht werden.

Charakterwahl / -entwicklung

Zu Beginn des Spiels könnt ihr unter fünf verschiedenen Charakteren wählen. Jeder hat Stärken und Schwächen, jeder kann andere Fertigkeiten entwickeln. Ich habe mich für die Klerikerin entschieden, denn die ist eine passable Nahkämpferin, kann von Beginn an alle Rüstungen tragen (die anderen Charaktere müssen erst ihr diesbezügliches Talent aufwerten) und hat schon gleich zu Beginn die Fähigkeit, sich selbst zu heilen. Ihre Palette der Angriffszauber ist dafür eher bescheiden.

Besiegte Gegner verschaffen euch Erfahrungspunkte, erledigte Quests ebenfalls. Beim Level-Aufstieg könnt ihr die verschiedenen Fertigkeiten verbessern, was bei höheren Stufen auch mehr Kosten verursacht. Zur Verfügung habt ihr stets eine Anzahl an Punkten, die dem erreichten Level entspricht. Ihr könnt auch Punkte aufsparen, um sie bei Bedarf auf Fertigkeiten zu verteilen, die ihr gerade braucht. Sind die Punkte einmal verbraucht, kann die Aufteilung nicht rückgängig gemacht werden. Beim Erreichen bestimmter Level könnt ihr darüber hinaus eines der grundlegenden Attribute eures Charakters um einen Punkt erhöhen.

Recht knapp gehaltene Menüs informieren euch über die Fertigkeiten, den Status und die Aufgaben eures Helden. Mehr braucht man wegen der Einfachheit der Quests auch nicht.

Gegner und Umgebungen

Für PS2-Verhältnisse sieht BGDA2 recht gut aus. Nett animierte Figuren, phantasievoll gestaltete Dungeons und sehr schöne Magie-Effekte verwöhnen das Auge. Mit Licht und Schatten wird sehr gut gearbeitet. Die zu durchquerenden Levels bestehen in aller Regel aus mehr oder weniger verzweigten, eng begrenzten Pfaden oder Korridoren. Ihr könnt also zum Beispiel im Wald nicht einfach durchs Gelände laufen, sondern müsst mit den vorgegebenen Wegen vorlieb nehmen. Jeder Bereich sieht anders aus, nur manche Höhlensysteme gleichen sich etwas zu sehr. Ihr müsst auch zu vier verschiedenen Elementar-Ebenen reisen, wo das Verlassen der vorgegebenen Pfade fatale Folgen hätte. Mit Hilfe von "Rückruftränken" kann man sich jederzeit aus den Dungeons zur Stadt Baldurs Gate und wieder zurück beamen. Sehr praktisch, wenn man alle Taschen voll hat. Das Zeug kann man dann nämlich zwischendurch verkaufen und sich wieder mit frischen Heiltränken eindecken.

Die Gegnervielfalt ist genauso groß wie das Waffenarsenal. Da gibt es Trolle, Orks, Goblins, glibberige Schleimbatzen, Fledermäuse, Zombies, Skelette, Spinnen, Banditen, aggressive Möbelstücke, böswillige fliegende Bücher und was der Absonderlichkeiten mehr sind. Ihre Strategie ist genauso einfach wie eure: Auf den Gegner losgehen und solange vermöbeln, bis er umfällt. Es gibt ab und zu auch mal stärkere Zwischengegner, die besondere Waffen oder Magie-Effekte einsetzen und ordentlich einstecken können. Der Abwechslungsreichtum ist also nicht schlecht. Leider sieht man von kleineren Gegnern nicht allzu viele Details, da man nur leicht heranzoomen kann (eine Stufe). Immerhin kann die Kamera frei gedreht werden.

Fazit

An der Kürze dieser Review könnt ihr schon erkennen, dass BGDA2 mich nicht gerade vom Hocker gehauen hat. Das Spiel ist zu einfach gestrickt und darüber hinaus auch sehr kurz (mehr als 15 Sunden habe ich nicht gebraucht, es wäre auch schneller gegangen). Für den schnellen Spaß zwischendurch ist es okay, wenn man bedenkt, dass man es inzwischen für wenig Geld nachgeschmissen bekommt.

P.S.: Man kann BGDA2 im so genannten "Co-op-Modus" auch zu zweit spielen, aber das habe ich nicht ausprobiert.

J. Kreis, 03.10.2006

Seitenanfang