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Batman Arkham City

System:
Sony
Playstation 3

Genre:
Action-Adventure

Note: 2+
Batman: Arkham City (Game of the Year Edition)

Dieses Spiel ist die Fortsetzung von Batman: Arkham Asylum. Die Story schließt an das Ende von Asylum an. Der Joker hat sich eine Dosis der TITAN-Droge gespritzt und ist zu einem Riesenmonster mutiert, wurde aber von Batman besiegt. Der Joker hat die Prozedur nicht unbeschadet überstanden. Er leidet an einer tödlichen Krankheit und hat nicht mehr lange zu leben. Der Joker und viele andere Superschurken, Geisteskranke sowie "normale" Kriminelle wurden in Arkham City inhaftiert. Hierbei handelt es sich um abgeschottete Stadtteile von Gotham City. Sie sollen von der privaten Sicherheitsfirma TYGER überwacht werden, was jedoch mehr schlecht als recht funktioniert. Innerhalb von Arkham City haben sich Banden gebildet. Der Joker, der Pinguin und Two-Face kämpfen um die Macht. Außerdem landen immer mehr politische Häftlinge in Arkham City. Chef der Einrichtung ist Hugo Strange, einer von Batmans alten Feinden, der dessen wahre Identität kennt.

Als Bruce Wayne vor den Toren Arkham Citys für die Schließung des außer Kontrolle geratenen Gefängnisses plädiert, wird er von TYGER-Söldnern gefangen genommen und nach Arkham City gebracht. Er bleibt jedoch in Kontakt mit seinen Freunden, die ihm die Batman-Ausrüstung ins Gefängnis schicken. Nachdem er Catwoman aus den Fängen von Two-Face befreit hat, versucht Batman herauszufinden, was in Arkham City eigentlich vor sich geht. Er wird vom Joker und Harley Quinn überrumpelt und erhält eine Injektion vom verseuchten Blut des Jokers. Er leidet nun an derselben Krankheit. Damit will der Joker ihn motivieren, ein Heilmittel zu finden. Batman steht unter Zeitdruck, zumal Strange einen teuflischen Plan mit dem Decknamen "Protokoll 10" verfolgt, der in wenigen Stunden realisiert werden soll.

Beim Gameplay ist im Prinzip alles beim Alten geblieben, so dass ich auf meine Review zu Asylum verweisen kann. Allerdings stehen mehr Ausrüstungsgegenstände als im ersten Teil von Anfang an zur Verfügung, manche haben neuartige Zusatzfunktionen und neue Gadgets kommen hinzu. So erhält Batman von Mr. Freeze eine Waffe, mit der sich Gegner vorübergehend einfrieren lassen und die sich zum Erzeugen von Eisschollen auf Wasser einsetzen lässt. Auf solchen Eisschollen stehend kann Batman Wasserflächen überqueren, die ansonsten unpassierbare Hindernisse bilden. Ein weiterer wichtiger Gegenstand verschießt elektrische Ladungen, mit denen sich die verschiedensten Elektromotoren in Gang setzen lassen. Es macht Spaß, sich zu überlegen, wie all diese Spielzeuge eingesetzt werden können, sei es im Kampf oder beim Lösen von Rätseln.

Das Kampfsystem wurde aufgebohrt. Unter anderem kann Batsy Gegenstände zurückschleudern, mit denen er beworfen wird, außerdem können Angriffe mehrerer Gegner gleichzeitig gekontert werden. Auch diesmal lassen sich offene Kämpfe nicht vollständig vermeiden, denn an bestimmten Stellen, vor allem gegen Ende der Story, seid ihr situationsbedingt gezwungen, euch Gegnergruppen zu stellen. Das habe ich schon bei Teil 1 bedauerlich gefunden, diesmal hat es manchmal sogar richtig genervt. Gegner mit Schusswaffen, Messern und Elektroschockern sind wieder präsent. Andere tragen Körperpanzerung oder Schilde und lassen sich nur mit bestimmten Combos ausschalten. Bosskämpfe kommen mindestens genauso häufig vor wie in Asylum und sind abwechslungsreich gestaltet. Scarecow befindet sich nicht in Arkham City. Schade eigentlich, denn die Momente, in denen Batsy in Scarecrows Halluzinationswelten gefangen war, haben mir gut gefallen. Etwas Ähnliches geschieht bei Teil 2 nur einmal, wenn sich Batman im Verlauf der Story einer Prüfung der von Ra's al Ghul und dessen Tochter Talia angeführten League of Assassins stellt.

Die Spielwelt soll fünfmal größer sein als in Asylum. Das glaube ich gern! Anders als im ersten Teil sind die Außenbereiche nicht in Levels unterteilt, stattdessen steht ganz Arkham City von Beginn an zur Verfügung. Man bewegt sich also durch eine offene Spielwelt, soweit das bei einem ummauerten Gefängnis überhaupt gesagt werden kann. Batman kann nur nicht sofort alle Gebäude betreten, diese werden im Verlauf der Story nach und nach freigeschaltet. Eine Rückkehr in bereits besuchte Gebäude ist diesmal bis zum Schluss jederzeit möglich. Die Stadt ist schön designt, mindestens genauso düster wie die Irrenanstalt des ersten Teils (kein Wunder, hier herrscht immer Nacht), und durchaus abwechslungsreich. Besonders gut gefallen hat mir das Stahlwerk. Dort hat der Joker sein Hauptquartier eingerichtet, und natürlich hat er es seinem bizarren Humor entsprechend dekoriert. Während Batsy in der Stadt unterwegs ist, kann er Gespräche sowie den Funkverkehr in seiner Nähe abhören. Das ist ein witziges Feature, denn die Gefängnisinsassen sind wahre Labertaschen, die sich über das schlechte Essen beschweren, die Aktionen ihrer Bosse kommentieren, über Batmans Taten spekulieren und so weiter.

Es empfiehlt sich, hoch über den Dächern zu bleiben, um ungefährdet von oben zuschlagen zu können. Batman kann sich sogar an die Kufen von Hubschraubern hängen, die ständig über der Stadt kreisen. Wie eine echte Fledermaus kann Batman lautlos über weite Strecken hinweg durch die Straßenschluchten schweben und sich mit seinem Greifhaken immer wieder hoch in die Lüfte schwingen. Er kann aber auch in die dunklen Straßenschluchten hinabsteigen, das heißt, manchmal bleibt ihm gar nichts anderes übrig. Überall warten neue Entdeckungen und dabei handelt es sich zumeist um Riddler-Rätsel. Sobald man eine bestimmte Anzahl von Rätseln gelöst hat, erfährt man, wo der Riddler Geiseln gefangen hält. Diese Bedauernswerten müssen befreit werden, wobei auch wieder Rätsel zu lösen und Fallen zu entschärfen sind. 440 Riddler-Herausforderungen sind insgesamt vorhanden! Das ist eindeutig zu viel des Guten, zudem werden die Fundorte von Sammelobjekten auf der Karte erst sichtbar, wenn man Riddler-Informanten gefunden und verhört hat, was natürlich nicht ohne Kämpfe abgeht.

Hinzu kommen mehrere Nebenquests, bei denen es sich eigentlich um Mini-Storys abseits der Haupthandlung handelt. Zum Beispiel ist Deadshot in Arkham City unterwegs, um Menschen zu töten. Batman muss die Tatorte untersuchen. Politische Gefangene werden von Häftlingen überfallen, hier muss Batman einschreiten. Bane teilt Batsy mit, dass mehrere TITAN-Behälter in Arkham City versteckt sind, die es zu vernichten gilt. Victor Zsasz ruft an öffentlichen Fernsprechern an. Batsy muss das jeweilige Telefon rechtzeitig erreichen und abheben, um das Versteck des Schurken orten zu können. Vicky Vales Pressehubschrauber wird abgeschossen, sie sitzt danach zwischen Scharfschützen fest. Mr. Freeze bittet Batsy, seine Frau Nora zu finden.

Nach dem Schluss der Hauptstory ist das Spiel nicht zu Ende. Batman kann weiter nach Riddler-Trophäen suchen und Nebenquests absolvieren, außerdem begegnet er einem mysteriösen Ninja, der ihn zu beobachten scheint und an verschiedenen Stellen von Arkham City aufgespürt werden muss. Außerdem kann das Spiel jetzt mit allen Ausrüstungsgegenständen und Fähigkeiten neu gestartet werden. Die Gegner sind dann stärker und das Kontern-Symbol erscheint nicht mehr. Zusätzlich gibt es eine Vielzahl von gesonderten Herausforderungs-Modi. Hier tritt man auf unterschiedlichen Maps im Nahkampf gegen Wellen von bösen Burschen an oder muss selbige innerhalb eines Zeitlimits unbemerkt unschädlich machen.

Besonderheiten der Game of the Year Edition: In dieser Version des Spiels ist Catwoman als weiterer spielbarer Charakter von Beginn an enthalten. Sie ist sexy und bewegt sich sehr geschmeidig, außerdem lässt sie gern zynische Kommentare ab. Sie bildet somit einen netten Gegensatz zum ernsthaften, bulligen Batman. Catwoman hat andere Fähigkeiten als Batman, zum Beispiel kann sie kopfüber an Decken herumkraxeln, wenn sich dort ein Gitter befindet. Die Katze verfolgt natürlich ihre eigenen Interessen, sie hilft Batman aber manchmal. Nach dem Ende der Story kann an bestimmten Punkten jederzeit zwischen Batman und Catwoman gewechselt werden, zudem lassen sich alle Catwoman-Kapitel im Hauptmenü noch einmal starten. Two-Face hat Catwomans Sachen geklaut, wofür er natürlich bestraft werden muss. Danach begibt sich Catwoman auf die Suche nach 16 Schergen, die einen Teil ihrer Besitztümer bei sich tragen.

Die GotY-Edition enthält die kurze Bonuskampagne "Harley Quinns Rache". Hier steuert der Spieler abwechselnd Batman und dessen Sidekick Robin. Letzterer schleppt einige neue Ausrüstungsgegenstände mit sich herum, unter anderem einen Kampfstab, an dem sich ein Schild zur Abwehr von Geschossen ausklappen lässt. Die Kampagne beginnt einige Zeit nach dem Ende der Hauptstory. Batman hat das Ende seines Erzfeindes Joker anscheinend nicht so gut verkraftet (Hass und Liebe liegen bekanntlich nahe beieinander), aber das ist noch gar nichts im Vergleich mit Harley Quinns Reaktion. Sie zelebriert einen wahren Personenkult um den Joker und nistet sich im Stahlwerk ein. Als Batman dort bei einer Rettungsaktion für entführte Polizisten verschwindet, greift Robin ein.

Außerdem werden in der GotY-Edition diverse kleinere Zusatzinhalte wie neue Karten für den Herausforderungsmodus sowie neue Skins geboten. Bei jedem Spielstart kann man das Outfit der spielbaren Figuren modifizieren. Zu den interessantesten Skins gehören "Batman of the Future" und das Kostüm, das Batman in den Comics Ende der Siebziger / Anfang der Achtziger trägt. Zu guter Letzt ist sogar ein neuer spielbarer Charakter vorhanden: Nightwing! Allerdings steht er nur im Herausforderungsmodus zur Verfügung.

Insgesamt bleibt es bei dem positiven Fazit, zu dem ich schon bei Asylum gekommen bin. Wie so oft bei Fortsetzungen gilt auch hier: Es wird noch einmal dasselbe geboten, von allem aber viel mehr. Ich hatte erneut sehr viel Spaß dabei, in der Rolle des Dunklen Ritters für Recht und Ordnung in der relativ weitläufigen Stadt Arkham City zu sorgen, mich elegant durch große Gegnergruppen zu prügeln und verschiedene aus dem Comic-Universum bekannte Superschurken das Fürchten zu lehren. Nur die Riddler-Rätsel sind mir irgendwann zu viel geworden, die habe ich dann ignoriert. Das Sahnehäubchen sind die in der GotY-Edition spielbaren anderen Charaktere. Somit möchte ich an die bei Teil 1 vergebene Note 2 ein dickes Plus dranhängen!

J. Kreis, 12.06.2016





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