Zurück zu den Spielen

Batman: Arkham Asylum

System:
Sony
Playstation 3

Genre:
Action-Adventure

Note: 2
Batman: Arkham Asylum

Wie ihr vielleicht bemerkt habt, lege ich mir seit einiger Zeit vor allem ältere Spiele zu. Das liegt daran, dass ich keine Lust habe, halbfertige Games zu kaufen und schon am Erscheinungstag gigabytegroße Patches herunterladen zu müssen, was im Falle von Konsolenspielen für mich sowieso ausscheidet, weil meine Konsolen offline sind und bleiben sollen. Da warte ich lieber auf spätere Releases, die dann in der Regel alle Fehlerkorrekturen und oft auch Zusatzinhalte (Downloadcontent) enthalten. Das hat den angenehmen Nebeneffekt, dass ich endlich mal dazu komme, all jene Games zu zocken, die früher immer liegengeblieben sind! So ist es auch mit den Batman-Spielen, einer sehr erfolgreichen Reihe, die vor sechs Jahren mit Batman: Arkham Asylum begonnen hat.

Story

Batman verhaftet seinen alten Widersacher, den Joker, und bringt ihn ins Arkham Asylum. Zu spät begreift er, dass der Joker seine eigene Festnahme inszeniert hat. Zur selben Zeit wurden all seine im Hochsicherheitsgefängnis Blackgate inhaftierten Gefolgsmänner aufgrund eines dort ausgebrochenen Feuers nach Arkham verlegt. Mit Hilfe seiner Geliebten Harley Quinn und eines korrupten Wachmanns befreit sich der Joker, zettelt einen Gefangenenaufstand an, nimmt Polizeichef Gordon als Geisel und riegelt die gesamte Einrichtung ab. Außerdem droht er mit der Zündung unzähliger in der ganzen Stadt verteilter Bomben, falls jemand versuchen sollte, die Anstalt zu betreten. Batman ist somit auf sich allein gestellt.

Nach und nach findet Batman heraus, welche Pläne der Joker wirklich verfolgt. Natürlich geht es dem irren Clown auch darum, seine Nemesis, den dunklen Ritter, vollständig zu vernichten. Vor allem aber will er sich Forschungsergebnisse der in Arkham tätigen Wissenschaftlerin Penelope Young zu Nutze machen, um eine Armee von Supersoldaten zu erschaffen. Hierfür wird das Venom verwendet, welchem Bane seine übermenschlichen Kräfte verdankt. Dieser Stoff wurde zu einer Substanz namens Titan weiterentwickelt, unter deren Einfluss ganz normale Menschen zu riesigen Kampfmaschinen mutieren. Um ein Gegenmittel entwickeln zu können, muss Batman die Schergen des Jokers überwinden und sich anderen in Arkham einsitzenden Superverbrechern wie Bane, Scarecrow, Poison Ivy und Killer Croc stellen ...

Jetzt ist es eure Aufgabe, Batsys Maske aufzusetzen und Arkham Asylum zu erkunden, wobei ihr Muskeln, Hirnschmalz und coole Gadgets einsetzen müsst, um die zahlreichen Gegner zu besiegen, alle Rätsel zu lösen und die Machenschaften des Jokers zu durchkreuzen. Die Story wird hautpsächlich in Zwischensequenzen und im Funkverkehr mit Oracle (das ehemalige Batgirl befindet sich außerhalb der Anstaltsmauern und versorgt Batsy mit Informationen) vorangetrieben. Dialoge sind praktisch nicht zu führen.

Batman

Der gute alte Capeschwinger sieht richtig gut aus. Sein Look orientiert sich weniger an den aktuellen Filmen, hier haben die Comics Pate gestanden. Batman ist vielleicht etwas arg muskulös, das tut aber seiner Agilität und Geschmeidigkeit keinen Abbruch. Er wird aus der 3rd-Person-Perspektive gesteuert, die Kamera lässt sich frei um Batman herum bewegen. Die Steuerung ist unkompliziert und prägt sich schnell ein. Manchmal bleibt Batman allerdings an kleinen Hindernissen hängen, über die er eigentlich hinwegspringen können müsste, oder er weigert sich beharrlich, an einer Mauer nach oben zu klettern. Batmans Kampffähigkeiten, die Körperpanzerung und verschiedene Ausrüstungsgegenstände lassen sich aufwerten. Dazu sind Erfahrungspunkte erforderlich, die man durch das Besiegen von Gegnern und das Lösen von Rätseln sammelt.

Ein von Anfang an verfügbares Standard-Utensil ist der Enterhaken mit automatischer Seilwinde. Damit kann sich Batman auf Dächer und sonstige Oberflächen hochziehen, die er im Sprung niemals erreichen könnte. Batsy schleppt außerdem stets einen unerschöpflichen Vorrat an Batarangs mit sich herum. Diese in mehreren Stufen aufwertbaren Wurfobjekte sind seine einzige echte Fernkampfwaffe. Pistolen und dergleichen verschmäht er, schließlich tötet Batman nicht, wenn es sich vermeiden lässt. Im Verlauf des Spiels kommen weitere Ausrüstungsgegenstände hinzu: Ein Applikator für Explosivgel, mit dem sich bis zu drei Sprengladungen gleichzeitig anbringen lassen, ein als Batclaw bezeichneter Aufsatz für den Enterhaken, mit dem unter anderem unerreichbare Lüftungsgitter entfernt werden können, ein Line-Launcher zum Überwinden von besonders breiten Abgründen sowie ein Frequenzscanner zum Beseitigen von Energiebarrieren.

Batman verlässt sich aber nicht nur auf technische Hilfsmittel. Er ist der größte Detektiv der Welt und verfügt über einen besonderen Spürsinn. Dieser Detektivmodus lässt sich mit einer Schultertaste aktivieren. Dann wird die gesamte Umgebung in Falschfarben dargestellt, wobei interaktive Objekte besonders hervorgehoben sind. Batman nimmt Menschen dann als Skelette wahr, und zwar sogar durch Wände hindurch. Er kann somit genau sehen, wie viele Gegner sich in einem Raum befinden, welche bewaffnet sind und wie sie sich bewegen. Darüber hinaus identifiziert Batman auf diese Weise bestimmte Spuren (Fingerabdrücke, Gerüche, DNS), denen er folgen kann. Letzteres geschieht aber nur, wenn es im Verlauf der Story vorgesehen ist. Ich habe mich sehr oft im Detektivmodus durch Arkham bewegt, denn in der normalen Ansicht übersieht man wichtige Gegenstände einfach zu leicht.

Jokers Schergen und Superschurken

Das Verhältnis zwischen Erkundung und Kampf ist meist gut ausgewogen, das heißt, es lauern nicht immer und überall Gegner, und selbst wenn, kann man manchmal an ihnen vorbeischleichen. Oder man pirscht sich unbemerkt an und schaltet einzelne Gegner durch Betätigen der Dreieck-Taste lautlos aus, dann muss man sich auch nicht auf Kämpfe einlassen. Nur am Schluss folgen gleich drei Endgegnerkämpfe aufeinander. Das hätte nicht unbedingt sein müssen.

Batman bekommt es meistens mit den "normalen" Gefolgsleuten des Jokers zu tun, also mit menschlichen Gefängnisinsassen, die nur selten Waffen wie Messer und Elektroschocker tragen. Solchen Gegnern ist Batman im Nahkampf mehr als gewachsen. Im Kampfmodus kann Batman seine Schläge zu Combos aneinanderreihen, außerdem können gegnerische Attacken gekontert werden, wenn die Dreieck-Taste rechtzeitig gedrückt wird. Messerkämpfer werden mit dem Cape verwirrt, bevor man sie angreift. Über Typen mit Elektroschockern springt man hinweg, so dass man ihnen in den Rücken fallen kann. Wenn das Timing stimmt, werden die Schlagkombinationen immer wirkungsvoller. Dann landet Batman auch mal kritische Treffer, die besonders viel Schaden verursachen, und kann unblockbare Spezialattacken ausführen, die durch Tastenkombinationen ausgelöst werden. Steckt er aber nur einen einzigen Treffer ein, wird die Combo unterbrochen.

Probleme bekommt Batman nur, wenn Standardgegner in großen Gruppen auf ihn einstürmen, was bei denen, die mit Schusswaffen ausgerüstet sind, zum Glück nicht die Regel ist, denn gegen solche Fieslinge kann Batsy im Nahkampf kaum bestehen. Kämpfe gegen große Gruppen können ziemlich lange dauern und im dichten Handgemenge muss man schon gut aufpassen, um nicht zu viel Schaden zu nehmen. Ist der Kampf beendet, erhält Batsy Erfahrungspunkte. Analog zu den gesammelten Punkten wird dann - und erst dann! - seine Gesundheit wiederhergestellt. Mehr Spaß als solche Massenschlägereien haben mir Abschnitte gemacht, in denen Batmans Anwesenheit noch nicht bemerkt wurde. Dann kann man einen Gegner nach dem anderen ausschalten und dabei alle Gegebenheiten der Umgebung sowie alle Gadgets einsetzen und miteinander kombinieren. Befindet sich Batman nämlich auf einem Wasserspeier hoch oben an der Decke, wird er von den Gegnern normalerweise nicht gesehen. So kann er seine Widersacher von oben her attackieren und sich anschließend schnell wieder per Enterhaken in Sicherheit bringen. Auch Luftschächte und Laufgänge unter dem Boden eignen sich gut für Überraschungsangriffe. Es ist witzig zu beobachten, wie die Gegner mehr und mehr in Panik geraten, wenn sie ihre bewusstlosen Kameraden entdecken und sich zu allem Übel noch das Gemecker des Jokers via Lautsprecher anhören müssen!

Nicht nur die Batarangs eignen sich für den Kampf. Natürlich kann man mit dem Explosivgel nicht nur Mauern sprengen, um neue Bereiche der Spielwelt zu erreichen - so lassen sich auch Sprengfallen legen. Mit der aufgewerteten Batclaw lassen sich Mauern, vor denen Gegner stehen, zum Einsturz bringen. All diese Tricks helfen Batman wenig, wenn er es mit Zwischen- und Endgegnern zu tun bekommt. Zu ersteren gehören Häftlinge, die mit Titan behandelt wurden und zu riesigen Kreaturen mutiert sind. Es gilt, diesen Kampfmaschinen rechtzeitig auszuweichen, ihnen einen Batarang an den Kopf zu werfen und sie mit den Fäusten zu bearbeiten, solange sie verwirrt sind. Wenn man es richtig macht, kann man anschließend huckepack aufsitzen und die Viecher zum Beispiel mitten in eine Gegnergruppe hineinlenken, wo sie dann wild um sich schlagen und Batman somit die Arbeit abnehmen.

Besondere Strategien sind auch bei Endgegnern von Nöten, und das sind dann die eingangs erwähnten anderen Superschurken. Drei Beispiele: Scarecrow setzt Batman mit Angstgas zu. Batsy bekommt Halluzinationen und findet sich in irrealen Umgebungen wieder. So erlebt er unter anderem den Tod seiner Eltern noch einmal. Die dunkle Gasse führt ihn zu einer im Nichts schwebenden Ansammlung von Ruinen. Der riesenhaft vergrößerte Scarecrow steht mittendrin und lässt seinen Blick wie Scheinwerfer hin und her schweifen. Batman muss sich davor verstecken und das Batsignal erreichen, mit dem er Scarecrow blenden kann. Solche Abschnitte kommen mehrmals vor und spielen sich fast wie ein Jump-and-Run! Killer Croc lauert in den Abwasserkanälen. Hier muss Batman über wackelige Planken balancieren und darf sich nicht in die Tiefe ziehen lassen. Poison Ivy versteckt sich in einer gigantischen Pflanze, kann nur in bestimmten Momenten mit dem Batarang verletzt werden und beschießt Batman immer wieder mit Energiebällen, versucht ihn mit Tentakeln zu packen und hetzt Gefängnisinsassen auf ihn ...

Arkham Asylum

Die Anstalt besteht aus mehreren Gebäuden und großen Außenbereichen. Es wird zwar kein Open-World-Erlebnis geboten, man hat aber auch nicht allzu sehr das Gefühl, ein lineares Level nach dem anderen abzuarbeiten. Nicht alle Bereiche sind von Beginn an erreichbar, entweder weil ein zum Öffnen eines Zugangs benötigter Ausrüstungsgegenstand noch nicht vorhanden ist oder weil die Türen ganz einfach verschlossen bleiben, bis ein bestimmtes Ereignis in der Story eintritt. Später kann man die meisten Gebäude jederzeit betreten und verlassen, doch irgendwann geht auch das nicht mehr. Dann sind die Eingänge zu den Gebäuden und/oder Verbindungstüren innerhalb der Gebäude durch Poison Ivys Riesenpflanzen versperrt. Es ist unmöglich, alle Räume beim erstmaligen Besuchen eines Gebäudes zu erkunden, denn oft liegen sie hinter Energiebarrieren oder instabilen Wänden. Weitere Besuche sind obligatorisch, sobald man das Explosivgel, den Frequenzscanner und so weiter erhalten hat.

Schreib ich "obligatorisch"? Das stimmt so nicht unbedingt. Würde man sich allein auf die Story konzentrieren, müsste man nur selten in bereits besuchte Gebiete zurückkehren. Neben der Story kann man sich aber noch mit den Rätseln des Riddlers beschäftigen. Der Knabe fordert Batman per Funk heraus und verspottet ihn unterwegs immer wieder - jedenfalls solange, bis Batman mehr als die Hälfte der Rätsel gelöst hat. Dann wird der Riddler langsam unruhig. In jedem Gebiet ist etwas versteckt, das zur Lösung des Rätsels von Batman genauer untersucht werden muss. Zu den Rätseln gehören außerdem verschiedene Sammelobjekte sowie Fragezeichen, die nur im Detektivmodus und aus einem ganz bestimmten Blickwinkel sichtbar werden. Vor allem die Riddler-Rätsel machen die mehrmalige Rückkehr in bereits erkundete Gebäude erforderlich. Zur Belohnung gibt's Erfahrungspunkte, außerdem werden Hintergrundinformationen zu Personen aus dem Spiel (plus 3D-Modelle derselben) und Figuren aus Batmans Comic-Universum sowie neue Levels im Herausforderungsmodus freigeschaltet. Ich habe mir nicht die Mühe gemacht, alle 240 (!) Sammelobjekte aufzuspüren, denn irgendwann habe ich keine Erfahrungspunkte mehr gebraucht und den Herausforderungsmodus fand ich nicht besonders herausfordernd.

Die Atmosphäre im Arkham Asylum ist schön düster, teils sogar richtig gruselig, alles in allem ganz so, wie es sich für ein Spiel mit dem Dunklen Ritter gehört. Genau so habe ich mir den teils verfallenen, teils hochmodern eingerichteten Gefängniskomplex immer vorgestellt! Der Abwechslungsreichtum ist durchaus beachtlich; der Zellenblock, die medizinische Abteilung, das Herrenhaus, das Gewächshaus etc. wurden aufwändig designt. Alle Bereiche haben ihren eigenen Charakter und belohnen den neugierigen Erkunder mit unzähligen netten Details.

Sonstiges

Im Herausforderungsmodus stehen einzelne Umgebungen aus dem Hauptspiel zur Verfügung. Dort muss Batman Gegnerwellen bekämpfen und dabei möglichst viele Punkte sammeln oder Gegner unbemerkt ausschalten, und das so schnell wie möglich. Das ist beim ersten und zweiten Mal vielleicht noch spaßig, wird aufgrund der Redundanz aber schnell langweilig.

Das Spiel ist völlig bugfrei. Ich hatte keine Abstürze oder Performanceprobleme, irgendwelche Fehler sind mir nicht aufgefallen! Gespeichert wird ausschließlich automatisch an vorgegebenen Checkpoints. Das ist nicht weiter tragisch, denn es gibt viele Speicherpunkte und sie sind sinnvoll verteilt, so dass es praktisch nie nötig ist, einen längeren Spielabschnitt im Falle des Scheiterns zu wiederholen.

Fazit

Batman: Arkham Asylum ist ein schönes Beispiel für meine These, dass Grafik nicht alles ist. Ein Spiel muss nicht unbedingt supertoll aussehen - es muss Spaß machen! Und das ist hier definitiv gegeben. Batman: Arkham Asylum mag in Sachen Technik und Gameplay nicht up to date sein, aber dass es schon sechs Jahre alt sein soll, hätte ich auch nicht unbedingt gedacht.

Ich fand es jedenfalls extrem cool, in die Rolle des Dunklen Ritters zu schlüpfen, durch die Irrenanstalt zu schleichen und die Schurken möglichst elegant außer Gefecht zu setzen. Obendrein sieht des Spiel auch noch richtig gut aus, es ist wirklich ein zum Leben erwachter Batman-Comic. Bei den Kämpfen wurde es manchmal ein bisschen hektisch und die drei finalen Bossfights haben leicht genervt, dennoch verdient das Spiel auch heute noch die Note 2. Vor sechs Jahren hätte ich vielleicht sogar die Höchstnote vergeben.

J. Kreis, 18.10.2015





Gastkommentare


Neueste Kommentare stehen oben.


Gastkommentare werden nicht von J. Kreis verfasst und dürfen nicht auf anderen Homepages oder in Printmedien weiterverwendet werden.


Noch keine Gastkommentare vorhanden!


Deine Meinung?

(Bei Klick auf diesen Button öffnet sich ein Kontaktformular in einem gesonderten Fenster)


Seitenanfang