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ARMA 2 Operation Arrowhead

System:
PC DVD-ROM

Genre:
Egoshooter

Note: 3-
ARMA 2 - OPERATION ARROWHEAD

Dies ist ein Standalone-Add-On zum Taktik-Shooter Armed Assault 2, d.h. das Basisspiel wird nicht benötigt. Ist es aber vorhanden, dann werden die neuen Inhalte so hinzugefügt, dass alle Missionen des alten und des neuen Spiels aus einem Menü heraus gestartet werden können.

Da sich am Gameplay kaum etwas geändert hat, gehe ich hier nur kurz auf die Unterschiede zum Basisspiel ein und verweise ansonsten auf meine Review zu ARMA 2.

Neue Story / Neue Missionen

2012, drei Jahre nach dem Ende des US-Militäreinsatzes in Tschernarussland, werden internationale Truppenteile in den Nahen Osten entsandt. Dort sollen sie den Diktator des Landes Takistan stürzen, der mit einem Raketenangriff auf das Nachbarland Karzeghistan gedroht hat - in Wahrheit geht es um die reichhaltigen Erdöl- und Edelmetall-Vorkommen des Landes. Die Streitkräfte der USA agieren in Takistan Seite an Seite mit Soldaten aus anderen Ländern, unter anderem auch aus Deutschland. Der Spieler übernimmt zunächst die Rolle des Anführers eines Elite-Einsatzkommandos namens Terry Graves, später steuert er andere Soldaten.

Diese Story erinnert nicht zufällig an aktuelle Ereignisse und Feldzüge in der realen Welt. Ebenso simpel wie das Weltbild derer, die an die Rolle der USA als Weltpolizei und an die Möglichkeit der Beilegung weltpolitischer / ideologischer / religiöser Konflikte mit militärischen Mitteln glauben, ist auch die Story gestrickt. Sie ist in sechs Missionen unterteilt, die deutlich kürzer ausfallen als im Basisspiel. Das Ganze wird fast ausschließlich über Dialoge und Textinformationen weitergeführt.

Das Missionsdesign wartet nicht gerade mit revolutionären Neuerungen auf. Mal müssen die Überlebenden eines abgestürzten Hubschraubers geborgen werden, dann gilt es, bestimmte Zielpersonen auszuschalten, ein Gebiet einzunehmen und zu sichern oder Dorfbewohner zu schützen. Es sind übrigens auch neue Tutorials vorhanden.

Neue Spielwelt / Neue Einheiten

Wie im Basisspiel ist man in einer riesigen Umgebung unterwegs, die von Anfang an komplett frei zugänglich und komplett zerstörbar ist. Diesmal befindet man sich in einem Wüstengebiet mit felsigen Gebirgsregionen und kleinen Siedlungen. Braun- und Grautöne sind vorherrschend, die Vegetation ist eher karg. Die Landschaften ähneln dem Irak und Afghanistan und sind mindestens genauso gut designt wie Tschernarussland. Grafik und Atmosphäre können vielleicht sogar noch etwas mehr überzeugen als bei ARMA 2.

Die Panzer, Jeeps, Hubschrauber usw., die Uniformen und Waffen sowie die übrige Ausrüstung entsprechen bis ins Detail der Realität. Es gibt eine ganze Reihe neuer Fahrzeuge, die natürlich alle vom Spieler gesteuert werden können - wenn er die vor allem bei Hubschraubern immer noch katastrophal schlechte Steuerung denn überhaupt in den Griff bekommt. Ganz neu sind moderne Technologien wie Infrarotkameras und unbemannte Drohnen, die zu den Unterstützungseinheiten gehören. Das Feature, zwischen auf dem Boden voranpirschenden Soldaten und einem am Himmel kreisenden Gunship hin und her zu schalten, hat einen ganz besonderen Reiz. Das Gunship kann z.B. im Zielgebiet aufräumen, bevor die Soldaten dort ankommen...

Da man nicht immer dasselbe Team steuert, lernt man zwangsläufig mehr Waffengattungen kennen, will sagen, man wird strikter geführt als im Basisspiel. Das ist Fluch und Segen zugleich, denn schon in einer der ersten Missionen muss man vom Hubschrauber aus kämpfen - und das sorgt wegen der grausigen Steuerung für viel Frust.

Neue Bugs

Alle von mir beschriebenen Schwächen des Basisspiels (auch bei der KI) gelten genauso für das Add-On. Das Bug-Spektakel wird in Operation Arrowhead nahtlos fortgesetzt und erfährt sogar noch eine Steigerung, die derart ärgerlich ist, dass sie das Game fast unspielbar macht. Fast alle Textinformationen, die man beim Briefing und in der Kartenansicht abrufen können müsste, sind bei mir nicht vorhanden! Es könnte natürlich sein, dass ich diesen Fehler durch eine Neuinstallation des Spiels beheben könnte, aber das habe ich noch nicht ausprobiert. Und so wusste ich oft gar nicht, was ich zu tun oder wohin ich mich zu begeben hatte.

Dass manche Ereignisse, durch die die Missionen hätten abgeschlossen werden sollen, ab und zu nicht getriggert wurden, oder dass Personen nicht dort waren, wo sie hätten sein sollen, konnte ich aber auch so feststellen...

Fazit

Ich kann mich nur wiederholen: Es macht zweifellos eine Zeitlang Spaß, in der weitläufigen Spielwelt herumzulaufen oder den gigantischen Fuhrpark auszuprobieren. Der Realismus erzeugt eine gute Militär-Atmosphäre, von der sich Hobbysoldaten durchaus angesprochen fühlen werden. Die Kämpfe sind fordernd, mit etwas Planung aber zu schaffen. Trotzdem ist schon recht bald die Luft raus. Zu störend sind die ständigen Bugs, Skriptfehler und KI-Schwächen, zu schlecht erzählt ist die Geschichte.

Wer einen "normalen" Egoshooter erwartet, wird an ARMA 2 sowieso keine Freude haben, denn wer hier wie in einem solchen Spiel vorgeht, der wird lediglich einen frühen virtuellen Tod finden, aber keinen Spielspaß. Man kann sich nicht einfach ins Getümmel stürzen, sondern muss sich zuvor genau mit der Karte, den eigenen und gegnerischen Einheiten usw. beschäftigen und die Bedienung der Fahrzeuge / Waffen üben. Ganz zu schweigen von der Befehlserteilung, die noch genauso knifflig ist wie im Basisspiel. Das erfordert einiges an Geduld. Für Leute, die nie Handbücher lesen, ist dieses Game definitiv nicht geeignet.

Insgesamt betrachtet - und auch wenn mir die Grafik noch einen Tick besser gefällt als im Basisspiel - ist für das Add-On nicht mehr drin als dieselbe Bewertung.

J. Kreis, 20.01.2011





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