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Der Volltreffer Der Volltreffer (USA, 1985)
- The Sure Thing -

DVD - Regionalcode 2, Kinowelt
FSK: 12
Laufzeit: ca. 91 Minuten

Extras
Trailer

Regie:
Rob Reiner

Hauptdarsteller:
John Cusack (Walter Gibson - "Gib")
Daphne Zuniga (Alison Bradbury)
Anthony Edwards (Lance)
Nicollette Sheridan (Der Volltreffer)
Viveca Lindfors (Prof. Taub)
Boyd Gaines (Jason)
Tim Robbins (Gary Cooper)
Lisa Jane Persky (Mary Ann Webster)




Inhalt:

Collegestudent Walter Gibson, genannt "Gib", ist frustriert. Irgendwie schafft er es nicht mehr, bei den Damen zu landen, und weil er sich generell mehr für Mädchen, Partys und Bier interessiert als für Ortographie, Grammatik und dergleichen, sind seine schulischen Leistungen auch nicht gerade berauschend. Prof. Taub, seine Englischlehrerin, legt ihm deshalb nahe, seine letzte Arbeit neu zu schreiben. Dann kommt Gib die rettende Idee, wie er zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen kann: Er überredet seine zielstrebige, komplett durchorganisierte, gut aussehende aber auch etwas spröde Mitschülerin Alison, ihm bei der Arbeit zu helfen. Doch auch das erweist sich als Flop, denn Alison hat bereits einen Freund, außerdem ist der in ihren Augen allzu lässige Faulpelz Gib nicht ihr Typ. Als nach der schmerzhaften Abfuhr, die Gib von Alison erhält, auch noch der falsche Aufsatz in Prof. Taubs Händen landet (es handelt sich um einen sehr speziellen Leserbrief seines Stubenkameraden), ist Gibs "Glück" perfekt.

Doch da erreicht ihn ein Anruf seines alten Freunds Lance, der es sich in Los Angeles gut gehen lässt. Lance hat ein Date für Gib aufgetan. Ein Mädchen, das nur auf einen One-Night-Stand aus ist - ohne Fragen, ohne Verantwortung, ohne Schuldgefühle, mit einem Wort: Ein "Volltreffer" - will eine Nacht mit Gib verbringen. Das Problem dabei besteht darin, dass Gib in Neuengland studiert, und dass das Mädchen demnächst schon wieder abreisen wird. Gib muss es also schaffen, innerhalb kürzester Zeit von der Ostküste nach Kalifornien zu reisen. Kein Problem für Gib, er findet schnell eine Mitfahrgelegenheit. Dummerweise ist auch schon Alison mit von der Partie, die ihren Freund Jason, der ebenfalls in Los Angeles wohnt, über die Weihnachtstage besuchen will. Unterwegs kommt es prompt zu Streit. Gib wirft Alison vor, sie sei nicht spontan. Um ihm das Gegenteil zu beweisen, lehnt sie sich mit nacktem Oberkörper aus dem fahrenden Auto. Das gibt natürlich einen Strafzettel. So verlieren Gib und Alison ihre Mitfahrgelegenheit und müssen sich per Anhalter durchschlagen.

Während sie sich gezwungenermaßen gemeinsam einigen Widrigkeiten stellen müssen, kommen Gib und Alison sich näher. Alison begreift, dass sie bei all ihrer Strebsamkeit einiges vom Leben verpasst hat, Gib sieht ein, dass etwas mehr Ernsthaftigkeit nicht schaden kann. Ein Trucker bringt die beiden schließlich in Rekordzeit ans Ziel, als Gib ihm erzählt, was das Ziel seiner Reise ist. Dummerweise hört auch Alison diese Geschichte (sie wusste bisher nichts davon) und ist natürlich alles andere als erfreut. Sie trennt sich im Zorn von Gib, der nun endlich Lance und seinem Date begegnet. Seltsamerweise erscheint ihm der "Volltreffer" gar nicht mehr so verlockend... Derweil stellt Alison fest, dass sie sich Jason (der womöglich noch trockener ist als sie selbst) entfremdet hat. Sie schleppt ihn auf eine Party, wo sie Gib erneut begegnet. Nur um Alison eifersüchtig zu machen, zieht Gib sich schließlich doch mit dem "Volltreffer" zur trauten Zweisamkeit zurück.

Nach den Weihnachtsferien: Wieder einmal wird einer von Gibs Aufsätzen vorgelesen. Diesmal handelt er von seinen Erlebnissen mit dem "Volltreffer". Doch er endet anders, als Alison es erwartet hätte, denn Gib hat nicht mit dem Mädchen geschlafen, denn er liebt nicht sie, sondern Alison. Da Alision ihrerseits mit Jason Schluss gemacht hat, steht dem Glück der beiden nichts mehr im Wege...

Der Film:

Da fiel mir doch neulich diese DVD in die Hände und schon musste ich mir selbst gegenüber zugeben, dass auch mir mal Teenie-Komödien gefallen haben. Kein Wunder, schließlich war ich 1986, als ich den Film erstmals gesehen habe, auch gerade noch so eben ein Teenager. Heute, unfassbare 21 Jahre später, ist dieser Film eine der ganz wenigen Teenie-Komödien, die ich überhaupt noch ertrage. Oder, anders gesagt: Ich finde den Film auch heute noch einfach klasse, und zwar völlig unabhängig vom Genre, für das er wohl seinerzeit gemacht war. Beim erneuten Anschauen ist mir zuallererst aufgefallen, wie unglaublich jung John Cusack damals ausgesehen hat. "Verdammt", musste ich da denken, "so jung war ich wohl auch mal" (der Schauspieler ist nur ein paar Monate älter als ich)... Würde ich jetzt sagen, dass "Der Volltreffer" bei weitem nicht so platt-zotig, niveau- und geistlos ist wie heutige Teenie-Filme, dann würde ich mich selbst als einer von jenen Ewiggestrigen entlarven, die meinen, dass früher sowieso alles besser war. Außerdem steht mir ein solches Urteil gar nicht zu, da ich keinen einzigen modernen Teenie-Film in voller Länge gesehen habe (ich zappe immer nach einiger Zeit weg).

Aber wie auch immer: Dies ist einer jener "Wohlfühl-Filme", die man sich immer wieder anschauen kann. Er enthält zwar alle Elemente, die für so genannte romantische Komödien typisch sind, hat aber eher untypische zynische Untertöne und ist eigentlich auch ein Road-Movie. Er ist einfach gut inszeniert und die sympathischen Hauptdarsteller spielen ihre Rollen so klasse, dass man sich problemlos in ihnen wiederfinden kann. Die Hauptfiguren sind keine verblödeten Schießbudenfiguren, die einfach für irgendwelche dummen Gags verheizt werden. Nein, sie wirken "echt", sie sind glaubwürdig und keineswegs so klischeehaft, wie man es bei einem Film dieser Art vielleicht erwarten könnte. Man muss sie einfach gern haben! John Cusack ist natürlich herausragend in seiner Rolle als schlagfertiger, etwas ausgeflippter Chaot. Gib ist nicht einfach nur ein gutaussehender Partylöwe. Unter der betont coolen Oberfläche schlummert ein intelligenter, witziger und charmanter Typ. Die Szene, in der er einen komplett Wahnsinnigen spielt, um Alison aus den Klauen eines schmierigen Farmers zu befreien, der ihr an die Wäsche will, ist mir unvergesslich geblieben. Auch seine Tagträume haben es in sich. Daphne Zuniga liefert ebenfalls eine herrliche Leistung ab - wenn sie ihren "spontanen" Moment hat, oder wenn sie angewidert an einer Schweineschwarte knabbert und an einem Bier nippt, später dann aber ihren entgeisterten Freund Jason mit dem beliebten Ritual des "Dosenschießens" und einem herzaften Rülpser beglückt, dann bleibt kein Auge trocken.

Der Humor dieses Films funktioniert auch heute noch. Die Wortgefechte zwischen Alison und Gib sind einsame Spitze und enthalten so manches kultverdächtige Zitat. Die teilweise ziemlich bizarren Erlebnisse der beiden auf dem Weg nach Kalifornien sorgen immer wieder für amüsante Szenen, wobei bestimmte Grenzen, die heutzutage anscheinend nicht mehr gelten, nie überschritten werden. Also ist "Der Volltreffer" für alte Spießer wie mich bestens geeignet. Habe übrigens gelesen, dass der Film inzwischen im TV unter dem Titel "Gnadenlos verliebt" gezeigt wird.

Die DVD:

Die DVD enthält zwar nur einen Trailer als Bonusmaterial, aber wenigstens ist die Bildqualität für einen so alten Film erstaunlich gut. Der Ton klingt zwar manchmal etwas dumpf, ist aber ebenfalls noch als gut zu bezeichnen.

J. Kreis, 13.09.2007
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