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Underworld Evolution Underworld: Evolution (USA, 2006)

DVD - Regionalcode 2, Sony Pictures Home Entertainment
FSK: 16
Laufzeit: ca. 102 Minuten

Extras
Audiokommentar, Dokumentationen ("Blutlinien: Vom Skript zum Film", "Die Hybrid-Theorie: Reale und digitale Effekte", "Monster-Effekte: Die Weiterentwicklung der Kreaturen", "Der Kampf wütet weiter: Stunts", "Erschaffung einer Saga: Produktionsdesign" "Musik und Sound-Design), Musikvideo: "Her Portrait in black" von Atreyu, Trailershow

Regie:
Len Wiseman

Hauptdarsteller:
Kate Beckinsale (Selene)
Scott Speedman (Michael Corvin)
Tony Curran (Marcus Corvinus)
Derek Jacobi (Alexander Corvinus)
Bill Nighy (Viktor)
Steven Mackintosh (Andreas Tanis)
Zita Görög (Amelia)




Inhalt:

Die Handlung des Films schließt unmittelbar an die Geschehnisse aus Underworld an.

Nachdem Selene den "Ältesten" Viktor getötet hat, flieht sie mit Corvin zu einem weiteren Geheimversteck der Vampire. Ihr ist klar, dass Kraven sie bald aufspüren wird. Sie will deshalb zum Stammsitz ihrer Familie zurückkehren und mit Marcus sprechen, um die Situation zu bereinigen. Corvin soll derweil im Versteck zurückbleiben. Allerdings ist Marcus bereits erwacht - das Blut eines getöteten Lycaners ist in seine Gruft gesickert und hat ihn nicht nur erweckt, sondern auch zu einem Hybridwesen gemacht. Marcus tötet Kravens Leute und zuletzt auch den Verräter selbst, nachdem er dessen Blut getrunken und so alles über die jüngsten Ereignisse erfahren hat. Er macht sich sofort auf den Weg, um Selene und Corvin aufzuspüren. Dummerweise ist Corvin, der sich noch nicht mit seiner neuen Existenz abgefunden hat, in einem Wirtshaus unangenehm aufgefallen und wurde von Polizisten angeschossen. Selene rettet ihn, doch dann trifft Marcus ein und attackiert Selene. Corvin verwandelt sich und greift ein. Seine Macht ist so groß, dass er den "Ältesten" in Schach halten kann. So gelingt die Flucht. Da die Sonne aufgeht, muss Corvin Selene in einer alten Lagerhalle in Sicherheit bringen. Dort werden die beiden zu Liebenden.

In der nächsten Nacht beschließt Selene, dass sie mehr über das Medaillon in Erfahrung bringen muss, das sie Lucian abgenommen hat, denn Marcus hat versucht, es ihnen abzunehmen. Sein Anblick weckt außerdem längst vergessen geglaubte Kindheitserinnerungen in Selene. Andreas Tanis, ein Historiker der Vampire, könnte wissen, um was es sich bei diesem Amulett handelt. Selene kennt den Ort, an den Tanis einst von Viktor verbannt worden ist, denn sie war es, die ihn vor 300 Jahren dort hingebracht hat. Nachdem sie Tanis' Werwolf-Wachhunde imd Vampir-Gespielinnen erledigt haben, setzen Selene und Corvin den Historiker so lange unter Druck, bis er mit der Wahrheit über Werwölfe und Vampire herausrückt: Nicht Viktor, sondern Marcus, einer der beiden Söhne des Alexander Corvinus, war der erste aller Vampire. William, Marcus' Zwillingsbruder, war der erste aller Werwölfe. Da William und die erste Generation der von ihm erschaffenen Wolfsmenschen mordgierige Kreaturen ohne jegliche Selbstkontrolle waren, die sich nicht in Menschen zurückverwandeln konnten, hatte Marcus Hilfe gebraucht, um William zu zähmen. Deshalb hatte er Viktor, einen mächtigen Kriegsherrn, zum Vampir gemacht. Im Austausch für diese Gunst hatte Viktor im Jahre 1202 seine Armee eingesetzt, um William gefangen zu nehmen. Viktor hatte Marcus jedoch betrogen und William in einem Sarkophag eingesperrt, der in einem geheimen Kerker versteckt wurde. Lucians Amulett ist einer von zwei Bestandteilen des Schlüssels zu diesem Kerker. Der andere befindet sich in Viktors Körper. Viktor hatte die beiden Brüder nur deshalb am Leben gelassen, weil er der Überzeugung war, im Falle ihres Todes würden auch alle von ihnen erschaffenen Vampire und Werwölfe sterben.

Selene begreift, dass ihr leiblicher Vater der Mann war, der Williams Sarkophag hergestellt hatte, und dass Viktor verantwortlich für den Tod ihrer Familie ist. Er wollte jeden Menschen beseitigen, der den Standort des Kerkers kannte. Die Erinnerung an die Position dieses Verstecks schlummert also auch in Selenes Blut. Tanis arrangiert ein Treffen mit jemandem, der mehr über alles weiß. So begegnen Selene und Corvin dem Urvater aller Unsterblichen und dem Ahnen Michael Corvins: Alexander Corvinus. Er hat sich in all den Jahrhunderten versteckt gehalten, um mit seiner Privatarmee die schlimmsten Folgen des Krieges zwischen Vampiren und Lycanern abzumildern. Seine Agenten haben Viktors Leiche sichergestellt, und so ist Alexander in den Besitz des zweiten Schlüssel-Segments gelangt. Da trifft auch Marcus ein. Er hat Tanis einen Besuch abgestattet und ihn ausgesaugt, um sich ebenfalls über alle Geheimnisse ins Bild zu setzen. Auf dem Schiff spießt er Corvin auf und wendet sich gegen seinen eigenen Vater. Corvinus könnte Marcus leicht töten, verzichtet aber darauf, da er seinen Sohn immer noch liebt. Marcus erwidert diese Gefühle nicht und verwundet Corvinus tödlich. Dann besiegt er Selene und trinkt ihr Blut, um das Versteck von Williams Sarkophag zu erfahren. Mit der Hilfe seines Bruders will er eine Rasse von Hybriden erschaffen, um sich zu deren Gott aufzuschwingen.

Als Marcus mit beiden Schlüssel-Fragmenten verschwunden ist, lässt der im Sterben liegende Corvinus zu, dass Selene sein Blut trinkt, wodurch sie enorme Macht gewinnt. Dann vernichtet er sein Schiff und findet den Tod. Corvinus' Agenten bringen Selene zu jener Ruine, in der William eingekerkert ist, doch sie kommen zu spät. Marcus hat William bereits befreit. Der Ur-Werwolf metzelt die Soldaten nieder, die sich daraufhin umgehend in berserkerhafte Bestien verwandeln. Diese Übermacht ist selbst für Selene zu groß, doch da erwacht der nur scheinbar tote Corvin wieder zum Leben und steht ihr bei. Er reißt William den Kopf ab, während Selene Marcus gegenübertritt und ihn schließlich tötet. Als die Sonne aufgeht, muss Selene sich nicht verstecken; das Tageslicht schadet ihr nicht mehr.

Der Film:

Um mich nicht zu wiederholen, verweise ich auf meinen Kommentar zu Underworld - den ganzen Text könnte ich ebenso gut hier hineinkopieren. Auch diesmal gibt es wieder viel Action, viel Geballer und Geprügel in heldenhaften Posen, viel Lack und viel Leder. Oder, besser gesagt: Es gibt mehr von allem, wie es sich für eine Fortsetzung gehört. Die Mängel des ersten Teils findet man auch diesmal vor: Man wird nicht richtig "warm" mit den Hauptfiguren, die Liebesgeschichte zwischen Selene und dem ansonsten völlig verzichtbaren Corvin bleibt aufgepfropftes Beiwerk (diesmal wird gar nackte Haut geboten) und der ganze Konflikt lässt einen kalt. Wieder ist es ab einem bestimmten Zeitpunkt völlig egal, wer hier aus welchen Gründen gegen wen kämpft. Und leider ist die Story diesmal sogar noch dünner und gleichzeitig wirrer als im ersten Teil, den man gesehen haben muss, wenn man überhaupt noch durchblicken will. Sie beschränkt sich auf ein paar familiäre Verwicklungen und die Enthüllung einzelner neuer Aspekte des Underworld-Universums, die dem Zuschauer zum Teil auch noch einiges an Toleranz abverlangen, um noch als logisch durchzugehen. Mehr gibt es zu diesem Film eigentlich nicht zu sagen. Man muss einräumen, dass allein schon Kate Beckinsales Anblick das Geld wert ist. Bleiche Haut, helle Augen, schwarzes Haar und hautenge Lack-/Leder-Korsagen stehen ihr einfach, und sie macht als coole, jederzeit beherrschte Todeshändlerin in den Kämpfen eine sehr gute Figur. Wenn ich's mir recht überlege, wäre der Film ohne sie nicht einmal halb so sehenswert.

Also: Lest meinen Kommentar zu "Underworld", dann wisst ihr Bescheid, was euch in dieser Fortsetzung erwartet. Es gibt aber je eine Sache, die ich gesondert erwähnen und lobend bzw. tadelnd hervorheben möchte. Auf der Positiv-Seite ist das die geniale Intro-Sequenz, quasi der Prolog dieses Films. Jene Szenen, in denen Vampir-Ritter im Jahre 1202 durch den verschneiten Wald zu einem brennenden, von Werwölfen vernichteten Dorf reiten und dort in einen heftigen Kampf mit den sich verwandelnden Opfern verwickelt werden, finde ich extrem gut gelungen. Es ist richtig schade, dass der Film dann nicht so weitergeht, d.h. dass danach in die Gegenwart umgeblendet wird und später im Film kein weiterer Rückblick dieser Art mehr kommt. Auf der Negativ-Seite ist der Ober-Werwolf zu verbuchen. Der wird den ganzen Film über als Super-Monster aufgebaut, hat dann am Schluss aber nur ein paar sehr schwache Szenen und wird schon bald in die ewigen Jagdgründe geschickt. Das ging dann doch etwas zu abrupt. Auch die anderen Werwolf-Szenen haben mir diesmal nicht so gut gefallen, was vielleicht daran liegt, dass mehr - manchmal nicht recht überzeugende - Computer-Effekte eingesetzt wurden als im ersten Teil.

Ich muss mich übrigens über die Altersfreigabe wundern. Dieser Film enthält eine Reihe sehr viel brutalerer, blutigerer und expliziterer Gewaltszenen als Teil 1 und ist trotzdem im Gegensatz zu diesem schon ab 16 Jahren freigegeben? Ich hatte deshalb zuerst vermutet, die DVD-Version könne geschnitten sein, aber ich glaube nicht, dass das der Fall ist. Jedenfalls kenne ich keine andere Schnittfassung auf DVD und ich kann mich auch an keine Unterschiede zu jenem Film erinnern, den ich im Kino gesehen habe.

Die DVD:

Die Featurettes lassen sich en bloc abspielen und sind insgesamt ca. 73 Minuten lang. Sie vermitteln eigentlich einen recht guten Eindruck in den Entstehungsprozess. Wie die einzelnen Titel (siehe oben) schon erahnen lassen, sieht man vor allem, wie die Spezialeffekte, Masken, Miniaturen usw. entstanden sind. Wie schon bei Teil 1 ist es witzig zu sehen, wie die Stuntleute, die in die Werwolf-Kostüme schlüpfen, auf speziellen Stelzen gehen, damit die für Werwölfe typische Gelenkstellung der "Hinterläufe" erreicht werden kann. Man erfährt auch, dass Kate Beckinsale viele ihrer Stunts selbst machen wollte. Ausschnitte aus Interviews, Filmszenen und Blicke hinter die Kulissen wurden zwar - wie es bei solchen Featurettes leider üblich ist - zu einem recht hektisch wirkenden Ganzen zusammengeschnitten, insgesamt ist der Informationsgehalt aber durchaus akzeptabel.

Das Musikvideo trifft nicht so recht meinen Geschmack, d.h. das Stück ist OK, aber ich bevorzuge Gesang, der diese Bezeichnung verdient - im vorliegenden Fall muss man eher von "Geröchel" sprechen. Zum Audiokommentar kann ich nichts sagen, den habe ich mir noch nicht angehört.

J. Kreis, 07.04.2008
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