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Underworld: Aufstand der Lykaner Underworld: Aufstand der Lykaner (USA, 2009)
- Underworld: Rise of the Lycans -

BluRay, Sony Pictures Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 92 Minuten

Extras
Audiokommentar, "Hinter den Mauern der Festung", "Lykanthropen weltweit" (Texttafeln), Featurettes ("Vom Skript auf die Leinwand", "Der Ursprung der Fehde", "Rekonstruktion eines dunklen Zeitalters"), Musikvideo: "Deathclub", Cine-Chat (BD Live), Digital Copy

Regie:
Patrick Tatopoulos

Hauptdarsteller:
Michael Sheen (Lucian)
Rhona Mitra (Sonja)
Bill Nighy (Viktor)
Steven Mackintosh (Andreas Tanis)
Kevin Grevioux (Raze)




Inhalt:

Marcus und William, die Söhne von Alexander Corvinus, sind die Urväter aller Vampire und Werwölfe. Die ersten Generationen der von William erschaffenen Werwölfe sind nichts anderes als wilde Tiere; mordgierige Kreaturen, die sich nicht mehr in Menschen zurückverwandeln können. Eines Tages jedoch macht der Vampir-Älteste Viktor eine interessante Entdeckung. Eine Werwölfin hat ein Kind zur Welt gebracht, das menschliche Gestalt hat. Viktor nimmt sich des Neugeborenen an und nennt ihn Lucian. Der Junge wächst zu einem Mann mit übermenschlicher Kraft und Gewandtheit heran. Er ist unsterblich wie alle Werwölfe, kann seine Gestalt jedoch willentlich verändern. Er ist Viktor treu ergeben. Dieser verwendet Lucians Blut, um eine neue Generation von Werwölfen zu züchten: Die Lykaner. Diese Wesen erben Lucians Eigenschaften und werden von den Vampiren als Sklaven gehalten. Sie müssen für die Vampire arbeiten und ihre Festung tagsüber bewachen. Nur Lucian darf sich in der Festung frei bewegen. Viktor ist nicht nur das Oberhaupt des Vampir-Konvents, sondern beherrscht auch einige Fürstentümer der Menschen. Diese liefern ihm Tribut in Form von Silber (das für Waffen benötigt wird, die gegen Werwölfe wirksam sind) und Sklaven (als Nahrungsquelle für die Vampire und "Material" zur Erschaffung neuer Lykaner). Viktor und sein Clan beschützen dafür die Menschen gegen die immer noch zahlreich in den Wäldern lebenden wilden Werwölfe.

Doch die Angriffe der Werwölfe werden schlimmer. Die Unzufriedenheit der Menschen, die ohnehin von Angst vor ihren unheimlichen Herren erfüllt sind, nimmt zu. Auch im Konzil regen sich Zweifel an Viktors Führungsqualitäten. Das Ende seiner Herrschaft wird jedoch von anderer Seite eingeleitet. Viktors Tochter Sonja und Lucian lieben sich. Niemand außer dem Vampir-Gelehrten Tanis ahnt etwas von dieser Verbindung, und Tanis behält das Geheimnis für sich. Eines Tages gerät Sonja in Lebensgefahr, als sie einen menschlichen Adligen zur Festung eskortiert und von Werwölfen angegriffen wird. Lucian flieht aus der Festung und befreit sich von seinem Sklavenhalsband, um sich verwandeln und Sonja beistehen zu können. Dabei bemerkt er, dass die wilden Werwölfe ihm gehorchen; sie ziehen sich zurück. Zwar rettet Lucian Sonjas Leben, doch Viktors Dankbarkeit hält sich in Grenzen, denn er betrachtet Lucians Ausbruch als Verrat. Er lässt seinen einstigen Günstling auspeitschen, entzieht ihm alle Privilegien und sperrt ihn zu den anderen Lykaner-Sklaven. Das ist die Gelegenheit, auf die Tanis gewartet hat. Er bietet dem Paar seine Hilfe an, verhilft Lucian zur Flucht und erhält im Gegenzug Sonjas Sitz im Konzil. Lucian befreit seine Artgenossen, doch nur wenige können mit ihm in die Wälder entkommen, der Rest wird wieder eingekerkert. Lucian stellt nun eine Armee aus von ihm selbst erschaffenen Lykanern zusammen, denen er Freiheit und Unsterblichkeit verspricht.

Sonja kann nicht wie geplant nachkommen, denn Viktor hat Verdacht geschöpft und trinkt etwas von ihrem Blut, um die Wahrheit zu erfahren. Als Lucian in die Festung zurückkehrt und Sonja befreit, kennt Viktor somit den Fluchtweg und lauert den beiden mit seinen Schergen auf. Er wäre bereit, Sonjas Verrat zu verheimlichen. Doch als er erfährt, dass sie von Lucian geschwängert wurde, ist das nicht mehr möglich, denn die Vermischung der Blutlinien ist der schlimmste denkbare Verrat. Als der Ältestenrat Sonja zum Tode verurteilt, hat Viktor keine Wahl mehr und muss zustimmen. Lucian muss mit ansehen, wie Sonja dem Sonnenlicht ausgesetzt wird, so dass sie verbrennt. Von Zorn erfüllt kann er seine Ketten sprengen und sich verwandeln, doch die Übermacht der Vampire ist zu groß. Lucians Freunde hören sein Wolfsgeheul und erstürmen zusammen mit den wilden Werwölfen die Festung. Alle Vampire außer Viktor und Tanis werden niedergemetzelt. Lucian stellt Viktor und tötet ihn - jedenfalls glaubt er das. Tatsächlich wird Viktor von Tanis gerettet, der die Sarkophage der Ältesten in Sicherheit gebracht hat. Viktor legt sich in einem davon zum jahrhundertelangen Genesungsschlaf nieder. Derweil tritt Lucian vor seine Gefährten, die ihren Sieg feiern. Dieser Sieg ist nur der Anfang eines immerwährenden Krieges zwischen Vampiren und Lykanern.

Der Film:

Dieser Film erzählt die Vorgeschichte von Underworld und Underworld: Evolution. Es geht um den Grund für den Krieg zwischen Vampiren und Lykanern und man erfährt unter anderem, wie Lucian in den Besitz jenes Amuletts gekommen ist, das als einer von zwei Schlüsseln zu Williams Sarkophag dient: Viktor hatte es Sonja in deren Kindheit anvertraut. Nach ihrem Tod nimmt er es der verkohlten Leiche ab. Lucian entreißt es ihm bei seiner Flucht. Die Vorgeschichte ist all jenen, die die beiden erwähnten Filme gesehen haben, allerdings nicht unbekannt, so dass "Aufstand der Lykaner" ein wenig den Reiz des Neuen verliert - wer noch keinen der drei Filme kennt, sollte also unbedingt mit dem Prequel anfangen. Schon in "Underworld" sind optisch verfremdete Szenen enthalten, die Sonjas Tod und Lucians Flucht zeigen. Die sind sehr interessant und haben damals meine Neugier auf ein Prequel geweckt. Noch besser ist der Prolog von "Underworld: Evolution", der ebenfalls in der Vergangenheit (im Jahre 1202, also noch vor den Geschehnissen in "Aufstand der Lykaner") spielt. Genauer gesagt fand ich diese Einleitung besser als den gesamten restlichen Film. Somit war ich natürlich besonders neugierig auf das Prequel - aber leider kann der Film die Erwartungen nicht ganz erfüllen, obwohl er eine gelungene Ergänzung des "Underworld"-Universums darstellt.

Die Grundidee ist ja auch nicht schlecht: Vampir-Clans, die mehr oder weniger offen unter den Menschen leben und sogar Allianzen mit diesen eingehen, wenn auch nur gegen den verhassten gemeinsamen Feind, und die sich "Wachhunde" der besonderen Art heranzüchten, nur um diese dann durch allzu grausame Unterdrückung zum Aufstand anzustacheln. Dazu dann noch eine tragische Liebesgeschichte nach bester "Romeo und Julia"-Manier. Tatsächlich hat die Story das Zeug zum großen, epischen Drama, aber irgendwie wird sie nicht packend genug umgesetzt. Vielleicht hätten dem Film ein paar zusätzliche Minuten mit Handlung und Dialog gut getan, denn weder die Liebesgeschichte noch der "Klassenkampf" zwischen Vampiren und Lykanern wird überzeugend ausgearbeitet. Es wird kaum Zeit auf die Entwicklung der Beziehungen zwischen den Figuren verwendet, und so wird man vom Schicksal Sonjas bzw. Lucians nicht wirklich berührt. Das Ganze geht stattdessen in der zugegebenermaßen gut inszenierten Action unter. Die Geschichte verläuft außerdem von A bis Z vorhersehbar, und zwar selbst dann, wenn man die Story nicht schon aus "Underworld" kennt.

Leider sind auch die Schauwerte nicht ausnahmslos lobenswert. Als sehr gut kann man die Ausstattung und die Kostüme bezeichnen, auch das düster-kalte Gemäuer der Vampirfestung kann beeindrucken. Insgesamt entsteht, wie schon in den beiden älteren Filmen, eine ganz eigene Atmosphäre, diesmal im mittelalterlichen Setting. Das sorgt übrigens für eine amüsante Szene: Man kann das Unbehagen der menschlichen Adligen gut nachvollziehen, als sie den Saal des Vampir-Konzils betreten. Ihre züchtige mittelalterliche Kleidung und der dekadente Leder-Korsagen-SM-Look der Vampire bilden einen krassen Gegensatz. Die Actionszenen sind mitreißend genug und geizen nicht mit expliziten Gewaltdarstellungen, so dass ich mich wieder einmal über die Altersfreigabe wundern muss, sie zeigen aber insbesondere beim Anschauen des Films in HD-Qualität einen schweren Mangel: Es wurden CGI-Effekte eingesetzt, die so offensichtlich sind, dass sie mehr stören als nutzen. In diesem Zusammenhang muss lobend erwähnt werden, dass für die Werwölfe zum Teil wieder echte Masken und Modelle verwendet wurden. Leider wirken aber auch die nicht immer ganz überzeugend.

Das klingt jetzt alles sehr negativ, aber es gibt auch etwas, das uneingeschränktes Lob verdient, und das sind die Schauspieler. Alle, auch die Besetzungen der Nebenrollen, machen ihre Sache hervorragend, allen voran aber Bill Nighy und Michael Sheen. Selbst Rhona Mitra, die Kate Beckinsales Abwesenheit durchaus wett macht, hat die eine oder andere gute Szene. Nighy strahlt eine Bedrohlichkeit aus, die umso beeindruckender ist, als er nicht so sehr zum Over-Acting neigt wie Sheen. Er kann auch andere Seiten von Viktors Charakter zeigen - die Trauer um Sonja wirkt trotz seiner Grausamkeit glaubwürdig. Die Rolle des charismatischen Anführers nimmt man Sheen jederzeit ab, und wenn Sonjas Todesszene wenigstens für ein bisschen Ergriffenheit sorgt, dann liegt das an ihm. Insgesamt kann man mit dem Film durchaus zufrieden sein, wenn man nicht erwartet, einen Horrorfilm zu sehen - es wird actionreiche, nett anzuschauende Fantasy geboten, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Die BluRay-Disc:

Sagte ich schonmal, dass ich mit diesen Bild-im-Bild-Dokumentationen, die inzwischen beim Bonusmaterial vieler BluRays zu finden sind, überhaupt nichts anfangen kann? Ich will entweder den Film oder eine Dokumentation sehen, nicht beides zusammen. Solchen Kram ignoriere ich. Deshalb kann ich zu "Hinter den Mauern der Festung", einer Dokumentation dieser Art, die während des gesamten Films läuft, nichts sagen. Immerhin gibt es wenigstens drei Featurettes, die man gesondert abspielen kann und die insgesamt ca. 42 Minuten lang sind. Leider handelt es sich um die übliche schnell geschnittene Mischung aus Interviewschnipseln, Filmausschnitten und ein bisschen Hinter-den-Szenen-Material. Die Featurettes sind also weniger informativ, als man es sich wünschen würde. Immerhin erhält man ein paar Informationen, die im Film so nicht rüberkommen. So soll es sich z.B. bei der Festung der Vampire um ein ehemaliges Kloster handeln, das sie irgendwann erobert haben.

Abgesehen vom eher öden Musikvideo gibt's noch eine Weltkarte mit anklickbaren Orten, hinter denen sich Textinformationen zu verschiedenen Legenden über Vampire und Werwölfe verbergen. Die BD-Live-Funktionen setzen eine Internetverbindung voraus, die ich nicht habe. Somit kann ich diese Features nicht beurteilen. Zusätzlich befindet sich eine DVD in der Hülle, die das Übertragen einer legalen Kopie des Films auf PC oder PSP zulässt. Dies ist nur durch die Eingabe eines Codes möglich, der pro PC nur einmal verwendet werden kann und dessen Nutzung zudem zeitlich befristet ist. Die Kopie ist also nicht DRM-frei, dennoch ist das ein ganz nützliches Feature, z.B. wenn man den Film auf einem Laptop anschauen möchte, der kein BluRay-Laufwerk hat.

J. Kreis, 18.11.2009


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