Tron Deluxe Edition

Tron Special Edition


Tron - Deluxe Edition / Special Edition (USA, 1982)

DVD - Regionalcode 2 / Blu-ray, Walt Disney Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 92 Minuten

Extras Deluxe Edition (DVD)
- Audiokommentar
- The Making of "Tron" (88:21 Min.)
- Development
- Digital Imagery
- Music
- Storyboarding
- Design
- Publicity
- Deleted Scenes

Zusätzliche Extras Special Edition (Blu-ray)
- Das "Tron"-Phänomen (9:45 Min.)
- Photo Tronologie (16:37 Min.)

Regie:
Steven Lisberger

Hauptdarsteller:
Jeff Bridges (Kevin Flynn / Clu)
Bruce Boxleitner (Alan Bradley / Tron)
David Warner (Ed Dillinger / Sark)
Cindy Morgan (Dr. Lora Baines / Yori)
Barnard Hughes (Dr. Walter Gibbs / Dumont)
Dan Shor (Ram)




Inhalt:

Der junge Programmierer Kevin Flynn wird von seinem Konkurrenten Ed Dillinger betrogen: Dillinger stiehlt einige von Flynn geschaffene Computerspielprogramme und gibt diese als seine eigene Arbeit aus. Dillinger wird daraufhin zum Präsidenten der Softwarefirma ENCOM befördert, während Flynn gefeuert wird und sein Geld in einer Spielhalle verdienen muss. Auf der Suche nach Beweisen für den Betrug schleust Flynn eigenständige Programme in den ENCOM-Hauptcomputer ein, der vom Master Control Program (MCP) kontrolliert wird. Das MCP kann keine Spione gebrauchen, denn es hat sich heimlich alle möglichen Programme anderer Firmen einverleibt, um immer mächtiger zu werden. Dillinger hat längst die Kontrolle über das MCP verloren. Als nächsten Schritt plant es die Übernahme der Systeme von Pentagon und Kreml. Flynns Angriffe werden abgewehrt, sein Zugang wird endgültig blockiert. Seine Ex-Freundin Dr. Lora Baines, die in ENCOMS Forschungsabteilung arbeitet, und ihr ebenfalls bei ENCOM beschäftigter neuer Freund Alan Bradley warnen ihn. Um sich einen neuen Zugang verschaffen, muss Flynn ins ENCOM-Labor eindringen, was ihm mit Loras Hilfe auch gelingt. Flynn will nun den Hauptcomputer hacken und das von Bradley zur Überwachung des MCP kreierte Sicherheitsprogramm "Tron" laufen lassen. Tron könnte das MCP abschalten und Flynn den Zugriff auf die gesuchten Beweise ermöglichen. Das MCP aktiviert daraufin einen Laser, mit dem reale Objekte entmaterialisiert und in den Hauptcomputer eingespeist werden können. Flynn wird getroffen und aufgelöst.

Flynn findet sich in einer virtuellen Realität wieder, in der alle Programme die Gestalt menschlicher Wesen haben und ihren Schöpfern ähneln: Den wie Götter verehrten "Usern". Das MCP beherrscht diese Welt, unterdrückt alle freien Programme und zwingt jene, die es nicht gebrauchen kann oder die noch dem Glauben an die User anhängen, zu tödlichen Computerspielen. Auch Tron gehört zu den Gefangenen. Als Handlanger des MCP dient das Programm Sark, Dillingers Alter Ego in der virtuellen Welt. Flynn, der sofort nach seiner Ankunft verhaftet wird, soll an den Spielen teilnehmen und dabei sterben. Er schlägt sich jedoch gut - schließlich hat er die betreffenden Spiele selbst programmiert... Während eines Spiels gelingt Flynn, Tron und einem weiteren Programm namens Ram die Flucht. Sie werden verfolgt und unter Feuer genommen. Dabei werden sie getrennt. Ram wird verwundet löst sich auf. Flynn entdeckt nach und nach besondere Kräfte, die er als User in der Computerwelt besitzt. Tron macht sich auf den Weg zu einem Input-/Output-Turm. Nur dort kann er Kontakt mit seinem User Alan aufnehmen. Yori (ein von Lora erschaffenes Programm) hilft ihm dabei. Alan programmiert Trons Datendiskus neu, so dass er als Waffe gegen das MCP eingesetzt werden kann. Tron muss nun den Kern des MCP erreichen. Yori begleitet ihn, Flynn stößt zu den beiden.

Kurz vor dem MPC-Kern greift Sarks Kommandoschiff an. Yori und Flynn werden gefangen genommen und sollen nun endgültig vernichtet werden. Mit seinen User-Kräften kann Flynn sich selbst und Yori schützen. Derweil dringt Tron, den alle für tot gehalten haben, bis zum Kern vor. Dort tritt ihm Sark entgegen. Tron besiegt ihn, kann das gut geschützte MCP aber nicht gefährden. Es reaktiviert Sark und macht ihn noch mächtiger, so dass er zu einem Riesen anwächst. Flynn springt mitten in den Datenstrom hinein, über den das MCP mit der realen Welt verbunden ist. So wird Flynn in die Realität zurücktransportiert, gleichzeitig entsteht eine Lücke in der Abschirmung des Kerns. Tron wirft seinen Diskus hinein und unterbricht die Verbindung des MCP mit der realen Welt. Das MCP wird somit deaktiviert. Auch Sark löst sich auf. Die virtuelle Welt ist frei - alle Input-/Output-Türme leuchten auf und sind nun wieder frei zugänglich. So werden auch die von Flynn gesuchten Beweise für jedermann verfügbar. Damit kann er Dillinger entmachten und selbst zum Präsidenten von ENCOM aufsteigen.

Der Film:

Es gibt einige Filme und Serien, die mich Ende der Siebziger / Anfang der Achtziger zu einem begeisterten Science-Fiction-Fan gemacht haben. Das waren Das Imperium schlägt zurück, Das Schwarze Loch, Mondbasis Alpha 1 und einige andere, vor allem aber "Tron". Kein anderer SF-Film hatte einen so direkten Bezug zu meinem damaligen "Lebensgefühl", wenn ich es mal so nennen soll: Das Aufkommen der ersten Computer, der Boom der Arcade-Videospiele, Science Fiction ganz allgemein... das waren Dinge, die ich irrsinnig spannend fand. All diese Elemente kommen in "Tron" vor, einem Film, dessen Bilderwelt damals etwas völlig neues, nie zuvor gesehenes war. Aus diesem Grund kann ich "Tron" heute unmöglich objektiv beurteilen. Für mich ist "Tron" ein Meilenstein, und ich liebe den Film immer noch.

Ich kann mich noch recht gut an die damalige Werbekampagne erinnern. Wenn ich mich nicht irre, wurde behauptet, die Filmdesigner hätten einen Computer "gefragt", wie er sich selbst sein Inneres vorstelle, herausgekommen sei das, was im Film zu sehen ist. Das ist natürlich Unsinn, aber die Vorstellung, im Inneren eines Computers könnte eine ganz eigene Welt existieren, war total faszinierend. Vom Cyberspace, der einige Zeit später durch den Erfolg von Romanen wie "Neuromancer" von William Gibson bei den SF-Fans in aller Munde war, und der spätestens seit Matrix jedermann bekannt ist, war damals keine Rede - den fast zehn Jahre vor "Tron" erschienenen Film Welt am Draht, in dem es auch schon um im Computer erzeugte virtuelle Realitäten geht, kannte ich da noch nicht. Da mir Aufbau und Funktion von Computern völlig unbekannt waren, war ich gern bereit zu glauben, es könne wirklich so sein, wie es in "Tron" gezeigt wird. Dass im Film ständig von "Mainframes", "Programmen", "Schaltkreisen" usw. geredet wird, dass die humanoiden Programme so aussehen, als würden sie von innen heraus leuchten, dass sie mit äußerst schicken virtuellen Motorrädern fahren, mit ihren Discs gegeneinander antreten und reine Energie wie Wasser aus einer Quelle trinken - das alles war einfach nur cool. Heute kann man darüber eigentlich nur noch lachen. Damals war "Tron" aber geradezu revolutionär. Wenn man bedenkt, dass zu dieser Zeit Videospiele wie "Pac-Man" und dergleichen der letzte Schrei waren, dann wird das vielleicht verständlicher.

Dabei ist nur wenig in "Tron" wirklich CGI, das meiste wurde im Rotoskopie-Verfahren bzw. einer Technik verwirklicht, die als "Backlight-Animation" bezeichnet wird. Die Schauspieler mussten für die Szenen in der virtuellen Welt vorwiegend vor schwarzem Hintergrund agieren, ihre Kostüme waren weiß. Der Film wurde dann retuschiert und coloriert, Matte-Paintings usw. wurden eingefügt und alles wurde durch Hintergrundbeleuchtung zum Strahlen gebracht. So wurde ein einzigartiger neonbunter Look erzielt, den man für CGI halten könnte - aber es ist praktisch Zeichentrick. Echte CGI-Elemente wurden natürlich durchaus verwendet, aber der Film ist keineswegs komplett im Computer entstanden. Der Look war seinerzeit wirklich innovativ, er ist aufgrund seiner Stilisierung und Abstraktion teilweise auch heute noch beeindruckend. Man muss aber leider sagen: Man sieht dem Film doch überdeutlich an, dass er schon fast 30 Jahre auf dem Buckel hat. Viele Hintergründe und andere Elemente sind auf den ersten Blick als Zeichentrick erkennbar und wirken extrem antiquiert. Sarks Kommandoschiff und der Solar Sailer sind dagegen klasse designt und können immer noch überzeugen. Den teils elektronischen, teils orchestralen Soundtrack finde ich nach wie vor etwas gewöhnungsbedürftig, auch wenn er durchaus gut zu der künstlichen Welt passt und einzelne unvergessliche Melodien enthält wie z.B. in der Solar-Sailer-Szene.

Das Thema des Films wird übrigens nach all den Jahren erst richtig aktuell. Computer sind inzwischen allgegenwärtig, Highspeed-Zugang zum Internet ist eine Selbstverständlichkeit, Menschen werden im Internet durch Avatare repräsentiert, Firmen sammeln Unmengen von Daten über ihre Kunden, und Sicherheitsprogramme (wie Tron) haben ihre liebe Mühe, böse Schadsoftware (wie das MCP) im Zaum zu halten...

DVD-Features:

Das "Making of" besteht fast ausschließlich aus Interviews, die wahrscheinlich zur DVD-Veröffentlichung produziert wurden, und aus Filmszenen. Es sind aber auch einige Bilder vom Set usw. vorhanden. Man erfährt, wie aufwändig und schwierig die Produktion der Animationsszenen war, außerdem erzählen die Schauspieler einige Anekdoten. Jeff Bridges besitzt sogar noch seinen Helm - angeblich setzt er ihn einmal im Jahr auf, um Ruhe zu finden - oder so ähnlich.

Das übrige Bonusmaterial ist in zahlreiche kurze Featurettes zu bestimmten Themen unterteilt. Zusammengenommen sind die Featurettes ca. eine Dreiviertelstunde lang. Leider fehlt eine "Alle abspielen" - Funktion. Die Clips enthalten neuere und zeitgenössische Interviews (wahrscheinlich sind letztere kurz vor oder nach dem Kinostart von "Tron" entstanden) sowie diverse Animations-Entwürfe. Außerdem sind mehrere Bildergalerien mit Storyboards, Konzeptzeichnungen usw. vorhanden. Man kann die Lightcycle-Szene und den Abspann mit der Original-Musik von Wendy Carlos anschauen. Diese beiden Musikstücke sind für den fertigen Film nicht verwendet worden. Hinzu kommen zwei nicht verwendete Szenen mit einer Einführung des Regisseurs und eine alternative Version des Filmbeginns (Text, in dem das Konzept der digitalen Welt erläutert wird). Die nicht verwendeten Szenen gehören thematisch zusammen. Sie zeigen Yoris Unterkunft - dort verbringen Yori und Tron eine Liebesnacht, bevor sie zu Dumont weiterreisen. Man sieht Cindy Morgan in einem ganz neuen Kostüm und mit offenen Haaren.

Blu-ray-Features:

Es ist schon erstaunlich, was anlässlich des HD-Release noch aus diesem alten Film herausgeholt werden konnte. Das ist besonders auffällig, wenn man DVD und Blu-ray direkt miteinander vergleicht. Die Blu-ray hat ein wunderbar knackiges, brillantes Bild. Davon profitieren natürlich auch die Szenen, die in der realen Welt spielen, vor allem aber die Szenen im Cyberspace. Ich habe mir den Film zuerst auf DVD angeschaut und war fast schon entsetzt, wie alt er in dieser Version aussieht. Durch die sehr gute Bildschärfe und die satten, kräftigen Farben der Blu-ray wird dieser Eindruck deutlich abgemildert.

Die Blu-ray enthält das komplette Bonusmaterial der DVD, außerdem zwei zusätzliche Featurettes aus dem Jahre 2011. In "Das Tron-Phänomen" gibt es aktuelle und zeitgenössische Interviews, etwas Hinter-den-Szenen-Material und Filmszenen zu sehen. Interessanter ist die Featurette "Photo Tronologie". Regisseur Steven Lisberger und sein Sohn Carl fahren zu den Disney-Archiven und betrachten Fotos von den Dreharbeiten. Steven Lisberger erzählt dabei, wie der Film entstanden ist.

J. Kreis, 24.08.2011




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