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Die rechte und die linke Hand des Teufels Die rechte und die linke Hand des Teufels (Italien, 1970)
- Lo chiamavano Trinita -

DVD - Regionalcode 2, e-m-s
FSK: 16
Laufzeit: ca. 110 Minuten

Extras
Biografien und Filmografien (Texttafeln), Original-Trailer, Bildergalerie mit Filmmusik

Regie:
E.B. Clucher (Enzo Barboni)

Hauptdarsteller:
Terence Hill ("Der müde Joe")
Bud Spencer ("Der Kleine")
Farley Granger (Major Harriman)
Remo Capitani (Mezcal)




Inhalt:

Joe, wegen seiner Faulheit auch "Der müde Joe" genannt, ist eigentlich ein friedlicher Mensch. Trotzdem ist er überall gefürchtet, denn kein Revolverheld des Wilden Westens zieht schneller und trifft besser als "Die rechte Hand des Teufels". Nachdem er einen Mexikaner aus den Klauen zweier Kopfgeldjäger befreit hat, reitet Joe in ein kleines Städtchen. Dort begegnet er nach langer Zeit mal wieder seinem Bruder, den er nur "Der Kleine" nennt und den man wegen seiner enormen Kraft und Zielsicherheit als "Die linke Hand des Teufels" kennt (er ist Linkshänder). Joe ist ziemlich überrascht, als er sieht, dass der Kleine einen Sheriffsstern trägt, denn eigentlich ist Joes Bruder ein Pferdedieb. Der Kleine ist zwar nicht erfreut über die Ankunft seines Bruders, erklärt ihm aber, dass er sich das Amt des Sheriffs nur erschlichen hat. Den Stern hat er vor einiger Zeit dem Mann abgenommen, der eigentlich als neuer Sheriff in diesem Städtchen anfangen sollte. In Wahrheit wartet der Kleine nur auf die Ankunft zweier Spießgesellen, um zusammen mit ihnen ein großes Ding zu drehen. Er will sich wertvolle Zuchtpferde unter den Nagel reißen, die dem Ex-Major Harriman gehören, aber noch kein Brandzeichen tragen.

Bei der ganzen Sache gibt es nur ein Problem: Die Herde befindet sich zur Zeit jenseits der Grenze in Mexiko und Harriman kann sie nicht dorthin treiben, wo er sie gerne weiden lassen möchte, denn im betreffenden Tal haben sich mormonische Siedler mit ihren Viehherden niedergelassen. Der skrupellose Harriman will die pazifistischen Mormonen mit Gewalt vertreiben, was möglicherweise Regierungstruppen auf den Plan rufen könnte. Das muss der Kleine natürlich verhindern, Joe soll ihm dabei helfen. Also erhält auch er einen Sheriffsstern. Er sorgt aber für mehr Wirbel, als dem Kleinen lieb ist. Unter anderem legt er einige Ganoven aus Harrimans Bande um und verliebt sich in zwei junge Mormoninnen. Nicht einmal zwei von Harriman angeheuerte Killer können es mit Joe aufnehmen. Dummerweise verbündet Harriman sich mit dem mexikanischen Banditen Mezcal, dessen wilde Bande die gastfreundlichen Mormonen regemläßig "besucht", um sie zu terrorisieren. Als der Kleine endgültig genug von Joes Alleingängen hat, wirft er ihn kurzerhand aus der Stadt. Bei den Mormonen findet Joe Unterschlupf.

Während Joe noch überlegt, ob er für immer bei den Mormonen bleiben und einige der hübschen Mädchen heiraten soll, die ihn anhimmeln, tauchen die Kumpane des Kleinen auf. Joe führt sie zu ihm und überredet ihn, den Mormonen gegen Harriman und Mezcal beizustehen. Es gelingt ihnen sogar, Harrimans Pferde zu stehlen, die der Major als Entgelt für Mezcals Dienste vorgesehen hatte. Die Mormonen sehen ein, dass ihr Gewaltverzicht sie zu leichten Opfern macht und sind nun bereit, sich zu wehren. Joe und die Seinen bilden sie aus, begreifen aber schnell, dass sie im offenen Kampf keine Chance hätten. So bringen sie Harrimans und Mezcals Leute mit einem Trick dazu, in die Siedlung zu kommen und ihre Waffen abzulegen. Natürlich werden die Banditen jetzt fürchterlich verprügelt und suchen das Weite. Joe legt Harriman nahe, sich neue Weidegründe in Nebraska zu suchen. Der Kleine hat dennoch keinen Grund zur Freude, denn Joe hat es den Mormonen ermöglicht, alle Zuchtpferde mit ihrem Brandzeichen zu versehen. Erbost reitet der Kleine nach Kalifornien. Joe folgt ihm, als er erkennt, dass ein Leben bei den Mormonen mit sehr viel harter Arbeit verbunden wäre...

Der Film:

Dies ist einer der ersten Filme des Erfolgsduos Bud Spencer und Terence Hill. Im Gegensatz zu Vier Fäuste für ein Halleluja wurde "Die rechte und die linke Hand des Teufels" nicht neu synchronisiert, als die Erfolgswelle der typischen Bud-Spencer-und-Terence-Hill-Prügelfilme so richtig ins Rollen kam. Durch die verschiedenen Synchronisationen kommt es zu etwas Verwirrung in Bezug auf die Namen. Joe und der Kleine heißen im Original eigentlich "Trinity" und "Bambino". In "Vier Fäuste..." hat man sich dem bei der Neusynchronisierung angenähert, in diesem Film nicht. Außerdem hat Terence Hill in "Vier Fäuste..." seine aus späteren Filmen bekannte Synchronstimme. In diesem Film ist eine andere Stimme zu hören, die recht ungewohnt ist.

Der Film ist nicht ganz so witzig wie die Fortsetzung, denn dessen Neusynchronisation ist mehr auf Gags getrimmt. Aber eigentlich schadet das nicht. Der Film wird durch den ernsthafteren Grundton etwas mehr in die Nähe der Italo-Western der damaligen Zeit gerückt, obwohl er eigentlich eine Parodie dieses Genres ist. Den einen oder anderen bekloppten Dialog gibt es aber auch hier. Beispiel:
Es kommt zu einer kleinen Meinungsverschiedenheit zwischen Joe und einem Banditen. Der Kleine ist deswegen sauer.
Joe: "Was sollte ich machen, schließlich hat er unsere Mutter eine alte Hure genannt."
Der Kleine: "Aber das ist doch die Wahrheit!"
Joe: "Na, so alt ist sie nun auch wieder nicht."

Der Film hat sogar eine richtige Story. Er gewinnt seinen Reiz aber vor allem durch das Zusammenspiel der Hauptdarsteller. Sie spielen die beiden ungleichen Brüder mit erkennbarem Spaß an der Sache. Joes Charakterzüge sind extreme Coolness, gepaart mit einem sonnigen Gemüt und ins Absurde übersteigerten Revolverhelden-Fähigkeiten. Er ist damit der denkbar krasseste Gegensatz zum brummigen "Kleinen", der nicht mal mit der Wimper zuckt, wenn man ihm einen Tisch über die Rübe zieht, und der am Schluss wie immer mit leeren Händen dasteht. Die unvermeidlichen saftigen Massenprügeleien gibt es zwar schon in diesem Film, sie kommen aber bei weitem nicht so häufig vor wie in späteren Werken des Duos. Hinzu kommen schöne Landschaftsaufnahmen, typische Italo-Western-Elemente wie das betont schmuddelige Ambiente usw. - insgesamt ist dieser Film nicht nur eines der üblichen Spencer-Hill-Vehikel, sondern auch ein richtig guter Western.

Die DVD:

Der Silberling bietet ein interessantes Feature: Man kann von einem einzigen Menü aus direkt auf jeden einzelnen Programmpunkt zugreifen und muß sich nicht erst durch zahlreiche Untermenüs hangeln. Leider sind die Extras (siehe oben) so spärlich, dass man diesen Direktzugriff eigentlich gar nicht braucht... Bild und (Mono-)Ton gehen für einen derart alten Film in Ordnung. Es gibt zwar einige wenige Defekte und Verschmutzungen, aber die fallen nicht besonders störend auf.

J. Kreis, 13.01.2008
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