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Transformers Transformers (USA, 2007)

DVD - Regionalcode 2, Paramount
FSK: 12
Laufzeit: ca. 138 Minuten

Extras
Audiokommentar des Regisseurs

Regie:
Michael Bay

Hauptdarsteller:
Shia LaBeouf (Sam Witwicky)
Megan Fox (Mikaela Banes)
Josh Duhamel (Captain Lennox)
Jon Voight (Verteidigungsminister John Keller)
John Turturro (Agent Simmons)




Inhalt:

Der Allspark ist ein uraltes, würfelförmiges Artefakt, das Leben aus toter Materie erschaffen kann. Durch den Einfluss des Allspark entsteht auf dem Planeten Cybertron eine Rasse intelligenter, "lebendiger" und empfindungsfähiger Roboter, die ihre Körper in jeden beliebigen technischen Gegenstand verwandeln können. Eines Tages verrät der machtgierige Megatron seine friedliebenden Artgenossen und zettelt einen Krieg an, der die Roboter-Zivilisation in die verfeindeten Lager der von Optimus Prime angeführten Autobots sowie der Decepticons spaltet und den Planeten letzendlich vernichtet. Die Roboter verstreuen sich über das ganze Universum und suchen nach dem verloren gegangenen Allspark, um Cybertron neu entstehen zu lassen. Der Allspark stürzt auf die Erde, wo er von Megatron gefunden wird. Doch der Roboter baut eine Bruchlandung und wird im ewigen Eis der Arktis eingefroren, wo er die nächsten Jahrtausende bewegungsunfähig verbringt, bis eine von Captain Archibald Witwicky angeführte Expedition ihn im Jahre 1897 zufällig entdeckt. Witwicky aktiviert Megatrons Navigationssystem, woraufhin die Koordinaten des Allspark in seine Brille eingraviert werden.

Mehr als hundert Jahre später bietet Witwickys Ur-Urenkel Sam eben diese Brille im Internet an, denn er braucht Geld, um sich sein erstes eigenes Auto leisten zu können. Damit lockt er unabsichtlich die Roboter auf seine Spur. Die Anhänger Megatrons greifen US-Militäreinrichtungen an, um sich in die Computernetzwerke hacken zu können. Sie suchen nach ihrem Anführer und vernichten eine Militärbasis in Katar. Nur wenige Soldaten entkommen der Zerstörung, gewinnen aber wichtige Erkenntnisse über die Schwächen der Roboter. Es ist das Ziel der Decepticons, die irdische Technologie mit dem Allspark in ihresgleichen zu verwandeln, die Menschheit zu vernichten und die Herrschaft über das Universum an sich zu reißen. Während schnell zusammengestellte Teams von Computerspezialisten versuchen, die unbekannten Angreifer zu identifizieren, spitzt sich die weltpolitische Lage zu, denn auch in anderen Ländern ereignen sich seltsame Vorfälle und bald verdächtigt jeder jeden. Optimus Primes Gruppe, die den Menschen freundlich gesonnen ist, findet Sam vor den Decepticons. Der Autobot Bumblebee verwandelt sich in einen Gebrauchtwagen, der sich Sam geradezu aufdrängt. Bald macht der Teenager die Bekanntschaft aller Autobots und erfährt, warum sie auf der Erde sind. Glück für ihn, dass sein Schwarm Mikaela alles mitbekommt, denn sie ist schwer beeindruckt.

Sam übergibt Optimus Prime zwar die Brille, doch er selbst, Bumblebee und Mikaela werden von Agenten festgenommen. Diese gehören zu "Sektor Sieben", einer ultrageheimen Organisation, die den Allspark und den eingefrorenen Megatron seit Jahrzehnten in einem Bunker unter dem Hoover-Staudamm studiert. Nur durch die Erforschung der außerirdischen Technologie wurde der rasante technische Fortschritt der Menschheit erst ermöglicht. Dorthin werden Bumblebee, die Teenager, die Computerspezialisten und die Überlebenden des Angriffs auf den Katar-Stützpunkt gebracht. Auch die Decepticons sind nicht untätig. Sie verbreiten einen Computervirus, der weltweit alle Kommunikationssysteme stört. Einem Decepticon gelingt es, in den Geheimbunker einzudringen und Megatron zu erwecken. Sam muss dem Verteidigungsminister persönlich Rede und Antwort stehen. Dieser lässt sich von Bumblebees Harmlosigkeit überzeugen. Der Autobot wird freigelassen, damit er den gewaltigen Allspark-Würfel dazu bringen kann, sich zu verkleinern. So kann er in Sicherheit gebracht werden, eskortiert von den übrigen Autobots. Der Verteidigungsminister und die Hacker alarmieren derweil die Streitkräfte.

Sie kommen jedoch nicht weit - mitten in einer Stadt greifen Megatron und die Decepticons an. Auch die anrückende Armee mischt kräftig mit. Dennoch droht Optimus Prime im direkten Kampf gegen Megatron zu unterliegen. Er wäre bereit, mit dem Allspark zu verschmelzen, um diesen zu vernichten, doch Sam stellt sich mit dem Allspark mutig dem gewaltigen Megatron entgegen und drückt diesem den Würfel in die Brust. Das ist Megatrons Ende, er wird später im tiefsten Meeresgraben versenkt, "Sektor Sieben" wird aufgelöst. Der Allspark ist zerstört, so dass Cybertron nicht neu aufgebaut werden kann. Die Autobots beschließen deshalb, als Rennwagen, LKWs und dergleichen getarnt auf der Erde zu bleiben. Optimus Prime sendet eine Funknachricht, um alle verstreuten Roboter zusammenzurufen. Einem Decepticon gelingt die Flucht ins All...

Der Film:

Die Transformers (also die Spielzeugfiguren) sind erst "nach meiner Zeit" aufgekommen, d.h. sie gehören nicht zu meinen nostalgisch verklärten Kindheitsmythen. Deshalb kann ich die teils sehr emotional gefärbten Reviews, die man im Internet zu diesem Film findet, nicht so recht nachvollziehen. Die einen hassen den Film, die anderen verteidigen ihn geradezu leidenschaftlich. Wer zu letzterer Fraktion gehört, der möge jetzt bitte aufhören zu lesen. Mir fehlt jeglicher Bezug zu den Transformers, deshalb teile ich die Gefühle nicht, die da offensichtlich im Spiel sind - weder die positiven, noch die negativen. Genauer gesagt: Der Film lässt mich ziemlich kalt. Er ist zwar keine totale Pleite, aber trotz gewaltiger, geradezu unglaublicher Materialschlachten ist er sogar streckenweise ziemlich langweilig. Jedenfalls für jemanden wie mich, der mit diesem Spielzeug nicht aufgewachsen ist und der auch das Teenageralter (leider) schon länger hinter sich gelassen hat. Für Leute, die noch jung genug sind und selbst ein paar Transformers zu Hause haben, scheint der Film dagegen geradezu eine Offenbarung zu sein - die hohen Einspielergebnisse lassen darauf schließen. Wahrscheinlich muss man einfach im selben Alter wie die selbstverständlich immer gut durchgestylten jugendlichen Hauptdarsteller sein, um nicht von ihrem permanenten betont lockerflockigem Gequatsche, ihrem hibbeligen Over-Acting, ihren stets halb oder ganz offen stehenden Mündern (damit man die perfekt weiß gebleichten Beißerchen schön sehen kann), ihren dummen Späßchen, die sie in jedem noch so unpassenden Moment treiben, und ihrer allgemeinen Albernheit genervt zu sein.

Wenn man es schafft, diese Ärgernisse auf zwei Beinen aus der Wahrnehmung auszublenden - was nicht einfach ist, weil ihnen sehr viel Zeit gewidmet wird und weil sie Unterstützung von einer oberschlauen Hackerin (auch sie natürlich jung und hübsch, bei der Darstellung US-amerikanischer Jugend dürfen gewisse Qualitätsstandards offenbar nicht unterschritten werden), einem unglaublich dämlich agierenden John Turturro in der Rolle eines obertrotteligen Geheimagenten, noch dämlicheren Eltern-Klischees und diversen anderen grenzwertigen Figuren erhalten - und wenn man es außerdem fertigbringt, über die geradezu an Körperverletzung grenzenden Debilität des Drehbuchs hinwegzusehen, dann kann man sich wenigstens noch über die einfach genial aussehenden Transformers freuen und sich an den von ihnen angerichteten Zerstörungen ergötzen. Sie legen denn auch gleich los - die Eröffnungsszenen im Katar-Stützpunkt lassen es so richtig krachen. Aber auch diese Szenen werden schon mehrmals unterbrochen, und leider allzu bald geht es erst einmal nur um Sam, seine Versuche cool zu sein, sein endloses Gequassel, das Anbaggern von Mikaela und so weiter. Wenn es dann endlich wieder losgeht, d.h. wenn Optimus Prime und die anderen Jungs auftauchen, dann benehmen sie sich erst einmal wie Cartoonfiguren. Ich meine die Szenen beim Haus der Witwickys, wo die tolpatschigen Blechköpfe sich zu verstecken versuchen und dabei den ganzen Garten demolieren. Ebenso dumm ist das mitleiderregende Gewinsel Bumblebees, wenn er schockgefrostet wird. Wofür soll der Zuschauer ihn halten? Für ein Hündchen, das beschützt werden muss? Das ist nicht witzig. Es ist auch nicht schön. Es ist einfach nur total bescheuert. Aber was anderes darf man von einem Film mit Spielzeug in den Hauptrollen wohl auch nicht erwarten.

Gut, wenn man das dann auch noch alles hinter sich hat, geht es so richtig los, dann kommt endlich das, worauf selbst all jene, die nie mit Transformers-Actionfiguren gespielt haben, die ganze Zeit sehnsüchtig gewartet haben: Krawall. Autobots gegen Decepticons - natürlich mitten in einer Großstadt. Zunächst mal sind die aus unzähligen Einzelteilen bestehenden Transformers selbst incl. ihrer Verwandlungen einfach herrlich anzuschauen. Sie sind vor allem glaubwürdig, und das will schon was heißen. Klar: Mechanische Objekte kann man mit CGI tausendmal überzeugender darstellen als organische Wesen, und so wirken die gewaltigen Roboter tatsächlich so schwer, metallisch und brachial, als wären sie echt. Und wenn sie loslegen, ihr Waffenarsenal einsetzen, aufeinander einprügeln und ganz nebenbei diverse Wolkenkratzer, massenhaft Autos usw. zerlegen, dann bleibt kein Auge trocken. Die Menschen, auch die Soldaten mit ihren vergleichsweise lächerlichen Waffen, wirken daneben wie kopflos umherwuselnde Ameisen. An der Action gibt es allenfalls auszusetzen, dass man erst zu lange auf sie warten muss, dass sie dann schon wieder übertrieben wird, und dass hektische Schnitte bei wackeliger Kameraführung oft keine Details erkennen lassen.

Was hätte man mit diesen genialen Spezialeffekten nicht alles machen können. Was hätte aus der Grundidee nicht alles werden können. Aber anstelle eines düsteren SF-Endzeitfilms kriegen wir was vorgesetzt? Einen Kinderfilm. Bestenfalls einen Teeniefilm. Infantiler Humor inbegriffen. Gut, ein paar wirklich witzige Szenen und selbstironische Dialoge sind auch enthalten, aber die retten den Film ebenso wenig wie die exzellenten Effekte. Wenigstens weht hinterher keine amerikanische Flagge in Zeitlupe bei hymnischer Musik über den Ruinen.

Die DVD:

Wie zu erwarten war, gibt es diesen Film auf DVD in verschiedenen Variationen. Gut, dass ich schon beim Kauf geahnt habe, was da auf mich zukommen würde. Deshalb habe ich zu der Version gegriffen, die außer einem Audiokommentar keine Extras enthält. Die war schön billig, und so muss ich mich a) nicht über verschwendetes Geld grämen und mir b) die Hackfressen der Hauptdarsteller-Kids nicht noch in irgendwelchen Making Ofs antun. Den Autiokommentar kann ich nicht kommentieren, denn ich bringe es einfach nicht über mich, noch einmal mehr als zwei Stunden Zeit zu verschwenden, um ihn mir anzuhören.

J. Kreis, 09.02.2008
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