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A Sound of Thunder A Sound of Thunder (GB/USA/D/Tschechien 2005)

DVD - Regionalcode 2, Paramount
FSK: 12
Laufzeit: ca. 90 Minuten

Extras
Trailer

Regie:
Peter Hyams

Hauptdarsteller:
Edward Burns (Travis Ryer)
Catherine McCormack (Sonia Rand)
Sir Ben Kingsley (Charles Hatton)




Inhalt:

Im Jahre 2055 bietet der Unternehmer Charles Hatton zahlungskräftigen Kunden ein Jagdvergnügen der besonderen Art an. Seine Firma "Time Safari" hat ein Verfahren entwickelt, mit dem Zeitreisen möglich sind. Betreut von einem Wissenschaftlerteam werden die Kunden von dem Computer TAMI mehrere Millionen Jahre in die Vergangenheit geschickt, wo sie Jagd auf Dinosaurier machen dürfen. Dabei sind drei Regeln zu befolgen: In der Vergangenheit darf nichts verändert werden, man darf nichts dort zurücklassen und man darf nichts in die Gegenwart mitnehmen. Die Gründe dafür sind einfach zu verstehen, denn würde man in den Zeitablauf eingreifen, dann könnte dadurch eventuell die gesamte Evolution auf den Kopf gestellt werden. Die Entwicklungsgeschichte könnte einen ganz anderen Verlauf nehmen - vielleicht hätten sich niemals Säugetiere entwickelt. Die Jagd auf Dinosaurier ist nur scheinbar eine Verletzung der ersten Regel, denn die Wissenschaftler haben sich als Ziel einen Allosaurus ausgesucht, dessen Schicksal sie genau kennen. Das Tier ist in einem Sumpf versunken, der wenig später durch einen Vulkanausbruch verschüttet wurde. Ob das Tier nun fünf Minuten früher mit Munition erschossen wird, die sich nach kurzer Zeit auflöst oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Nur dieser spezielle Allosaurier darf also gejagt werden, dabei müssen die Jäger auf einem genau definierten Pfad bleiben.

Eines Tages geht jedoch etwas schief. Die Gewehre versagen, der Saurier geht zum Angriff über. In Panik flieht die Gruppe zum Zeitportal, doch dabei zertritt einer von ihnen unbemerkt einen Schmetterling. Dieses scheinbar geringfügige Ereignis zeigt in der Gegenwart gravierende Auswirkungen. In mehreren Wellen beginnt die Realität sich zu verändern. Das Klima spielt verrückt, völlig neue Tier- und Pflanzenarten tauchen auf, es kommt zu Chaos und Zerstörungen in den Städten. Travis Ryer, leitender Wissenschaftler von "Time Safari", nimmt Kontakt mit TAMIS Konstrukteurin Sonia Rand auf. Gemeinsam suchen sie nach der Ursache für die "Zeitwellen", die in absehbarer Zeit dazu führen werden, dass die Menschheit verschwindet. Dabei müssen sie und einige Begleiter sich gegen die außer Kontrolle geratene Flora und Fauna zur Wehr setzen. Besonders gefährlich sind intelligente Saurier-Primaten-Hybridwesen, die das Team dezimieren. Ryer und Rand erzeugen ein zweites Zeitportal, nachdem sie den Grund für das Zeitparadoxon herausgefunden haben. Ryer reist zum entscheidenden Moment zurück, verhindert das Missgeschick, und informiert eine Kollegin über die Gefährlichkeit der Zeitreisen. Die Safari kehrt in die Gegenwart zurück, die sich normalisiert hat. Jetzt will Ryan versuchen, Hatton das Handwerk zu legen.

Der Film:

Eigentlich hatte ich mir fest vorgenommen, nie mehr "Blindkäufe" zu tätigen, d.h. die Finger von Filmen zu lassen, über die ich nichts weiß. Wäre ich diesem Grundsatz mal treu geblieben! Im Fall von "A Sound of Thunder" hatte ich wohl noch die zugrunde liegende Story von Ray Bradbury im Hinterkopf, deshalb klang der Film für mich interessant. Leider ist er ein totaler Reinfall, und das aus gleich mehreren Gründen. Zunächst einmal klingt die Grundidee ja nicht schlecht. Den Kunden von "Time Safari" wird eine aufregende Jagd vorgegaukelt, man redet ihnen ein, sie seien Pioniere und hätten etwas ganz besonderes geleistet. Dabei wird jede Gruppe zu genau dem gleichen Allosaurier geführt, alles ist genau kontrolliert und das Tier wäre wenig später sowieso gestorben. Das Problem dabei ist: Wenn die Jäger immer zum genau gleichen Moment zurückreisen, dann müssten sie sich dort selbst eigentlich geradezu auf die Füße treten... Auch das Konzept der "Zeitwellen" kommt mir komisch vor. Dass eine Veränderung in der Vergangenheit sich erst nach diversen Verzögerungen auf die Gegenwart auswirkt, klingt unlogisch. Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass der Tod eines einzigen Schmetterlings wirklich so gravierende Auswirkungen haben könnte. Das sind nur die größten Logik-Bugs, die ganze Geschichte ist von vorne bis hinten einfach nur haarsträubend.

Aber über eine bekloppte Story könnte ich ja noch hinwegsehen. Auch die Tatsache, dass alle Schauspieler außer den beiden Hauptdarstellern Edward Burns und Catherine McCormack nur erbärmliche Vorstellungen abliefern (allen voran wieder einmal Ben Kingsley, der sich einfach nicht als Bösewicht eignet) und dass die meisten Dialoge totaler Quatsch sind, könnte man noch verschmerzen. Eine der Szenen, in denen man die Hilflosigkeit der Schauspieler deutlich erkennen kann, ist der Allosaurier-Angriff. Da stehen die Leute regungslos herum (okay, einer tritt ein wenig von einem Bein aufs andere) und scheinen sich zu fragen, wovor sie sich eigentlich fürchten sollen. Ich bin übrigens das eine oder andere Mal zusammengezuckt, als plötzlich Heike Makatsch, Armin Rohde und August Zirner hölzern im Bild herumstolperten, also deutsche Schauspieler, die man hauptsächlich aus TV-Krimis und Sat1-Eigenproduktionen kennt... Nein, all das hätte ich ignorieren können, wenn der Film spannend, oder wenigstens unterhaltsam, oder wenigstens fertig wäre!

Was ich mit "fertig" meine? Nun: Alle digitalen Spezialeffekte wirken so, als hätte man die Produktion einfach in einem frühen Entwurfsstadium gestoppt. Auch die Kulissen, in denen die Schauspieler diverse Male aus fadenscheinigen Gründen herumirren, damit sie von irgendwelchen Monstern gefressen werden können, sehen teilweise unglaublich peinlich aus. Wenn die Schauspieler wieder einmal mit flimmernden Umrissen vor einem deutlich erkennbaren Bluescreen auf der Stelle treten, während sich im Hintergrund irgendwelche schlecht animierten CGI-Objekte bewegen, dann fragt man sich, wann dieser Film eigentlich entstanden ist. 1980? 1990? Schaut man sich einen Film wie Jurassic Park an, der 10 Jahre (!) älter ist, dann kann man auch über die Dinos und diese idiotischen Affen-Echsen-Hybriden nur lachen.

Ich habe gelesen, dass all diese Probleme durch Geldmangel entstanden sein sollen. Grund für die finanziellen Probleme war wohl das Jahrhunderthochwasser des Jahres 2002. Außerdem sollen diverse Produzenten und Regisseure abgesprungen sein. Aber das ist keine Entschuldigung - einen so unfertigen Film sollte man gar nicht erst in den Handel bringen.

Die DVD:

Gut, dass es auf dieser DVD außer einem Trailer keinerlei Extras gibt. So musste ich mir wenigstens nicht noch mehr von diesem Mist antun...

J. Kreis, 22.03.2007
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