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The Call The Call (Japan, 2003)
- Chakushin ari -

DVD - Regionalcode 2, e-m-s
FSK: 16
Laufzeit: ca. 108 Minuten

Extras
"Bei den Dreharbeiten", Trailer, Bio-/Filmografie Takashi Miike (Texttafeln)

Regie:
Takashi Miike

Hauptdarsteller:
Kou Shibasaki (Yumi Nakamura)
Shin'ichi Tsutsumi (Hiroshi Yamashita)
Kazue Fukiishi (Natsumi Konishi)
Mariko Tsutsui (Marie Mizunuma)




Inhalt:

Einige Bekannte der Studentin Yumi Nakamura erhalten mysteriöse Anrufe auf ihre Handy-Mailbox. Die Nachrichten tragen ein zukünftiges Datum, und beim Abhören der Mailbox hören die jungen Leute ihre eigenen Todesschreie. Genau in jener Minute, in der diese Nachrichten abgesandt werden, sterben sie dann tatsächlich. Die Anrufe verbreiten sich auf makabre Weise. Nach jedem Todesfall wählt das entsprechende Handy offenbar selbsttätig eine beliebige Nummer aus seinem Speicher. Im Mund jedes Toten wird außerdem ein Bonbon gefunden. Yumi glaubt nicht an Selbstmorde, zumal sie Augenzeugin eines Todesfalls wird. Das Opfer wird von irgend etwas Unsichtbaren in einen leeren Fahrstuhlschacht gerissen. Natsumi Konishi, eine Freundin Yumis, erhält ebenfalls einen Anruf von sich selbst, diesmal sind aber keine Stimmen zu hören. Dafür sieht man auf dem Handydisplay ein unheimliches Gesicht, das Natsumi anstarrt.

Diese Geschichte ist ein gefundenes Fressen für die Presse. Natsumi wird vor die Kameras gezerrt, ein Exorzist soll den Fluch in einer Livesendung aufheben. Zusammen mit Hiroshi Yamashita, dem Bruder des ersten Opfers, versucht Yumi einzugreifen, doch es ist schon zu spät. Während der Sendung wird Natsumi durch eine unheimliche Macht auf grausige Weise getötet. Yumi und Hiroshi stellen nun eigene Ermittlungen an, weil die Polizei untätig bleibt. Hiroshis Schwester Ritsuko hatte in einer Kinderklinik gearbeitet, in der ein Fall von Kindesmisshandlung bekannt geworden war. Eine gewisse Marie Mizunuma hatte auffällig oft ihre Tochter Nanako eingeliefert. Man war damals davon ausgegangen, Marie habe ihre Tochter misshandelt, um sich dann besonders fürsorglich um sie kümmern zu können. Mimiko, ihre ältere Tochter, war infolge eines Asthmaanfalls gestorben. Gerüchten zufolge soll Marie untätig daneben gestanden haben. Man kann die Frau nicht mehr befragen; sie ist spurlos verschwunden.

Schließlich erhält auch Yumi einen Anruf aus der Zukunft. Als sie die vor einigen Monaten stillgelegte Kinderklinik durchsucht, wird sie von Marie Mizunumas Geist bedrängt. Die Untote gibt sich jedoch zufrieden, als Yumi, die als Kind selbst von ihrer Mutter misshandelt worden ist, ihr versichert, sie werde nicht weglaufen und ein artiges Kind sein. Yumis vorhergesagter Todeszeitpunkt verstreicht, ohne dass etwas geschieht. Alle halten den Fall nun für gelöst, doch dann findet man bei Nanako, die in einer psychiatrischen Klinik lebt, eine Videokassette. Darauf ist zu sehen, dass nicht Marie ihre Tochter misshandelt hat, sondern Mimiko. Auch der Tod Mimikos ist zu sehen. Marie hatte ihr bei dem Asthmaanfall tatsächlich nicht geholfen. In Yumis Wohnung läuft die Uhr plötzlich rückwärts, bis sie wieder den Todeszeitpunkt erreicht hat. Dann erscheint ein geisterhaftes Mädchen - es ist Mimiko. Hiroshi, der erkannt hat, dass Mimiko hinter allem steckt, will Yumi zu Hilfe eilen, wird aber von ihr oder von Mimikos Geist, der ihre Gestalt angenommen hat, niedergestochen. Als er in einem altertümlichen Krankenzimmer erwacht, steckt Yumi ihm lächelnd ein Bonbon in den Mund...

Der Film:

Die letzten Szenen dieses Films sind etwas rätselhaft. Man könnte auch von einem wirren Durcheinander sprechen. Man sieht nicht, was Mimiko mit Yumi macht, und es wird nicht klar, wer Hiroshi niedersticht. Unklar bleibt auch, wo er erwacht. Möglicherweise befindet er sich in seinem "persönlichen Himmel" (dass jeder Mensch einen solchen Himmel hat, erfährt er vom Geist seiner Schwester). Entweder ist es sein eigener, oder aber jener von Yumi, vielleicht auch der von Mimiko. Ob Mimikos rachsüchtiger Geist wirklich existiert, oder ob alle Geschehnisse sich nur im Kopf einer durch traumatische Jugenderlebnisse verrückt gewordenen Yumi abspielen, bleibt genauso fraglich. Im Grunde ist all das auch egal, ebenso wie es egal ist, auf welche Weise der Handyfluch denn nun genau "funktioniert". Man kann sich aber fragen, warum Mimiko sich überhaupt die Mühe mit all diesem Brimborium macht.

Vermutlich soll hier einfach zum x-ten Mal ein Erfolgsrezept kopiert werden, das in den "Ring"-Filmen sowie in Ju-On schon ganz gut funktioniert hat. Man nehme einen unentrinnbaren Fluch, der in irgend einer Weise an einen Gegenstand (Videoband, Haus, Handy) gekoppelt ist und nach einer bestimmten Regel diverse Leute ereilt, füge unheimliche Gestalten (natürlich mit langen schwarzen Haaren) hinzu, die sich unter merkwürdigen Geräuschen auf bizarre Weise bewegen, an unerwarteten Orten auftauchen und damit für den einen oder anderen Schockmoment sorgen, und schon hat man eine Garantie auf Gänsehaut. Man muss zugeben, dass die entsprechenden Szenen ihre Wirkung durchaus nicht verfehlen. Alle Elemente, die der geneigte Horror-Fan erwartet, werden geboten. Wenn Yumi im verlassenen Krankenhaus vom Geist der toten Mutter gejagt wird, dann hätte das eigentlich der Höhepunkt sein sollen - mit dem halbverwesten Leichnam, der sich noch einmal erhebt, überschreitet der Regisseur aber leider die Grenze zur Lächerlichkeit.

"The Call" ist nicht schlecht gemacht. Die Opfer scheiden auf "interessante" Weise aus dem Leben und die Schauspieler agieren immerhin so gut, dass einem ihr Schicksal nicht gleichgültig ist. Es kommt Spannung auf und man gruselt sich schön. Der Horror wird handwerklich perfekt in Szene gesetzt, der Regisseur heißt nicht umsonst Takashi Miike. Allerdings hätte ich von Miike, dem wir ja unter die Haut gehende Werke wie Audition verdanken, dann doch etwas mehr Originalität erwartet. Oder vielleicht einen etwas rabiateren Umgang mit dem Thema. Aber vielleicht ist ja allein schon die Idee, Handys zu Objekten des Terrors zu machen, originell genug. In der Realität wird manch einer von diesen Dingern ja auch ohne rachsüchtige Geister terrorisiert...

Die DVD:

Außer der einfachen DVD gibt es auch eine Doppel-DVD-Version mit mehr Bonusmaterial. Die einfache DVD, für die ich mich entschieden habe, enthält außer einer ca. 8 Minuten langen Featurette mit unkommentierten Szenen von den Dreharbeiten kein erwähnenswertes Bonusmaterial. Die Featurette ist wenig aufschlussreich, zumal es keine Untertitel für die zuweilen eingeblendeten japanischen Schriftzeichen gibt.

J. Kreis, 22.06.2008


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