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10.000 BC 10.000 BC (USA, 2008)

BluRay, Warner Home Video
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 109 Minuten

Extras
"Ein wilder, aber flauschiger Ritt - wie Prähistorisches auf der Leinwand lebendig wird, von Pyramiden bis zu zeitgenössischen Tieren", "Die Inspiration für ein Epos - wie die Geschichte das Drehbuch und das Design beeinflusst", "The History Channel - Eine Reise in die Vergangenheit: 10.000 BC", Alternatives Ende, Zusätzliche Szenen

Regie:
Roland Emmerich

Hauptdarsteller:
Steven Strait (D'Leh)
Camilla Belle (Evolet)
Cliff Curtis (Tic'Tic)
Joel Virgel (Nakudu)
Ben Badra (Anführer der Sklavenjäger)
Mo Zainal (Ka'Ren)
Nathanael Baring (Baku)
Mona Hammond (Alte Mutter)




Inhalt:

10.000 Jahre vor Christi Geburt leben die Menschen vom Stamm der Yaghal in einem Gebirgstal. Ihr wichtigstes Beutetier ist das Mammut, doch Jahr für Jahr kommen weniger Tiere in das Tal. Ein Mädchen mit ungewöhnlich blauen Augen wird in der Wildnis gefunden und in das Dorf gebracht. Sie ist die einzige Überlebende eines anderen Stammes, der von vierbeinigen Dämonen ausgerottet wurde. Alte Mutter, die Schamanin der Yaghal, deutet die Ankunft des Kindes als Vorzeichen großer Veränderungen. Das Mädchen erhält den Namen Evolet. Eines Tages, so prophezeit Alte Mutter, wird ein Held der Yaghal Evolet zur Frau nehmen und den Stamm in ein neues Leben führen. D'Leh, ein etwa gleichaltriger Junge, verliebt sich auf den ersten Blick in Evolet. Einige Zeit später verlässt D'Lehs Vater (der Anführer des Stammes) das Dorf. Niemand außer dem großen Jäger Tic'Tic weiß, dass er sein Volk nicht verraten hat, sondern nach einer Lösung für das Nahrungsproblem suchen wollte. D'Leh leidet unter dem schlechten Ruf seines Vaters und muss sich gegen Ka'Ren durchsetzen, der Evolet ebenfalls begehrt. Als Erwachsener bringt D'Leh ganz allein ein Mammut zur Strecke und erringt dadurch den "Weißen Speer" (das Symbol des Stammesführers) sowie Evolets Hand. Da sein Erfolg aber nicht auf Tapferkeit, sondern auf einem glücklichen Zufall beruht, beansprucht er beides nicht.

Am nächsten Tag überfallen berittene Sklavenjäger (die "vierbeinigen Dämonen") das Dorf, töten einige Bewohner und verschleppen die meisten Jäger. Der Anführer der Sklavenjäger findet Gefallen an der schönen Evolet und nimmt auch sie mit. D'Leh macht sich sofort auf den Weg, um Evolet zu retten. Da der Stamm ohne die Jäger keine Überlebenschance hat, schließen sich Tic'Tic und Ka'Ren ihm an. Der junge Baku, dessen Mutter von den Sklavenjägern getötet wurde, folgt den drei Jägern. Alte Mutter wacht mit ihren Schamanenkräften über die Gruppe. Als der Anführer der Sklavenjäger bemerkt, dass Evolet heimlich eine Spur aus kleinen Schmuckknochen aus einer Kette legt, versetzt er ihr Peitschenhiebe auf die Hände, so dass sie Narben zurückbehält. D'Leh und seine Gefährten folgen den Sklavenjägern über das Gebirge bis in einen Dschungel. Dort befreit D'Leh seine Geliebte im Alleingang, doch die Aktion ist schlecht geplant. Sowohl Evolet als auch Ka'Ren und Baku fallen den Gegnern in die Hände. Tic'Tic wird von Terrorvögeln verwundet, denen D'Leh selbst nur knapp entkommt. In der Nacht versucht D'Leh etwas Wildbret zu erjagen, stürzt aber in eine Fallgrube, in der auch ein Säbelzahntiger gefangen ist. Durch heftige Regenfälle läuft die Grube allmählich mit Wasser voll. D'Leh befreit die eingeklemmte Raubkatze, bevor er sich selbst rettet.

Danach erreichen D'Leh und Tic'Tic eine Siedlung von Menschen, die nicht mehr als Jäger und Sammler leben, sondern Getreide anbauen. Als D'Leh dort erneut dem Säbelzahntiger begegnet und von diesem verschont wird, erfüllt sich eine Prophezeiung des fremden Stammes. Derjenige, der mit dem "Speerzahn" spricht, soll die Menschen von ihren Unterdrückern, den Sklavenjägern, befreien. Nakudu, der Anführer des Stammes der Naku, kannte D'Lehs Vater und hat von diesem die Sprache der Yaghal erlernt. D'Leh erfährt, dass sein Vater schon vor Jahren getötet wurde. Die Naku akzeptieren D'Leh als ihren Befreier und folgen ihm. Die Nachricht über die Ankunft des Befreiers verbreitet sich schnell, so dass sich weitere Stämme bei den Naku einfinden. Ihr Ziel sind die "Berge der Götter": Dorthin werden alle Sklaven verschleppt. D'Leh muss seine Armee durch die Wüste führen, um mit den Sklavenhändlern Schritt halten zu können, denn diese sind nun mit Schiffen unterwegs. Dabei orientiert er sich an einem Stern, der sich anders als alle anderen nicht bewegt. Schließlich sind die "Berge der Götter" in Sichtweite: Gigantische Pyramiden, die von unzähligen Sklaven errichtet werden. Die Arbeiter leben in einer streng bewachten Hüttensiedlung am Rand der Pyramiden. Oberhaupt des Ganzen ist ein geheimnisvolles, von allen gefürchtetes Wesen, das nur unter der Bezeichnung "der Allmächtige" bekannt ist und ein von den Sternen herabgestiegener oder aus einem fremden, untergegangenen Land stammender Gott sein soll.

Während sich D'Leh und Nakudu in die Siedlung schleichen, um mehr über die Verhältnisse vor Ort zu erfahren und einen Aufstand vorzubereiten, wird Evolet heimlich vom Anführer der Sklavenhändler freigekauft. Durch Verrat wird dies den Priestern des Allmächtigen bekannt. Als sie die Narben auf Evolets Händen sehen, halten sie dies für ein Omen, das die Ankunft eines Jägers ankündigt, welcher den Allmächtigen einer Prophezeiung zufolge stürzen wird. Evolet wird dem Allmächtigen vorgeführt. Derweil kehrt D'Leh zu seinen Leuten zurück, doch er wurde beobachtet. Tic'Tic opfert sich, um zu verhindern, dass die Wachen Alarm schlagen. Vor seinem Tod überreicht er D'Leh den Weißen Speer. Am nächsten Tag mischen sich die Krieger unter die Sklaven. D'Leh stachelt die als Arbeitstiere missbrauchten Mammuts zur Raserei auf. Als die Sklaven sehen, wie ihre Wächter vor den tobenden Tieren fliehen, kommt es zur Rebellion. Die Baustelle wird verwüstet, der Mob belagert den Tempel des Allmächtigen. Dieser zeigt sich persönlich, so dass die Reihen ins Wanken geraten. Als der "Gott" mit der Ermordung Evolets droht, ist D'Leh zur Aufgabe bereit - unter der Bedingung, dass die Sklaven freigelassen werden. Davon will der Allmächtige nichts wissen. Daraufhin tötet D'Leh ihn mit einem geschleuderten Speer, womit er unter Beweis stellt, dass der vermeintlich Allmächtige keineswegs ein Gott ist. Nun lassen sich die Sklaven nicht mehr aufhalten.

Im entstehenden Durcheinander durchtrennt der Anführer der Sklavenjäger Evolets Fesseln und will mit ihr fliehen. Sie kann sich zwar befreien, aber der Sklavenjäger streckt sie mit einem Pfeil nieder. Sie stirbt in D'Lehs Armen. Doch die sterbende Alte Mutter holt sie mit ihrem letzten Atemzug ins Leben zurück. Alle Sklaven sind frei, die Yaghal können in ihre Heimat zurückkehren. D'Leh hat von den Naku Saatgut erhalten, das er im Tal der Yaghal anpflanzt. Somit ist sein Stamm nicht mehr auf die Mammutjagd angewiesen.

Der Film:

Das ist eine ziemlich lange Handlungszusammenfassung für einen eigentlich eher belanglosen Film. Dass die Handlung nebensächlich und vorhersehbar ist, kann aber nicht der Grund dafür sein, dass dieser Film sowas wie einen faden Nachgeschmack hinterlässt. Schließlich gibt es viele spannende Filme mit vernachlässigbarer Handlung. Vielleicht liegt es an den durch die Bank geradezu peinlich dümmlichen Dialogen oder dem übertriebenen Pathos, mit dem die Geschichte erzählt wird und das im unpassenden Gegensatz zu Szenen steht, die betont witzig sein sollen, oder (noch schlimmer) unfreiwillig komisch sind. In letztere Kategorie fällt die Figur der "Alten Mutter". Die ständig vor sich hin brabbelnde oder wegen Visionen von D'Lehs gefährlichen Abenteuern aus dem Schlaf schreckende Oma hat ein sehr hohes Nervpotential. Irgendwie habe ich mich zu keinem Zeitpunkt mitgerissen gefühlt, der Funke wollte einfach nicht überspringen.

Dabei empfinde ich es keineswegs als störend, dass man den Film als Fantasy bezeichnen muss (von historischer Korrektheit kann keine Rede sein, zumal man über die damalige Zeit nicht allzu viel weiß), denn ich habe gar nichts dagegen, dass Menschen Seite an Seite mit Säbelzahntigern, zum Pyramidenbau eingesetzten Mammuts, Terrorvögeln usw. agieren. Im Gegenteil; ich finde die Idee, dass die primitiven Stämme von den letzten Atlantern beeinflusst worden sein könnten, und dass sich Reste ihrer Kultur in Ägypten gehalten haben, gar nicht schlecht. Auf die Handlungsschauplätze kann ich mir übrigens keinen Reim machen. Anscheinend sind D'Leh und seine Begleiter nur ein paar Tage unterwegs. Sie verlassen in dieser Zeit ihr eisiges Gebirgstal und erreichen zuerst einen üppigen Dschungel, dann eine Sandwüste. Wo könnten derart unterschiedliche Klimazonen so dicht nebeneinander liegen bzw. gelegen haben? Aber wie gesagt: Betrachten wir den Film als Fantasy, dann sind solche Fragen sowieso egal.

Obwohl die wundervollen Landschaftsaufnahmen, die Flotte der Sklavenjäger und die Pyramiden-Baustelle wirklich beeindruckend sind, können letztlich auch die Schauwerte nicht überzeugen. Das liegt vor allem an den computergenerierten Kreaturen. Die wirken nicht eine Sekunde lang überzeugend. Am ehesten "funktionieren" noch die Terrorvögel, das aber auch nur, weil man nicht so viel von ihnen zu sehen bekommt; sie verstecken sich meist im Bambusdickicht. Die Mammuts jedoch, vor allem aber der Säbelzahntiger, sind einfach nicht glaubwürdig. Und so hübsch Evolet auch sein mag: Ihre blauen Kontaktlinsen stören mehr, als man meinen sollte.

Unterm Strich bleibt nicht viel übrig - ich habe mich nicht gerade zu Tode gelangweilt, aber ein zweites Mal muss ich den Film definitiv nicht sehen!

Die BluRay:

Das auf den Film bezogene Bonusmaterial ist mehr oder weniger vernachlässigbar. Die Featurette "Ein wilder, aber flauschiger Ritt" (ca. 13 Minuten) ist nichts anderes als eine zu Werbezwecken produzierte Zusammenstellung von Filmszenen, Interviewschnipseln und ein bisschen Hinter-den-Szenen-Material. "Die Inspiration für ein Epos" (ca. 13 Minuten) ist schon interessanter, denn hier kommt der Schriftsteller Graham Hancock zu Wort, dessen Bücher Emmerich als Inspirationsquelle für den Film benutzt hat. Hancock geht z.B. in seinem Buch "Die Spur der Götter" davon aus, dass viele Kulturen weltweit aus einer untergegangenen Hochkultur (also so etwas wie Atlantis) hervorgegangen sind. Und genau das wird ja auch im Film thematisiert. Hinzu kommen zehn uninteressante zusätzliche Szenen (die sind teilweise noch unfertig, vor allem CGI-Effekte fehlen) und ein alternatives Ende. In letzterem bekommt man den Erzähler zu sehen. Das ist Omar Sharif, der den gealterten Baku darstellt.

Es ist jedoch auch ein Dokumentarfilm des History Channel vorhanden, der sich mit der Erstbesiedlung Nordamerikas durch Paläo-Indianer am Ende der letzten Eiszeit (also ungefähr zur Handlungszeit des Films) beschäftigt. Dieser Film hat nichts mit "10.000 BC" zu tun, ist 90 Minuten lang (!) und besteht nicht nur aus Aufnahmen von Ausgrabungen und Interviews mit verschiedenen Archäologen, sondern auch aus eigens produzierten Spielszenen mit realen Darstellern. Dabei kommt CGI auf Computerspiel-Niveau zum Einsatz, aber darüber kann man hinwegsehen. Die Dokumentation ist sehr interessant, man erfährt eine Menge über die verschiedenen prähistorischen Kulturen, die sich in Nordamerika entwickelt haben.


J. Kreis, 30.03.2010


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