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Terminator 4 Terminator: Die Erlösung - Director's Cut (USA / GB / D / I, 2009)
- Terminator Salvation -

BluRay, Sony Pictures Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 118 Minuten

Extras
Kinofassung, Featurettes ("Reforging the Future", "The Moto-Terminator", "Focus-Points), Maximum Movie Mode, BDLive-Features ("Cine Chat" und "movie IQ")

Regie:
Joseph McGinty Nichol ("McG")

Hauptdarsteller:
Sam Worthington (Marcus Wright)
Christian Bale (John Connor)
Anton Yelchin (Kyle Reese)
Moon Bloodgood (Blair Williams)
Michael Ironside (General Ashdown)
Bryce Dallas Howard (Kate Brewster Connor)
Helena Bonham Carter (Dr. Serena Kogan)
Jadagrace Berry (Star)




Inhalt:

2003: Marcus Wright wurde wegen Mordes zum Tode verurteilt. Kurz vor seiner Hinrichtung überschreibt er seinen Körper der Wissenschaft. Dr. Serena Kogan, eine schwer krebskranke Mitarbeiterin der Firma Cyberdyne Systems, hatte ihn schon mehrfach um diesen Gefallen gebeten. Sie braucht Wrights Körper für ihr Forschungsprojekt, dessen Ziel darin besteht, den Tod zu besiegen. Wenig später wird Cyberdyne Systems vom Militär übernommen. "Skynet" wird entwickelt, eine Künstliche Intelligenz, die mit allen militärischen Computersystemen vernetzt ist. Nach ihrer Aktivierung wird sich die KI ihrer selbst bewusst. Sie betrachtet ihre Schöpfer als Bedrohung und löscht einen Großteil der Menschheit durch einen globalen nuklearen Erstschlag aus. Nach diesem "Judgment Day" konstruiert Skynet immer neue Modelle von Kampfmaschinen, unter anderem humanoide Roboter, die bei den Menschen unter dem Namen "Terminator" bekannt und gefürchtet sind. Das Ziel der Maschinen besteht in der vollständigen Vernichtung der letzten Überlebenden, doch die leisten hartnäckig Widerstand, obwohl die einzelnen Gruppen weit verstreut sind. Sie werden vor allem durch die Funkbotschaften eines charismatischen Widerstandskämpfers namens John Connor zusammengehalten, der eine eigene Geheimbasis in Nordamerika hat.

2018: John Connor nimmt am Angriff auf eine riesige Satelliten-Kommunikationsanlage Skynets teil. Dort sind Menschen eingesperrt, denn Skynet tötet seine Feinde nicht nur, sondern macht auch Gefangene, um Biomaterial für die Herstellung des neuen Terminator-Typs T-800 zu gewinnen. Die Aktion endet zwar in einem Debakel (niemand außer Connor überlebt), doch es können wichtige Daten erbeutet werden: Nicht nur die Baupläne für den T-800, sondern auch die Frequenz eines Funksignals, mit dem Skynet sein robotisches Heer steuert. Tests beweisen, dass man damit alle feindlichen Maschinen deaktivieren kann. Dies will General Ashdown, der alle Aktionen des Widerstands von einem U-Boot aus koordiniert, für einen Generalangriff auf die Skynet-Basis in San Francisco nutzen. Connor erfährt, dass Skynet eine Liste zu eliminierender Personen erstellt hat. Nr. 2 auf dieser Liste ist Connor selbst. Nr. 1 ist Kyle Reese, sein Vater, der 2018 noch nicht zum Widerstand gehört und noch nicht ins Jahr 1984 zurückgereist ist, um Sarah Connor vor einem ebenfalls zeitgereisten Terminator zu schützen. Offenbar will Skynet Kyles Zeitreise und damit auch John Connors Zeugung verhindern. Connor setzt nun alles daran, Kyle zu finden und in Sicherheit zu bringen. Außerdem fordert er die Widerstandsgruppen auf, Ashdowns Angriffsbefehl zunächst nicht auszuführen, denn die Vernichtung der Skynet-Basis würde den Tod für die vielen Menschen bedeuten, die dort gefangen gehalten werden. Connor will zuvor versuchen, diese Menschen zu befreien.

Kurz nachdem Connor die explodierende Skynet-Kommunikationsanlage verlassen hat, taucht dort ein völlig verwirrter Mann auf. Es ist Wright - seine Erinnerungen enden zwar mit der tödlichen Injektion im Gefängnis, aber er ist quicklebendig. Allerdings hat er keine Ahnung, wo und in welcher Zeit er sich befindet, und läuft im zerstörten Los Angeles direkt einem T-600 in die Arme. Kyle Reese rettet Wright und klärt ihn über die aktuellen Verhältnisse auf. Wright, der nicht weiß, wer oder was er ist, will zu Skynet vordringen, um Antworten zu finden. Kyle und Star, ein stummes kleines Mädchen, schließen sich Wright eher unfreiwillig an. Sie werden von Skynets Jägern verfolgt. Kyle und Star werden nach San Francisco verschleppt. Wright entkommt den Jägern. Zwei Flugzeuge, die von Connor zur Rettung der Gefangenen entsandt worden sind, werden abgeschossen. Die Pilotin Blair Williams überlebt den Absturz und begegnet Wright, der sie vor zudringlichen Plünderern schützt. Sie nimmt ihn mit in Connors Basis, doch als die beiden das davor liegende Minenfeld durchqueren, reagieren die magnetischen Sprengkörper auf Wright. Durch die Explosion wird offenbar, was er wirklich ist: Ein Mischwesen mit menschlichem Hirn und Herzen, einem superstarken Maschinenkörper und einem Kontrollchip im Kopf.

Da man Wright nicht glaubt, dass er trotz seines teilweise künstlichen Körpers ein menschliches Wesen mit echten menschlichen Gefühlen ist, wird seine Demontage vorbereitet. Connor ist verwirrt, denn von einem Wesen wie Wright hat seine Mutter ihm nie etwas berichtet. Blair, die Wright besser kennengelernt hat, befreit den Gefangenen. Connor verfolgt Wright persönlich. Der rettet ihm allerdings das Leben und macht ihm klar, dass nur er Connor in die Skynet-Basis bringen kann. Wright dringt in die Basis ein und ermöglicht dem allein nachfolgenden Connor den Zugang. Während Connor die Gefangenen befreit und nach Kyle Reese sucht, klinkt sich Wright in Skynet ein. Er erfährt, dass er ein Infiltrator-Prototyp ist, und dass er seine Aufgabe zur Zufriedenheit Skynets erfüllt hat: Sowohl Reese als auch Connor sind in Skynets Hand. Wright sieht auf einem Bildschirm, wie die beiden von T-800-Robotern (Modell 101) angegriffen werden. Auch das vom Widerstand entdeckte Funksignal gehört zu Skynets Plänen, denn es kann zur Quelle zurückverfolgt werden. Ashdowns U-Boot wird vernichtet, so dass der Widerstand führungslos ist. Wright ist jedoch immer noch er selbst. Er reißt sich den Kontrollchip heraus und eilt Connor zu Hilfe. Er kann aber nicht verhindern, dass ein T-800 Connors Brust mit einem Metallträger durchbohrt.

Inzwischen sind Connors Kämpfer eingetroffen. Sie evakuieren die Gefangenen und bringen auch Connor, Reese und Wright in Sicherheit. Die Skynet-Basis vergeht in einer gewaltigen Atomexplosion. Doch John Connor liegt im Sterben, sein Herz ist zu schwer verletzt. Da trifft Wright eine menschliche Entscheidung: Er bittet Kate, Connors Frau, sein Herz in die Brust des Sterbenden zu verpflanzen, obwohl dies seinen eigenen Tod bedeutet. Connor überlebt und verkündet, dass zwar eine Schlacht gewonnen sei, der Krieg gegen die Maschinen aber gerade erst begonnen habe...

Der Film:

In allen früheren "Terminator"-Filmen hat man stets nur kurze Szenen des zukünftigen Krieges der Menschen gegen die Maschinen zu sehen bekommen. Die waren jedes Mal besonders interessant, und zumindest ich habe mir immer einen Film gewünscht, der ganz in dieser Epoche spielt. Dieser Wunsch wurde mit "Terminator: Die Erlösung" (T4) erfüllt. Aber wie's mit der Erfüllung von Wünschen oft der Fall ist: Zufrieden bin ich trotzdem nicht. Genauer gesagt bin ich sogar eher enttäuscht. Vielleicht waren die Erwartungen einfach zu hoch, vielleicht liegt es aber auch daran, dass wir in T4 noch gar nicht den Höhepunkt dieses Krieges erleben, und dass John Connor erst noch zu jenem legendären Anführer des Widerstands werden muss, für den sich Kyle Reese gegenüber Sarah Connor in Terminator begeistert hat.

Die Handlung der ersten drei "Terminator"-Filme wird offensichtlich als bekannt vorausgesetzt. Für Fans wie mich, die jeden dieser Filme mehrmals gesehen haben, ist das kein Problem. Alle anderen werden nicht wissen und im Verlauf des Films auch nicht erfahren, wer John Connor und Kyle Reese eigentlich sind, warum sie unbedingt überleben müssen und so weiter. Ihre Vorgeschichte (bzw. das, was sie in der Relativzukunft und -vergangenheit dieses Films erst noch tun müssen oder werden getan haben müssen - verzwickte Sache, solche Zeitreisegeschichten) wird ebenso wenig erklärt, wie diese Figuren eine Entwicklung durchmachen. Sie sind einfach da, und wer sie nicht kennt, der wird sich zum Beispiel fragen, warum alle Widerstandskämpfer lieber auf diesen wortkargen, eher unsympathischen John Connor hören, als die Befehle ihrer eigentlichen Anführer zu befolgen. Christian Bale schafft es leider fast gar nicht, etwas von dem Charisma rüberzubringen, das diese Figur haben müsste. Aus der ersten Begegnung Connors mit Reese hätten sich interessante Konflikte ableiten lassen können - wo bleibt zum Beispiel der freie Wille, wenn jetzt schon feststeht, dass Kyle Reese in die Vergangenheit reisen und Sarah Connor, Johns Mutter, schwängern wird? Alles kein Problem: Kyle hat schließlich keinen sehnlicheren Wunsch, als dem Widerstand beizutreten und seinem Idol (John Connor) jeden Wunsch von den Augen abzulesen.

Connor und Reese stehen aber auch gar nicht so sehr im Mittelpunkt. Marcus Wright ist eigentlich die zentrale Figur des Films. Aber auch er wird ziemlich stiefmütterlich behandelt. Hat er wirklich Morde begangen und warum? Oder wurde er zu Unrecht verurteilt? Das hätte man doch gern erfahren. Man muss einfach als gegeben hinnehmen, dass er nach seiner Auferstehung irgendwie "geläutert" wurde. Welche Ziele er eigentlich verfolgt und warum, bleibt unklar. Warum ist es ihm so wichtig, Kyle Reese zu retten, den er doch gar nicht kennt? Gut - dass er unbedingt in die Skynet-Zentrale eindringen will, um zu erfahren, wer oder was er ist, kann man nachvollziehen. Seine Lösung von Skynet läuft dann aber wieder viel zu einfach ab, genauso, wie er seine Existenz als Cyborg nach ein bisschen Geplärr zu schnell problemlos akzeptiert. Die "menschliche Seite" bleibt in diesem Film trotz bemüht wirkender Versuche (die aufkeimende Liebesbeziehung zwischen Wright und Blair Williams) weitgehend außen vor. Es agieren nur noch Pappkameraden, eindimensionale Heldenschablonen, die den Zuschauer kaum für sich einnehmen können. Wright wird ja am Ende ohnehin abserviert. Andererseits scheint Skynet Wrights Bewusstsein in beliebig viele Cyborg-Körper transferieren zu können... also muss sein Tod nicht endgültig sein. Leider fehlt auch ein starker Gegner - die gesichtslose KI Skynet und ihre metallenen Schergen entfalten viel zu wenig Bedrohungspotential.

An der "technischen Seite" gibt es dagegen nichts auszusetzen. Die Action geht durchweg in Ordnung, wenn man sich auch ein bisschen was anderes gewünscht hätte als ein paar Straßenkämpfe, die irgendwie verdächtig nach Mad Max und Transformers aussehen. Merkwürdigerweise tauchen am Schluss, wenn die Skynet-Basis endlich gestürmt wird, gar keine Roboter mehr auf. Wo sind sie denn alle, die erbarmungslosen Kampfmaschinen? Die Menschen scheinen in der Basis größtenteils ungestört schalten und walten zu können. Bis dahin durfte man ein paar neue Robotertypen und zwar gut gemachte, insgesamt aber einfallslose Endzeitszenarien (Ruinenfelder, Militärlager, Ödland) bewundern. Für eine einzige Szene hat sich der Film dann aber doch gelohnt. Ich meine natürlich den Auftritt des ersten fertig gestellten T-800-Terminators vom Modell 101. Mit anderen Worten: Arnie kehrt zurück! Oder wenigstens sein per CGI eingefügtes Gesicht, relativ jugendlich und mit der Frisur, die er zu Beginn des ersten Terminator-Films hatte. Ein genialer Moment, bei dem es seinerzeit, als ich den Film im Kino gesehen habe, spontanen Applaus gegeben hat. Kundige Fans werden sich außerdem über unzählige Anspielungen und Zitate freuen. Die Spezialeffekte sind erste Sahne: Viele tolle Modelle und Miniaturen, echte Explosionen und perfekt eingesetzte CGI. Das reicht aber bei weitem nicht, um aus T4 eine würdige Fortsetzung zu machen.

Übrigens: Woher weiß Skynet, dass Kyle Reese John Connors Vater ist? Im ersten Film wurde gesagt, alle Informationen über Connors Familie seien im Krieg gegen die Maschinen verloren gegangen, nur Name und Aufenthaltsort seiner Mutter seien bekannt gewesen.

Die BluRay-Disc:

Schon lustig: Da werden ein paar im Grunde überflüssige Filmszenen entfernt, damit das Werk im Kino mit einer niedrigeren Altersfreigabe laufen kann. Für die BluRay-Veröffentlichung werden die Szenen wieder eingefügt, und dann bezeichnet man das Ganze großspurig als "Director's Cut". Das ist zwar nicht gelogen, wenn die ungeschnittene Fassung den ursprünglichen Vorstellungen des Regisseurs entspricht, aber die Bezeichnung ist zumindest irreführend. Schließlich ist der DC von T4 gerade mal knapp drei Minuten länger als die Kinoversion und enthält nur ein bisschen mehr Action und Gewalt, außerdem entledigt sich Moon Bloodgood einmal ihrer Oberbekleidung, ohne allerdings wirklich etwas zu zeigen. Ob die Szenen nun drin sind oder nicht - das ist völlig egal. Mit ihnen wird T4 jedenfalls nicht zu einem besseren oder auch nur erkennbar anderen Film. Man kann das mit dieser BluRay gut vergleichen, denn neben dem DC liegt auch die kürzere Kinofassung vor.

Der größte Batzen an Bonusmaterial ist direkt in den Film integriert. Aktiviert man den "Maximum Movie Mode", dann kommentiert der Regisseur den gesamten Film, und per Bild-im-Bild-Funktion werden die Dreharbeiten zu der aktuellen Szene gezeigt, Storyboards, Bilder, Entwürfe usw. können ausgewählt werden und dergleichen mehr. Hinzu kommen die separat abrufbaren Featurettes "Reforging the Future" (ca. 19 Minuten) und "The Moto-Terminator" (ca. 8 Minuten) sowie elf so genannte "Focus Points" (Laufzeit insg. ca. 30 Minuten). All diese Beiträge sind Zusammenstellungen aus Filmszenen, Interviews, Hinter-den-Szenen-Material usw. zu bestimmten Themen. Man erhält einen guten Eindruck davon, wie viel Wert auf "traditionelle" Spezialeffekte gelegt wurde. Das sieht man dem Film deutlich an; computergenerierte Effekte wurden soweit möglich nur unterstützend eingesetzt. So mancher Effekt, den ich für CGI gehalten hatte (z.B. die Explosion der Skynet-Zentrale am Ende) wurde mit Miniaturen erzielt. Toll gemacht!

Die BD-Live-Features nutze ich nicht, kann sie daher nicht kommentieren.

J. Kreis, 27.01.2010


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