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Superman returns Superman returns (USA, 2006)

DVD - Regionalcode 2, Warner Home Video
FSK: 12
Laufzeit: ca. 148 Minuten

Extras
Making of Superman returns, Die Auferstehung von Jor-El, Zusätzliche Szenen, Trailer

Regie:
Bryan Singer

Hauptdarsteller:
Brandon Routh (Kal-El / Clark Kent / Superman)
Kate Bosworth (Lois Lane)
Kevin Spacey (Lex Luthor)
Parker Posey (Kitty Kowalski)
James Marsden (Richard White)
Tristan Lake Leabu (Jason White)




Inhalt:

Als Astronomen die Überreste Kryptons entdecken, bricht Superman dorthin auf. Er will sich mit eigenen Augen davon überzeugen, dass seine eigentliche Heimatwelt nicht mehr existiert. Er bringt es nicht einmal über sich, sich von Lois Lane zu verabschieden. Dadurch erhält die Beziehung der beiden natürlich einen gehörigen Dämpfer, zumal Superman jahrelang verschwunden bleibt. Es zeigt sich, dass die Menschheit ihre Probleme auch ohne die Hilfe eines Superhelden bewältigen kann - wenn auch mit großen Schwierigkeiten. Lois schreibt daraufhin einen Artikel mit dem Titel "Warum die Welt Superman nicht braucht", für den sie den Pulitzerpreis erhält. Sie verlobt sich mit Richard White, dem Neffen ihres Chefs, und bekommt ein Kind, den kleinen Jason. Lex Luthor gelingt es mit Hilfe einer superreichen alten Dame, die er später beerbt, aus dem Gefängnis freizukommen. Da Superman abwesend ist, dringt Luthor in die Festung der Einsamkeit ein, deren Standort er ja kennt. Dort entwendet er Kristalle, in denen das gesamte Wissen des Volks von Krypton gespeichert ist. Er versammelt einige Schwerverbrecher um sich und macht sich wieder einmal an die Verwirklichung seiner alten Pläne. Wirft man nämlich einen der kryptonischen Kristalle ins Wasser, dann setzt ein rasantes Wachstum ein. Auf diese Weise will Luthor einen neuen Kontinent erschaffen, der ihm allein gehören soll. Dass bei diesem Vorhaben fast ganz Nordamerika überflutet werden würde, stört ihn nicht.

Nach fünf Jahren kehrt Superman zur Erde zurück. Perry White erlaubt Clark Kent, seine alte Tätigkeit beim Daily Planet wieder aufzunehmen. Am gleichen Tag führt Lex Luthor einen ersten Test durch, für den er nur einen winzigen Splitter des Kristalls verwendet. Dabei kommt es im ganzen Gebiet von Metropolis zu einem Stromausfall. Auch ein neuartiges Space Shuttle, das gerade einen Testflug absolviert und auf dem Rücken eines Passagierflugzeugs in höhere Schichten der Atmosphäre getragen wird, ist davon betroffen. Das Shuttle kann nicht abkoppeln, die Zündung seiner Triebwerke kann auch dann nicht abgebrochen werden, als wieder Energie verfügbar ist. Beide Fluggeräte drohen zerrissen zu werden. Die Passagiere des Flugzeuges sind Journalisten, eine davon ist Lois. Superman greift ein und verhindert den Absturz. Er setzt das Flugzeug mitten in einem Football-Stadion ab und sorgt für eine gewaltige Sensation. Die ganze Welt bejubelt seine Rückkehr, nur eine Person ist nicht so glücklich darüber: Lois. Sie merkt allmählich, dass ihre Gefühle für Superman, der sie ebenfalls noch immer liebt, stärker sind als die für Richard.

Damit Superman Luthors Pläne nicht durchkreuzen kann, stiehlt dieser einen Meteoriten aus einem Museum, der grünes Kryptonit enthält. Seine Leute sorgen derweil für Ablenkung. Unter anderem rast Luthors Freundin Kitty Kowalski eher unfreiwillig mit ihrem Auto durch die Stadt; Luthor hat die Bremsleitungen durchtrennt. Superman rettet sie und legt den anderen Schurken das Handwerk, die mit einer Maschinenkanone um sich schießen. Luthors Pläne gehen dennoch auf. Mit dem größten Teil des Kryptonits ummantelt er den Kristall, aus dem das neue Land entstehen soll. Einen handlichen Splitter behält er zurück. Lois, die von Perry White natürlich auf Superman angesetzt wird, recherchiert heimlich wegen des rätselhaften Stromausfalls. So kommt sie zwangsläufig Lex Luthor in die Quere. Als sie in Luthors Yacht herumschnüffelt, wobei sie ihren fünfjährigen Sohn im Schlepptau hat, fällt sie dem Verbrecher in die Hände. Die Yacht ist bereits auf dem Weg, um den Kristall im Meer zu versenken. Als die neue Landmasse entsteht, verbindet sich der Kristall mit dem Kryptonit. Schockwellen rasen durch die Erdkruste und richten schwere Schäden in Metropolis an. Es gelingt Lois gerade noch, einen Hilferuf zum Daily Planet zu faxen, doch der Gangster, der sie bewacht, bemerkt dies. Als er sie töten will, wird er von einem Klavier erschlagen - der kleine Jason hat es auf ihn geschleudert. Offenbar ist nicht Richard der Vater des Jungen...

Luthor und seine Leute verlassen die Yacht. Richard, der Lois' Hilferuf mit seinem Wasserflugzeug gefolgt ist, befreit sie. Das Schiff wird von einer wachsenden Felsnadel aufgespießt. Es zerbricht und versinkt. Im letzten Moment erscheint Superman und befreit seine Freunde. Während Richard seine Verlobte und das Kind mit dem Flugzeug in Sicherheit bringt, stellt Superman sich Luthor entgegen. Aber auf der von Kryptonit durchsetzten Landmasse verliert er all seine Kräfte. Er wird halbtot geprügelt, Luthor rammt ihm den Kryptonitsplitter in den Rücken. Superman versinkt im Meer. Lois und Richard, die gerade rechtzeitig zurückgekehrt sind, retten ihn. Superman erholt sich schnell. Jetzt trennt er den gewaltigen, immer noch wachsenden Felsblock aus dem Meeresboden und schleudert ihn ins All, wobei das Kryptonit ihm erneut zusetzt. Luthor und Kitty müssen mit einem Hubschrauber fliehen. Kitty, die Luthors Vorgehensweise missbilligt, sorgt dafür, dass er die Kristalle nicht mehr nutzen kann. Der bewusstlose Superman stürzt auf die Erde zurück. Er wird ins Krankenhaus eingeliefert, da er nicht wieder zu Bewusstsein kommt - ein Stück des Kryptonitsplitters steckt immer noch in der Wunde. Als dieser entfernt ist, kommt Superman wieder zu sich. Er besucht Jason, denn ihm ist klar geworden, wessen Sohn das Kind wirklich ist. Er mischt sich aber nicht in die Beziehung zwischen Lois und Richard ein. Luthor und Kitty dürfen derweil auf einer winzigen Insel schmoren, denn ihnen ist der Sprit ausgegangen...

Der Film:

Kennt ihr dieses Gefühl? Ihr habt gerade einen Film gesehen, der zwar nicht schlecht war oder vielleicht sogar einige tolle Momente hatte - dem aber irgendwie der richtige Biß, der letzte Kick gefehlt hat? Genau so geht es mir bei "Superman returns". Dabei fängt er toll an, denn die Eröffnungstitel, die man während einer toll gemachten Reise durchs All von Krypton bis zur Erde sieht, sind an das Design der alten Filme angelehnt, und es erklingt die bekannte, mitreißende Superman-Hymne. Wer die alten Filme kennt, wird dadurch bestens auf den Film eingestimmt. Aber vielleicht ist die Verwendung dieser alten Elemente schon gleich ein Hinweis auf eine der Schwächen des Films: Es werden nur altbekannte Schemata wiederholt. Wieder einmal ist Lex Luthor der Gegner. Der wird wieder einmal von einer etwas überkandidelten jungen Dame begleitet. Seine Pläne bestehen erneut darin, neues Land zu erschaffen (was er mit diesem häßlichen, unwirtlichen und viel zu zerklüfteten Brocken anfangen will, ist eine gute Frage von Lois, die Lex nicht beantworten kann). Erneut liegt der Schwerpunkt des Films auf der problematischen Beziehung zwischen Lois und Superman, diesmal wird das Ganze nur durch einen Verlobten und ein Kind komplizierter gemacht. Und wie so oft muss Kryptonit her, damit der ansonsten unbesiegbare Superman überhaupt angekratzt werden kann. All das hat man in ähnlicher Form schon einmal gesehen, es gibt keine neuen Ansätze (bis auf die Messias-Thematik, auf die ich noch eingehe), keine überraschenden Wendungen in der Handlung, keine neuen Ideen. Das ist schon sehr ärgerlich.

Superman ist derart übermächtig, dass man immer einen Kunstgriff braucht, damit er seine Kräfte verliert und dadurch auf Augenhöhe mit seinen Kontrahenten gebracht wird. Im Vollbesitz seiner Kräfte kann er von keinem Gegner in Gefahr gebracht werden - es sei denn, der Gegner hätte genau die gleichen Kräfte, aber dieses Thema ist ja schon in Superman II, an den dieser Film mehr oder weniger nahtlos anschließen soll, abgehandelt worden. Ein normaler Mensch wie Lex Luthor eignet sich ganz einfach nicht als adäquater Gegner für Superman, schon gar nicht, wenn er keinen erkennbaren Gebrauch von seinem angeblich so genialen Verstand macht. Da kann Kevin Spacey, den ich in der Rolle des Lex Luthor eigentlich ganz gut finde, sich noch so sehr anstrengen. Er wirkt fast wie eine Witzfigur - wieder eine Übereinstimmung mit den alten Filmen, denn da hatte Gene Hackman genau das gleiche Problem. Tja, und damit verliert der ganze Film seinen Reiz. Schließlich interessieren bei einem Superman-Film (seien wir ehrlich) nicht so sehr irgendwelche Beziehungskisten. Nein, in einem solchen Film wollen wir sehen, wie unser Held seine fantastischen Kräfte und Fähigkeiten einsetzen muss, um die Welt zu retten. Okay, das macht er ja auch, und die entsprechenden Spezialeffekte wissen durchaus zu überzeugen. Aber als zentraler Konflikt reicht die - zudem aufgewärmte - Geschichte mit Lex Luthor schlicht und ergreifend nicht für einen zweieinhalb Stunden langen Film aus.

Ein weiteres Problem, das ich mit dem "neuen" Superman habe: Die Bezugnahmen auf die christliche Religion sind viel zu deutlich. Da spricht Jor-El davon, dass er Kal-El, seinen einzigen Sohn (sic!) zur Erde geschickt habe, um die zwar zum Guten fähige, aber labile Menschheit zu erretten. Natürlich ist Superman die Personifizierung des Guten, d.h. er kann praktisch keine Sünde begehen. Außerdem kann er Wunder bewirken. Welche Person aus dem Neuen Testament fällt uns da sofort ein? Zu guter Letzt fällt Superman in der Pose eines Gekreuzigten aus dem Himmel zur Erde hinab, stirbt scheinbar, ersteht aber bald (etwa nach 3 Tagen?) wieder von den Toten auf und fährt erneut gen Himmel. Sorry, aber das ist so dick aufgetragen, dass es weht tut. Vielleicht ist Superman als Held für die heutige Zeit einfach zu sauber, zu makellos. Selbstzweifel, düstere Seiten oder ähnliches, was seinen Charakter interessanter machen könnte, sind ihm fremd...

Weil das alles so negativ klingt, hier noch ein bisschen Lob: Brandon Routh war meiner Meinung nach eine sehr gute Wahl für Superman und eine noch bessere für Clark Kent. Seine Ähnlichkeit mit Christopher Reeve in den Clark-Kent-Szenen ist geradezu verblüffend. Supermans erster Einsatz, also die Rettung des Flugzeugs, finde ich klasse. Die Landung im Stadion mit den in Jubel ausbrechenden Zuschauern - einfach toll, da hätte ich seinerzeit im Kino beinahe selbst applaudiert. Leider war's das dann auch fast schon wieder, im weiteren Verlauf des Films gibt es erst beim Erdbeben in Metropolis noch einmal ähnlich gute Szenen. Und natürlich die Sache mit der an Supermans Auge plattgedrückten Pistolenkugel - besser kann man seine Unverwundbarkeit wohl nicht verdeutlichen. Recht nett finde ich auch den Rückblick in Supermans Jugend. Schade nur, dass man dem Superman-Modell in manchen Flugszenen sehr deutlich ansieht, dass es sich um eine Computergrafik handelt (mist, ich wollte doch Lob verteilen).

Insgesamt muss man sagen, dass "Superman returns" leider nichts besonderes ist. Es ist sozusagen ein Mittelklasse-Superheldenfilm mit einigen Längen. Trotzdem ist es schön, den Mann im blauen Strampelanzug wieder fliegen zu sehen.

Die DVD:

Das fast drei Stunden lange Making of mit dem Titel "Requiem for Krypton" ist in mehrere Teile untergliedert, die man einzeln anwählen oder alle gemeinsam abspielen kann. Das Making of liegt in englischer Sprache mit deutschen Untertiteln vor. Die Dokumentation - diese Bezeichnung verdient dieser mehr als abendfüllende Beitrag wirklich - wurde offenbar von einem eigens dafür abgestellten Team gedreht, das in der Vorproduktionsphase und während der gesamten Dreharbeiten anwesend war. Es fehlen zwar wichtige Bestandteile der Entstehungsgeschichte, denn mit dem Ende der Dreharbeiten ist auch die Dokumentation zu Ende, d.h. es ist nichts über die Entstehung der (digitalen) Spezialeffekte, die Komposition der Filmmusik, den Schnitt und dergleichen enthalten. Aber alles andere (Proben, Set-/Kostümdesign, Besprechungen, Bauarbeiten, Stunts usw.) wird so ausfühlich gezeigt und kommentiert, dass man sich ein sehr gutes Bild davon machen kann, wie so eine große Produktion entsteht und wie viele Leute daran beteiligt sind. Viele kleine Details, die man während des Films vielleicht gar nicht wahrnimmt, werden genau erklärt. Natürlich kommen auch die Scherze der Schauspieler und des Produktionsteams nicht zu kurz.

Das Making of konzentriert sich zwar auf Bryan Singer, aber auch Brandon Routh und die anderen Schauspieler haben ihre Momente. Kevin Spacey schießt den Vogel ab: Er fährt mit einem umgebauten Golf-Wägelchen durch die Sets (das Ding hat aufgemalte Kryptonitstreifen und zieht eine Superman-Puppe an einer Kette hinter sich her) und brüllt "Superman must die" oder ähnliches durch ein Megaphon! Während des Abspanns dieses Beitrags bekommt man einige richtig witzige Outtakes (schiefgegangene Szenen) zu sehen.

Hinzu kommt ein 4 Minuten langer Clip, in dem gezeigt wird, wie eine Original-Aufnahme von Marlon Brando, die seinerzeit für den ersten Superman-Film gemacht worden war, digital überarbeitet werden musste, damit Jor-El eine einzige neue Textzeile sprechen konnte: "You do not remember me". Recht interessant sind auch die zwölf nicht verwendeten Szenen. Einige davon, z.B. solche mit Lex Luthor, sind recht kurz und eher uninteressant. Es gibt aber auch längere Szenen, die hauptsächlich auf der Farm von Clark Kents "Mutter" spielen. Man erfährt, dass die alte Dame sich inzwischen mit einem gleichaltrigen Mann trifft (das erklärt das Scrabble-Brett und das wegfahrende Auto am Anfang), was bei Clark, der an seinen verstorbenen Vater denkt, offenbar ein bisschen Erbitterung hervorruft. Martha Kent muss Clark sogar ein wenig ins Gewissen reden, damit er in Betracht zieht, doch wieder sein Leben in der Stadt aufzunehmen. Zu guter Letzt erfährt man noch, dass die aus dem Krypton-Kristall entstandene Insel auch im All noch weiter wächst...

J. Kreis, 02.08.2007
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