Star Wars Episode II


Star Wars Episode II - Angriff der Klonkrieger (USA, 2002)
- Star Wars Episode II: Attack of the Clones -

DVD - Regionalcode 2, Fox Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 137 Minuten

Extras
- Audiokommentar
- Exklusiv-Dokumentation zu acht unveröffentlichten Szenen
- "Von Puppen zu Pixeln"
- "Neuester Stand der Technik: Die Previsualisierung von Episode II"
- "Filme warten nicht auf die Veröffentlichung, sie gehen ihren Weg"
- 3 Featurettes
- 12 Internet-Clips
- Special: "R2D2: Unter der Kuppel"
- Vorher-Nachher-Montage der visuellen Effekte von ILM
- Musikvideo "Across the Stars" von John Williams
- Teaser, Trailer und TV-Spots
- Foto- und Bildergalerien
- DVD-ROM-Internetlinks

Regie:
George Lucas

Hauptdarsteller:
Ewan McGregor (Obi-Wan Kenobi)
Hayden Christensen (Anakin Skywalker)
Natalie Portman (Padmé Amidala)
Ian McDiarmid (Kanzler Palpatine / Darth Sidious)
Christopher Lee (Count Dooku / Darth Tyranus)
Samuel L. Jackson (Mace Windu)
Temuera Morrison (Jango Fett)




Inhalt:
Zur Vorgeschichte siehe Episode I.


Zehn Jahre nach der Befreiung Naboos naht das Ende der alten Republik. Unter der Führung von Graf Dooku, einem ehemaligen Jedi, bedrohen Separatisten den Frieden. Da die Jedi nicht in der Lage zu sein scheinen, die Situation allein unter Kontrolle zu halten, erwägt der Senat die Aufstellung einer eigenen Armee. Amidala, inzwischen Vertreterin ihres Heimatplaneten im Senat, reist zur Abstimmung über dieses Vorhaben nach Coruscant. Bei ihrer Ankunft entgeht sie nur knapp einem Mordanschlag. Daraufhin werden ihr auf Drängen des Kanzlers zwei Leibwächter zur Seite gestellt. Der Jedi-Ritter Obi-Wan Kenobi und dessen Schüler Anakin Skywalker übernehmen diese Aufgabe. In Anakin wird dadurch ein innerer Zwiespalt ausgelöst, denn er liebt Amidala, obwohl er sie seit zehn Jahren nicht mehr gesehen hat. Als Jedi muss er diese Gefühle jedoch unterdrücken, außerdem ist Amidala als Senatorin ohnehin unerreichbar für ihn. Schon in der ersten Nacht wird ein zweites Attentat verübt. Die Jedi verhindern das Schlimmste und stellen den Killer, eine Gestaltwandlerin, die im Auftrag eines Kopfgeldjägers handelt. Bevor sie den Namen des Unbekannten aussprechen kann, wird sie durch einen aus der Ferne abgefeuerten Giftpfeil getötet.

Da Amidala auf Coruscant in ständiger Gefahr schwebt, reist sie insgeheim zurück nach Naboo, begleitet von Anakin und R2-D2. Der Jedi-Rat erteilt Obi-Wan den Auftrag, den Kopfgeldjäger zu finden. Einziger Anhaltspunkt ist der Giftpfeil. Dieser wurde einem Informanten Obi-Wans zufolge auf dem Planeten Kamino hergestellt. Das Jedi-Archiv enthält keine Aufzeichnungen über diese Welt - offensichtlich wurden die Daten gelöscht. Als Täter kommt nur ein Jedi in Frage. Obi-Wan kann die Position des Planeten dennoch ausfindig machen. Am Ziel angekommen, muss Obi-Wan erkennen, dass die Pläne zur Aufstellung republikanischer Streitkräfte schon viel weiter gediehen sind als gedacht. Tatsächlich haben die Kaminoaner schon auf die Ankunft eines Jedi gewartet, denn sie wurden bereits vor zehn Jahren von einem Jedi-Meister namens Sifo-Dyas im Namen der galaktischen Republik beauftragt, eine Armee von Klonkriegern zu erschaffen. Stolz präsentieren die Kaminoaner das Ergebnis ihrer Bemühungen. Aus dem genetischen Material des Kopfgeldjägers Jango Fett wurden wachstumsbeschleunigte Soldaten hergestellt und vor Ort ausgebildet. Die ersten Regimenter sind bereits einsatzfähig, weitere werden folgen. Allerdings ist Sifo-Dyas nach Obi-Wans Informationen schon vor mehr als zehn Jahren gestorben...

Anakin findet auf Naboo keine Ruhe. Zwar kommt er Amidala näher, doch beide sind sich einig, dass eine Beziehung keine Zukunft hätte. Außerdem leidet Anakin unter Alpträumen, in denen er seine Mutter leiden sieht. In Amidalas Begleitung reist er nach Tatooine. Watto hat Shmi schon vor Jahren an den Feuchtfarmer Cliegg Lars verkauft, der sie geheiratet hat. Von Cliegg erfährt Anakin, dass Shmi bereits vor Wochen von Tusken-Räubern entführt worden ist. Anakin spürt das Zeltdorf der Sandleute auf, kommt aber zu spät. Shmi stirbt in Anakins Armen, er kann ihr Leben nicht retten. Vom Hass überwältigt metzelt Anakin alle Bewohner der Siedlung nieder - Männer, Frauen und Kinder. Mehr noch als durch diese Tat, die allen Grundsätzen der Jedi widerspricht, wird Anakin durch das Gefühl des Versagens in Verzweiflung gestürzt. Derweil versucht Obi-Wan, Jango Fett festzunehmen. Er geht davon aus, dass der Kopfgeldjäger hinter den Anschlägen auf Amidala steckt. Fett und dessen "Sohn" Boba (ein unveränderter, noch junger Klon) entkommen, aber Obi-Wan kann sie bis zum Planeten Geonosis verfolgen. Der Jedi belauscht dort ein Gespräch zwischen Dooku und den Separatistenführern. Als Gegenleistung für eine neue Droidenarmee verlangt das Oberhaupt der Handelsföderation Amidalas Tod. Obi-Wan versucht seine Erkenntnisse per Funk an den Jedi-Rat zu übermitteln, wird aber angegriffen und gefangen genommen.

Dooku bietet Obi-Wan ein Bündnis an und behauptet, die galaktische Republik werde von einem Sith-Lord kontrolliert. Obi-Wan lehnt ab, allerdings ahnt er nicht, dass Dooku alias Darth Tyranus für den Sith-Lord Darth Sidious arbeitet. Die Jedi-Meister sind nicht in der Lage, die wahren Hintergründe zu erkennen, denn ihre Hellsichtigkeit wird durch den Einfluss des Sith-Lords behindert. Anakin und Amidala erfahren von Obi-Wans Schicksal und fliegen nach Geonosis, um ihn zu retten. Sie werden jedoch selbst gefangen genommen und sollen zusammen mit Obi-Wan bei einem Arenakampf sterben. Im Angesicht des Todes gesteht Amidala, dass sie Anakin schon immer geliebt hat. Gerade noch rechtzeitig treffen zahlreiche von Meister Mace Windu angeführte Jedi ein, die ihnen beistehen. Jango Fett wird von Mace Windu getötet. Die Jedi sind der schieren Droiden-Übermacht nicht gewachsen und drohen zu unterliegen. Dooku fordert sie auf, sich zu ergeben, was Mace Windu ablehnt. Inzwischen hat der Senat dem Kanzler auf Antrag von Jar Jar Binks (der Amidala vertritt) Sondervollmachten eingeräumt, so dass Palpatine die Klonkrieger einsetzen kann. Yoda führt die Armee persönlich nach Geonosis, wo es zu schweren Gefechten kommt. Als die mit den Jedi vereinigten Klonkrieger die Oberhand zu gewinnen beginnen, setzen sich die Separatistenführer ab. Dooku nimmt die Konstruktionspläne für eine völlig neue Superwaffe mit.

Obi-Wan und Anakin versuchen Dooku aufzuhalten, werden aber von ihm besiegt. Dabei verliert Anakin den rechten Arm und auch Obi-Wan wird verwundet. Selbst Yoda kann den abtrünnigen Jedi nicht aufhalten. Dooku flieht nach Coruscant. Dort bereiten sich neue Klon-Regimenter darauf vor, mit gewaltigen Raumschiffen in den Krieg zu ziehen. Anakin und Amidala heiraten insgeheim auf Naboo.

Fortsetzung folgt!

Der Film:

Nach dem Debakel von Episode I war es nicht schwer, mich milde zu stimmen, denn meine Erwartungen waren vor dem Kinostart von "Episode II" dermaßen im Keller, dass ich nur noch angenehm überrascht werden konnte. So war es dann auch, denn George Lucas hat es wenigstens teilweise geschafft, den Geist der ursprünglichen Trilogie noch einmal einzufangen. Tatsächlich fühlte ich mich mehrmals an Das Imperium schlägt zurück erinnert: Die Atmosphäre ist ähnlich düster und alles deutet darauf hin, dass es noch viel schlimmer werden wird - ist ja auch klar, denn spätestens am Ende von Episode III muss die Ausgangssituation für die Rebellion geschaffen sein. Wie schon in "Episode I" zieht Palpatine im Hintergrund die Fäden und benutzt sowohl den Rat als auch die Jedi und die Separatisten wie Schachfiguren, um einen Bürgerkrieg anzuzetteln und die bestehende Ordnung zu zerschlagen.

Welches Schicksal Anakin Skywalker bevorsteht, zeichnet sich ebenfalls deutlich ab. Hayden Christensen verkörpert den pubertierenden Jugendlichen... ähm... den Jedi-Padawan erstaunlich vielschichtig. Zunächst ist Anakin ein gehorsamer, vielleicht etwas arroganter Schüler Obi-Wans, dann lehnt er sich mehr und mehr gegen die Bevormundung auf und gerät schließlich außer Kontrolle. Allerdings nicht aus Machtgier o.ä., sondern aus Liebe und Sorge. Er wird zum klassischen Beispiel für einen ungestümen jungen Mann, der aus den richtigen Gründen das Falsche tut. Wüsste man nicht schon, was Anakin bevorsteht, dann könnte man jetzt noch glauben, dass er der Dunklen Seite der Macht vielleicht doch widerstehen kann - Christensen spielt diese ambivalente Figur recht überzeugend. Allerdings muss ich zugeben, dass er gleichzeitig ein nicht unerhebliches Nerv-Potential hat. Pubertät gut und schön, aber etwas weniger Genörgel und Gegreine wäre vielleicht besser gewesen. Die anderen Schauspieler liefern solide Leistungen ab, wobei mir Ewan McGregor in der Rolle des gereiften Obi-Wan besonders gut gefällt. Seine trockenen Wortgefechte mit Anakin sind für so manchen Lacher gut. Christopher Lee ist natürlich über jeden Zweifel erhaben. Der Mann muss nur irgendwo herumstehen und ein paar Sätze sagen, um jeden an die Wand zu spielen. Man kann sogar akzeptieren, dass sich Amidala in den so viel jüngeren Anakin verliebt - Natalie Portman sei Dank. Sehr gut gelungen finde ich auch die Auftritte von Jango Fett, Boba Fetts Vater.

Der allzu infantile Humor des ersten Teils findet sich zum Glück fast gar nicht mehr wieder, und das ist vielleicht der Hauptgrund dafür, dass mir "Episode II" sehr viel besser gefällt als der Vorgänger. Jar Jar Binks hat nur zwei kurze Auftritte, und er bzw. seine Beklopptheit wird sogar sinnvoll in die Handlung eingebunden. Er lässt sich in seiner grenzenlosen Naivität nämlich von Palpatine instrumentalisieren und beantragt die Einführung der Notstandsgesetze. Erst dadurch kann Palpatine endgültig nach der Macht greifen. Wenn Droiden-Humor vorkommt, dann ist er meist auf C-3PO und R2-D2 beschränkt, und das kann man akzeptieren. Die größte Überraschung war für mich das Lichtschwertduell zwischen Yoda und Count Dooku. Wie leicht hätte dieser Kampf in absolute Lächerlichkeit abgleiten können! Das geschieht aber keineswegs. Im Gegenteil! Es ist zwar ein bisschen merkwürdig, dass Yoda, der ja normalerweise am Stock humpelt, plötzlich geschmeidig durch die Luft wirbeln kann, aber insgesamt wirkt die Szene völlig glaubwürdig. Somit gewinnt der kleine grüne Gnom ganz neue Charakterzüge. Er ist wirklich ein mächtiger Jedi-Krieger!

In Sachen Spezialeffekte kann man an diesem Film noch weniger aussetzen als an "Episode I". Hier machen sich die zwei Jahre, die bei der Verbesserung computergenerierter Kreaturen und Objekte seit dem ersten Film ins Land gegangen sind, deutlich bemerkbar. Auf eine Raumschlacht muss man diesmal zwar verzichten - es gibt nur eine Verfolgungsjagd zwischen der SLAVE I und Obi-Wans Jäger - aber die bombastischen Bodenkämpfe auf Geonosis entschädigen vollständig. Die Klonkrieger sind mit ihrer Ganzkörper-Panzerung eine schöne Vorstufe der imperialen Sturmtruppen, und auch sonst nähert sich das Design der ursprünglichen Trilogie langsam an. Wieder werden phantastische Planetenlandschaften und Städte präsentiert: Die steril-weiße Welt der Kaminoaner, in die Wolken ragende Gebäude und gewaltige Häuserschluchten voller Gleiterverkehr auf Coruscant, die Wüstenwelt Tatooine, die prächtigen Paläste auf Naboo und der karge Planet Geonosis mit den Insektenstöcken gleichenden Siedlungen seiner Bewohner. Beim Kreaturendesign wurden zwar wieder einige fragwürdige Entscheidungen getroffen (die unförmigen Shaaks auf Naboo und der Nexu, die komische Grinsekatze beim Arenakampf), aber das sind Einzelfälle, die man vernachlässigen kann.

Insgesamt hat mich "Episode II" damals einigermaßen mit dem verpatzten ersten Teil versöhnt. Es wurde klar, dass in den sechs Star Wars - Filme eigentlich die Geschichte Anakin Skywalkers erzählt wird. Und man durfte sich auf eine Steigerung der dramatischen Ereignisse, die zur Entstehung Darth Vaders führen würden, in Episode III freuen...

DVD-Features:

Angaben zum Bonusmaterial folgen demnächst.

J. Kreis, 18.06.2009
Update: 21.02.2012 (Inhaltsangabe und Kommentar)




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