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Starship Troopers 3 Starship Troopers 3: Marauder (USA / D / Südafrika, 2008)

DVD - Regionalcode 2, Sony Pictures Home Entertainment
FSK: 18
Laufzeit: ca. 101 Minuten

Extras
Audiokommentare, "Evolution: Die Bugs", "Marauders Mobile Infanterie", Musikvideo "It's a good Day to die" (Extended Version)

Regie:
Ed Neumeier

Hauptdarsteller:
Casper Van Dien (Colonel Johnny Rico)
Jolene Blalock (Captain Lola Beck)
Boris Kodjoe (General Dix Hauser)
Stephen Hogan (Sky Marshal Omar Anoke)
Amanda Donohoe (Admiral Enolo Phid)
Marne Patterson (Holly Little)




Inhalt:

Zur Vorgeschichte: Siehe Starship Troopers.

Gut zehn Jahre sind vergangen, seit Johnny Rico zum Kriegshelden avanciert ist. Der Krieg gegen die Bugs tobt mit unverminderter Härte, denn beide Seiten entwickeln immer neue, schrecklichere Waffen, um sich gegenseitig zu dezimieren. Besonders schlimm trifft es die menschlichen Kolonialwelten in der Nähe des von den Bugs kontrollierten Gebiets. Da die Proteste in der Bevölkerung immer lauter werden, während die für unerwünscht erklärte christliche Religion wieder mehr Anhänger findet, hält Admiral Enolo Phid ein härteres Durchgreifen für erforderlich. Kriegsgegner werden kurzerhand zu Terroristen erklärt. Unerwünschte Personen verschwinden einfach oder werden mittels gefälschter Medienberichte zu Verrätern abgestempelt, die zu Dutzenden öffentlich exekutiert werden. Um die Massen bei Laune zu halten, läuft die Propagandamaschine auf Hochtouren. Ihr beliebtester Vertreter ist Sky Marshal Omar Anoke, dem man mediale Fähigkeiten nachsagt und der seit Jahren mit der Erforschung des gefangenen Brain-Bug beschäftigt ist. Eines Tages erscheint Anoke auf der Grenzwelt Roku San, wo Rico eine Garnison befehligt, die die Siedler gegen die Bugs verteidigen soll. Allerdings sind die Siedler nicht begeistert von der Anwesenheit des Militärs. Anoke wird von Ricos altem Freund Dix Hauser begleitet, der inzwischen den Rang eines Generals im Geheimdienst erreicht hat und eine Liaison mit Captain Lola Beck anstrebt - sie ist eine ehemalige Flamme Ricos und befehligt nun das Schiff, mit dem Anoke nach Roku San gereist ist.

Als Rico verhindert, dass Hauser einen Siedler erschießt, der ihn angegriffen hatte, stellt der General seinen Freund unter Arrest. Dann fällt der Strom aus, so dass die Bugs das Energiegatter überwinden können, welches die Garnison schützt. Beck evakuiert Anoke mit ihrem Schiff, doch dieses wird über dem Bug-Planeten OM-1 abgeschossen. Einige Marines landen mit einem Shuttle. Beck, Anoke, die Stewardess Holly Little und einige andere Menschen folgen mit einer Rettungskapsel. Die Garnison von Roku San wird völlig vernichtet. Rico überlebt das Gemetzel, doch man braucht einen Sündenbock. Rico wird zum Verräter erklärt und gehängt - doch Hauser verhindert die Hinrichtung, denn er braucht Ricos Hilfe. Er hat herausgefunden, dass Phid den Notruf der Rettungskapsel ignoriert hat. Tatsächlich will die Admiralin den Platz des Sky Marshals einnehmen. Rico soll Beck retten, denn sie gehört zu den wenigen Menschen, die die Koordinaten des Flotten-Hauptquartiers "Sanctuary" kennen. Sollte diese Information den Bugs in die Hände fallen, dann wäre "Sanctuary" nicht mehr sicher - und sollte diese Weltraumbasis fallen, dann wären alle Planeten der Menschen ohne Verteidigung. Da alles schnell und geheim ablaufen muss, sollen Rico und nur sechs weitere Infanteristen die Rettungsmission durchziehen. Allerdings dürfen sie auf neu entwickelte Waffen aus dem "Projekt Marauder" zurückgreifen. Derweil versuchen Beck und die auf OM-1 gestrandeten Menschen sich zum Shuttle der Marines durchzuschlagen. Zwar werden einige getötet, doch die Bugs verhalten sich merkwürdig zurückhaltend. Anoke beginnt etwas von seiner religiösen Berufung zu faseln und behauptet, er werde seine Begleiter zu Gott führen.

Was er damit meint, erfährt Hauser, als er Phid zur Rede stellt. Sie droht ihm mit Exekution, führt ihm dann aber erst ein Überwachungsvideo vor, auf dem zu sehen ist, wie Anoke vom gefangenen Brain-Bug beeinflusst wird. Anoke ist verantwortlich für das Massaker von Roku San, und sein Ziel besteht darin, dem Bug-Gott Behemecoatyl die Koordinaten der Flottenbasis zuzuspielen, um den Krieg auf diese Weise zu beenden. Möglicherweise hat der Brain-Bug sich überhaupt nur aus genau diesem Grund gefangen nehmen lassen. Als der Brain-Bug erfährt, dass er vernichtet werden soll, dreht er durch. Hauser tötet ihn und rettet Phid somit das Leben. Auf OM-1 erreichen die Menschen das Shuttle, doch alle Marines sind tot. Dann erscheint Behemecoatyl, ein gigantisches Wesen, das sich über große Teile des Planeteninneren ausgebreitet hat. Dieser "Bug-Gott" verleibt sich Anoke ein und will bald genauso mit der restlichen Menschheit verfahren. Als die gläubige Holly Little es schafft, Beck zu einem gemeinsamen Gebet zu bewegen, landen Rico und seine Trooper. Sie tragen Marauder-Kampfrüstungen, mit denen sie die Bugs problemlos ausradieren können. Der Planet wird anschließend komplett vernichtet. Rico wird zum General befördert, Beck und Hauser heiraten, Phid wird neuer Sky Mashal. Anoke, dessen Tod man den "Terroristen" in die Schuhe schiebt, erhält ein Staatsbegräbnis. Die "Terroristen" werden zwar exekutiert, doch Phid hebt das Religionsverbot aus Propagandagründen auf: Gott existiert, er ist auf der Seite der Menschen, und er will, dass die Bugs vernichtet werden...

Der Film:

Der Grat zwischen Parodie und purer Albernheit ist schmal, und während die Gratwanderung in Starship Troopers gerade nochmal gut gegangen ist, so sind alle Beteiligten, die für den dritten Teil verantwortlich sind, böse gestolpert. Das gilt nicht so sehr für Dinge wie Produktionsdesign, Spezialeffekte usw., aber eindeutig für Charakterzeichnung, Story und die Art und Weise, wie das Militär dargestellt wird. Den indizierten zweiten Teil ("Starship Troopers: Held der Föderation") kenne ich übrigens nicht, aber er soll noch erheblich übler sein. Auf die Ereignisse des zweiten Teils wird, soweit ich weiß, im dritten Teil nicht eingegangen.

"Starship Troopers" kann man als zynische Satire betrachten, in der die in der Föderation vorherrschende faschistische Ideologie, die Verführung der Jugendlichen durch hetzerische Propaganda usw. derart übertrieben werden, dass man es nicht übersehen und diese Dinge nicht ernst nehmen kann. "Marauder" enthält all das auch, d.h. auch hier werden immer wieder absurde Pro-Militär-Werbespots eingeblendet, dabei wird aber vieles falsch gemacht. Der Subplot mit den zu Fanatikern gebrandmarkten Kriegsgegnern, die man als willkommene Buhmänner missbrauchen kann, indem man ihnen Attentate (die vom Militär selbst inszeniert werden) in die Schuhe schiebt, nach denen man noch härter durchgreifen kann, wäre kein schlechter Ansatz gewesen. Aber das wird nicht gut umgesetzt und auch nicht weiterverfolgt. Es wird nicht einmal der Versuch gemacht, die Pazifisten irgendwie positiv darzustellen, und am Ende wird Phids unmenschliche Vorgehensweise nachträglich dadurch gerechtfertigt, dass Anoke den ultimativen Verrat geplant hat und um jeden Preis aufgehalten werden musste. Also hatten die Kommissköppe doch Recht. Und so enden die "Terroristen" am Strick - von der mutigen Stabsoffizierin, die Hauser den Tipp mit dem unterdrückten Notruf gegeben hat und daraufhin ebenfalls zum Tode verurteilt worden ist, hört man gar nichts mehr. Die Bugs sind wirklich nur noch böse, hässliche Feinde, die es zu vernichten gilt. Im ersten Film wurde wenigstens noch angedeutet, dass es in Wahrheit die Menschen waren, die den allerersten Angriff geführt haben und in das Bug-Gebiet eingedrungen sind. Davon ist jetzt nicht mehr die Rede. So wird "Marauder" zu dem, was der erste Teil nicht sein wollte: Faschistoider Schwachsinn. A propos Schwachsinn: Was die Leute sich dabei gedacht haben mögen, die landenden Marauder wie einen Heiligenschein um den Kopf der betenden Holly herum erscheinen zu lassen, werde ich wohl nie begreifen.

Johnny Rico ist endgültig zur Frontsau mutiert. Er wirft nur noch mit markigen Sprüchen um sich und reckt sein kantiges Kinn hervor - mehr bekommt Casper Van Dien nicht zu tun. Die meisten anderen Darsteller sind nur dazu gut, entweder von den Bugs geschnetzelt zu werden, panisch zu kreischen, gnadenlos zu nerven (wie der bescheuerte Schiffskoch und die missionarisch veranlagte Stewardess) oder sich nackig zu machen (muss sein, wenn man in einen Marauder steigen will - sehr praktisch für Spanner unter den Kameraden). Es ist dem Zuschauer weitgehend egal, was mit ihnen passiert, wer mit wem liiert ist usw., und leider hat Jolene Blalock so auffällig aufgespritzte Lippen (dass die echt sind, glaube ich keine Sekunde), dass sie nur durch dieses anatomische Detail die Aufmerksamkeit auf sich zieht und nicht durch ihre immerhin lobenswerten Versuche, die toughe Soldatin zu spielen. Die Wandlung von der kernigen Atheistin zur gläubigen Betschwester nimmt man ihr sowieso nicht ab. Stephen Hogan agiert derart "ferngesteuert", dass man schon gleich weiß: Da stimmt was nicht. Einziger Lichtblick: Amanda Donohoe. Die Frau ist einfach zu gut, als dass sie es nicht schaffen würde, der eindimensionalen Figur der machtgierigen Admiralin etwas Profil zu verleihen. Ihr blitzt die Durchtriebenheit nur so aus den Augen.

Auf der "technischen" Seite sieht es ein kleines bisschen besser aus. Zwar wirken einige Bugs (vor allem der Bug-Gott) und Studiokulissen wie die Garnison auf Roku San sowie manche Splatter-Effekte einfach nur billig, auf der anderen Seite stehen aber sehr effektvolle Szenen in der gleißend hellen Wüste auf OM-1, mehrere schöne CGI-Raumschiffe, gut gemachte "Werbespots" und ein schön ekliger Brain-Bug. Die Qualität der Spezialeffekte schwankt erheblich; mal bewegen sie sich auf 90er-Jahre-Videospiel-Niveau, dann sind sie wieder recht ordentlich. Punkten kann der Film durch die Verwendung echter Modelle und maskenbildnerischer Effekte. Dennoch: Vieles ist so unbeholfen inszeniert, dass jegliche Spannung auf der Strecke bleibt. Insgesamt ist der Film für eine direct-to-DVD-Produktion OK, mehr aber auch nicht.

Die DVD:

Das Bonusmaterial besteht neben zwei Audiokommentaren (Produktionsteam sowie Regisseur und Darsteller) aus zwei Featurettes: "Evolution: Die Bugs" (ca. 11 Minuten) zeigt Design und Herstellung der verschiedenen Bug-Modelle, "Marauders Mobile Infanterie" (ca. 13 Minuten) geht auf die Schauspieler und ihre Rollen, die Stunts, die Ausrüstung usw. ein. Alles kurz und knapp, aber nicht uninteressant. Hinzu kommt das Musikvideo "It's a good Day to die" - das ist ein von Sky Marshal Anoke gesungenes Propagandalied, das man auch im Film, dort aber nicht in voller Länge, zu sehen bzw. hören bekommt.

J. Kreis, 23.08.2009


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