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Stargate Stargate - Director's Cut (F/USA, 1994)

DVD - Regionalcode 2, Kinowelt
FSK: 12
Laufzeit: ca. 125 Minuten

Extras
Audiokommentar von Roland Emmerich und Dean Devlin, Stargate Promo Reel, Trailer, Bildergalerie

Regie:
Roland Emmerich

Hauptdarsteller:
James Spader (Dr. Daniel Jackson)
Kurt Russell (Colonel Jonathan O'Neil)
Jaye Davidson (Ra)
Mili Avital (Sha'uri)
Alexis Cruz (Skaara)
Viveca Lindfors (Catherine Langford)




Inhalt:

Im Jahre 1928 wird in Ägypten ein Artefakt gefunden, das zwar auf die Zeit der Pharaonen datiert wird, aber definitiv einer hoch entwickelten Technologie entstammt und somit nur außerirdischen Ursprungs sein kann. Es handelt sich um einen Ring mit einem Durchmesser von mehreren Metern, auf dem unverständliche Symbole und Hieroglyphen angebracht sind. Jahrzehnte später ist ein von Catherine Langford (Tochter des Entdeckers) geleitetes Team immer noch mit der Erforschung des Artefakts beschäftigt. Inzwischen werden die Arbeiten vom Militär überwacht und finden in einer geheimen Einrichtung im Inneren des Creek Mountain, Colorado, statt. Langford zieht den jungen Ägyptologen Daniel Jackson hinzu, da die bisherigen Übersetzungen der Hieroglyphen keinen Sinn ergeben. Jackson vertritt die These, dass die Pyramiden möglicherweise von Außerirdischen erbaut wurden. Dass er damit durchaus richtig liegt, stellt sich heraus, als er die Hieroglyphen entschlüsselt: Das ringförmige Artefakt ist ein "Stargate", eine Vorrichtung, die permanente Verbindungen zu anderen Sternentoren herstellen kann und somit zeitverlustfreie Reisen selbst zu anderen Galaxien ermöglicht. Jackson identifiziert die anderen Symbole als Sternkonstellationen. Dies sind die möglichen Zieladressen des Sternentors. Man muss sechs dieser Zeichen sowie das Zeichen für die Ausgangsposition eingeben und kann dadurch den Kontakt zu einem anderen Sternentor herstellen. Als die Wissenschaftler genau das tun, aktiviert sich das Sternentor.

Einige Soldaten, angeführt von Colonel Jonathan O'Neil, werden zur Erkundung hindurchgeschickt. Jackson begleitet die Gruppe, da nur er in der Lage ist, das Sternentor am Zielort zu bedienen. Erst später erfahren Jackson und O'Neils Männer, dass die Aufgabe des Colonels hauptsächlich darin besteht, mögliche Bedrohungen ausfindig zu machen, die durch das Sternentor zur Erde vordringen könnten, und mittels einer mitgebrachten Atombombe zu vernichten. Er ist der ideale Kandidat für dieses Himmelfahrtskommando, denn seit dem Unfalltod seines Sohnes, für den er sich selbst die Schuld gibt, ist er selbstmordgefährdet. Das Team erreicht einen Wüstenplaneten in einer fernen Galaxie. O'Neils Leute sind nicht begeistert, als Jackson zugeben muss, dass er das dortige Tor nicht aktivieren kann, weil das siebte Symbol fehlt. Das Tor steht in einer ägyptisch anmutenden Tempelanlage. Nicht weit davon entfernt leben Menschen - ein ganzes Volk ist damit beschäftigt, ein bestimmtes Mineral abzubauen. Die Menschen leben unter primitiven Bedingungen und sprechen eine fremde Sprache. Sie halten Jackson für einen Gott, da er einen Anhänger mit dem heiligen Auge des ägyptischen Sonnengottes Ra trägt. Langford hatte das Amulett seinerzeit in der Nähe des Sternentors gefunden, und Ra ist der Herr dieses Volkes.

Mit Hilfe der schönen Sha'uri, in die er sich verliebt, lernt Jackson die fremde Sprache. Uralten Wandzeichnungen entnimmt er, dass Ra ein Außerirdischer ist, der praktisch ewig wie ein Parasit in anderen Körpern leben kann. Hierzu wird aber das spezielle Mineral benötigt - es ist die Grundlage der ganzen hoch entwickelten Technik des Außerirdischen. Ra hat die Kultur der Menschen auf der Erde seit der Steinzeit maßgeblich beeinflusst und in all den Jahrtausenden Sklaven durch das Sternentor zu dem Wüstenplaneten gebracht. Eines Tages haben sich die Menschen gegen ihn erhoben und das irdische Sternentor vergraben, so dass Ra nicht zurückkehren konnte. Seitdem herrscht er mit seinen menschlichen Aufsehern, die aufgrund der überlegenen außerirdischen Technologie ebenfalls für Götter gehalten werden und furchteinflößende Rüstungen tragen, über das Sklavenvolk und hemmt dessen Weiterentwicklung, um eine neue Rebellion auszuschließen. Ra war einige Zeit abwesend, kehrt jetzt aber mit seinem pyramidenförmigen Riesenraumschiff zurück. Er nimmt die Soldaten und Jackson gefangen und entdeckt die Atombombe. Zum Beweis dafür, dass Ra der einzige Gott ist, soll Jackson O'Neil und die Soldaten öffentlich hinrichten. Ra will dann die Bombe und eine Ladung des Minerals, das ihre Sprengkraft hundertfach verstärken würde, durch das Sternentor zur Erde schicken.

Die Männer werden jedoch von Sha'uri, ihrem Bruder Skaara und einigen anderen jungen Leuten befreit, die sich mit den modernen Waffen der irdischen Soldaten ausgerüstet haben. Durch Zufall entdeckt Jackson nun auch das fehlende siebte Symbol. Ra schlägt mit aller Macht zurück, doch als Jackson den Sklaven beweisen kann, dass die vermeintlichen Götter nur Menschen sind, kommt es zu einer Revolte. O'Neil aktiviert den Zeitzünder der Bombe, Jackson und die anderen Soldaten sollen zur Erde zurückkehren. Im Kampf wird Sha'uri getötet, aber Jackson kann sie mit einer Einrichtung in Ras Schiff ins Leben zurückholen. Als Ra feststellt, dass die Lage auf dem Wüstenplaneten bedrohlich wird, flieht er mit seinem Schiff. O'Neil und Jackson nutzen eine Art Teleporter, um die Bombe, deren Zünder sich nicht mehr abstellen lässt, in das Schiff zu teleportieren. Das Schiff explodiert im Orbit, somit sind die Sklaven frei. Nun bleibt nicht O'Neil auf dem Wüstenplaneten zurück, sondern Jackson. Er bleibt bei Sha'uri und will den Menschen helfen, eine eigenständige Zivilisation aufzubauen.

Der Film:

Man könnte "Stargate" fast als Pilotfilm der Fernsehserien "Stargate - Kommando SG-1" und "Stargate Atlantis" betrachten - was er allerdings nicht ist. Trotzdem sind die zugrunde liegenden Ideen faszinierend genug, um auch als Grundlage für zwei ziemlich gut laufende Serien auszureichen. Diese Ideen sind es, die den ansonsten doch eher unspektakulären, simpel gestrickten Film sehenswert machen. Die dünne Story und der irgendwie schleppende Handlungsfortschritt sind dagegen deutliche Schwächen dieses Films. Von schwerwiegenden Logik-Bugs, die dem Film in anderen Reviews vorgeworfen werden, kann man aber nicht sprechen. In manchen Kritiken, die ich gefunden habe, wird zur Begründung für angebliche Unlogik angeführt, dass der Außerirdische sich wie ein ägyptischer Pharao kleidet, vor allem aber, dass er trotz seiner "Allmacht" menschliche Sklaven für den Erzabbau braucht. Beide Vorwürfe gehen meiner Meinung nach fehl.

Zunächst mal hat Ra nicht kulturelle Eigenheiten der Ägypter übernommen - umgekehrt wird ein Schuh daraus. Frei nach Erich von Däniken stammt praktisch alles in der Kultur der alten Ägypter von Ras Volk, d.h. er hat den Menschen Wissenschaft und Technik gebracht sowie ihren Schönheitsbegriff, ihre Manierismen usw. geprägt. Die Menschen haben sich bemüht, ihrem Gott nachzueifern. Deshalb haben sie alles mögliche nach seinem Vorbild und dem seiner Technik gestaltet. Auch ihr Glaube an ein Leben nach dem Tod beruht darauf: In Ras Schiff gibt es eine Vorrichtung in Form eines Sarkophags, in dem schwerste Verletzungen geheilt und Tote wieder ins Leben zurückgeholt werden können. Dann die Sache mit dem Erzabbau. Zugegeben: Ra verfügt über eine extrem hoch entwickelte Technologie, die in den Augen primitiver Erdbewohner nicht von Magie zu unterscheiden sein mag, aber er ist kein allmächtiger Gott. Vor allem ist er der letzte seiner Art und scheint weder robotische Gehilfen noch Produktionsstätten zu besitzen. Er muss also mit dem zurechtkommen, was er hat: Ein riesiges Raumschiff, von dem wir nicht wissen, ob es fernflugtauglich ist, ein paar (möglicherweise nur zwei) Kampfjäger-Beiboote und diverse Handfeuerwaffen. Tja. Und was soll er jetzt allein damit anstellen? Ergo braucht er menschliche Helfer. Seine Macht beruht hauptsächlich auf der abergläubischen Angst der Sklaven. Aus Furcht vor einer Revolte kann er die Menschen nicht mit hochwertigen Arbeitsmitteln ausstatten, also müssen sie mit einfachen Hacken und dergleichen arbeiten. Klingt für mich alles nicht unlogisch. Man kann sich lediglich fragen, wofür Ra das Mineral wirklich braucht. Vielleicht als Brennstoff für den Regenerationstank? Diese Frage bleibt offen, aber damit kann man leben.

Die Idee der Beeinflussung irdischer Kulturen durch Außerirdische ist zwar ebensowenig neu wie das Konzept der zeitverlustfreien Reise durch Wurmlöcher - den Namen "Däniken" erwähnte ich ja schon - dennoch sorgt beides für sehr ordentliche Schauwerte. Die ganze ägyptisch angehauchte außerirdische Technologie finde ich ebenso klasse wie den Wüstenplaneten mit der Tempelanlage und der Sklavenstadt. Es wurde erkennbar viel Aufwand in das Set-Design gesteckt, und so kann man tolle Kulissen, echte Wüstenlandschaften und sehr schöne Kostüme bewundern. Besonders gut gefallen mir die teilweise mechanischen Rüstungen der Wächter, die dem Aussehen der ägyptischen Götter Horus und Anubis nachempfunden sind. Nicht ganz so gut gelungen sind die merkwürdigen Tiere, die als Kamel-Ersatz verwendet werden. Diese Puppen wirken nicht überzeugend. Die Hauptdarsteller verkörpern zwar Klischees (zerstreuter Wissenschaftler, knurriger Soldat mit weichem Kern, überheblicher Bösewicht), machen das aber mit ausreichend Herz und Humor. Die einzige Figur, die mir nicht gefällt, ist der allzu naiv gezeichnete Skaara. Das i-Tüpfelchen sind Ras androgynes Äußeres und sein geziertes Gehabe. Insgesamt hätte alles vielleicht noch spektakulärer präsentiert werden können. Der etwas überhastete Showdown hätte etwas besser vorbereitet werden sollen. Dennoch bietet "Stargate" gute Unterhaltung und eine fesselnde Atmosphäre mit einem netten Soundtrack.

Die DVD:

Diese DVD enthält den so genannten "Director's Cut", der ca. 8 Minuten länger ist als die Kinoversion. Das, was da an Filmmaterial unter dem Schneidetisch hervorgekramt und wieder eingebaut wurde, kann man kaum als "Director's Cut" bezeichnen, denn die zusätzlichen Szenen tragen praktisch nichts zum Film bei. So sieht man zwar schon zu Beginn des Films, wie der junge Mann, der später zum Wirtskörper Ras wird, in seinem Steinzeitdorf aufwacht, aber eine ähnliche Szene gibt es auch später im Film noch einmal. Außerdem wird gezeigt, dass bei den Ausgrabungen auch ein Fossil gefunden wurde - vermutlich ein menschlicher Diener Ras, der eine Anubis-Rüstung trägt. Es gibt noch eine längere Szene, in der O'Neils Leute aus der Stadt auf dem Wüstenplaneten fliehen wollen, weil sie nicht begreifen, dass die Tore nur wegen eines Sandsturms geschlossen wurden. Auch die Flucht vor Ra wurde etwas verlängert, ein paar kurze zusätzliche Dialoge wurden eingebaut. Auf all das hätte man auch gut verzichten können - schon deshalb, weil diese Szenen eine deutlich schlechtere Bildqualität haben als der restliche Film. Man hat sich also nicht einmal die Mühe gemacht, diese Szenen ein wenig aufzuarbeiten. So stören sie sogar!

Als Bonusmaterial haben es ein Audiokommentar, ein Trailer, eine Bildergalerie und ein ca. 10 Minuten langes "Stargate Promo Reel" auf die DVD geschafft. Letzteres ist nichts anderes als eine Zusammenstellung verschiedener Filmszenen. Auch darin sind einige der zusätzlichen Szenen aus dem "Director's Cut" enthalten - lustigerweise in besserer Bildqualität als im Film selbst!!!

J. Kreis, 21.04.2009


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