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Spider-man 3 Spider-man 3 (USA, 2007)

DVD - Regionalcode 2, Columbia Pictures
FSK: 12
Laufzeit: ca. 133 Minuten

Extras
Audiokommentare

Regie:
Sam Raimi

Hauptdarsteller:
Tobey Maguire (Peter Parker / Spiderman)
Kirsten Dunst (Mary Jane "MJ" Watson)
James Franco (Harry Osborn / New Goblin)
Thomas Haden Church (Flint Marko / Sandman)
Topher Grace (Eddie Brock / Venom)
Bryce Dallas Howard (Gwen Stacy)
Rosemary Harris (May Parker)
(J. Jonah Jameson)




Inhalt:

Eigentlich läuft alles bestens für Peter Parker. Er steht kurz davor, seiner geliebten "MJ" einen Heiratsantrag zu machen, Spidey genießt überall größte Beliebtheit (als er Gwen Stacy, der Tochter des Polizeichefs, das Leben rettet, wird ihm sogar symbolisch der Schlüssel der Stadt verliehen) und selbst eine Attacke Harry Osborns, der sich in eine Neuausgabe des Green Goblin verwandelt hat, erweist sich als wahrer Glücksfall: Harry erleidet eine Kopfverletzung und verliert sein Gedächtnis - er weiß nichts mehr von Spidermans wahrer Identität und hält ihn vor allem nicht mehr für den Mörder seines Vaters. Harry, Peter und MJ sind nun wieder die besten Freunde. Doch bald ziehen dunkle Wolken am Horizont auf. MJs Bühnenkarriere erleidet einen jähen Knick: Nach vernichtenden Kritiken wird sie gefeuert. Peter ist jedoch so sehr mit sich selbst und Spidermans ungeheurer Popularität beschäftigt, dass er gar nicht merkt, wie deprimiert seine Freundin ist. MJ fühlt sich unverstanden, und als auch noch Eifersucht auf Gwen hinzukommt, kühlt die Beziehung der beiden deutlich ab. Dann erhalten Peter und seine Tante May eine beunruhigende Nachricht. Der Mann, den Peter für den Mörder seines Onkels gehalten hat und für dessen Tod er verantwortlich ist, hat damals gar nicht geschossen. Der wahre Täter ist gerade erst aus dem Gefängnis geflohen, sein Name ist Flint Marko.

Peter kennt den Mann, denn er hat als Spiderman schon gegen ihn gekämpft. Auf der Flucht vor der Polizei ist Marko Opfer eines Experiments mit einem Partikelbeschleuniger geworden. Seine Körperzellen haben sich mit Sandmolekülen verbunden. Aus Marko ist somit ein Wesen geworden, das praktisch aus Sand besteht, jede beliebige Form annehmen kann und über gewaltige Kräfte verfügt. Marko, der "Sandman", ist immer noch er selbst, und er verfolgt weiterhin das Ziel, das ihn ins Gefängnis gebracht hat: Genug Geld zu stehlen, um seiner todkranken Tochter eine Operation zu ermöglichen. Bei einem seiner Raubzüge wurde er von Spiderman gestört. Peter setzt alles daran, Marko zu finden. Eine seltsame Veränderung, die mit einem seiner Spiderman-Anzüge vorgeht, kommt ihm dabei sehr gelegen. Ein formloses Wesen, das mit einem Meteoriten auf die Erde gelangt ist, hat sich mit dem Anzug verbunden, der seitdem völlig schwarz ist. Das Wesen ist eine Art Symbiont und verleiht Peter größere Kräfte als je zuvor, bringt aber auch seine negativen Charaktereigenschaften zum Vorschein. Peter hat nun weder Probleme noch Skrupel, Sandman - wie er glaubt - zu töten. MJ wendet sich in dieser Zeit mehr und mehr Harry zu. Doch der gewinnt plötzlich seine Erinnerungen zurück und benutzt MJ, um Peter im Innersten zu treffen. Er zwingt sie, sich von Peter zu trennen und behauptet, er sei der neue Mann in MJs Leben. So wird Peter ein leichtes Opfer für den Symbionten, tatsächlich beginnt er es sogar zu genießen, zu einem egoistischen Widerling zu werden. Er hat deshalb auch kein Problem damit, Eddie Brocks Karriere zu ruinieren. Eddie ist Peters Konkurrent um eine Festanstellung beim Daily Bugle und hat ein altes Spiderman-Foto manipuliert, um das von J. Jonah Jameson geforderte Bild zu erhalten, das Spiderman als Verbrecher entlarvt. Peter bringt die Wahrheit ans Licht, Spidey wird rehabilitiert, Jameson ist stinksauer, Eddie ist vernichtet.

Der veränderte Peter besucht Harry und liefert sich einen heftigen Kampf mit ihm. Er bleibt siegreich, Harrys Gesicht wird durch eine Explosion entstellt - Peter kümmert das nicht. Eines Abends geht er mit Gwen Stacy aus und trifft zufällig MJ, die inzwischen in einem Jazzclub arbeitet. Als er sie verletzt, erkennt er, dass er zu weit gegangen ist und versucht den Symbionten-Anzug loszuwerden. Das ist allerdings gar nicht so leicht! Erst als er gegen eine Kirchenglocke taumelt, die daraufhin zu läuten beginnt, kann er das "anhängliche" Ding von seinem Körper reißen, denn es verträgt die Schallwellen nicht. Zufällig ist auch Eddie Brock zugegen, und in ihm findet der Symbiont ein weit willigeres Opfer. Eddie verwandelt sich in Venom, ein bösartiges Wesen mit ähnlichen Kräften wie Spiderman. Er verbündet sich mit dem quicklebendigen Sandman, um Peter/Spiderman zu töten. Zu diesem Zweck nehmen die beiden MJ als Geisel. Doch auch Peter hat begriffen, dass er Hilfe braucht. Er sucht Harry auf, dessen Goblin-Kräfte noch aktiv sind, wird aber abgewiesen. Als Harry jedoch von seinem alten Butler die Wahrheit über den Tod seines Vaters erfährt, steht er Spiderman im Kampf gegen Venom und Sandman bei. Er opfert sogar sein Leben, um seine Freunde zu retten. Spiderman versetzt einige Stahlstangen in Vibration und veranlasst den Symbionten dadurch, sich von Eddie zu trennen, dann wirft er eine Granate auf die wild wuchernde schwarze Masse. Im letzten Moment springt Eddie hinzu und wird ebenfalls getötet. Zu guter Letzt erfährt Peter von Sandman die Wahrheit über die Nacht, in der sein Onkel gestorben ist. Es war eigentlich ein Unfall; Marko wollte gar nicht schießen. Peter vergibt ihm und hat damit endlich ein dunkles Kapitel seiner Vergangenheit überwunden.

Der Film:

Puh, das war ja wieder eine ziemlich lange Handlungszusammenfassung - und dabei habe ich mich noch eher kurz gefasst, denn die teilweise an eine Teenie-Liebes-Soap-Opera erinnernde, in diversen Seitensträngen ausufernde Handlung würde sogar eine doppelt so lange Inhaltsangabe ermöglichen. Teil 3 gefällt mir von allen Spidey-Filmen am wenigsten, denn er konzentriert sich zu sehr auf Dinge, die schon in den bisherigen Filmen fast zu ausführlich behandelt wurden, als da wären: Die problematische Beziehung zwischen MJ und Peter, der Tod von Peters Onkel und Tante Mays Reaktion darauf sowie Peters Rache an dem Mann, den er für den Mörder seines Onkels hält. Ich habe ja nichts gegen eine ausführliche Charakterentwicklung - aber wenn alles nur wiederholt wird und kaum neue Aspekte hinzukommen, dann wird es langweilig und man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, ein übermäßig aufgeblähtes Nichts gesehen zu haben. Ich habe mich streckenweise sogar richtig gelangweilt.

Warum muss dieser Film über zwei Stunden lang sein? Man hätte ihn um eine halbe Stunde kürzen können - mindestens. Zum Beispiel hätte man auf die lächerlichen Szenen verzichten können, in denen Peter mit verwegen in die Stirn gestrichenem Haar durch die Stadt groovt. Wieder mal muss ich sagen: Wenn ich mir einen Superhelden-Film anschaue, dann möchte ich möglichst viel von diesem Superhelden und den Superschurken sehen, die er mit seinen besonderen Fähigkeiten zur Strecke bringt. Da müssen nicht zum x-ten Mal irgendwelche Probleme aufgewärmt werden, die dieser Superheld im alltäglichen Leben hat! Leider fällt auch der Humor diesmal in die Kategorie "weniger wäre mehr gewesen". Die schon erwähnten Szenen mit dem gewandelten Peter Parker gehören zu den großen Peinlichkeiten dieses Films, und auch die Sache mit dem verpatzten Heiratsantrag und Bruce Campbell als Oberkellner hätte nicht wirklich sein müssen. Kleine Gags wie der Sand in Spideys Stiefeln nach dem ersten Kampf gegen Sandman wirken da weit besser.

Die Effekte können sich zumeist wirklich sehen lassen. Sandman ist wahrlich überwältigend, wenn man sich auch fragen kann, wie es ihm am Schluss gelingt, seine Augen in Tränen schwimmen zu lassen (überhaupt sind ziemlich viele tränenfeuchte Augen in diesem Film zu sehen). Auch Venom wirkt recht beeindruckend und der schwarze Spiderman-Anzug sieht sehr cool aus. Nur habe ich nach wie vor ein Problem mit manchen Bewegungsanimationen. Spidey muss natürlich besonders gelenkig, akrobatisch und biegsam sein, aber immer noch wirkt sein digitales Ebenbild, das auch in diesem Film sehr oft zum Einsatz kommt, nicht hundertprozentig glaubwürdig. Und irgendwie kann ich Tobey Maguires großäugiges in-die-Kamera-blicken nicht mehr sehen. Er gefällt mir nur, wenn er die Spiderman-Maske drüber hat... James Franco macht da schon eine weit bessere Figur, jedenfalls solange er als Goblin auftritt und nicht via Gedächtnisverlust zum Gutmenschen degeneriert. Thomas Haden Church ist ein echter Lichtblick. Er spielt den Mann, der einfach nur Pech hatte, absolut überzeugend. Auch Topher Grace liefert eine ganz gute Leistung ab, aber er und vor allem Venom kommen letztlich doch zu kurz. Mein Favorit ist immer noch J.K. Simmons als cholerischer J. Jonah Jameson, der zum Glück erneut ein paar gute Szenen hat.

Die DVD:

Das ist der erste Spiderman-Film, den ich beim Erscheinen auf DVD nicht sofort gekauft habe. Ich wollte lieber abwarten, bis die Single-Disc-Edition die magische Marke von acht Euro knackt, unterhalb derer ich nicht mehr drüber nachdenke, ob ich einen Film wirklich in meiner Sammlung haben möchte oder nicht. Und die Single-Disc-Edition reicht mir auch; ich habe mir noch nicht mal den Audiokommentar zu Gemüte geführt, der das einzige Bonusmaterial darstellt. Er interessiert mich einfach nicht. Wer mehr Gefallen an dem Film findet als ich, der kann auch zur Doppel-DVD-Version greifen, die mit Extras vollgepackt ist.

J. Kreis, 24.08.2008


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