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The Running Man The Running Man (USA, 1987)

DVD - Regionalcode 2, Laser Paradise
FSK: 18
Laufzeit: ca. 96 Minuten

Extras
Keine

Regie:
Paul Michael Glaser

Hauptdarsteller:
Arnold Schwarzenegger (Ben Richards)
Maria Conchita Alonso (Amber Mendez)
Richard Dawson (Damon Killian)
Yaphet Kotto (William Laughlin)
Marvin J. McIntyre (Harold Weiss)
Mick Fleetwood (Mic)




Inhalt:

Seit dem Zusammenbruch der Weltwirtschaft sind Rohstoffe und Nahrungsmittel im Jahre 2017 Mangelware. Die USA sind zu einem totalitären Polizeistaat geworden, in dem Abweichler brutal verfolgt werden. Wissenschaft, Bildung und Kunst werden staatlich kontrolliert, manipuliert und zensiert. Um die unterversorgten Massen ruhig zu halten, werden im Fernsehen menschenverachtende "Gameshows" gezeigt. Die sadistischste und deshalb beliebteste ist die vom Sender ICS ausgestrahlte und von Damon Killian präsentierte Show "The Running Man". Hier erhalten verurteilte Kriminelle angeblich die Chance, sich die Freiheit zu erkämpfen. Sie werden von gut ausgerüsteten Jägern durch einige seit einem großen Erdbeben in Trümmern liegende Bereiche von Los Angeles gehetzt, sind selbst aber unbewaffnet. Sollten sie die Jagd überstehen, winkt ihnen ein Leben im Luxus. Niemand ahnt, dass es noch nie Gewinner gegeben hat; alle Teilnehmer werden am Ende getötet. Das Luxusleben der "Gewinner" wird den Zuschauern durch digital überarbeitete Fernsehbilder vorgegaukelt.

Der Polizist Ben Richards verliert seine Freiheit, als er sich weigert, einen Aufstand unbewaffneter Zivilisten, die in Bakersfield um Nahrung kämpfen, mit Waffengewalt niederzuschlagen. Er wird in ein Zwangsarbeitslager gesteckt, wo er die ebenfalls inhaftierten Widerstandskämpfer Laughlin und Weiss kennen lernt. Richards wird als Sündenbock gebrandmarkt - in gefälschtem Bildmaterial wird gezeigt, wie er ein Massaker unter den Zivilisten anrichtet. Richards und seine beiden Gefährten zetteln einen Gefangenenaufstand an, setzen ihre explosiven Halsbänder außer Funktion und fliehen. Laughlin und Weiss würden Richards gern in ihre Widerstandsorganisation aufnehmen, doch er will die Stadt mit Hilfe seines Bruders verlassen. In dessen Wohnung trifft er aber nur Amber Mendez, eine Angestellte von ICS. Sein Bruder wurde in ein "Umerziehungslager" gesteckt, Amber ist die Nachmieterin. Richards nimmt sie als Geisel, um sich mit ihrem Ausweis einen Flug nach Hawaii zu ergaunern. Am Flughafen alarmiert Amber jedoch die Sicherheitskräfte, Richards wird erneut festgenommen.

Man führt Richards Killian vor, der beeindruckt von der Kämpfernatur des Ausbrechers ist. Er will ihn unbedingt in seiner Show haben, was nur auf freiwilliger Basis möglich ist. Er zwingt Richards mit der Drohung zur Kooperation, Laughlin und Weiss an seiner Stelle in den Kampf zu schicken (die beiden wurden ebenfalls verhaftet). Richards hat keine Wahl und willigt ein, wird jedoch betrogen, denn seine Freunde müssen ihn begleiten. Derweil sieht Amber in den Nachrichten, dass Richards vorgeworfen wird, am Flughafen Menschen getötet zu haben. Sie geht dieser Lüge nach und findet im Studio von ICS eine Aufnahme, die die wahren Ereignisse in Bakersfield zeigt. Sie wird jedoch geschnappt und ebenfalls in die Kampfarena gesteckt, wo sie sich Richards und den anderen anschließt. Nacheinander werden verschiedene bizarr ausstaffierte Gladiatoren auf die Fliehenden losgelassen. Zunächst ist Killian entzückt, als Richards einen guten Kampf liefert, doch dann muss er entsetzt mit ansehen, wie dieser einen Kontrahenten nach dem anderen tötet, wobei er einen hilflos am Boden liegenden Jäger verschont, und dadurch beim Publikum immer beliebter wird.

Unterwegs hackt Weiss die ICS-Satellitenverbindung. Er wird von einem Jäger getötet, gibt den Code zuvor aber an Amber weiter. Auch Laughlin wird getötet. Bevor er stirbt, bittet er Richards, den Code zu einer in den Ruinen versteckten Basis der Widerstandskämpfer zu bringen. Insgeheim nimmt Killian Kontakt mit Richards auf und bietet ihm an, ihn als Jäger in seine Show aufzunehmen. Richards lehnt ab. Zusammen mit Amber entkommt er den Jägern, erfährt die Wahrheit über die bisherigen "Gewinner" und schlägt sich bis zur Rebellenbasis durch, die von einem Mann namens Mic geleitet wird. In der Zwischenzeit wird dem Publikum wieder einmal gefälschtes Bildmaterial gezeigt, in dem zu sehen ist, wie der letzte Gladiator Richards und Amber tötet. Mit Ambers Code können die Widerständler die Kontrolle über die TV-Satelliten übernehmen und die Wahrheit - auch über das Bakersfield-Massaker - verbreiten. Richards führt einen bewaffneten Trupp ins Sendestudio, der den Rest erledigt. Nach Killians öffentlich gezeigtem Ende ist Richards der neue Publikumsliebling.

Der Film:

Dieser Film verwendet die Grundidee des Romans Menschenjagd von Stephen King alias Richard Bachman, der wiederum auf der Kurzgeschichte "Der Tod spielt mit" von Robert Sheckley basiert. Nach dieser Kurzgeschichte war schon der deutsche Film "Das Millionenspiel" (1970) gedreht worden, eine kongeniale Verfilmung, die im April 2009 auch endlich auf DVD erscheinen soll. Allerdings wird in "The Running Man" sehr frei mit der Romanvorlage umgegangen. Im Roman ist Ben Richards kein Polizist und nimmt tatsächlich freiwillig an der Show teil, weil er Geld braucht, um sich Medikamente für seine kranke Tochter leisten zu können. Außerdem findet die Jagd im Roman keineswegs in irgendeinem isolierten Gebiet statt, sondern mitten in der Öffentlichkeit. Und schließlich wird der Action im Film gegenüber der Gesellschafts- und Medienkritik des Romans der Vorzug gegeben. Man erfährt nur wenig über die Welt, in der Richards lebt, und die Untergrundkämpfer wurden wohl nur in die Filmhandlung eingebaut, damit sie es Richards ermöglichen können, Killian am Schluss kräftig in den Allerwertesten zu treten.

Der Film ist ein typisches Schwarzenegger-Vehikel. Seine Auseinandersetzungen mit diversen Widersachern nehmen den Löwenanteil der Laufzeit ein, alles andere tritt dem gegenüber in den Hintergrund. Arnold lässt es wieder ordentlich krachen, spaßige Action-Unterhaltung ist also garantiert. Leider sieht man dem Film sein Alter überdeutlich an. Man darf also keine überragenden Spezialeffekte oder Martial-Arts-Szenen erwarten, das würde ohnehin nicht zum Film passen. Auch bei den schauspielerischen Leistungen muss man ein Auge zudrücken. Das gilt insbesondere für Maria Conchita Alonso (Amber Mendez), die ein ziemlich großes Nerv-Potential hat. Einziger Lichtblick ist Richard Dawson als Damon Killian. Er verkörpert den aalglatten, hinterhältigen, doppelzüngigen Moderator geradezu perfekt. Besonders lustig sind übrigens die von Paula Abdul im unverwechselbaren Stil der Achtzigerjahre choreografierten Tanzeinlagen während der Show.

Immerhin: Trotz aller Action werden die gesellschaftskritischen Aspekte des Romans nicht ignoriert. Man kann man sich fragen, wie weit wir heute eigentlich noch von den hier gezeigten Gameshows entfernt sind, mit denen die Massen ruhig gehalten werden sollen. Menschenverachtend sind einige unserer heutigen realen Shows auch - mal sehen, wann irgendwer die letzte Grenze überschreitet und tatsächlich Menschen vor laufenden Kameras misshandeln oder töten lässt... zur Gaudi eines hirnlosen Publikums, das sich mit Sicherheit ebenso darüber amüsieren würde, wie es die alten Römer bei den Gladiatorenkämpfen getan haben. Ähnliches gilt für die manipulierten Nachrichtenbilder, mit denen Ben Richards öffentlich als "Schlächter von Bakersfield" abgestempelt wird. So etwas war Mitte der Achtziger vielleicht noch Science Fiction - heute ist es schon bittere Realität.

In diesem Zusammenhang sollte ich noch die Gewaltdarstellung erwähnen. Gut: Der Film enthält Gewaltszenen. Viele Gewaltszenen. Ein Kopf explodiert, ein Mann wird aufgespießt, ein Jäger verliert seine Finger und dergleichen mehr. Das alles wird aber längst nicht so "genüsslich" zelebriert, wie man es aus aktuellen Slasher- oder Folterfilmen kennt. Es fließt vergleichsweise wenig Blut und andere explizite Darstellungen gibt es kaum. Deshalb kann ich zwar die FSK-Einstufung verstehen, aber nicht die Tatsache, dass die ungeschnittene Version dieses Films indiziert wurde. Dennoch muss man zugeben, dass einige Gewaltszenen recht selbstzweckhaft wirken, so dass ein lustiges Paradoxon entsteht: Einerseits wird angeprangert, dass die TV-Sender den Fernsehzuschauern hemmungslos das bieten, was sie sehen wollen (brutale Gewalt), andererseits wird genau das auch im Film abgefeiert...

Die DVD:

Auf der DVD-Rückseite steht irgendwas von "Digitally Mastered". Davon merkt man aber herzlich wenig: Bild und Ton haben eine erbärmliche Qualität. Man hat den Eindruck, ein schon ziemlich abgehangenes VHS-Band zu sehen. Bonusmaterial ist in meiner Auflage der DVD nicht vorhanden, es gibt aber wohl ältere Auflagen, in denen Extras vorhanden sind. Meine Auflage enthält außerdem eine deutsche Neusynchronisation. Da es inzwischen über 20 Jahre her ist, dass ich den Film im Kino gesehen habe, sind mir aber keine gravierenden Unterschiede aufgefallen.

J. Kreis, 15.03.2009


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