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Robin of Sherwood Season 2 Robin Hood - Die 2. Staffel (GB 1984)
- Robin of Sherwood -

DVD - Regionalcode 2, Koch Media
FSK: 12
Laufzeit: ca. 50 Minuten pro Episode, insg. ca. 350 Minuten

Extras:
Making of, Outtakes, Internationale Titelvorspänne, Music only Tracks, Bildergalerien, Audiokommentare

Regie:
Ian Sharp

Hauptdarsteller:
Michael Praed (Robin of Loxley)
Judi Trott (Lady Marion of Leaford)
Nickolas Grace (Robert de Rainault, Sheriff von Nottingham)
Ray Winstone (Will Scarlet, vormals Will Scathlock)
Clive Mantle (John Little, genannt "Little John")
John Abineri (Herne, der Jäger)
Robert Addie (Sir Guy of Gisburne)
Philip Jackson (Abt Hugo de Rainault)
Phil Rose (Bruder Tuck)
Peter Llewellyn-Williams (Much)
Mark Ryan (Nasir)




Inhalt:

Die Box umfaßt die komplette zweite Staffel der Robin-Hood - Fernsehserie. Die Episoden im Einzelnen:

1: Die Prophezeiung (The Prophecy)

Hoher Besuch in Nottingham: Prinz John, Bruder des immer noch in der Normandie kämpfenden Königs Richard Löwenherz, trifft ein. Gisburne, der während der Abwesenheit des Sheriffs allein verantwortlich ist, hat alle Hände voll zu tun, den launischen Mann zufrieden zu stellen. Little John wurde gefangen genommen und zur Arbeit in einem Steinbruch abkommandiert. Robin Hood befreit ihn - sehr zum Mißfallen des Prinzen, der Gisburne zur Strafe in den Kerker werfen lässt. Mark, ein Mitgefangener Little Johns, schließt sich Robin an. Er berichtet von einem Gefangenen, der zusammen mit dem Prinzen nach Nottingham gekommen ist. Robin, der sich an eine Prophezeiung Hernes erinnert, will den Unbekannten befreien. Es handelt sich um Sir Richard of Leaford, Marions Vater, der seit dem letzten Kreuzzug für tot gilt. Diese Information erhält Robin von Abt Hugo de Rainault, den er im Wald überfällt. Robin ahnt nicht, dass Mark ein Verräter ist, der mit Gisburne paktiert. Gisburne macht sich bei Prinz John beliebt, indem er Robin Hood und Richard of Leaford eine Falle stellt. Mark soll Richard in die Normandie begleiten, wo dieser den König über Prinz Johns Umsturzpläne unterrichten soll - unterwegs soll Mark den Mann töten. Gerade noch rechtzeitig kommen die Gefährten hinter diesen perfiden Plan und können ihn vereiteln. Kein Problem für Prinz John, denn er erhält die Nachricht vom Tod seines Bruders. Somit wird er zum neuen König Englands.

2: Tödliche Geldgier (The Children of Israel)

Es kriselt in Robin Hoods kleiner Truppe: Will Scarlett stellt Robins Autorität in Frage und greift eigenmächtig den zurückkehrenden Sheriff an. Der Überfall schlägt fehl, Scarlett und seine Begleiter müssen fliehen. Bruder Tuck wird dabei schwer verletzt. Robin selbst zweifelt am Sinn seiner Aktionen, als er Tuck in einem Dorf in Sicherheit bringen will, dort jedoch abgewiesen wird. Wofür kämpft er also überhaupt, so fragt Robin sich? Herne, dem er die Gefolgschaft aufkündigen will, ist auch keine große Hilfe. Derweil inszeniert Gisburne im Auftrag des Sheriffs ein Judenpogrom in Nottingham. Der Sheriff ist bei dem Geldverleiher Joshua de Talmont verschuldet, kann den Mann jedoch nicht einfach so beseitigen lassen, denn alle Juden sind Eigentum des Königs. Gisburne verhilft Joshua inkognito zur Flucht, denn er hat sich in dessen Tochter Sarah verliebt. Dieser Verrat bleibt dem Sheriff nicht verborgen. Er verfolgt Gisburne, der Sarah in seine Gewalt gebracht hat, höchstpersönlich. Nachdem die Streitereien zwischen Robin und Will Scarlett beigelegt sind, helfen sie Joshua und befreien Sarah. Sie werden zwar vom Sheriff gestellt, doch der schlägt entgegen Joshuas Warnung ein verbotenes Buch (die Kabbala) auf, und wird mit seiner eigenen Schlechtigkeit konfrontiert, worüber er fast den Verstand verliert. In der entstehenden Verwirrung können Robins Leute die Normannen besiegen und mit Joshuas Familie entkommen.

3: Herr der Bäume (Lord of the Trees)

Der Sheriff ist in London, also muss wieder einmal Gisburne die Amtsgeschäfte führen. Um endlich Robin Hood loszuwerden, heuert er eine Bande übelster Söldner an, die von seinem alten Kriegskameraden Bertrand de Neville angeführt werden. Zunächst terrorisieren die Söldner aber die Dorfbewohner, Gisburne vergeht sich an einem Herne-Heiligtum. Robins Leute bekommen zwar Wind von diesen Ereignissen, können aber nicht eingreifen. Zur Zeit wird in Sherwood Forest nämlich ein Fest zu Ehren Hernes gefeiert. In dieser Zeit darf kein Blut vergossen werden, weil sonst unter anderem Mißernten drohen. Das ist besonders ärgerlich für Will Scarlet, dessen Frau einst von Söldnern ermordet wurde und der sich rächen möchte. Robins Leute müssen eine List anwenden, um die Söldner gewaltfrei gefangen nehmen zu können. Die Marodeure können sich jedoch wieder befreien. Sie überfallen Robins Leute und die Dorfbewohner während der Zeremonie. Dabei wird sogar Herne verletzt. Robin lockt Gisburne in Hernes Kostüm in den Wald. Dort verfällt Gisburne fast dem Wahnsinn. Am nächsten Tag ist die heilige Zeit vorbei. Jetzt kommt es zum offenen Kampf. De Neville entführt Marion, doch Robin tötet ihn mit einem gezielten Pfeilschuß. Die überlebenden Söldner werden davongejagt.

4: Die Verzauberung (The Enchantment)

Lilith, eine ehemalige Adeptin des Schwarzmagiers Simon de Belleme, verhext Robin Hood. Robin erkennt seine Freunde nicht mehr und läuft zu Lilith, der er hörig ist. Sie bringt ihn dazu, Hernes Silberpfeil zu stehlen und zu ihr zu bringen. Mit diesem geheimnisvollen Artefakt ist de Belleme einst von Robin getötet worden, Lilith will ihn damit wieder zum Leben erwecken. Das gelingt ihr tatsächlich. De Belleme befiehlt den Sheriff zu sich, dessen Scherge Gisburne gerade erst versucht hat, die in Castle Belleme versteckten Juwelen des verstorbenen Barons zu stehlen. Lilith erhält den Auftrag, Robin zu töten und de Belleme sein Herz zu bringen. Robins Freunde können das gerade noch verhindern. Marion bringt Robin mittels einer Flüssigkeit, die sie von Herne erhalten hat, wieder zur Besinnung. Gemeinsam stürmen sie Castle Belleme, doch der von den Toten auferstandene Baron ist zu mächtig und kann nicht besiegt werden. Herne verhindert zwar, dass de Belleme Robin mit dem Silberpfeil tötet, aber letzten Endes müssen die Gefährten fliehen, ohne etwas ausgerichtet zu haben. Auch der Sheriff geht wieder einmal leer aus. Was aus Lilith wird, bleibt unklar.

5 / 6: Die Hunde Luzifers 1 und 2 (The Swords of Wayland Part 1 / Part 2)

Gareth, Dorfältester von Uffcombe, bittet Robin Hood um Hilfe. Das Dorf wird angeblich von fliegenden Dämonen heimgesucht, die immer wieder Dorfbewohner töten oder verschleppen. Robin erklärt sich bereit, den Leuten zu helfen, obwohl Uffcombe weit entfernt ist, so dass er die Sicherheit von Sherwood Forest verlassen muss. Als es wieder zu einem Überfall der "Hunde Luzifers" kommt, können Robin und seine Leute diesen zurückschlagen. Es gelingt ihnen sogar, einen der "Dämonen" lebend gefangen zu nehmen. Natürlich handelt es sich nur um maskierte Reiter, aber unter der Maske des Gefangenen steckt einer der jungen Männer, die von den "Dämonen" entführt worden sind. Der Mann scheint nicht zu wissen, wo er sich befindet, und tötet sich selbst. Bruder Tuck findet heraus, dass alle Maskierten ein Pergament bei sich tragen, das einen Pakt zwischen dem jeweiligen Träger und Satan besiegelt. Da an den Mänteln der "Hunde Luzifers" und an ihren Stiefeln Mehl haftet, nimmt Robin an, dass die Mühle ihr Versammlungsort ist. Als er den Müller aufsuchen will, wird er von diesem überfallen. Der Mann versucht ihm das Schwert Albion zu stehlen. Robin überwältigt ihn und bringt ihn dazu, ihm zu verraten, wer hinter den Angriffen steckt. Es ist Morgwyn of Ravenscar, die Äbtissin eines nahen Klosters.

Morgwyn befehligt die "Hunde Luzifers". Sie und ihre Ordensschwestern sind Teufelsanbeterinnen. Sie gehören einer Sekte an, die seit vielen Jahren nach den sieben Schwertern von Wayland sucht, um mit deren Hilfe Luzifer beschwören zu können. Albion ist das einzige Schwert, das noch fehlt. Als es den "Hunden Luzifers" nicht gelingt, Robins Leute zu besiegen, fordert Morgwyn Soldaten bei Earl Godwin an. Diesen gelingt es, Robin gefangen zu nehmen. So gelangt Albion schließlich in Morgwyns Hände. Marion, die Earl Godwin seit ihrer Kindheit kennt, schmeichelt sich bei diesem ein und befreit Robin. Doch beide fallen Robins Gefährten in die Hände, die inzwischen von Morgwyn verhext worden sind und nur noch den Befehlen der Teufelsanbeterin gehorchen. Ein Unbekannter (möglicherweise ein Adept Hernes) verhilft Robin zur Flucht, aber Marion wird ins Kloster gebracht. Dort hebt Morgwyn den Bann auf, der auf Robins Gefährten lastet. Sie sollen beim Ritual zur Erweckung Luzifers geopfert werden. Robin kann das Ritual im letzten Moment unterbrechen. Robins Gefährten vernichten sicherheitshalber alle Schwerter Waylands bis auf Albion. Die "Hunde Luzifers" geraten außer Kontrolle und hetzen Morgwyn zu Tode.

7: Der Hinterhalt (The greatest Enemy)

Robin Hood ist zu einem Symbol für den Widerstandswillen der geknechteten angelsächsischen Bevölkerung geworden. König John stellt dem Sheriff von Nottingham deshalb ein Ultimatum. Wenn er es nicht innerhalb einer bestimmten Frist schafft, Robin Hood zu töten, wird er seines Amtes enthoben. Der Sheriff bietet Dutzende von Soldaten für die Suche nach Robin und dessen Gefährten auf. Bei einem Hinterhalt werden Little John, Will Scarlet und Bruder Tuck gefangen genommen. Nasir, der gerade mit zwei Assassinen "beschäftigt" war (auch er selbst hat einst zu dieser Gruppe gehört), will sie befreien, fällt dem Sheriff aber ebenfalls in die Hände. Robin, Marion und Much können zwar entkommen, werden aber mit Bluthunden gejagt und müssen Sherwood Forest verlassen. Im Freien stehen sie der Armee des Sheriffs gegenüber, können diese aber wegen der überlegenen Reichweite ihrer Langbogen auf Abstand halten. Als die Soldaten sich anschicken, sie einzukesseln, ermöglicht Robin den beiden anderen die Flucht, indem er sich opfert. Als Robin tot ist, feiert der Sheriff mit seinen Leuten in Wickham. Da erscheint ein verhüllter Mann, der Little John, Will, Tuck und Nasir befreit. Die Soldaten wagen es nicht, sich ihm zu nähern, denn sie halten ihn für Robin Hood. Marion und die anderen wissen es besser. Doch während sie um Robin trauern, erscheint der Unbekannte erneut. Gibt es einen neuen Anführer für die Gesetzlosen von Sherwood Forest?

Die Episoden:

Im Grunde kann ich zur zweiten Staffel dieser Serie das wiederholen, was ich schon zur ersten Staffel geschrieben habe. Solltet ihr das schon gelesen haben, dann überspringt einfach die folgenden Absätze und lest nach der blauen Linie weiter.

Robin of Sherwood gehört zu den besten TV-Serien, die ich kenne - und das gilt auch jetzt noch, fast 25 Jahre nach ihrer Erstausstrahlung. Die Serie war seinerzeit eine der ersten "ernsthaften" Neuinterpretationen des Robin Hood - Mythos; ansonsten ist mir nur noch Robin and Marian mit Sean Connery aus dem Jahr 1976 bekannt. In älteren Verfilmungen waren Robin und seine "Merry Men" (sic!) nicht mehr als eher lächerliche Helden in Strumpfhosen, die ihre Zeit hauptsächlich mit Gesängen oder Liebesaffären verbrachten. In Robin of Sherwood stehen die Gegensätze zwischen den korrupten adligen Machthabern und den unterdrückten Leibeigenen sowie der Konflikt zwischen Angelsachsen und Normannen im Mittelpunkt. Erst 1991 gab es mit Robin Hood - König der Diebe (mit Kevin Costner) einen ähnlichen Ansatz. Interessanterweise tritt in diesem Film auch wieder ein Sarazene als Freund Robins auf. Vielleicht wurde diese Figur ja von Nasir, dem wortkargen Schwertkämpfer aus dem Heiligen Land, inspiriert (einer meiner Lieblingshelden übrigens)?

Sehr ungewöhnlich und damals völlig neu für eine Robin Hood - Verfilmung waren die mystischen Elemente. Herne der Jäger, die Schwerter von Wayland, aus dem Morgenland mitgebrachte okkulte Praktiken und Andeutungen, die an das heidnische Erbe der Kelten erinnern, verleihen der Serie einen ganz besonderen Charakter. Diese Atmosphäre wird noch durch den wunderbaren Soundtrack der Gruppe Clannad verstärkt (erhältlich auf CD, Titel Legend). Hinzu kommt, dass man sich offensichtlich um Realismus und historische Authentizität bemüht hat. Die Schauspieler agieren nicht vor billigen Studiokulissen, sondern in echten Burgen und im echten Wald. Das sorgt allerdings auch für die eine oder andere etwas eigenartige Szene, in der man das Gefühl hat, Robin Hood habe sich irgendwie in den Stadtpark verirrt. Das mittelalterliche Leben wird jedenfalls durchaus glaubwürdig dargestellt. Ich kann natürlich nicht beurteilen, ob die verwendeten Requisiten, Kostüme usw. für das 12. Jahrhundert korrekt sind, aber es wirkt alles sehr überzeugend. Übrigens wurde auch weitgehend auf Make-up verzichtet. Robins Leute laufen auch mal dreckig und mit in Unordnung geratener Frisur herum...

Auch die Themen der einzelnen Episoden sind anders, als man es aus früheren Robin Hood - Verfilmungen kennt. Da geht es nicht nur um Robins Rebellion, sondern auch um Korruption (komplett mit Vernunftehen, raffgierigen Kirchenfürsten usw.), religiösen Fanatismus, die Ausbeutung der Leibeigenen und so weiter. Die Helden sind nicht alle strahlende Gutmenschen, sondern teils recht ambivalente Gestalten. Will Scarlet zum Beispiel ist eigentlich ein eher unangehehmer Zeitgenosse. Die Helden sind übrigens alle sehr jung, auch das war in früheren Verfilmungen stets anders. Dann die Bösewichte, allen voran der Sheriff! Seine cholerische und manchmal richtig durchgeknallte Art ist einfach köstlich. All das war seinerzeit für eine Robin Hood - Verfilmung mehr als ungewöhnlich. Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass mich das damals ordentlich beeindruckt hat.

Natürlich hat die Serie auch ihre schwachen Seiten. Vergleicht man etwa die Actionszenen mit modernen Produktionen, dann kann man sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Die Action wirkt aufgrund der langen Einstellungen fast behäbig, der videoclipartig schnelle, manchmal viel zu hektische Schnitt heutiger Filme war damals noch weitgehend unbekannt. Die Kämpfe wirken manchmal etwas unbeholfen; man meint zu erkennen, dass die Schauspieler krampfhaft bemüht sind, sich nicht gegenseitig zu verletzen. Aber diese Schwächen fallen schon aufgrund des Nostalgiefaktors nicht ins Gewicht. Für Kinder der Achtziger ist diese DVD-Box sowieso ein "Must-have".


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In der Serie gab es ohnehin schon immer ein Nebeneinander von Christentum und heidnischen Praktiken (Tuck nimmt sogar am Herne-Ritual teil). "Übernatürliche" Erscheinungen konnte man sich meist mit Hypnose plausibel erklären, das gilt auch noch für Elemente wie die "gefährliche" Kabbala (Folge 2) oder Gisburnes Panik im Wald (Folge 3). Herne wurde ja immer als im Grunde normaler Mensch dargestellt, der wie ein Schamane von seinem eigenen Mythos lebt. In den Folgen 4 bis 7 tritt aber darüber hinaus das Okkulte bzw. der Fantasy-Aspekt der Serie viel stärker in den Vordergrund. Jedenfalls kann man Baron de Bellemes Wiedergeburt und die tatsächlich stattfindende Beschwörung Luzifers, bei der einige sehr gewagte Szenen zu sehen sind, nicht mehr anders als mit "funktionierender" Magie erklären. Egal - dabei sind einige der besten (und düstersten) Folgen der gesamten Serie herausgekommen. Das Auftreten der "Hunde Luzifers" habe ich jedenfalls nie vergessen.

Es gibt auch immer wieder einige wirklich amüsante Szenen, z.B. das improvisierte Theaterstück, mit dem de Nevilles Leute abgelenkt werden (Folge 3), Little Johns Gesichtsausdruck beim Versuch, einen Faden in ein Nadelöhr zu fädeln und so weiter. Interessante Informationen werden ebenfalls vermittelt, etwa Nasirs Zugehörigkeit zu den Assassinen sowie sein vollständiger und ziemlich langer Name. Dann das Ende. Natürlich dachte man: Klar, Robin wird am Schluß entkommen und dem Sheriff wieder mal eine lange Nase drehen - weit gefehlt! Dass er wirklich stirbt, war damals ein ganz schöner Schockeffekt. Eigentlich war die Serie damit für mich wirklich zu Ende, aber der Unbekannte, der am Schluß auftaucht, schlägt schon die Brücke zur 3. Staffel: Es ist der später von Jason Connery gespielte Robert of Huntingdon, der Robins Nachfolge als Hernes Auserwählter antritt.

Die DVD:

Die DVD-Box der zweiten Staffel ist genauso schön aufgemacht wie die der ersten Staffel. Die aufklappbare Box ist mit Motiven aus dem Film bedruckt und steckt in einem Teilschuber. Sie enthält erneut ein umfangreiches Booklet, in dem die einzelnen Hauptfiguren, ihre Darsteller und die Synchronsprecher ausführlich vorgestellt werden. Außerdem sind ein informativer Text über die Serie selbst, ein Interview sowie ein Episodenführer enthalten. Die DVD-Extras fallen nicht so umfangreich aus wie bei der ersten Box, dafür ist die Staffel um eine Folge länger.

Die Serie ist in Deutschland nur gekürzt ausgestrahlt worden. Auf DVD liegen alle Episoden in der ursprünglichen, ungekürzten Version vor. Die "neuen" Szenen sind nicht nachsynchronisiert worden, der englische Ton ist deutsch untertitelt (Untertitel sind abschaltbar). Zur Doppelfolge "Die Hunde Luzifers" gibt es darüber hinaus Audiokommentare. Im englischen Original wirkt die Serie doppelt so gut, denn die Sprache spielt ebenfalls eine große Rolle. Auf der einen Seite die Adligen, die sich gewählt ausdrücken und reines Oxford-Englisch sprechen, auf der anderen Seite die einfachen Leute mit ihren verschiedenen (teilweise fast unverständlichen) Akzenten.

Weiteres Bonusmaterial:

Making of - Hierbei handelt es sich offensichtlich um Teil 2 einer Featurette, deren erster Teil zum Bonusmaterial zur 1. Staffel gehört. Auch diesmal handelt es sich hauptsächlich um Interviews aus 2002. Thema sind zum Einen die Gegensätze der Schauspieler Michael Praed (Robin) und Ray Winstone (Will Scarlet), die recht gut zur Rivalität der beiden Figuren passen. Zum Anderen geht es natürlich auch um die Gründe für Praeds Weggang. Auch Anekdoten werden wieder zum Besten gegeben. Das Ganze wird durch leider nur wenige Aufnahmen von den Dreharbeiten sowie Filmszenen aufgelockert.

Die Outtakes sind leider nur ca. 8 Minuten lang. Urkomische schiefgegangene Szenen dieser Art scheint es nämlich in abendfüllender Länge zu geben, jedenfalls geht das aus den Interviews hervor. Vor allem handelt es sich nicht einfach nur um die üblichen Versprecher und Pannen - die Schauspieler machen spontan immer wieder irgendwelche Gags. Vor allem Nickolas Grace (der Sheriff) scheint ein echter Scherzkeks zu sein. Er hat sogar einen Sheriffs-Stern aus dem Wilden Westen an seinem Kostüm getragen. Außerdem bekommt man Kostproben der gewaltigen Pferdefürze zu hören, unter denen die Dreharbeiten und vermutlich auch die Schauspieler gelitten haben...

Music only Tracks - Einzelne Episoden können so abgespielt werden, dass man nur die Musik hört. Das wäre an sich nicht schlecht, denn Staffel 2 enthält einige neue Titel, die auf der Soundtrack-CD nicht vorliegen. Allerdings muss man sich jeweils die ganze Episode ansehen. Besser wäre es gewesen, wenn man über diesen Menüpunkt genau die Szenen anwählen könnte, in denen diese neuen Musikstücke vorkommen.

Titelvorspänne aus Deutschland, Frankreich und den USA sowie zwei Bildergalerien runden die leider etwas mageren Extras ab.

J. Kreis, 06.12.2006
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