Zurück zu den Filmen

Resident Evil Extinction Resident Evil: Extinction - Premium Edition (Australien, D, F, GB, USA, 2007)

DVD - Regionalcode 2, Constantin Film
FSK: Keine Jugendfreigabe
Laufzeit: ca. 91 Minuten

Extras
Making of, Audiokommentar des Regisseurs und des Produzenten, "Jenseits von Raccoon City", Deleted Scenes, Featurettes ("Die Hunde", "Die Krähen", "Die Schauspieler", "Die Maske", "Modellsetbau", "VFX-Impressionen"), Interviews, Ausblick in die Zukunft von Resident Evil, Blick hinter die Kulissen, Darstellerinfos (Texttafeln)

Regie:
Russell Mulcahy

Hauptdarsteller:
Milla Jovovich (Alice)
Oded Fehr (Carlos Olivera)
Ali Larter (Claire Redfield)
Iain Glen (Dr. Isaacs)
Mike Epps (Lawrence Jefferson Wayne - L.J.)
Jason O'Mara (Albert Wesker)




Inhalt:

Trotz der nuklearen Vernichtung Raccoon Citys kann die Ausbreitung des T-Virus nicht eingedämmt werden. Es dauert nur wenige Monate, bis die ganze Welt infiziert ist. Bis auf wenige Überlebende werden alle Menschen in Zombies verwandelt - untote Wesen ohne Verstand oder Emotionen, die nur von ihrer Gier nach Menschenfleisch angetrieben werden. Das Virus wirkt sich aber auch auf die gesamte Ökosphäre des Planeten aus. Flüssse und Seen trocknen aus, Tiere werden ausgerottet, Pflanzen verdorren. Nach wenigen Jahren ist aus weiten Teilen des einst blauen Planeten eine lebensfeindliche Wüste geworden. Alice hat sich damals nach der Flucht aus dem Umbrella-Labor von ihren Freunden getrennt, denn sie hat herausgefunden, dass Umbrella sie über einen Satelliten jederzeit orten kann, und sie wollte ihre Gefährten nicht in Gefahr bringen. Wie alle anderen Überlebenden fährt sie nun ziellos durch die Einöde, denn wegen der allgegenwärtigen Zombiegefahr kann man nie lange an einem Ort bleiben. Unterwegs findet sie Aufzeichnungen, die Hoffnung machen: Angeblich gibt es in Alaska eine letzte Zuflucht in einer isolierten Region, die noch nicht vom T-Virus verseucht wurde. Alices Kräfte werden immer stärker. Sie ist inzwischen in der Lage, Objekte allein mit der Kraft ihres Geistes zu bewegen. Die Energie, die sie dabei freisetzt, bleibt Umbrella nicht verborgen.

Umbrellas Führungsriege hat sich zusammen mit Sicherheitskräften und Wissenschaftlerteams in riesige unterirdische Anlagen zurückgezogen. Derartige Bunker (Hives) gibt es auf jedem Kontinent, alle sind miteinander vernetzt. Allerdings gehen die Vorräte allmählich zur Neige, und mit einer schnellen Lösung des Zombie-Problems ist nicht zu rechnen. Es stellt sich nämlich heraus, dass diese Wesen jahrzehntelang weiter existieren können, selbst wenn sie kein frisches Fleisch finden. Umso wichtiger werden die Forschungen, die Dr. Isaacs in der nordamerikanischen Bunkeranlage betreibt. Isaacs arbeitet an der Entwicklung eines Mittels, welches die vom T-Virus verursachten Mutationen rückgängig machen soll. Dazu bräuchte er aber Alices Blut. Alice ist ebenfalls eines seiner Forschungsprojekte, und in seinem Labor züchtet er Massen von Alice-Klonen, die er immer wieder durch ein perfides Fallensystem jagt, um sie zu testen. Dutzende Klone sind dabei schon gestorben, aber keiner hat das Potential der echten Alice, und das Blut der Klone lässt sich nicht wie das der echten Alice mit dem T-Virus verbinden. Mit dem Klonblut kann Isaacs lediglich einen neuen, viel aggressiveren und schnelleren Zombie-Typus erschaffen.

Carlos Olivera und L.J., zwei von Alices alten Weggefährten, haben sich einem von Claire Redfield angeführten Konvoi von Überlebenden angeschlossen, die das Land auf der Suche nach Benzin und Proviant durchstreifen. Alice ist zufällig in der Nähe, als mutierte Krähen den Konvoi angreifen. Sie vernichtet den Schwarm mit ihren telekinetischen Kräften, was es Dr. Isaacs ermöglicht, ihre Position zu bestimmen. Er setzt sich über den Befehl seines Vorgesetzten Albert Wesker hinweg und verlässt den Forschungskomplex mit einigen Soldaten, um Alice gefangen nehmen zu können. Zu diesem Zweck nimmt er einge seiner neuen Zombies mit. Die Überlebenden beschließen derweil, den von Alice gefundenen Hinweisen zu folgen und nach Alaska aufzubrechen, denn eine vage Hoffnung ist besser als gar keine. Das für diese Reise benötigte Benzin wollen sie sich im nahen Las Vegas besorgen. Die einstige Glitzermetropole ist jetzt nur noch ein riesiges, halb von der Wüste verschlungenes Ruinenfeld - außerdem ist die Stadt eine Falle. Isaacs hetzt hier die Superzombies auf die Überlebenden, die rasch dezimiert werden. L.J. wird nach einem Zombiebiss, den er seinen Freunden verheimlicht hat, selbst zu einem Untoten. Carlos ist gezwungen, ihn zu erschießen. Alice wird über den Satelliten "ausgeschaltet". Ihre Kräfte ermöglichen es ihr jedoch, sich der Kontrolle zu entziehen. Isaacs entkommt ihrem Angriff nur knapp mit einem Hubschrauber, wird zuvor aber von einem seiner Superzombies gebissen.

Zurück im Hive injiziert Isaacs sich große Mengen seines Gegenmittels. Infolge der Verbindung mit dem durch das Alice-Klonblut veränderten T-Virus mutiert er daraufhin zu einem Tyrant. Er behält zwar seine Identität, metzelt aber alle Menschen im Bunker nieder, weil er selbst liquidiert werden sollte. Alice, Claire und die letzten Überlebenden folgen dem Umbrella-Hubschrauber. Carlos opfert sich, um seinen Freunden einen Weg durch die Zombiehorden freizusprengen, die den oberirdischen Bereich des Forschungskomplexes belagern, denn ihm ist klar, dass sein Schicksal ohnehin besiegelt ist - der zombifizierte L.J. hatte ihn gebissen. Während Claire den kläglichen Rest ihrer Leute mit einem Umbrella-Hubschrauber in Sicherheit bringt, bleibt Alice zurück. Der Anblick Dutzender toter Alice-Klone, die wie Abfall in einen Graben geworfen worden sind, lässt ihren Zorn weiter wachsen. Sie dringt in den unterirdischen Komplex ein, wo sie von der Künstlichen Intelligenz der Anlage (der "White Queen") darüber informiert wird, dass mit ihrem Blut ein Gegenmittel hergestellt werden könnte. Zuvor muss Alice aber noch den mit gewaltigen körperlichen und telekinetischen Kräften begabten Tyrant besiegen. Das gelingt ihr mit der Hilfe einer ihrer "Klonschwestern", die sie zuvor erweckt hat. Alice übernimmt nun die Kontrolle über den Forschungskomplex und kann so auch die Standorte der anderen Anlagen orten. Sie schickt Wesker und dem Umbrella-Vorstand in Tokio eine Botschaft, in der sie ankündigt, sie würde bald vorbeikommen... und dabei würde sie ein paar "Freundinnen" mitbringen!

Der Film:

Dies ist der dritte Film nach Motiven der Videospielreihe Resident Evil. Während die Story der ersten beiden Filme den bisher erschienenen Videospielen wenigstens noch einigermaßen folgte, hat "Extinction" fast gar nichts mehr damit zu tun. "Extinction" ist somit eigentlich nur ein weiterer Zombiefilm, in dem zufällig ein paar Namen aus den Spielen verwendet werden. Die allseits bekannten T-Virus-Zombies, Zombie-Hunde und Krähen kommen zum Einsatz, zum ersten Mal bekommt man eine Filmversion des Tyrant zu sehen und Umbrella ist immer noch der böse Gegner unserer Helden. Neu sind die Superzombies, sie entsprechen den "Crimson Heads" aus dem Remake des ersten Spiels. Mit Claire Redfield tritt erstmals die Heldin der Spiele "Resident Evil 2" und "Resident Evil - Code: Veronica" auf, aber da man im Film nichts über ihre Vergangenheit erfährt und da es auch sonst keine Beziehung zu der gleichnamigen Spielfigur gibt, könnte es sich ebenso gut um irgend eine beliebige andere Person handeln. Genau das gleiche gilt auch für Albert Wesker, der wenigstens optisch dem alten Schurken aus den Spielen ähnelt.

Eigentlich widerspricht die hier erzählte Geschichte sogar den Vorgaben des Spiele-Universums, denn in Resident Evil 4 sind 6 Jahre seit der Vernichtung von Raccoon City vergangen, und von einer postapokalyptischen Erde ist dort nicht die Rede. Umbrella spielt dort keine Rolle mehr, weil der Konzern zerschlagen wurde. Für sich betrachtet ist an "Extinction" zwar wenig auszusetzen, wenn man sich mit knackiger Action und effektvoller Zombiehatz begnügen kann. Als Fan der Spiele bin ich aber doch enttäuscht; ich hätte mir eine besser ausgearbeitete Fortsetzung gewünscht. Wenn schon Figuren auftreten, die man aus den Spielen kennt, dann sollte das auch einen Sinn haben. Den kann ich in diesem Film aber nicht erkennen. In diesem Film werden bis auf Alice und Dr. Isaacs (vielleicht auch noch Carlos) praktisch alle Charaktere verramscht. Ihr einziger Existenzzweck scheint darin zu bestehen, von Zombies gefressen zu werden. Leider fällt diesmal auch der "Wiedererkennungswert", den die beiden ersten Filme noch hatten, fast ganz weg. Daran ändert auch die erneute Verwendung einiger Räumlichkeiten aus dem Herrenhaus nichts. Immerhin: Die Zombies werden zumeist sehr gut in Szene gesetzt, und sie richten entweder ganz ordentlichen Schaden an oder werden auf optisch effektvolle Art und Weise "erlöst". Die teils sehr heftigen Gore-Szenen rechtfertigen die FSK-Wertung, tragen aber nicht unerheblich zur Atmosphäre bei und gehen somit in Ordnung. Besonders angenehm fällt auf, dass man diesmal fast ganz auf die Verschleierung des Geschehens durch Wackelkamera und Dunkelheit verzichtet hat. Zombies im hellen Tageslicht - das ist zwar auch nicht neu, hebt sich aber doch von der Masse ab.

Über die Story muss man wirklich keine langen Abhandlungen schreiben, denn sie ist fast nicht existent. Sie erschöpft sich in der Erklärung des postapokalyptischen Mad Max - Szenarios und hat so manches Loch. Das fängt schon mit dem Überfall auf Alice an: Warum können diese Typen sich einnisten, wenn es doch so schwer ist, den Zombies zu entkommen? Wenn man über die Minimal-Story hinwegsehen kann, darf man sich auf 90 Minuten gut gemachter Action freuen. Abgesehen vom schon erwähnten "Mad Max" bedient der Film sich fröhlich bei anderen Werken; so kommt einem das von Untoten belagerte Umbrella-Grundstück mit unterirdischem Bunker aus Romeros "Day of the Dead" bekannt vor. Der Angriff der Krähen erinnert an Hitchcocks "Die Vögel". Wenigstens wurde gut geklaut, denn die Endzeitstimmung funktioniert durchaus. Schon die ersten paar Minuten mit dem Ende eines von vielen Alice-Klonen weiß zu gefallen, danach folgt eine gut ausgewogene Mischung aus Kampfszenen und ruhigeren Momenten, die von einem netten Soundtrack passend untermalt wird. Milla Jovovich beweist einmal mehr, dass sie das Zeug zu einer glaubwürdigen Actionheldin hat, ganz abgesehen davon, dass sie einfach sympathisch ist. Und wieder mal erinnert ihr ganzes Erscheinungsbild frappierend an Pippi Langstrumpf! Eine Sache ist mir an ihr aufgefallen (sie kann allerdings nichts dafür): In vielen Nahaufnahmen wurde ihr Gesicht offenbar digital geglättet, oft wirkt es geradezu wächsern. Das hat sie eigentlich nicht nötig. Mich hat es ziemlich gestört.

Ansonsten ist "Extinction" ein optischer Genuss mit einigen richtig guten Szenen. Und langweilig ist er keinesfalls, wenn das Endzeit-Wüsten-Szenario auch ein bisschen nach Plagiat riecht.

Die DVD:

Das "Making of" ist ca. 22 Minuten lang und bietet die übliche schnell zusammengeschnittene Mischung aus Filmszenen, Interviewschnipseln und kurzen Blicken hinter die Kulissen. Richtigen Dokumentationscharakter hat das nicht, und wenn man den Film bereits gesehen hat, dann ist es eher uninteressant, was die Schauspieler usw. zur Story zu sagen haben. Die ca. 31 Minuten lange Featurette "Jenseits von Raccoon City" ist zwar genauso gestaltet, bietet aber wenigestens ein bisschen mehr "Nährwert". Vieles wiederholt sich aber auch. Die nicht verwendeten Szenen sind insgesamt ca. 9 Minuten lang und durchweg verzichtbar. Man sieht z.B., wie Dr. Isaacs sich "Frischfleisch" aus den Zombiehorden pickt, die den oberirdischen Bereich des Hive belagern.

Die diversen anderen Extrabeiträge sind alle zwischen 2 und 20 Minuten lang (außerdem 11 Interviews zwischen 20 Sekunden und 2 Minuten) und behandeln jeweils einen anderen Aspekt des Produktionsprozesses. Man sieht, wie die Hunde trainiert und in Ganzkörper-Latexmasken gequetscht wurden (die armen Tiere!), wie die Zombie-Masken usw. entstanden sind und dass zwar viel mit Miniaturen gearbeitet wurde, viel aber auch durch Computergrafiken ergänzt werden musste. Und man kann erahnen, dass die Dreharbeiten in der glühend heißen Wüste wohl kein Zuckerschlecken waren. Auch hier wiederholt sich wieder vieles.

Bei "Ausblick in die Zukunft von Resident Evil" geht es natürlich keineswegs um konkrete Pläne für eine Fortsetzung. Diesbezüglich wird nichts verraten. Schließlich gibt es noch den ca. 12 Minuten langen "Blick hinter die Kulissen": Das sind unkommentierte Aufnahmen von den Proben und den Dreharbeiten. Man sieht, wie die Schauspieler herumalbern. Vor allem Milla Jovovich scheint wie immer einen Mordsspaß zu haben, und wie üblich macht sie alle möglichen Stunts selbst.

J. Kreis, 28.05.2008
Seitenanfang