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Resident Evil Degeneration Resident Evil: Degeneration (Japan, 2008)
- Baiohazado: Dijenereshon -

DVD - Regionalcode 2, Sony Pictures Home Entertainment
Altersvreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 92 Minuten

Extras
- Making of "Resident Evil: Degeneration"
- Charakterprofile
- Stimmproben
- Interview mit Faux Leon
- Trailer

Regie:
Makoto Kamiya




Inhalt

Vor sieben Jahren ist in der amerikanischen Kleinstadt Raccoon City aufgrund verbrecherischer Machenschaften des an der Biowaffenforschung beteiligten Pharmakonzerns "Umbrella Corporation" das T-Virus ausgebrochen. Bei dieser Epidemie wurden Menschen in Zombies verwandelt und durch eine Abart des Erregers, das G-Virus, waren noch bizarrere, grausig deformierte Kreaturen entstanden. Die Ausbreitung der Viren war durch den Einsatz von Nuklearwaffen gestoppt worden - gleichzeitig wurden dabei alle Beweise über die Mitschuld der Regierung vernichtet. Fast alle 100.000 Einwohner der Stadt waren getötet worden. Zu den wenigen Überlebenden gehören Claire Redfield und Leon S. Kennedy. Sie schlagen unterschiedliche Wege ein, um dafür zu sorgen, dass es niemals wieder zu einer solchen Katastrophe kommt. Claire schließt sich der privaten Menschenrechts-Organisation TerraSave an, Leon wird Spezialagent der Regierung. Zunächst sieht es so aus, als würden die Dinge sich von selbst erledigen, denn die Umbrella Corporation wird zerschlagen. Frederic Downing, ein Forscher von WilPharma, entwickelt einen T-Virus-Impfstoff. Doch dann kommt es zu neuen Virusausbrüchen, die den so genannten "Bioterroristen" zur Last gelegt werden. Man nimmt an, dass sie eine Virus-Probe aus Raccoon City gerettet und auf dem Schwarzmarkt verkauft haben. Einer dieser Terroristen ist Curtis Miller, ein ehemaliger Mitarbeiter WilPharmas, der beim Raccoon-City-Zwischenfall seine Familie verloren hat. Eines Tages findet TerraSave Beweismaterial, aus dem hervorgeht, dass WilPharma geheime Menschenversuche mit dem T-Virus macht.

Als Claire Redfield am Flughafen von Harvardville landet, wird sie Zeuge, wie der ebenfalls anwesende Senator Ron Davis von Zombies angegriffen wird. Kurz danach stürzt ein Flugzeug direkt ins Terminal, weitere Zombies taumeln aus dem Wrack: Das T-Virus ist erneut am Werk. Der Flughafen wird abgeriegelt, Leon wird ebenso dorthin entsandt wie Downing, der fast den gesamten verfügbaren Impfstoff mitbringt. Gemeinsam mit der Offizierin Angela Miller (Curtis Millers Schwester) rettet Leon den Senator, seine alte Bekannte Claire, und einige andere Überlebende. Wieder werden die Bioterroristen verantwortlich gemacht, und tatsächlich hat Claire kurz vor dem Ausbruch Curtis Miller im Flughafen gesehen. Außerdem wird nun behauptet, WilPharma habe möglicherweise alle Opfer retten können - wenn TerraSave nicht die Virusforschung behindert hätte. Plötzlich explodieren die Lastwagen mit dem Impfstoff. Claire begleitet Downing ins riesige High-Tech-Forschungszentrum von WilPharma. Dort soll die Formel für den Impfstoff sichergestellt werden. Leon und Angela, zwischen denen sich allmählich mehr als nur Kameradschaft entwickelt, wollen versuchen, Curtis aufzuhalten. Er ist jedoch verschwunden, sein Haus steht in Flammen. Im Forschungszentrum erfährt Claire, dass WilPharma auch mit dem G-Virus experimentiert. Dies teilt sie Leon per Handy mit, während Downing sie allein lässt, um einer Störmeldung nachzugehen.

Dann überschlagen sich die Ereignisse. Downing meldet sich bei Claire und behauptet, jemand habe eine Bombe im G-Virus-Forschungsblock gelegt. Claire sieht, wie Curtis aus eben diesem Block kommt, dann werden große Teile des Komplexes durch die Explosion zerstört. Claire überlebt leicht verletzt, wenig später treffen Leon und Angela ein. Claire begibt sich ins Überwachungszentrum, von wo aus sie alles beobachten kann. Angela tritt ihrem Bruder entgegen, doch der hat sich bereits eine Probe des G-Virus injiziert, um der Welt vor Augen zu führen, womit WilPharma wirklich herumspielt. Nun verwandelt er sich nach und nach in ein gewaltiges, unaufhaltsames Monster. Soldaten, die das Gebäude stürmen, haben keine Chance gegen dieses Wesen. Außerdem werden automatische Sicherheitsmaßnahmen in Gang gesetzt, die die Ausbreitung der freigesetzten Viren eindämmen sollen. Ein Forschungsblock nach dem anderen wird in einen gewaltigen, tiefen Schacht abgesenkt. In letzter Sekunde gelingt es Leon und Angela, sich dem Zugriff des Curtis-Monsters zu entziehen. Das Wesen stürzt in den Schacht, der wenig später versiegelt und durch Feuer sterilisiert wird, was auch das Ungeheuer nicht überleben kann. Im Überwachungszentrum bemerkt Claire, dass all diese Ereignisse aufgezeichnet wurden. Als sie sich draußen mit Leon und Angela trifft, erkennt sie durch einen Zufall, dass Downing hinter allem stecken muss.

Nun kommt die Wahrheit ans Licht. Durch die von TerraSave vorgebrachten Anschuldigungen waren WilPharmas Aktien dramatisch gefallen, vom Prestigeverlust ganz zu schweigen. Um die Firma zu retten und sich selbst zu bereichern, hatte Downing eine verwickelte Intrige angezettelt. Das T-Virus wurde mit der Hilfe eines gewissen Generals Grande in verschiedenen Ländern freigesetzt. Ein weiterer Helfer war Senator Davis, ein Aktionär von WilPharma. Downing, nicht etwa Curtis, war derjenige, der die Viren aus Raccoon City herausgeschmuggelt hatte; Curtis und die angeblichen Bioterroristen waren von WilPharma nur als Sündenböcke benutzt worden. WilPharma wollte nach den Virusausbrüchen mit dem Impfstoff als Wohltäter der Menschheit auftreten. Downing wird festgenommen, Davis tritt zurück. Claires, Leons und Angelas Wege trennen sich, aber die Geschichte ist noch nicht zu Ende. WilPharma wird von der Firma TriCell übernommen. Forscher dieses Pharmaunternehmens untersuchen die im Schacht liegenden Überreste und finden dabei einen Gewebfetzen des vernichteten Monsters...

Kommentar

Was für ein Fest für Fans der Resident Evil - Spielserie! Endlich eine Verfilmung, die diese Bezeichnung wirklich verdient - ganz im Gegensatz zu den bisherigen drei Filmen mit Milla Jovovich! Diese Filme sind ja nur lose mit dem fiktiven Universum der Spiele verknüpft, und insbesondere der dritte Film, Resident Evil: Extinction, hat praktisch nichts mehr mit den Spielen zu tun. Zum Glück ignoriert "Degeneration" diese drei Filme komplett, stattdessen wird die Handlung der Spiele fortgeführt. Die Vorlagentreue ist eine wahre Wohltat für einen Fan der Spiele wie mich. Trotz unübersehbarer Schwächen, auf die ich noch zu sprechen komme, funktioniert "Degeneration" aber auch als eigenständiges Werk, d.h. man muss kein Fan der Spiele sein, um der Handlung folgen zu können und sich gut unterhalten zu fühlen. Es wird zwar auch sehr viel furiose Action geboten - komplett mit dem für japanische Filme dieser Art unverzichtbaren völlig übertriebenen Endkampf gegen ein immer weiter mutierendes Riesenmonster - aber eben nicht nur. Hinzu kommen eine verzwickte Story, wilde Verschwörungsgeschichten und (man höre und staune) sogar ein bisschen Charakterentwicklung. Gut - die Story ist auch nicht das Gelbe vom Ei, aber immerhin hat der Film eine. Das kann man von den drei Realverfilmungen ja eher nicht behaupten.

Wer die Spiele jedoch kennt, darf sich über viele kleine Anspielungen, Rückblenden und Gags freuen und wird feststellen, dass der Film voll und ganz in die Geschehnisse der Spiele eingebunden ist. Die Handlung ist ca. ein Jahr nach den Geschehnissen aus Resident Evil 4 und vermutlich kurz vor Beginn der Handlung des Spiels "Resident Evil 5" angesiedelt, das jetzt (Mitte Februar 2009) noch gar nicht in Deutschland erschienen ist. Bekannte Charaktere aus den Spielen sind Leon und Claire, und auch hier zeigt sich wieder ein Gegensatz zu den bisherigen drei Filmen: Die beiden sind nicht nur beliebige Figuren, die zufälligerweise die gleichen Namen haben wie Charaktere aus dem Spiel, sondern sie sind diese Personen. Der geneigte Fan erkennt sie sofort wieder und ist zufrieden. Soweit ich weiß, wird die Handlung von "Resident Evil 5" ca. drei Jahre nach den im Film gezeigten Ereignissen spielen. TriCell ist mit von der Partie, und nach dem, was man am Ende des Films sieht, kann man sich leicht vorstellen, dass TriCell das G-Virus aus Curtis Millers sterblichen Überresten extrahiert haben wird. "Degeneration" erzählt also vermutlich die Vorgeschichte zum fünften Spiel.

Bei all dem Geschwafel habe ich noch gar nicht erwähnt, dass "Degeneration" keine Realverfilmung der Spiele ist; der Film besteht ausschließlich aus Computergrafiken. Deshalb sind oben auch keine Hauptdarsteller aufgelistet. Tja, und die Qualität der Computer Generated Imagery (CGI) ist leider nicht einheitlich. Natürlich werden durch CGI Kamerafahrten ermöglicht, die normalerweise unmöglich wären. Es gibt auch viele sehr gute, teilweise sogar grandiose Szenen. Das gilt vor allem für Gebäude, mechanische Objekte und Monster, eingeschränkt auch für Menschen. Es gilt aber nur selten für deren Mimik! Die Umgebungsgrafik ist wirklich klasse; besonders gut gelungen finde ich das WilPharma-Forschungszentrum, das im Verlauf des Films geradezu genüsslich zerstört wird. Sehr schön ist auch die Darstellung von Feuer, Licht / Schatten und Wasser. Viele Texturen wirken geradezu fotorealistisch. Die Bewegungen der menschlichen Figuren wirken meist durchaus natürlich, manchmal aber auch seltsam steif und ungelenk - ich könnte mir vorstellen, dass es daran liegt, dass nicht immer mit Motion Capturing gearbeitet wurde. Manchmal scheinen die Charaktermodelle etwas zu breitschultrig zu sein. Bei den Gesichtern schwächelt die Grafik aber auch. Man sieht zwar kleine Fältchen, Hautunreinheiten, Schweiß usw., aber die Gesichter drücken nur selten wirkliche Emotionen aus. Dadurch wird es für den Zuschauer natürlich schwer, sich mit den Hauptfiguren zu identifizieren.

Wer über diese Schwäche hinwegsehen kann, der darf sich auf gar nicht mal so unblutige Action in abendfüllender Länge freuen - und Action steht tatsächlich im Vordergrund; Grusel-Atmosphäre kommt fast nicht auf. Insoweit passt "Degeneration" sehr gut zu den aktuellen Spielen der Serie. Wer sich gewünscht hat, jene unheimliche Atmosphäre im Herrenhaus aus Teil 1 der Spieleserie zu erleben, dürfte deshalb etwas enttäuscht sein.

DVD-Features

Im ca. halbstündigen "Making of" ist zu hören, was die Macher über ihr Produkt denken, und es ist ziemlich viel vom Motion Capturing-Verfahren zu sehen. Außerdem sieht man Rohfassungen einiger Szenen sowie diverse Filmausschnitte. Sehr aussagekräftig ist das alles nicht. Die "Charakterprofile" bestehen aus Texttafeln und Bildergalerien zu den einzelnen Hauptfiguren. Zu Leon und Claire gibt es anstelle von Bildergalerien je einen Zusammenschnitt von Filmszenen, in denen die beiden zu sehen sind. Die "Stimmproben" laufen insg. knapp 10 Minuten lang. Es sind Filmausschnitte, die anders montiert und mit anderem Text versehen wurden. Anscheinend haben die Sprecher sich einen Spaß daraus gemacht, die Hauptfiguren ziemlichen Unsinn reden zu lassen - witzig! Es gibt auch eine völlig neue Szene mit dem mutierten Curtis Miller bei einer Pressekonferenz des Präsidenten zu sehen. Das ca. 5 Minuten lange "Interview mit Faux Leon" ist wohl ebenfalls als Gag gemeint: Der Schauspieler, der für Leons Motion Capturing verantwortlich ist, spielt einen arroganten Superstar, der sich interviewen lässt.

J. Kreis, 17.02.2009


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