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Red Heat Red Heat (USA, 1988)

DVD - Regionalcode 2, Kinowelt
FSK: 18
Laufzeit: ca. 100 Minuten

Extras
Making of, Trailer

Regie:
Walter Hill

Hauptdarsteller:
Arnold Schwarzenegger (Captain Ivan Danko)
James Belushi (Art Ridzik)
Peter Boyle (Lou Donnelly)
Ed O'Ross (Viktor "Rosta" Rostavili)
Gina Gershon (Catherine Manzetti)




Inhalt:

Es gärt und kriselt in der Sowjetunion. Unabhängigkeitsbestrebungen der einzelnen Volksgruppen und die Drogenkriminalität bereiten den Behörden zunehmende Probleme. Eine besonders pikante Situation entsteht, als der georgische Drogendealer Rosta während einer von Captain Ivan Danko geleiteten Razzia entkommt und in die USA flieht. Dort leitet er einen großen Drogendeal ein, wird aber wegen eines Bagatelldelikts verhaftet. Als die russische Polizei Kenntnis davon erhält, wird Danko nach Chicago entsandt, um Rosta nach Rußland zu überführen. Er hat ein persönliches Interesse daran, sich Rosta zu schnappen, denn der hat während der Razzia Dankos Freund getötet. Danko hat den Auftrag, im Ausland nichts über die Probleme verlauten zu lassen, die in seiner Heimat herrschen. Deshalb und wegen der Vorurteile, die man ihm in den USA entgegenbringt, gestaltet sich die Zusammenarbeit mit der amerikanischen Polizei schwierig.

Danko wird dem großmäuligen Detective Art Ridzik zugeteilt, der mit dem wortkargen und humorlosen Russen recht wenig anfangen kann. Er soll aufpassen, dass bei der Überführung Rostas alles mit rechten Dingen zugeht. Ridzik un Danko haben jedoch nicht mit Rostas Spießgesellen gerechnet. Die befreien ihn bei der Übergabe, dabei wird Ridziks alter Partner erschossen. Rosta verliert jedoch ein wichtiges Utensil: Den Schlüssel zu einem Schließfach, in dem sich die Millionen für den geplanten Drogendeal befinden. Danko, der während der Befreiungsaktion übel zugerichtet wird, schnappt sich den Schlüssel. Noch im Krankenhaus wird Danko vom russischen Botschafter aufgesucht, der sehr erzürnt über Rostas Flucht ist. Somit wird Dankos Jagd auf Rosta erst recht zu einer persönlichen Angelegenheit. Um an Rosta und dessen amerikanische "Geschäftspartner" heranzukommen, müssen Ridzik und Danko sich zusammenraufen.

Über den Kopf der amerikanischen Drogendealer, der seine "Geschäfte" vom Gefängnis aus leitet, und über Rostas Ehefrau Catherine (die Ehe sollte Rosta nur eine Aufenthaltsgenehmigung verschaffen) kommen die beiden ungleichen Partner der Lösung des Falls langsam näher. Allerdings spielt Rosta sein eigenes Spiel. Er hetzt seine amerikanischen "Freunde" auf Danko, um alle auf einen Schlag loszuwerden und Danko gleichzeitig den Schlüssel abzujagen. Außerdem ermordet er seine "Ehefrau", da sie ihn verraten hat. Danko erledigt die Gangster zwar im Alleingang, aber wegen des von ihm veranstalteten Blutbads droht ihm die Abschiebung. Im letzten Moment, als Rosta den Deal schon über die Bühne gebracht hat, kann Danko ihn doch noch stellen. Nach einer Verfolgungsjagd mit städtischen Bussen stehen die beiden Kontrahenten sich gegenüber - und Danko kann besser zielen...

Danko macht sich nach getaner Arbeit auf den Heimweg, aber nicht, ohne sich zuvor gebührend von Ridzik zu verabschieden, mit dem er sich angefreundet hat. Als Andenken tauschen die beiden Cops ihre Uhren aus. So erhält Danko einen teuren High-Tech-Chronographen, während Ridzik sich über eine Billiguhr aus der DDR freuen darf.

Der Film:

Dies ist ein typischer Copfilm der Achtzigerjahre mit dem immer wieder gern genommenen zentralen Element zweier absolut gegensätzlicher Männer, die zur Zusammenarbeit gezwungen werden und nur allmählich ihre Vorurteile überwinden, dann aber zu Freunden werden. Es gibt zwar einen Film aus dem gleichen Jahr mit einer noch krasseren Situation (Alien Nation - Spacecop LA 1991), aber das Zusammentreffen zweier Weltanschauungen bzw. zweier Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten, sorgt auch in "Red Heat" für so manche amüsante Szene. Dabei werden natürlich alle Vorurteile bedient, die man so über die UDSSR haben kann. Allerdings gilt das hauptsächlich für die amerikanischen Cops, d.h. sie machen zwar immer wieder ihre Scherze mit Danko, aber der Grundton des Films ist nicht anti-sowjetisch. Danko selbst wird auch keineswegs als negative oder lächerliche Figur dargestellt. Im Gegenteil: Er erfüllt das Heldenklischee besser als der eher trottelige Ridzik. Interessant ist übrigens auch, dass an Originalschauplätzen in Rußland gedreht werden durfte. Das war für die damalige Zeit alles andere als selbstverständlich.

"Red Heat" bietet den zu erwartenden Standard kurzweiliger Action-Unterhaltung mit einigen heftigen Prügeleien und Schießereien, Verfolgungsjagden, bei denen so manches Auto zu Schrott verarbeitet wird, sowie etwas Wortwitz. Dabei werden die Actionszenen nicht zu übertrieben eingesetzt, der Film konzentriert sich mehr auf die Personen als auf Materialschlachten. Arnold Schwarzenegger und James Belushi sind die perfekten Besetzungen für ihre Rollen, wenn man auch sagen muss, dass Arnies russischer Akzent eher nach seinem üblichen "Österenglisch" klingt, und dass er in so mancher Szene ziemlich unbeholfen wirkt. Jedenfalls harmonieren die beiden als ungleiches Team gut miteinander. Ed O'Ross übertreibt es mit seinen finsteren Blicken vielleicht ein wenig, aber er gibt doch einen schön fiesen Bösewicht ab - leider findet er dann aber ein etwas überhastet wirkendes Ende. Sehenswert übrigens auch: ein jüngerer Lawrence Fishburne als strebsamer Kollege Ridziks.

Die Geschichte mit dem Drogendeal wirkt auf mich etwas unlogisch. Woher hat Rosta das Geld? Warum gibt er es am Schluß dem Gangster, nur um den dann gleich zu erschießen und es ihm wieder wegzunehmen? Hätte er evtl. sonst das Kokain mit ihnen teilen müssen, weil der Deal ohne die Glatzkopf-Gang nicht zustande gekommen wäre? Das wird im Film nicht so recht deutlich.

Die DVD:

Diese DVD enthält die ungeschnittene Originalversion des Films.

Das "Making of" läuft ca. 18 Minuten lang und enthält vor allem Interviews mit Arnold Schwarzenegger und James Belushi, die offensichtlich während der Dreharbeiten entstanden sind (Schwarzenegger trägt noch seine Fantasie-Uniform). Mit Hilfe einiger Filmausschnitte wird die Geschichte nacherzählt, Szenen von den Dreharbeiten bekommt man leider nur sehr wenige zu sehen. Außerdem wiederholt sich so manches.

J. Kreis, 19.02.2007
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