Zurück zu den Filmen

Re-Animator Box Re-Animator-Box: Re-Animator (USA, 1985) / Bride of Re-Animator (USA, 1990)

DVD - Regionalcode 2, Laser Paradise
Altersfreigabe: Ungeprüft
Laufzeit: ca. 85 Minuten ("Re-Animator") bzw. 96 Minuten ("Bride of Re-Animator")

Extras
- Mehrere Audiokommentare zu beiden Filmen
- Video-Interviews
- Extended / Deleted Scenes
- Schnittliste (zu "Re-Animator", Texttafeln)
- Trailer und TV-Spots
- Bildergalerien
- Biografien (Texttafeln)
- Auszüge Storyboard (zu "Re-Animator", Multi-Angle-Szenenvergleich)
- Diskussion mit dem Komponisten
- "Getting ahead in Horror"
- Carnival-Sequenz

Regie:
Stuart Gordon, Brian Yuzna

Hauptdarsteller "Re-Animator":
Jeffrey Combs (Herbert West)
Bruce Abbott (Daniel Cain)
Barbara Crampton (Megan Halsey)
David Gale (Dr. Carl Hill)
Robert Sampson (Dekan Alan Halsey)

Hauptdarsteller "Bride of Re-Animator":
Jeffrey Combs (Dr. Herbert West)
Bruce Abbott (Dr. Daniel Cain)
Fabiana Udenio (Francesca Danelli)
Claude Earl Jones (Lt. Leslie Chapham)
David Gale (Dr. Carl Hill)
Kathleen Kinmont (Gloria)
Mel Stewart (Dr. Graves)




Story "Re-Animator":

Der junge Medizinstudent Herbert West wird zwar allgemein für einen Sonderling gehalten, seine Begabung kann aber niemand abstreiten. Er beschäftigt sich ausschließlich mit dem Tod bzw. mit der Frage, ob und nach wie langer Zeit man Tote ins Leben zurückholen kann. Eines Tages stirbt Dr. Gruber, sein Mentor an der medizinischen Universität Zürich. West macht sich an der Leiche zu schaffen und erweckt sie mittels eines von ihm entwickelten Serums wieder zum Leben, aber die Dosis ist zu stark - dem Wiederbelebten platzt buchstäblich der Schädel. Daraufhin wird West von der Universität gejagt. Er wagt einen Neubeginn an der Miskatonic-Universität in Arkham, Neu-England. Dort rasselt er schon am ersten Tag mit dem Gehirnchirurgen Dr. Hill zusammen, den er wegen "rückschrittlicher Ansichten" abkanzelt und dem er vorwirft, Grubers Forschungsergebnisse gestohlen zu haben. West wohnt zur Untermiete bei seinem Kommilitonen Dan Cain, der ein Verhältnis mit Megan Halsey (der Tochter des Dekans) hat. Dort führt West seine Forschungen fort. Eines Tages gelingt es ihm, Dans jüngst verstorbenen Kater Rufus zu "reanimieren". Dan und Megan werden Zeugen dieses Experiments. Als Dekan Halsey davon erfährt, verweist er Dan und West von der Universität.

West sieht nur eine Möglichkeit, die Fakultätsmitglieder zu zwingen, seine Arbeit anzuerkennen: Er muss einen toten Menschen reanimieren. Dan, der ohnehin von Wests Arbeit fasziniert ist, dient ihm als Partner, als er in die Leichenhalle der Universitätsklinik eindringt. Die Wiedererweckung eines Toten gelingt, doch der Mann war wohl schon zu lange tot - er wird zur mordlüsternen Bestie und bringt Halsey um, der zufällig hinzukommt. West ist gezwungen, den Wiedererweckten zu töten. Um diese Katastrophe zu vertuschen, erweckt West Halsey zum Leben und behauptet, der Dekan habe die Verwüstungen in der Leichenhalle angerichtet. Auch Halsey ist nach der Erweckung nicht mehr er selbst, sondern ein tobender Irrer, aber immerhin erkennt er seine Tochter und beruhigt sich etwas, so dass er gefangen genommen werden kann. Hill untersucht Halsey und stellt fest, dass er es mit einer wandelnden Leiche zu tun hat. Ihm ist klar, wer dahintersteckt, und so dringt er in Wests Labor ein, das dieser sich in Dans Keller eingerichtet hat. Hill will Wests Forschungsergebnisse rauben und selbst allen Ruhm ernten. Das kann West natürlich nicht zulassen. Er köpft seinen Widersacher mit einer Schaufel. Angesichts der enthaupteten Leiche erwacht Wests Forschergeist erneut. Er verabreicht dem Kopf und dem Rumpf je eine Dosis seines Serums, und tatsächlich erwachen beide wieder zum Leben.

Dummerweise kann der Kopf den Körper quasi "fernsteuern". So gelingt es Hill, West außer Gefecht zu setzen und sich mit einem Teil der Serum-Vorräte sowie Wests Aufzeichnungen abzusetzen. Hill verwirklicht nun einen teuflischen Plan. Er hat bei der Untersuchung Halseys festgestellt, dass lobotomisierte Wiedererweckte sich besonders gut per Hypnose beherrschen lassen. So bringt er Halsey dazu, Megan zu entführen, die er schon seit Jahren begehrt. In der Leichenhalle will er ihr die gleiche Behandlung angedeihen lassen wie ihrem Vater, um sie zu seiner willenlosen Gespielin zu machen. Dan und West folgen ihm und befreien Megan, doch Hill hat bereits die gesamte "Belegschaft" der Leichenhalle reanimiert. Ein wilder Kampf entbrennt. Unerwartete Hilfe erhalten die drei jungen Leute von Halsey, in dem noch ein Rest Zuneigung zu seiner Tochter übrig geblieben ist. Halsey wehrt die Untoten ab und zerquetscht Hills Kopf, dann wird er selbst von den Untoten zerrissen. West verabreicht Hills Rumpf eine Überdosis des Serums, doch dadurch mutiert die kopflose Leiche zu einem bizarren Wesen, das West mit Darmschlingen zu erwürgen droht. Dan und Megan fliehen, Wests Serum und die Aufzeichnungen nehmen sie mit. Einer der Wiederbelebten tötet Megan, bevor Dan ihn ausschalten kann. Als alle Bemühungen fehlschlagen, die junge Frau auf herkömmliche Weise zu reanimieren, spritzt Dan ihr etwas von Wests Serum...

Story "Bride of Re-Animator":

Acht Monate nach dem Massaker an der Miskatonic-Universität dienen Herbert West und Dan Cain als Feldärzte in einem Bürgerkrieg in Peru, wo sie die junge Söldnerin Francesca Danelli kennenlernen. West konnte in diesem Krieg ungestört seine makabren Feldforschungen betreiben und hat außerdem herausgefunden, dass er mit seinem Serum ganz neue Resultate erzielen kann, wenn er die amniotische Flüssigkeit einer besonderen Leguanart sowie bestimmte Muskelproteine hinzufügt. Als das Lager von feindlichen Soldaten überrannt wird, müssen West, Cain und Francesca fliehen. Zurück an der Miskatonic-Universität betätigt Cain sich als Arzt, während West seine Forschungen mit Leichen fortsetzt, die er aus der Uniklinik stiehlt. Stolz führt er Cain die neue Version seines Serums vor. Damit kann er beliebige Leichenteile zu bizarren Kreaturen zusammenfügen. Wests Ziel besteht nun darin, aus den Stücken verschiedener Leichen einen völlig neuen Menschen zu erschaffen und zum Leben zu erwecken. Er sichert sich Cains Hilfe, indem er ihm das Herz Megan Halseys präsentiert. Megan hatte Cains Versuch, sie mit Wests Serum zu reanimieren, nicht überstanden. Ihr Herz jedoch hat in all der Zeit ebenso wenig Anzeichen von Verwesung gezeigt wie alle anderen Leichenteile, die man nach dem Massaker aufgesammelt hat. In der Hoffnung, Megan nun doch noch irgendwie aus dem Reich der Toten zurückholen zu können, arbeitet Cain mit West zusammen.

Wests und Cains Arbeit wird durch Lt. Chapham von der Arkhamer Polizei gestört. Chapham hat ein persönliches Interesse daran, denjenigen zu finden, der für das Massaker verantwortlich ist, denn seine Frau war eine der wiederbelebten Toten, und sie "lebt" immer noch - sie und zwei weitere Untote vegetieren in einer Irrenanstalt vor sich hin. Und noch jemand hat das Chaos jener Nacht "überlebt": Dr. Hills Kopf wurde zwar schwer in Mitleidenschaft gezogen, aber nicht zerstört. Nach einigen Umwegen landet der Kopf bei dem Pathologen Dr. Graves, der die nach dem Miskatonic-Massaker gefundenen Überreste untersucht. Auch etwas von Wests Serum ist auf diese Weise in Graves Besitz gelangt, und damit erweckt er Hills Kopf wieder zum Leben. Hill sinnt umgehend auf Rache. Derweil begegnet Cain überraschend Francesca. Die beiden verlieben sich ineinander, doch eines Abends wird Francesca Zeuge der blasphemischen Experimente. Dummerweise ist zur gleichen Zeit Lt. Chapham in Wests Kellerlabor eingedrungen und von West getötet worden. Um die Tat zu vertuschen, verabreicht West der Leiche sein Serum. Chapham bricht aus, attackiert Francesca und flieht. Er wird bald zur willenlosen Marionette Hills - ebenso wie die drei Untoten, die aus der Irrenanstalt ausbrechen und dort ein Blutbad anrichten.

Wests Pläne nähern sich der Vollendung, als Cains Patientin Gloria stirbt. Ihr Kopf ist das letzte Fragment, das zur Fertigstellung des "neuen Menschen" noch fehlt. Dieses Wesen wird nun zum Leben erweckt. Cain ist verblendet genug zu glauben, seine geliebte Megan sei auferstanden. Dann wird das Haus von Hill und den Untoten attackiert, auch Francesca trifft ein. Sie bringt Cain wieder zur Besinnung, weckt damit aber die Eifersucht des grausigen Geschöpfs, in dem Megans Herz schlägt. Die Untote reißt sich dieses Herz selbst aus der Brust, um es Cain anzubieten, doch damit zerstört das Wesen sich selbst; die Körperteile fallen auseinander. Nur knapp entkommen die Menschen den tobenden Untoten, zu denen noch einige jener monströsen Kreaturen stoßen, die West zuvor erschaffen und leichtsinnigerweise nicht gleich wieder vernichtet, sondern nur hinter einem Loch in der Wand entsorgt hat. Das Kellergewölbe stürzt ein, wodurch West und die Ungeheuer verschüttet werden. Hills Kopf übersteht das Ganze relativ unbeschadet, steckt aber in den Trümmern fest. Cain und Francesca entgehen der allgemeinen Zertörung und buddeln sich ins Freie.

Kringels Meinung

Diese beiden in einer netten DVD-Pappbox vereinten Filme basieren auf H.P. Lovecrafts schon 1922 veröffentlichter Kurzgeschichte "Herbert West - Re-Animator", und das ist eine der wenigen "klassischen Schauergeschichten" dieses Autors. Sie hat nichts mit Lovecrafts berühmten Cthulhu-Mythos zu tun, ist aber - vor allem, wenn man ihr Alter berücksichtigt - verdammt starker Tobak und liefert somit einen hervorragenden Grundstoff für den handfesten Horror dieser Filme. "Re-Animator", der erste Film, hält sich noch relativ gut an die Storyvorlage, wobei die Geschichte natürlich in gewisser Weise nur eine Variation des noch 100 Jahre älteren "Frankenstein"-Themas ist. "Bride of Re-Animator" dagegen ist eigentlich eher eine Parodie des Films "Frankensteins Braut" und benutzt nur noch Lovecrafts Grundidee. Immerhin werden auch andere Elemente aus Lovecrafts Werk verwendet, zum Beispiel nimmt West auch in der Story wegen des Nachschubs an frischen Leichen am Krieg teil. Bei Lovecraft ist es natürlich der Erste Weltkrieg. Die Miskatonic-Universität ist übrigens auch eine Erfindung Lovecrafts. Im den Filmen wird die Handlung in die damalige Gegenwart (die Achtziger) verlegt.

"Re-Animator" gilt zu Recht als ein Klassiker des Horror-Genres, und das nicht nur, weil einige sehr drastische Splatterszenen zu sehen sind, sondern weil er trotz relativ dünner Story einfach spannend ist und gute schauspielerische Leistungen enthält. Jeffrey Combs spielt den ebenso merkwürdigen wie intelligenten Sonderling Herbert West so gut, dass man sich kaum einen anderen Schauspieler für diese Rolle vorstellen kann. Er ist zwar nicht so diabolisch wie sein Gegenspieler (ebenfalls genial: David Gale als Dr. Hill), macht das aber durch seine Besessenheit und eine gewisse Durchtriebenheit wieder wett. Ihn interessiert nur seine Forschung, menschliche Schicksale sind ihm völlig gleichgültig. Hill wirkt furchteinflößender als er, und das nicht erst, als sein Kopf in einer mit Blut gefüllten OP-Schale liegt. Den mit beinahe hypnotischen Kräften ausgestatteten Widerling nimmt man ihm jederzeit ab. Barbara Crampton und Bruce Abbott bleiben zwar etwas blass, sind aber immerhin so sympathisch, dass man Anteil an ihrem Schicksal nehmen kann. Die Schauspieler, die die wiederbelebten Toten verkörpern, verdienen ebenfalls Lob. Sie spielen nicht einfach nur Ungeheuer, sondern gequälte Kreaturen, mit denen man fast Mitleid hat.

Die Masken und Spezialeffekte wirken aus heutiger Sicht zwar teilweise etwas altbacken (unfreiwillig komisch: Wests Kampf mit Rufus), erfüllen aber durchaus ihren Zweck. Es wird recht deutlich gezeigt, woran Wests Versuchskaninchen gestorben sind, und im Kampf gehen so manche Körperteile verloren... Natürlich sollen hier die Splatter-Fans bedient werden, dennoch dienen all diese Szenen stets der Geschichte, sind nicht Selbstzweck und werden auch nicht in übertriebenem Maße eingesetzt. Es gibt einige schwarzhumorige Momente, insgesamt hat der Film aber einen ernsten Grundton, jedenfalls ist er weit vom Braindead-Slapstick entfernt. Ein Beispiel: Kater Rufus, schon ziemlich übel zugerichtet, wird zum zweiten Mal reanimiert. Er kreischt seine Qual heraus, was West mit den Worten "Eine Geburt ist immer schmerzhaft" kommentiert... Die Horror-Atmosphäre wird durch den Humor also nicht gebrochen, sondern vielleicht eher noch verstärkt. Insgesamt kann man "Re-Animator" auch heute, fast ein Vierteljahrhundert nach dem Kinostart, noch genießen - wenn man denn kein grundsätzliches Problem mit Splatterfilmen hat.

"Bride of Re-Animator" enthält zwar einige noch abgedrehtere Schöpfungen als der erste Film, gefällt mir aber nicht so gut. Die Geschichte ist mir zu wirr; so wird der ganze Handlungsstrang um Dr. Hill nach kurzer Zeit völlig ignoriert, erst am Schluss geht's damit weiter. Ohnehin scheint Dr. Hill (bzw. sein Kopf) kaum mehr zu tun zu haben, als irre zu lachen und am Ende mit angenähten Fledermausflügeln (!) durch die Gegend zu fliegen. Wenn man glauben soll, dass Cain wegen seiner unsterblichen Liebe zur verblichenen Megan bereit ist, Wests Experimente weiter zu unterstützen, dann funktioniert auch die Beziehung zwischen Cain und Francesca nicht so recht bzw. entwickelt sich viel zu schnell. Dass Cain und West ungestört an der Uni praktizieren können (offenbar haben sie innerhalb kürzester Zeit auch beide den Doktortitel erlangt), nachdem sie doch eigentlich von Halsey hinausgeworfen worden sind und in recht fragwürdige Ereignisse verwickelt waren, ist zumindest ein bisschen unglaubwürdig. Insgesamt kann man "Bride" als Horrofilm nicht so recht Ernst nehmen. Überhaupt scheint mir im Gegensatz zu "Re-Animator" zuviel Wert auf Komik gelegt zu werden, während andere Szenen wieder tragisch sein sollen (vor allem das Ende der "Braut"). Hier stimmt also das Mischungsverhältnis nicht mehr und es entsteht keine so gute Horror-Atmosphäre wie im ersten Film. Dinge wie das Fingermännchen oder die Schwierigkeiten, die Zombie-Chapman mit seiner Zombie-Gattin hat, hätten sowieso nicht sein müssen. Die Untoten sind diesmal eher Witzfiguren und wirken wenig bedrohlich.

Dabei bietet "Bride" einige exzellente maskenbildnerische Effekte, vor allem die zusammengestückelte Gloria ist auch heute noch ein echter Hingucker. Wenn West und Cain die Gute zusammensetzen, als wären sie Hobbybastler, die an einem Oldtimer herumschrauben - das hat was. Und ihr Zerfall... wow! Auch die bizarren anderen Kreaturen können sich sehen lassen: Die neuen Anwendungsmöglichkeiten des "Re-Agens" haben es den Maskenbildnern und Modellbauern ermöglicht, ihre wildesten Phantasien auszuleben. Und natürlich zieht Jeffrey Combs wieder alle Register. Vielleicht könnte man sogar ein bisschen Kritik an der Forschung hineindeuten (muss alles Machbare auch gemacht werden?), aber das könnte zuviel der Ehre sein. Jedenfalls trägt Combs dazu bei, dass ich den Film immerhin akzeptabel finde. An "Re-Animator" reicht er aber nicht annähernd heran.

DVD-Features

Beide Filme, vor allem "Re-Animator" sind in vielen verschiedenen DVD-Versionen erhältlich. Es versteht sich von selbst, dass die FSK-16-Versionen stark geschnitten sind, aber ich habe gelesen, dass sogar manche FSK-18-Ausgaben gekürzt sein sollen. Diese 4-DVD-Box enthält die ungeschnittenen Versionen beider Filme auf je einer DVD, das Bonusmaterial ist auf zwei weitere Silberlinge verteilt. Die "Re-Animator-Box" ist ungeprüft und dürfte deshalb nicht im Laden erhältlich sein. Man darf sich über eine gute Bildqualität von "Re-Animator" freuen, außerdem wurde der deutsche Ton remastert. Der englische Ton ist dumpfer. Bei "Bride of Re-Animator" sieht die Sache nicht so gut aus. Der Film liegt im Vollbildformat und ziemlich schlechter Qualität vor, der englische Ton ist manchmal kaum zu verstehen. Man hat wirklich das Gefühl, ein altes VHS-Band zu sehen. Schade! Dennoch ist die englischsprachige Version der miesen deutschen Synchonisation jederzeit vorzuziehen.

Die Ausstattung mit Bonusmaterial kann sich dagegen im Fall beider Filme sehen lassen. Zum Beispiel ist eine ganze Reihe von erweiterten bzw. nicht verwendeten Szenen vorhanden. Hierbei handelt es sich um Handlungsszenen, die für eine Version von "Re-Animator" verwendet worden waren, die zwar um manche Gewaltszenen gekürzt, insgesamt aber länger war als die originale Kinoversion. Diese längere Version war, wie ich gelesen habe, so nie vom Regisseur vorgesehen. Man hatte einfach etwas "Abfallmaterial" vom Schneidetisch eingebaut, um dem Publikum etwas zum Ausgleich für die geschnittenen Szenen zu bieten. Einge dieser Szenen hätten aber auch ruhig in den Film eingebaut werden können, denn sie lassen unter anderem erkennen, dass Hills hypnotischen Fähigkeiten, die in der endgültigen Version des Films nur angedeutet werden, eine größere Rolle spielen sollten. Auch machen sie manche Zusammenhänge klarer, z.B. warum Dan Cain dem Dekan überhaupt etwas von Wests Experimenten erzählt. Außerdem gibt es eine Szene, in der sich West selbst etwas von dem Serum injiziert. Anscheinend erhofft er sich davon eine Steigerung seiner geistigen Fähigkeiten. Ähnliches gilt auch für "Bride": Zwei nicht verwendete Szenen machen klarer, was wirklich aus Meg geworden ist (man erhält auch Einblick in die Dreharbeiten zu dieser Szene) und wie Chapham an Hills Kopf gekommen ist.

Abgesehen von den Audiokommentaren haben die Interviews die längste Laufzeit (insg. ca. 78 Minuten). Zunächst sinnieren Stuart Gordon und Brian Yuzna über vergangene Zeiten: Wie sie sich kennengelernt haben, wie die Idee zu "Re-Animator" entstanden ist usw., dann spricht der etwas fahrige und geschwätzige Drehbuchautor Dennis Paoli über seine Arbeit. Danach macht Komponist Richard Band deutlich, dass die Musik nicht zufällig so ähnlich klingt wie der Soundtrack von "Psycho", sondern dass es sich um gewollte Anspielungen handelt, und zu guter Letzt kommt noch Tony Timpone (Herausgeber des Fangoria-Magazins) kurz zu Wort. Das alles ist nur mäßig interessant. Die deutschen Untertitel sind lückenhaft und teilweise wurde der Text schlecht übersetzt. "Diskussion mit dem Komponisten" ist eine Featurette, bei der vier Szenen aus "Re-Animator" ohne Dialog, nur mit der dazu gehörenden Musik gezeigt werden. Vor jeder Szene erläutert Komponist Richard Band, was mit der Musik ausgedrückt werden sollte.

"Getting ahead in Horror" ist eine ca. 23 Minuten lange Featurette, in der ausführlich auf die Entstehung der Kreaturen von "Bride" eingegangen wird. Sehr interessant, zumal man sich vor allem die "Braut" in allen schaurigen Details anschauen kann.

J. Kreis, 09.03.2009




Gastkommentare


Neueste Kommentare stehen oben.


Gastkommentare werden nicht von J. Kreis verfasst und dürfen nicht auf anderen Homepages oder in Printmedien weiterverwendet werden.


Noch keine Gastkommentare vorhanden!


Deine Meinung?

(Bei Klick auf diesen Button öffnet sich ein Kontaktformular in einem gesonderten Fenster)


Seitenanfang


Startseite

Filme