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Monty Python - Die frühen Jahre Monty Python - Die frühen Jahre:
Do not adjust your Set (GB, 1967 - 1969) / At last the 1948-Show (GB, 1967)

DVD - Regionalcode 2 (s/w), Epix
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 350 Minuten (insg. 14 Episoden zu je 25 Minuten)

Extras
Interview mit Tim Brooke-Taylor, Interview mit Terry Jones, Trailer

Hauptdarsteller "Do not adjust your Set":
Eric Idle
Terry Jones
Michael Palin
David Jason
Denise Coffey

Hauptdarsteller " At last the 1948-Show":
Graham Chapman
John Cleese
Tim Brooke-Taylor
Marty Feldman
Aimi MacDonald




Die Serien

Die beiden Fernsehserien sind vor allem für Fans der Monty Python-Truppe interessant, denn deren Mitglieder (außer Terry Gilliam, der nur hinter den Kulissen mitgewirkt hat) treten darin auf, außerdem sind die Episoden ziemlich ähnlich aufgebaut wie Monty Python's Flying Circus: Lose aneinandergereihte, manchmal ineinander übergehende oder im Nichts endende Sketche, absurde Situationen, viele Wortspiele und teils tiefschwarzer Humor, dazu Gesangseinlagen und wiederkehrende Charaktere - das bot später auch der Flying Circus. Es ist interessant zu sehen, dass die späteren Pythons in beiden Serien gemeinsam mit anderen Ensemble-Mitgliedern spielen und nicht in den Vordergrund gestellt werden - und dass man doch schon erkennen kann, dass sich ihre Art des Humors deutlich von dem der anderen Schauspieler unterscheidet.

"Do not adjust your Set" ist von 1967 bis 1969 gelaufen und bestand ursprünglich aus 27 Episoden. Einige werden heute als verschollen betrachtet, nur neun haben es auf diese DVD geschafft. Die Serie war ursprünglich für Kinder gedacht, aber dieses Konzept wurde eigentlich von Beginn an gesprengt. Schwarzhumorige, surreale und makabre Elemente wurden immer wieder verwendet. Und so fand die Serie schnell viele erwachsene Fans - als infantil kann man sie nur bezeichnen, wenn man mit dem Humor der Pythons grundsätzlich nichts anfangen kann. Viele Gags und Pointen sind zugegebenermaßen zwar eher flache Kalauer oder reiner Klamauk, aber das ist im Flying Circus teilweise auch nicht anders.

Idle, Jones und Palin spielen hier zusammen mit David Jason und Denise Coffey. Die beiden haben wiederkehrende Rollen als "Captain Fantastic" und "Mrs. Black". Sie bekriegen sich wie in einem Slapstick-Stummfilm; Captain Fantastic muss seinen Multifunktions-Regenschirm einsetzen, um Mrs. Black daran zu hindern, mit dem High-Tech-Innenleben ihrer Handtasche die Weltherrschaft zu übernehmen. Zwischen den Sketchen tritt stets die Bonzo Dog Doo-Dah Band auf und gibt Lieder zum Besten. Die Gruppe war in den Sechzigern in Großbritannien wohl recht bekannt. Neil Innes, der inoffizielle "siebte Python", war Bandmitglied. Er und die anderen Bandmitglieder haben durchaus humoristisches Talent, so dass diese Auftritte sich sehr gut in das Format der Sendung einfügen.

Bei " At last the 1948-Show" ist die Konzeption sehr ähnlich. Die Bonzo Dog Doo-Dah Band hat bei dieser Serie nicht mitgewirkt, stattdessen spielen Tim Brooke-Taylor und Marty Feldman an der Seite von Cleese und Chapman. Aimi MacDonald hat hauptsächlich eigene kleine Auftritte, quasi als Moderatorin, in denen sie vorwiegend das blonde Dummchen spielt. Eric Idle tritt ab und zu ebenfalls auf. Nur fünf der ursprünglich 13 Episoden sind erhalten bzw. auf der DVD vorhanden. Die Gags dieser Serie wirken etwas "erwachsener", sie sind ein bisschen böser als die der anderen Serie und somit näher am Stil des Flying Circus.

Die DVD:

Alle vom HD-Zeitalter verwöhnten und an digitale Filmrestauration gewöhnten Zuschauer werden wahrscheinlich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn sie diese Serien sehen. Das alte schwarzweiß-Material mit teils ziemlich dumpfem Ton wimmelt nur so vor Beschädigungen, Sprüngen und anderen Fehlern. Die Bildqualität ist bei " At last the 1948-Show" so schlecht, dass man annehmen könnte, jemand hätte die Serie mit einer Handykamera von einem alten Röhrenfernseher abgefilmt. Eine deutsche Synchronisation ist nicht vorhanden, und das ist auch gut so, denn die unzähligen Wortspiele hätte man unmöglich adäquat übersetzen können. Das kann man übrigens schön an den deutschen Untertiteln erkennen, denn die sind unvollständig und oft schlicht falsch bzw. man merkt, dass der Übersetzer die Pointen gar nicht begriffen hat. Nur bei " At last the 1948-Show" sind zusätzlich englische Untertitel vorhanden.

Das Bonusmaterial besteht aus 17 bzw. 15 Minuten langen Interviews mit Tim Brooke-Taylor und Terry Jones. Beide müssen jüngeren Datums sein, wie man den Interviewten deutlich ansieht. Brooke-Taylor und Jones erzählen ein bisschen was über die Entstehung der Serien und die damalige Zeit. Die Interviews sind übrigens doppelt vorhanden, was wohl daran liegt, dass die beiden Serien jeweils auch gesondert auf DVD erhältlich sind.

Das umfangreiche Booklet ist weit informativer als die Interviews, es enthält neben kurzen Inhaltsangaben zu den Episoden und einer ausführlichen Historie der Serien auch Biografien der Pythons (leider aber nicht der anderen Schauspieler) sowie eine Art "Stammbaum", mit dem man nachverfolgen kann, wer in welchen Serien und Filmen mitgespielt hat.


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Die ganze Truppe von "Do not adjust your Set" in "British Food"


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Die Bonzo Dog Doo-Dah Band präsentiert: "Tubas at night"


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"The four Yorkshiremen" aus " At last the 1948-Show"


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"The collected Thoughts of the lovely Aimi MacDonald" - eine schmale Lektüre...


J. Kreis, 09.02.2010


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