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Fluch der Karibik 3 Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt - Special Edition (USA, 2007)
- Pirates of the Caribbean: At World's End -

DVD - Regionalcode 2, Walt Disney Home Entertainment
FSK: 12
Laufzeit: ca. 162 Minuten

Extras
"Verfluchte Pannen vom Dreh", "Keith & Captain Jack: Am Set mit Johnny und der Rock-Legende", "Anatomie einer Szene: Der Maelstrom-Strudel", "Ein Jack kommt selten allein", "Der Hohe Rat der Bruderschaft", "Die Welt des Chow Yun-Fat", Zusätzliche Szenen mit Kommentar von Regisseur Gore Verbinski, "Der Maestro der Piraten: Die Musik von Hans Zimmer", "Die Piratenhymne: Hoist the Colors", "Die Meister des Designs"

Regie:
Gore Verbinski

Hauptdarsteller:
Johnny Depp (Captain Jack Sparrow)
Orlando Bloom (William Turner)
Keira Knightley (Elizabeth Swann)
Geoffrey Rush (Captain Hector Barbossa)
Bill Nighy (Davy Jones)
Jack Davenport (Admiral James Norrington)
Chow Yun-Fat (Captain Sao Feng)
Naomie Harris (Tia Dalma / Calypso)
Stellan Skarsgard (William "Bootstrap Bill" Turner)
Tom Hollander (Lord Cutler Beckett)
Jonathan Pryce (Gouverneur Weatherby Swann)
Keith Richards (Captain Teague)




Inhalt:

Da Cutler Beckett das Herz von Davy Jones in seiner Gewalt hat, kann er dem Kapitän des Fliegenden Holländers Befehle erteilen und ihn zum Kampf gegen die Piraten aller Weltmeere einsetzen. Darüber hinaus lässt er jeden hängen, der auch nur im Entferntesten etwas mit Piraterie zu tun haben könnte. Da die Ausrottung der Piraten droht, wird ein Treffen des Hohen Rats der Piratenbruderschaft einberufen. Allerdings fehlt einer der neun Piratenfürsten: Captain Jack Sparrow war der Fürst der Karibik, und er ist ins Todesreich des Davy Jones eingegangen, ohne einen Nachfolger zu bestimmen. Also machen Elizabeth Swann, Captain Barbossa, Tia Dalma und die Piraten der Black Pearl sich auf den Weg nach Singapur. Der dortige Piratenlord Sao Feng besitzt eine Karte, die den Weg zum Ende der Welt zeigt, außerdem brauchen die Piraten ein neues Schiff. Sao Feng zeigt sich wenig kooperationsbereit, wozu auch der Umstand beiträgt, dass Will Turner versucht hat, die Karte zu stehlen. Bevor Sao Fengs und Barbossas Leute aber aufeinander losgehen können, greifen britische Soldaten an. Da der Angriff auf das Konto der East India Trading Company geht, deren Macht auch Sao Feng fürchten muss, ist er nun doch zu einem Handel mit Will bereit. William, der seinen Vater aus Davy Jones' fischigen Klauen befreien will, beansprucht die Black Pearl für sich, im Gegenzug will er Jack Sparrow an Sao Feng übergeben, der den Piratenkapitän wiederum an Beckett auslierfern will, um sich auf diese Weise Immunität vor dem Fliegenden Holländer zu erkaufen.

Mit der Karte und einem von Sao Feng zur Verfügung gestellten Schiff samt asiatischer Crew gelingt es den Gefährten tatsächlich, ins Totenreich vorzudringen, Jack zu befreien und mit der Black Pearl wieder in die Realität zurückzukehren. Auf dem Rückweg erfahren sie von Tia Dalma, dass Davy Jones von Calypso, der Göttin des Meeres, die Aufgabe erhalten hatte, die Seelen der Toten ins Jenseits zu geleiten. Nur an einem einzigen Tag alle zehn Jahre war es Davy Jones erlaubt, an Land zu gehen - und an eben diesem Tag war Calypso nicht zum vereinbarten Treffen erschienen. Aus enttäuschter Liebe hatte Davy Jones seine Pflicht vernachlässigt und war zum Ungeheuer geworden. Im Totenreich sieht Elizabeth ihren Vater. Er wurde von Beckett ermordet. Er berichtet, dass derjenige, der Davy Jones' Herz vernichtet, zum neuen Kapitän des Fliegenden Holländers wird und somit Unsterblichkeit gewinnt - eine Aussicht, die Jack verlockend findet. Zurück in der Menschenwelt fallen die Gefährten Sao Feng in die Hände, der ihnen durch Wills Hinweise hatte folgen können. Wenig später trifft Beckett mit der Endeavour ein, Jack wird ihm überlassen. Er erkauft sich die Freiheit, indem er Beckett verspricht, ihn zur Schiffbruchinsel zu führen, wo der Piratenrat tagen wird. Da es sich um eine uneinnehmbare Festung handelt, will Jack die Piratenfürsten dazu überreden, die Insel zu verlassen und sich zum Kampf zu stellen.

Inzwischen überlässt Sao Feng Barbossa die Black Pearl im Austausch für Elizabeth, die er für Calypso hält. Die Göttin war vor langer Zeit mit Davy Jones' Hilfe vom ersen Rat der Piraten zur Existenz in menschlicher Form verdammt worden, um es den Menschen zu ermöglichen, die Meere zu beherrschen. Feng lässt die Endeavour beschießen, da er sich von Beckett betrogen fühlt. Er kann entkommen, ebenso die Black Pearl. Letztere wird von der Endeavour verfolgt, der Fliegende Holländer folgt Sao Fengs Schiff. Beim folgenden Gefecht wird Sao Feng tödlich verwundet. Bevor er stirbt, macht er Elizabeth zu seiner Nachfolgerin. Sie wird mit dem Rest der Crew auf dem Fliegenden Holländer eingesperrt. Doch Norrington, inzwischen Admiral im Dienste Becketts, ist mit einigen Soldaten ebenfalls an Bord. Er befreit Elizabeth, wird dann aber von Bootstrap Bill getötet, der allmählich seine Identität verliert. Dann tritt der Priatenrat auf der Schiffbruchsinsel zusammen. Da keine Einigkeit über die weitere Vorgehensweise erzielt werden kann, muss nach dem von Captain Teague verwahrten Kodex ein Piratenkönig gewählt werden. Natürlich stimmt jeder Kapitän für sich selbst - nur Jack stimmt für Elizabeth, die somit mehrheitlich gewählt ist. Die neue Königin beschließt die Piraten in den Krieg gegen Beckett zu führen. So kommt es zu einer Seeschlacht, bei der die Piratenflotte sich einer gewaltigen Übermacht gegenüber sieht.

In dieser Situation befreit Barbossa Tia Dalma von ihrem Fluch. Niemand anderer als die Voodoo-Priesterin ist die Inkarnation Calypsos, und sie hatte Barbossa ins Leben zurückgeholt, damit er ihr dabei helfen möge, ihre menschliche Gestalt abzustreifen. Will versetzt die Göttin absichtlich in Zorn, indem er ihr verrät, dass sie ihren Fluch Davy Jones zu verdanken hat. Sie verwandelt sich in Meeresgetier und erzeugt einen gewaltigen Mahlstrom, in dem zunächst nur die Black Pearl und der Fliegende Holländer gegeneinander kämpfen, während die Flotten abwarten. Mitten im Schlachtengetümmel lassen Will und Elizabeth sich von Barbossa vermählen. Jack bringt die Kiste mit Davy Jones' Herz an sich. Dieser fügt Will eine tödliche Wunde zu. Jack verzichtet auf die Unsterblichkeit, indem er zulässt, dass Will Davy Jones' Herz durchbohrt. Das ist das Ende des bisherigen Kapitäns des Fliegenden Holländers, Will muss seinen Platz einnehmen. Bootstrap Bill übernimmt es selbst, ihm das Herz herauszuschneiden. Als Will sich der Black Pearl mit dem Fliegenden Holländer anschließt und die Endeavour vernichtet, so dass auch Beckett den Tod findet, zieht die britische Armada sich zurück. Will überlässt sein Herz Elizabeth nach der letzten Nacht, die er mit ihr auf festem Boden verbringen kann. Erst in zehn Jahren wird er sie wieder besuchen dürfen. Zuerst muss er sich der Pflicht widmen, die Davy Jones vernachlässigt hatte. Die Crew des Fliegenden Holländers wird wieder menschlich, so auch Bootstrap Bill.

Wenig später geht das Intrigenspiel in die nächste Runde, als Barbossa sich die Black Pearl unter den Nagel reißt, während Jack sich bei einem Landgang vergnügt. Barbossa will einen Jungbrunnen suchen, der auf Sao Fengs Karte eingezeichnet ist. Er muss allerdings feststellen, dass die Karte unvollständig ist: Jack hat den entscheidenden Teil herausgeschnitten...

Der Film:

Ein Tipp: Dies ist einer der Filme, bei denen man nicht während des Abspanns aus dem Kino gehen sollte. Danach kommt noch eine Szene, in der man sieht, wie Will nach zehn Jahren zu Elizabeth zurückkehrt, die ihn mit seinem Sohn erwartet. Da sie im Gegensatz zu Calypso nicht untreu war, ist zu erwarten, dass Will auch weiterhin brav seine Pflicht erfüllen wird. Nur - was wird er tun, wenn Elizabeth gealtert und gestorben ist? Dann dürfte die Pflichterfüllung nicht mehr von der Aussicht auf einen Tag Landurlaub versüßt werden...

Es ist gar nicht so einfach, die Handlung eines "Fluch der Karibik" - Films verständlich zusammenzufassen, ohne -zig Absätze zu füllen. Bei all den verworrenen Intrigen, Gegen-Intrigen, Plänen innerhalb von Plänen, Tricks, Lügen und Täuschungen blickt man irgendwann kaum noch durch, und in der Zusammenfassung habe ich nur einen Teil davon erwähnt. Man muss aber zugeben, dass alles in sich schlüssig bleibt; echte Widersprüche sind mir jedenfalls nicht aufgefallen. Alle Rätsel und offenen Fragen der beiden vorherigen Filme werden auf akzeptable Weise geklärt bzw. beantwortet. Genau wie für Pirates of the Caribbean 2 gilt auch für den letzten Teil der Trilogie: Mit einem halbwegs "ernsthaften" oder auch nur annähernd in der Realität verhafteten Historien- bzw. Piratenfilm hat dieses kunterbunte Fantasy-Abenteuer nichts zu tun. Das Problem beim dritten Teil war wohl, im Vergleich zum zweiten Teil noch eine Steigerung zu finden. Und so enthält dieser Film einiges, was derart irreal, überzeichnet und abgedreht ist, dass es allein aufgrund der schieren Verrücktheit im Gedächtnis haften bleibt. Damit meine ich vor allem Jacks surreale Erlebnisse im Reich von Davy Jones. Die bizarren Szenen, in denen Jack, dem Wahnsinn nahe, in gleich dutzendfacher Ausführung auf der mitten in der Salzwüste liegenden Black Pearl zugange ist, sind geradezu genial. Mutig übrigens, so etwas in einen Abenteuerfilm dieser Art einzubauen. Und wenn Jack danach, auf dem Mast seines Schiffes stehend, eine Düne hinuntergesegelt kommt - das hat was. Aber auch der Endkampf im Mahlstrom (komplett mit Hochzeit) ist so eine Sache. Man muss den Film mehrmals gesehen haben, um alles wahrzunehmen, was sich da gleichzeitig abspielt. Allein für diese völlig verrückten Szenen würde der Kinobesuch oder der Erwerb der DVD sich schon lohnen.

Wenn man mit der richtigen Erwartungshaltung an "Pirates of the Caribbean" herangeht und kein Problem mit der für diese Filme typischen rasanten Mischung aus Komik an der Grenze zum Slapstick und Action jenseits des physikalisch Möglichen hat, dann kann man auch darüber hinwegsehen, dass das hier gezeigte Bild der Piraten bestenfalls romantisierend ist. Elizabeths leidenschaftliche Ansprache für die Freiheit hat jedenfalls einen sehr bitteren Unterton, wenn man sich bewusst macht, was die ach so pittoresken Piraten in der Realität für Leute waren: Grausame Verbrecher, und sonst gar nichts. Aber wie gesagt: Darüber darf man nicht nachdenken. Stattdessen sollte man sich an der wie immer unglaublich opulenten Ausstattung, den gewaltigen Sets, den schönen Schauplätzen und den durchweg gut gelungenen CGI-Effekten erfreuen. Zwar wird im Grunde nur alles, was man schon in den beiden früheren Filmen gesehen hat, zum x-ten Mal aufgewärmt, aber insgesamt stimmt die Mischung immer noch und trotz der enormen Überlänge habe ich mich auch beim wiederholten Anschauen nicht gelangweilt. Was die schauspielerischen Leistungen angeht, kann ich mich nur wiederholen: Johnny Depp spielt Jack Sparrow genial wie immer, und die Frage des Kapitäns der Endeavour ist berechtigt: Plant Jack das alles? Oder lässt er sich einfach nur treiben? Diesmal bekommen wir auch den Mann zu sehen, der Johnny Depps Vorbild bei seiner Verkörperung der Rolle war: Keith Richards von den Rolling Stones hat einen Gastauftritt als Captain Teague, Jacks Vater. Und er ist fast genauso cool wie Jack. Sehr erfreulich finde ich Barbossas Rückkehr aus dem Totenreich, denn er Geoffrey Rush agiert erneut mindestens so klasse wie Johnny Depp.

Da es auch ein bisschen mehr Herzschmerz gibt als in Teil 2 (diesmal sind's gleich zwei Liebschaften, eine unglücklich, die andere wenigstens teilweise glücklich), wodurch der ziemlich verworrenen, ansonsten aber etwas dünnen Story ein bisschen Tragik hinzugefügt wird, kann man insgesamt sagen: Die turbulente, selbstironische Achterbahnfahrt funktioniert auch beim dritten Mal - ein weiterer Aufguss wäre aber zuviel des Guten. Jetzt schon werden hauptsächlich nur alle bekannten Elemente wiederholt, das müsste nicht noch einmal sein. Wie immer mein Hinweis: Unbedingt das englische Original gucken, denn die verschiedenen Sprachen und Akzente tragen nicht unerheblich zur Atmosphäre bei, und in der deutschen Synchro fällt dieser Aspekt völlig weg.

Meiner Meinung nach ist Fluch der Karibik (also Teil 1 der Trilogie) immer noch der beste Film der Reihe, aber sehenswert ist auch Teil 3 auf jeden Fall.

Die DVD:

Das Bonusmaterial ist nicht so umfangreich, wie man es nach der Auflistung annehmen könnte. Es handelt sich hauptsächlich um Featurettes, die lediglich um die fünf Minuten lang sind. Nur die Beiträge, die sich mit dem Komponisten Hans Zimmer und der Entstehung der Maelstom-Szene beschäftigen, sind 10 bzw. 20 Minuten lang. Insgesamt erhält man aber doch einen ganz guten Einblick in den Produktionsprozess, vor allem kann man sehen, wieviel Arbeit selbst in kleinste Details gesteckt worden ist. Das sind zum Teil Dinge, die man gar nicht bemerkt, zum Beispiel Aufmachung und Inhalt des Buches mit dem Piratenkodex. Es wird aber auch deutlich, was für ein unfassbarer Aufwand für die gewaltigen Sets betrieben wurde. Zum Beispiel wurden die Black Pearl und der Fliegende Holländer für die Maelstrom-Szene praktisch in Originalgröße und beweglich in einem Hangar aufgestellt, und auch die Pfahlhütten Singapurs wurden im Originalmaßstab als Set gebaut. Ich war überrascht zu sehen, wieviel von dem, was ich beim Anschauen des Films für erstaunlich gut gemachte CGI gehalten habe, tatsächlich real ist.

Hinzu kommen zwei nicht verwendete Szenen. Die erste enthält einen kurzen Dialog zwischen Pintel und Ragetti im Eismeer, in der zweiten streiten sich Jack und Barbossa auf ziemlich lächerliche Art und Weise darum, wer das Steuerrad der Black Pearl drehen darf. Zu guter Letzt gibt es eine interessante Featurette, die näher auf die einzelnen Mitglieder des Hohen Rats der Piratenbruderschaft eingeht. Man erhält Hintergrundinformationen zu den Piratenlords, über deren Herkunft und Eigenschaften man im Film ja praktisch nichts erfährt.

J. Kreis, 25.03.2009


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