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Fluch der Karibik 2 Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2 (USA, 2006)
- Pirates of the Caribbean: Dead Man's Chest -

DVD - Regionalcode 2, Walt Disney Home Entertainment
FSK: 12
Laufzeit: ca. 145 Minuten

Extras
Audiokommentar der Drehbuchautoren Ted Elliott und Terry Rossio, "Verfluchte Piratenpannen"

Regie:
Gore Verbinski

Hauptdarsteller:
Johnny Depp (Captain Jack Sparrow)
Orlando Bloom (Will Turner)
Keira Knightley (Elizabeth Swann)
Jack Davenport (Ex-Commodore Norrington)
Jonathan Pryce (Gouverneur Weatherby Swann)
Bill Nighy (Davy Jones)
Tom Hollander (Lord Cutler Beckett)
Naomie Harris (Tia Dalma)
Stellan Skarsgard ("Bootstrap Bill" Turner)
Geoffrey Rush (Captain Barbossa)




Inhalt:

Elizabeth Swann wartet vergeblich auf ihren Bräutigam Will Turner. Die Hochzeit findet nicht statt, denn Lord Cutler Beckett, ein hochrangiger Repräsentant der East-India Trading Company, schickt sich an, in Port Royal die Macht zu übernehmen, und eine seiner ersten Amtshandlungen besteht darin, einige Haftbefehle auszuführen. Will Turner soll hängen, weil er dem zum Tode verurteilten Piraten Jack Sparrow zur Flucht verholfen hat. Gouverneur Swann muss hilflos mit ansehen, wie seine Tochter ebenfalls festgenommen wird; auch ihr droht aus dem gleichen Grund der Tod durch den Strick. Beckett bietet Will einen Handel an. Er ist bereit, Jack Sparrow einen Freibrief auszustellen und ihm einen vollständigen Straferlass zu gewähren. Der Preis dafür ist Jacks Kompass, der immer dorthin zeigt, wo sich das befindet, was der Benutzer sich am meisten wünscht. Will soll Jack finden und ihm dieses Angebot unterbreiten. Zum Dank würde Beckett ihn und Elizabeth freilassen. Will bricht sofort auf, Elizabeth muss weiter im Kerker schmachten.

Tatsächlich haben Jack und Beckett das gleiche Ziel. Beide wollen die Truhe (und den Schlüssel dazu) in ihren Besitz bringen, in der sich das Herz von Davy Jones befindet. Davy Jones ist der Kommandant des "Fliegenden Holländers". Er bietet jedem schiffbrüchigen Seemann an der Schwelle des Todes an, dessen Ende hinauszuzögern, wenn er bereit ist, hundert Jahre lang auf dem Geisterschiff zu dienen. Wer einwilligt, wird im Lauf der Zeit zu einem Geschöpf der See, wie Jones es ist: Ein für die Zeit seiner Verpflichtung unsterbliches Wesen, dessen Körper sich auf bizarre Weise verändert und Charakteristika verschiedener Meerestiere annimmt. Jones hatte dieses Schicksal einst aus enttäuschter Liebe selbst gewählt. Er hatte sich das Herz aus der Brust geschnitten und es in einer Truhe irgendwo versteckt. Er muss nun die Meere mit dem "Fliegenden Holländer" auf der Suche nach Seelen bereisen und darf nur einmal alle zehn Jahre für einen Tag an Land gehen. Sein Herz dagegen muss immer an Land bleiben. Jones kontrolliert eine zusätzliche Waffe: Einen gigantischen Kraken, der ganze Schiffe in die Meerestiefen reißen kann. "Bootstrap Bill" Turner, Wills Vater, gehört zur Crew von Davy Jones. Er wird zu Jack Sparrow geschickt, um diesen an einen Handel zu erinnern, den er einst mit Jones abgeschlossen hat. Er hatte sich im Austausch für das Kommando über die Black Pearl (die Jones für Jack vom Meeresgrund heraufgeholt hatte) zum hundertjährigen Dienst auf dem Geisterschiff verpflichtet. Diese Schuld soll er jetzt einlösen, und um ihn daran zu erinnern, überbringt Bootstrap Bill ihm den "Schwarzen Fleck", der Jacks Hand unauslöschlich eingeprägt wird. Da Jack nur an Land vor Davy Jones und dem Kraken sicher wäre, lässt er die Black Pearl bei der Insel Pelegosto auf Grund laufen. Dummerweise ist diese Insel von Kannibalen bewohnt. Die halten Jack zwar für einen Gott, aber das hindert sie nicht daran, ihn und seine Crew gefangen zu nehmen und für ein Festmahl vorzubereiten.

Nach langer Suche erreicht auch Will die Insel und fällt prompt ebenfalls den Menschenfressern in die Hände. Nachdem sich alle befreit haben und mit der Black Pearl in See gestochen sind, kommen Jack und Will überein, dass letzterer den Kompass erhält, wenn er Jack dabei hilft, den Schlüssel und die Truhe zu finden. Denn wer das Herz in seinem Besitz hat, erlangt Befehlsgewalt über Davy Jones. Genau das ist auch Cutler Becketts Ziel, denn mit dem "Fliegenden Holländer" und dem Kraken könnte er alle Meere kontrollieren und die Piraterie ein für allemal ausrotten. Informationen hierüber erhalten Will und Jack von der Voodoo-Priesterin Tia Dalma, einer alten Bekannten Jacks. Der durchtriebene Pirat richtet es so ein, dass Will Davy Jones in die Hände fällt. Im Austausch für sich selbst bietet Jack dem Kapitän des "Fliegenden Holländers" 100 Seelen an - Wills Seele als Anzahlung eingeschlossen. Er hat nun drei Tage Zeit, 99 weitere Opfer aufzutreiben. Derweil wird Gouverneur Swann wegen des vergeblichen Versuchs, seine Tochter zu befreien, von Beckett des Amtes enthoben. Elizabeth entkommt dennoch mit dem Freibrief für Jack. In der Maske eines Schiffsjungen reist sie mit einem Handelsschiff nach Tortuga, wo Jack bereits fleißig dabei ist, neue Besatzungsmitglieder zu rekrutieren, die er an Davy Jones verschachern kann. Auch Ex-Commodore Norrington, der seinen Rang verloren hat, weil es ihm nicht gelungen war, Jack gefangen zu nehmen, heuert auf der Black Pearl an. Um Will zu retten, muss Elizabeth Jack bei der Suche nach der Truhe helfen. Unterwegs entwickelt sie unerwartete Gefühle für den Piraten. Die Gefährten entdecken das wertvolle Stück auf einer einsamen Insel, und prompt trifft auch Will ein: Mit der Hilfe seines Vaters, den er nun von seinem Fluch befreien will, ist es Will gelungen, Davy Jones den Schlüssel abzunehmen und vom "Fliegenden Holländer" zu entkommen. Von Wills Ansinnen, das Herz zu durchbohren und Davy Jones damit zu töten, ist Jack nicht begeistert, denn wer würde danach den Kraken kontrollieren?

Auch Norrington hat ein Interesse an dem Herzen. Er will es Beckett bringen, um von ihm wieder in Amt und Würden eingesetzt zu werden. Ein Kampf zwischen den drei Kontrahenten entbrennt, der allerdings durch die Ankunft der untoten Mannschaft von Davy Jones unterbrochen wird. In dem entstehenden Durcheinander gelingt es den Ungeheuern zwar, die Truhe in ihren Besitz zu bringen, doch die ist leer. Norrington hat das Herz an sich gebracht und setzt sich damit nach Port Royal ab, wo er es Beckett übergibt. Die Black Pearl wird nun vom "Fliegenden Holländer" verfolgt. Davy Jones ruft den Kraken herbei. Das Monster kann vorübergehend aufgehalten werden, so dass die Manschaft das Schiff verlassen kann. Nur Jack bleibt zurück - Elizabeth hat erkannt, dass Jones nur hinter Jack her ist, und so hat sie ihren Charme eingesetzt, um ihn an den Mast zu ketten. Während die Crew sich in Sicherheit bringt, tritt Jack allein dem Kraken gegenüber, der die Black Pearl schließlich in einem Stück in Davy Jones' Reich hinabzieht. Davy Jones betrachtet Jacks Schuld somit als erfüllt, muss aber zu seinem Entsetzen feststellen, dass die Truhe leer ist. Elizabeth, Will und die Crew der Black Pearl suchen erneut Tia Dalma auf. Sie meint, es sei nicht unmöglich, Jack aus dem Jenseits zurückzuholen. Für diese Aufgabe brauche man aber jemanden, der sich dort auskennt. Sie meint damit Captain Barbossa, der nur auf dieses Stichwort gewartet hat, um quicklebendig die Bühne zu betreten...

Der Film:

Wenn der erste Teil der "Fluch der Karibik" - Trilogie schon kein ernsthafter Historien- oder Piratenfilm war, dann gilt das für den zweiten Teil noch weniger. Teil 2 ist im Grunde reinste Fantasy, und wenn man sich das erst einmal klar gemacht hat, und wenn man sich nicht daran stört, dass er noch überzeichneter und noch comichafter ist als sein Vorgänger, dann kann man ihn durchaus genießen. Wie es bei Fortsetzungen erfolgreicher Filme oft der Fall ist, wird auch hier darauf vertraut, dass es ausreicht, einfach nur mehr von allem zu bieten. Die Intrigen sind denn auch noch verworrener, die Ausstattung ist womöglich noch opulenter, die (meist computergenerierten) Spezialeffekte sind noch verblüffender und die Karibik ist noch blauer als zuvor. Die bunte, rasante und selbstironische Mischung aus Action und Komödie funktioniert auch diesmal durchaus wieder, aber man vermisst doch die Originalität und Eigenständigkeit des ersten Teils. Das bekannte Erfolgsrezept wird lediglich ein zweites Mal aufgekocht, neue Ideen und Überraschungen sucht man vergebens - wenn man mal von Barbossas Auftritt am Schluss absieht. Bei allem Hin und Her kann die Story nicht so recht überzeugen. Im Grunde ist es sowieso egal, wer denn nun aus welchem Grund mit wem kämpft. Immerhin wird mit der Geschichte von Davy Jones wenigstens ein bisschen Tragik angedeutet.

Die ohnehin recht dünne Geschichte geht im turbulenten Durcheinander der Handlungsstränge unter; im Vordergrund stehen eindeutig die unbestreitbar sehenswerten Schauwerte. Der Film hangelt sich eigentlich nur von einer Actionszene zur nächsten, richtige Spannung kommt dabei nicht auf. Die Szenen, in denen die in einem Knochenkäfig gefangenen Piraten mit eben diesem Ding durch die Botanik kugeln, oder in denen Jack/Will/Norrington einander auf einem durch den Dschungel rollenden Mühlrad bekämpfen, wirken selbst für einen Film dieser Art zu übertrieben-unrealistisch. Man hat den Eindruck, dass es nur noch darum geht, den Zuschauer mit derart bombastischen Szenen zu überwältigen. Man soll mit heruntergeklappter Kinnlade staunend im Kinosessel sitzen. Das funktioniert aber nicht immer, manchmal winkt man einfach nur noch ab, weil es zu viel wird.

Johnny Depp glänzt einmal mehr in der Figur des exzentrischen Piratenkapitäns. Er ist immer noch verschroben, durchtrieben und intrigant, allerdings ist er am Ende in der Gefahr, doch noch zum Gutmenschen zu werden. Leider ist der Reiz des Neuen aber auch bei Jack Sparrow ein wenig verflogen, und so sind seine bizarren Auftritte nicht mehr so wirkungsvoll wie im Vorgänger, als sie etwas völlig Neues waren. Die anderen Schauspieler liefern solide Leistungen ab. Besonders Tom Hollander als eiskalter, berechnender Lord Beckett weiß zu gefallen. Im Fall von Bill Nighy kann man sich nur wundern, dass der Schauspieler unter der CGI-Maske überhaupt noch dazu in der Lage war, Emotionen auszudrücken. Er schafft das allein mit seinen Augen - Respekt! Übrigens sollte man sich den Film unbedingt im englischen Original zu Gemüte führen, denn die verschiedenen Sprachen und Akzente tragen nicht unerheblich zur Atmosphäre bei, und in der deutschen Synchro fällt das völlig weg.

Trotz aller Schwächen macht der Film insgesamt Spaß, langweilig ist er trotz Überlänge jedenfalls nicht.

Die DVD:

Es gibt verschiedene DVD-Veröffentlichungen dieses Films, die sich nur im Umfang des Bonusmaterials voneinander unterscheiden. Der Film ist in allen Versionen gleich. Habe mich für die Single-Disc-Version entschieden, denn ich fand den Film jetzt nicht so toll, als dass ich stundenlange Dokumentationen dazu sehen müsste. Diese DVD enthält neben dem Audiokommentar (der mich auch nicht interessiert) noch knapp vier Minuten an schiefgegangenen Szenen, die recht witzig sind.

J. Kreis, 06.05.2008
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