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Pippi Langstrumpf Pippi Langstrumpf (Schweden / Deutschland, 1969 - 1970)

DVD - Regionalcode 2, Universum Film
FSK: Keine Altersbeschränkung
Laufzeit: ca. 28 Minuten pro Episode, insg. ca. 584 Minuten

Extras:
Keine

Regie:
Olle Hellbom

Hauptdarsteller:
Inger Nilsson (Pippilotta Viktualia Rollgardina Schokominza Efraimstochter Langstrumpf)
Pär Sundberg (Thomas Settergren)
Maria Persson (Annika Settergren)
Hans Clarin (Donner-Karlsson)
Paul Esser (Blom)
Beppe Wolgers (Kapitän Langstrumpf)
Margot Trooger (Tante Prysselius)
Martin Ljung (Messer-Jocke)
Jarl Borssen (Blut-Svente)
Staffan Hallerstam (Marko)
Hans Alfredson (Konrad)




Inhalt:

Die Box enthält alle 21 Folgen der Fernsehserie Pippi Langstrumpf:

Pippi zieht in die Villa Kunterbunt

Pippi Langstrumpf zieht in die Villa Kunterbunt, ein Haus, das ihrem Vater, dem Piratenkapitän Efraim Langstrumpf gehört. Pippi lebt dort nur mit ihrem Pferd namens Kleiner Onkel und ihrem Äffchen, genannt Herr Nilsson. Ihr Vater ist nämlich in der Südsee verschollen und ihre Mutter ist gestorben. Pippi schließt schon am ersten Tag Freundschaft mit dem neunjährigen Tommi und der achtjährigen Annika, die im Nachbarhaus leben. Frau Prysselius, eine Dame, die stets um die Kinder des Städtchens besorgt ist, möchte Pippi am liebsten ins Kinderheim bringen. Die Kleine kann aber sehr gut für sich selbst sorgen, denn von ihrem Vater hat sie einen Koffer voller Goldstücke erhalten. Als die zwei Polizisten des Städtchens anrücken, um Pippi mit Gewalt zu holen, geraten sie an die falsche Adresse. Pippi ist nämlich das stärkste Mädchen der Welt und jagt den beiden einen gehörigen Schrecken ein...

Pippis neue Freunde

Tommi und Annika sind begeistert von ihrer neuen Nachbarin, denn in der Villa Kunterbunt kann man alles machen, was anderswo verboten ist, und Pippi kommt im Sekundentakt auf immer neue verrückte Ideen. Pippi versorgt alle Kinder des Städtchens mit Süßigkeiten und Spielsachen. Dadurch weckt sie aber auch das Interesse der beiden Gauner Donner-Karlsson und Blom, die gerade erst aus dem Gefängnis ausgebrochen sind.

Pippi auf Sachen-Suche

Nachdem Pippi den Hausputz auf ihre Art erledigt hat und mit ihren Freunden auf Sachen-Suche gewesen ist, mischt sie das Kaffekränzchen der Mutter von Tommi und Annika auf - die arme Frau war nämlich so leichtsinnig, Pippi einzuladen, um die neue Freundin ihrer Kinder auch einmal kennenzulernen. Danach hilft Pippi einem kleinen Jungen gegen ein paar Rüpel, die ihn verprügeln wollen. Sechs gegen eine - das ist für Pippi kein Problem!

Pippi macht einen Ausflug

Pippi und ihre Freunde machen einen Ausflug mit dem Kleinen Onkel. Dabei begegnen sie wieder einmal Donner-Karlsson und Blom.

Pippi und die Gespenster

Zu ihrem Geburtstag bekommt Pippi Besuch: Tommi und Annika bringen ihr ein Geschenk, verputzen Berge von Süßigkeiten und erkunden gemeinsam den Dachboden der Villa Kunterbunt, auf dem angeblich Gespenster hausen. Weniger netter Besuch kommt in der Nacht vorbei, als Pippi schläft: Donner-Karlsson und Blom wollen den Goldkoffer stehlen. Pippi lässt sich aber nicht ins Bockshorn jagen und vertreibt die Ganoven.

Pippi auf dem Rummelplatz

Pippi und ihre Freunde vergnügen sich auf dem Rummelplatz. Nachdem sie den starken August auf die Bretter gelegt hat, so dass der Rummelplatzdirektor wohl oder übel die Siegprämie herausrücken muss (die Pippi dem besiegten Kraftprotz überlässt), sorgt Pippi für Aufruhr, indem sie mit einer Riesenschlange schmust.

Pippi lernt Plutimikation

Weihnachten steht vor der Tür. Pippi findet es ungerecht, dass alle Kinder sich auf die Weihnachtsferien freuen dürfen - nur sie nicht. Sie muss allerdings einsehen, dass man nur Ferien haben kann, wenn man auch zur Schule geht. Also beschließt sie, eine Schulstunde zu besuchen. Die Fragen, die die Lehrerin ihr stellt, um ihr Wissen zu prüfen, findet sie allerdings albern. Deshalb vergnügt sie sich später doch lieber bei einer Schneeballschlacht. Donner-Karlsson und Blom, die die Gelegenheit nutzen wollen, um den Goldkoffer in Pippis Abwesenheit zu stehlen, machen wieder einmal die Erfahrung, dass mit dem stärksten Mädchen der Welt nicht zu spaßen ist: Pippi wirft ihnen einen riesigen Schneebrochen auf die Köpfe und nimmt ihnen den Koffer wieder ab.

Pippi und das Weihnachtsfest

Frau Prysselius macht sich Gedanken, dass Pippi sich beim bevorstehenden Weihnachtsfest einsam fühlen könnte. Wieder einmal hetzt sie ihr die Polizei auf den Hals, um sie ins Kinderheim zu schleppen. Daraus wird natürlich nichts, außerdem sind die Sorgen unbegründet. Nach der Bescherung machen sich nämlich alle Kinder des Städtchens auf den Weg zur Villa Kunterbunt, um Pippi ein Geschenk zu bringen (sie hatte sich eine Trompete gewünscht) und den mit Geschenken vollgehängten Limonadenbaum abzuernten.

Pippi und der Spunk

Pippi erfindet ein neues Wort: Spunk. Sie hat zwar keine Ahnung, was ein Spunk sein könnte, aber da es sich womöglich um ein gefährliches Raubtier handelt, wird kurzerhand eine Spunk-Falle aus Farbeimern und dergleichen in der Villa Kunterbunt aufgebaut. Während sich Pippi, Tommi und Annika in allen möglichen Geschäften und sogar beim Arzt nach dem Spunk erkundigen, geht ihnen tatsächlich etwas in die Falle - oder vielmehr jemand: Frau Prysselius...

Pippi auf großer Ballonfahrt

Auf dem Dachboden der Villa Kunterbunt liegt der alte Fesselballon, mit dem Kapitän Langstrumpf seinerzeit zum Nordpol fliegen wollte (er war nur bis zum Dachboden gekommen). Pippi und ihre Freunde reparieren ihn und machen eine Ballonfahrt. Dabei werden sie von den Polizisten Kling und Klang verfolgt. Diese Gelegenheit nutzen Donner-Karlsson und Blom, um zum x-ten Mal den Goldkoffer zu stehlen. Mit einer Hakenstange holt Pippi ihn jedoch aus luftiger Höhe zurück. Die Polizisten holen Pippi nicht nur nicht ein, sondern verlieren auch noch ihr Motorrad an die beiden Ganoven.

Pippi und die Flaschenpost

Die Eltern von Tommi und Annika sind für einige Tage weg. Frau Prysselius soll auf die Kinder aufpassen, wovon diese natürlich alles andere als begeistert sind. Zum Glück ist Pippi da, um sie aufzuheitern. So machen die drei einen alten Kahn wieder flott. Früh morgens reißen Tommi und Annika aus, um mit Pippi eine Bootstour zu machen. Sie tun so, als wären sie Schiffbrüchige auf einer Insel, und übernachten dort im Zelt. Pippi gestaltet das Ganze sehr realistisch, indem sie heimlich den Kahn versteckt. Nachdem sie eine Flaschenpost abgeschickt haben, kehren die Kinder dann aber doch nach Hause zurück. Bei der Villa Kunterbunt wartet eine freudige Überraschung auf Pippi: Ihr verschollener Vater Efraim ist da!

Pippis Abschiedsfest

Wieder einmal macht Frau Prysselius einen Versuch, Pippi ins Kinderheim zu holen. Doch dafür gibt es jetzt keinen Grund mehr, denn Kapitän Langstrumpf ist mit seinem Schiff, der Hoppetosse, zurückgekehrt. Natürlich möchte er seine Tochter bei sich behalten; sie soll mit ihm nach Taka-Tuka-Land kommen, wo er König ist. Daher gibt Pippi ein riesiges Abschiedsfest in der Villa Kunterbunt, zu dem die Matrosen der Hoppetosse und alle Kinder eingeladen sind. Bei Tommi und Annika hält die Freude sich natürlich in Grenzen, denn Pippi will schon am nächsten Tag abreisen und sie befürchten, ihre Freundin nie mehr wiederzusehen.

Pippi geht an Bord der Hoppetosse

Der Tag des Abschieds ist gekommen. Die Hoppetosse wird nur noch mit Proviant beladen, dann soll die Reise nach Taka-Tuka-Land beginnen. Tommi und Annika sind todtraurig. Sie können sich nicht vorstellen, wie ihr Leben ohne Pippi aussehen soll. Auch in Pippi wachsen Zweifel, ob sie wirklich mit ihrem Vater in die Südsee segeln soll. Zu guter Letzt beschließt sie, doch in der Villa Kunterbunt zu bleiben. Keines der drei Kinder will je erwachsen werden. Auch dafür kennt Pippi ein Mittel: Krummeluspillen! Pippi, Tommi und Annika nehmen je eine dieser Wunderpillen (die eine frappierende Ähnlichkeit mit Erbsen haben) und hoffen, nie älter als neun Jahre zu werden.

Pippi und die Seeräuber - Teil 1 bis 4

Die Eltern von Tommi und Annika verreisen erstmals allein. Damit beginnen drei herrliche Wochen, denn die Kinder dürfen in dieser Zeit bei Pippi in der Villa Kunterbunt wohnen. Schon am ersten Tag finden sie eine Flaschenpost, mit der Pippis Vater um Hilfe ruft: Die Hoppetosse wurde von Piraten gekapert, die Mannschaft wurde auf einer einsamen Insel ausgesetzt. Kapitän Langstrumpf selbst wurde in der Piratenfestung eingekerkert, die auf der anderen Seite von Taka-Tuka-Land liegt. Piratenkapitän Blut-Svente und sein Gehilfe Messer-Jocke wollen ihn zwingen, ihnen das Versteck seines legendären Piratenschatzes zu verraten. Natürlich machen Pippi und ihre Freunde sich sofort per Fesselballon auf den Weg. Als der Ballon buchstäblich schlapp macht, zimmern sie sich ein Flugzeug mit Pedalantrieb zusammen. Damit kommen sie bis zur Südsee, müssen dort aber auf einer einsamen Insel notlanden. Am nächsten Morgen erscheint ein Piratenschiff. Pippi lockt die Besatzung mit einem Trick auf die Insel und reißt sich das Schiff unter den Nagel. Damit ist die Seeräuberfestung schnell erreicht. Pippi mischt eine üble Spelunke auf, hilft dem jungen Marko gegen den brutalen Wirt und macht sich auf die Suche nach ihrem Vater. Messer-Jocke rückt mit einer ganzen Bande von Seeräubern und einigen Kanonen an, doch auch damit ist Pippi nicht kleinzukriegen. Marko hilft den Kindern, in die Festung zu gelangen: Sie verstecken sich einfach in den Kanonenrohren.

Pippi findet das Turmzimmer, in dem ihr Vater gefangen gehalten wird (er hat das vollgeheulte Taschentuch, ein Geschenk Pippis, aus dem Fenster gehängt) und besucht ihn. Er ist leider zu dick und passt nicht durch das Fenster, kann also nicht auf diese Weise fliehen. Als er gerade die Köstlichkeiten verputzt, die Pippi ihm besorgt hat, wird er wieder einmal von Blut-Svente und Messer-Jocke aufgesucht. Voller Zorn sperren sie ihn in ein Kellerverlies, aber auch das kann Pippi nicht aufhalten: Sie sprengt einfach einen Tunnel, durch den sie ihren Vater herausholen kann. Die Piraten haben aber bereits das Versteck des Schatzes im wahrsten Sinn des Wortes aus ihm herausgekitzelt. Kapitän Langstrumpf und die Kinder kapern ein Piratenschiff, segeln zur Schatzinsel und bergen die zwei randvoll gefüllten Kisten. Aber auch die Piraten treffen wenig später ein. Sie nehmen Tommi und Annika gefangen, so dass Pippi und ihr Vater die Schatzkisten hergeben müssen, um ihre Freunde freizukaufen. Doch da greift die Besatzung der Hoppetosse ein, die auf der Schatzinsel ausgesetzt worden war. Sie erobern das Schiff von Blut-Svente und Messer-Jocke, so dass die Piraten auf der Insel festsitzen. Pippi ist bereit, ihnen ein Buch zu verkaufen, in dem der Bau eines Floßes beschrieben wird. Preis: Eine Goldkiste. Dummerweise fehlt den Piraten eine Axt - Pippi hat eine. Preis: Die zweite Goldkiste...

Zu guter Letzt kehren die Kinder nach Hause zurück, während Kapitän Langstrumpf und seine Leute sich weiterhin die Seeluft um die Nasen wehen lassen.

Mit Pippi Langstrumpf auf der Walze - Teil 1 bis 4

Tommi und Annika sind genervt von den ständigen Ermahnungen ihrer überbesorgten Mutter. Als sie auch noch einen wundervollen Sommertag mit Unkrautjäten verschwenden sollen, haben sie genug und reißen von zu Hause aus. Da sie von Pippi begleitet werden, hat Frau Settergren noch nicht einmal was dagegen. Mit dem Kleinen Onkel reiten die Kinder ins Blaue und lassen es sich gutgehen. In einem Gewitter läuft der Kleine Onkel davon. Die Kinder suchen Schutz in einem verfallenen Haus, wo sie dem freundlichen Hausierer Konrad begegnen, mit dessen Spezialkleber sie allerlei Schabernack treiben. Am nächsten Morgen macht Konrad sich allein auf die Weiterreise, denn Annika hat angedroht, ihm die Ohren waschen zu wollen. Ein paar Dosen seines Klebers lässt er den Kindern da. Die betätigen sich als Straßenmusikanten, um Geld für Brot zu verdienen.

Als Pippi beschließt, dass die Reise in einem Fass auf dem Fluss viel schneller gehen würde, werden die Kinder getrennt, denn Tommi und Annika wollen lieber zu Fuß gehen und Pippi treibt zu weit ab. Es dauert geraume Zeit, bis die drei sich wieder begegnen, denn sie verpassen sich bei der Suche immer wieder knapp. Die Reise geht auf dem Dach eines Eisenbahnzuges weiter, von dort springen die Kinder auf einen Heuwagen. Der Bauer ist zwar zunächst etwas ungehalten, lässt die Kinder dann aber in der Scheune übernachten. Pippi ist natürlich die Attraktion bei den Bauerssöhnen. Am nächsten Tag rettet sie den kleinsten von ihnen vor einem wilden Stier und erhält zum Dank vom Bauer ein altes Autowrack geschenkt, das sie mit Konrads Spezialkleber wieder flott macht. Das Auto fährt so schnell, dass es sich sogar in die Lüfte erhebt, aber dann fällt die Klapperkiste allmählich auseinander.

Die Notwasserung nutzt Annika, um sich und ihren Bruder ausgiebig zu waschen. Währenddessen fressen einige Kühe ihre Kleider auf. Wieder einmal müssen die Kinder Straßenmusik machen, aber das gesammelte Geld reicht nicht für neue Kleidung. Also tritt Pippi als Seiltänzerin auf. Damit erregt sie aber auch die Aufmerksamkeit eines Polizisten, der die Kinder hinter Schloss und Riegel setzen will, bis ihre Identität geklärt ist. Pippi bricht kurzerhand das Fenstergitter heraus, so dass die Reise weitergehen kann. Sie führt die Kinder zu einer alten Mühle, wo sie Konrad noch einmal treffen. Auch der Kleine Onkel taucht wieder auf. Der Hunger macht allen schwer zu schaffen, so dass sie froh sind, am nächsten Tag wieder nach Hause reiten zu können. Pippi hat schon wieder eine neue Idee: Sie reitet auf einem alten Besen durch die Lüfte...

Die Serie:

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es jemanden gibt, der diese TV-Serie (oder die Filme, die aus leicht gekürzten Zusammenschnitten dieser Serie bestehen) nicht kennt. Wer in den Siebzigern (wie ich) im Alter der Hauptfiguren war, der dürfte Pippis Abenteuer gesehen und vielleicht auch nachgespielt haben, und für den sind sie heute "Kult". Deshalb kann ich mich wohl kurz fassen und behaupten: Es gibt Dinge, die sind perfekt. Und die zeitlosen Verfilmungen von Astrid Lindgrens Kinderbuchklassikern gehören eindeutig dazu, denn hier stimmt schlicht und ergreifend alles. Inger Nilsson ist Pippi Langstrumpf - wer sie einmal gesehen hat, für den wird sie immer die Verkörperung des frechen, mutigen und unglaublich starken kleinen Mädchens sein, das frei von allen Zwängen der Erwachsenen in ihrer eigenen Fantasiewelt lebt und immer für ihre Freunde da ist. Sie ist in dieser Rolle einfach hinreißend und es ist kein Wunder, dass sie nur noch mit dieser Rolle identifiziert wurde, was ihrer Karriere als Schauspielerin alles andere als gut getan hat.

Pär Sundberg und Maria Persson sind auf ihre Weise perfekt, denn sie spielen die furchtbar artigen und angepassten Freunde Pippis absolut glaubwürdig. Auch praktisch alle anderen Rollen sind ideal besetzt und Figuren wie Messer-Jocke und Blut-Svente genießen ebenfalls Kultstatus. Die liebevolle Ausstattung tut ein Übriges: Die Villa Kunterbunt sieht genau so chaotisch, etwas verfallen, geheimnisvoll und gemütlich aus, wie sie sein muss. Das Städtchen, in dem sie steht, könnte geradezu einem Bilderbuch entsprungen sein. Und immer wieder werden in der Serie wunderschöne Naturaufnahmen gezeigt. An dieser Stelle der Hinweis, dass die Serie sehr viel ausfühlicher ist als die Bücher, und dass gerade in den ersten 13 Folgen manchmal ziemlich wenig geschieht - man sieht nur, wie Pippi und ihre Freunde in der Villa spielen oder draußen herumtollen, auf einer Wiese faulenzen, Drachen steigen lassen und dergleichen. Aber gerade das macht den Reiz der Serie für mich aus, denn es weckt nostalgische Erinnerungen an die eigene Kindheit. Astrid Lindgren hat die Drehbücher selbst geschrieben, und so wird aus Pippi zwar keine wesentlich differenziertere Figur als in den Büchern - ihre Charaktereigenschaften sind festgelegt - aber ihr werden viele Details hinzugefügt. Natürlich gibt es Abweichungen, aber das sind Kleinigkeiten. Zum Beispiel heißt einer von Pippis Namen in den Büchern nicht "Schokominza", sondern "Pfefferminz".

Es hat früher immer wieder Kritiken gegeben, die den Büchern und Verfilmungen vorgeworfen haben, Kinder zu unverantwortlichem Handeln, zum Lügen oder zu gefährlichen Spielen anzustiften. Ich kann nicht beurteilen, ob da was dran ist, mir hat's jedenfalls nicht geschadet... Das erste Buch ist übrigens schon 1945 entstanden, in einer Zeit also, in der Begriffe wie "antiautoritäre Erziehung" oder "Feminismus" eher unbekannt waren. Pippi war ihrer Zeit also weit voraus und wenn man sich ihr Äußeres einmal vor Augen führt, könnte man sie sogar für den ersten Punk der Literatur- und Filmgeschichte halten. Ob man Pippi nun für eine Art weiblichen Till Eulenspiegel hält, deren unangepasstes Verhalten als Gegensatz für die "normale" Gesellschaft gedacht ist, oder einfach nur für ein Symbol der Freiheit ihre Abenteuer sind jedenfalls immer wieder amüsant und man kann sich auch als Erwachsener von ihnen bestens unterhalten fühlen, denn sie werden zwar aus der Kinderperspektive erzählt, sind aber ebenso wenig "kindisch" wie Pippi selbst.

Die DVD:

Schade, schade, schade: Außer ein paar Werbetrailern zu anderen Kinderfilmen und -serien gibt es auf den fünf DVDs dieser Box keinerlei Bonusmaterial. Die Serie liegt außerdem nur in deutscher Sprache vor. OK, das schwedische Original hätte ich sowieso nicht verstanden, aber es wäre doch mal interessant gewesen, es zu hören. Immerhin kann man sich über brillante Bild- und Tonqualität freuen. Kräftige Farben, keine Bildstörungen, klarer Ton: So kann man sich die Erinnerung an diese tolle Serie ungetrübt bewahren. Es gibt nur ganz wenige Szenen, in denen das Bild plötzlich matt und grobkörnig wird. Eine Erklärung dafür habe ich nicht, nehme aber an, dass das Material schon immer diese Mängel hatte.

Es gibt noch andere DVDs mit Pippis Abenteuern. Hierbei handelt es sich um die einzeln oder in einer Box mit 4 Discs erhältlichen leicht gekürzten Kinofilme.

J. Kreis, 29.11.2007
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