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Outlander Outlander - 2 Disc Collector's Edition (USA/D/F, 2008)

DVD Regionalcode 2, Koch Media
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 110 Minuten

Extras
- Audiokommentare (Regisseur, Autor, Produzenten)
- Making of
- Geschnittene Szenen
- Animatics
- Visual Effects Tests
- Bildergalerien
- Trailer
- Storyboards (DVD-ROM-Inhalt)

Regie:
Howard McCain

Hauptdarsteller:
James Caviezel (Kainan)
Sophia Myles (Freya)
Jack Huston (Wulfric)
John Hurt (Rothgar)
Ron Perlman (Gunnar)




Inhalt:

Im Jahre 709 AD leben Menschen auf verschiedenen Planeten. Bei der Inbesitznahme einer neuen Siedlungswelt rotten sie deren Ureinwohner aus, da sie diese Wesen für gefährliche Raubtiere halten. Doch möglicherweise sind diese Wesen, die Moorwen, zumindest halbintelligent. Nur ein Moorwen überlebt das Gemetzel. Es dringt in die neu errichtete Siedlung der Menschen ein und tötet alle Kolonisten. So findet Kainan, der während des Überfalls mit einem Raumschiff unterwegs war, bei seiner Rückkehr nur noch die Leichen seiner Frau und seines Sohnes in den brennenden Trümmern vor. Kainan und sein Captain wollen die Toten mit dem Raumschiff zu einer anderen Welt bringen, um sie dort zu bestatten. Das Moorwen schleicht sich unbemerkt in das Schiff und tötet unterwegs den Captain. Das Schiff rast auf einen Planeten zu und stürzt in einen See, wobei es zerstört wird. Kainan kann sich retten, doch auch das Moorwen kommt frei. Es verschwindet in der Wildnis. Bevor Kainan ihm folgt, um es endgültig zur Strecke zu bringen, aktiviert er einen Peilsender, den er bergen konnte. In dem Behälter findet er außerdem eine Waffe und einen Computer. Dieser unterrichtet ihn darüber, dass er sich in einer von Wikingern bewohnten Region des Planeten Erde befindet. Deren Sprache wird ihm in einer kurzen, sehr schmerzhaften Prozedur vermittelt. Bei seiner Suche nach dem Moorwen stößt Kainan auf ein menschenleeres Dorf, das von dem riesigen Ungeheuer vernichtet wurde. Plötzlich erscheint ein Reiter und schlägt ihn nieder, wobei seine Waffe unrettbar verloren geht.

Der Reiter ist Wulfric, ein Krieger aus dem Stamm König Rothgars. Das zerstörte Dorf war die Heimat des derzeit nicht anwesenden Gunnar, der mit Rothgar verfeindet ist. Kainan versucht Rothgar davon zu überzeugen, dass nicht er Gunnars Dorf vernichtet hat, aber man glaubt ihm zunächst nicht. In der Nacht gelingt es ihm, sich zu befreien, doch da greift das Moorwen Rothgars Siedlung an und verschleppt einige Männer. Angesichts der schrecklichen Wunden der Toten ist Rothgar nun eher geneigt, Kainan zu glauben. Der König führt persönlich einen kleinen Suchtrupp an, der das Moorwen jagen soll. Kainan ist mit von der Partie. Die Männer bringen einen großen Bären zur Strecke, der schon einige Menschen getötet hat. Dabei rettet Kainan Rothgars Leben. Er wird daraufhin in den Stamm aufgenommen und freundet sich mit Wulfric an. Freya, Rothgars ebenso schöne wie kriegerische Tochter, die eigentlich Wulfric zum Mann nehmen sollte, verliebt sich in Kainan und würde ihn gern als Rothgars Nachfolger sehen. Die Wikinger feiern das Ende des Ungeheuers, aber Kainan weiß, dass sie sich irren. Doch zunächst müssen sich Rothgars Leute gegen Gunnar wehren, der zurückgekehrt ist und Rothgar die Schuld an der Zerstörung seines Dorfes gibt.

Der Angriff wird abgewehrt, Gunnars Krieger müssen sich in den Wald zurückziehen. Dort lauert aber schon das Moorwen. Gunnar und einige Überlebende fliehen zurück zu Rothgars Dorf. Kainan öffnet ihnen das Tor. Mit vereinten Kräften bauen die Menschen unter Kainans Anleitung nun eine Fallgrube voller Öl, in dem sie das Moorwen verbrennen wollen, denn mit ihren aus minderwertigem Eisen bestehenden Waffen können sie die Panzerung des Monsters nicht durchdringen. Tatsächlich lässt sich das Moorwen in die Falle locken, doch es ist widerstandsfähiger als erwartet, außerdem hat es ein schnell wachsendes Junges zur Welt gebracht, das ebenfalls ins Dorf eindringt und Rothgar tötet. Am nächsten Tag verlassen die Menschen ihr Dorf, um anderswo ein neues Leben zu beginnen. Kainan, Wulfric, Freya und einige Getreue bleiben zurück, um die Moorwen zu jagen. Kainan holt hochwertigen Stahl aus dem Wrack seines Schiffes, um damit bessere Waffen zu schmieden. Dabei wird Freya jedoch von dem Moorwen in dessen Höhle verschleppt. Die Männer finden das mit Leichen vollgestopfte Versteck, werden aber von den Moorwen dezimiert. Kainan und Wulfric befreien Freya, die das junge Moorwen eigenhändig köpft. Beim Kampf gegen das große Moorwen wird Wulfric getötet. Mit Freyas Hilfe kann Kainan das Moorwen besiegen. Danach zerstört er den Peilsender, als sich gerade ein Raumschiff nähert, denn er will auf der Erde bleiben. Er heiratet Freya und wird neuer König. Nur Freya kennt sein Geheimnis; sie hat die Ankunft des Raumschiffes beobachtet. Sie glaubt, Kainan sei ein zur Erde herabgestiegener Gott.

Der Film:

Ach du meine Güte, das war ja ein wilder Raubzug durch alle Fantasy- und SF-Filme der letzten Jahrzehnte, und Beowulf lässt auch schön grüßen! Dabei ist die Grundidee gar nicht mal so schlecht. Raumschiffe und außerirdische Lebensformen kommen in der Gedanken- und Vorstellungswelt der Wikinger natürlich nicht vor - sie müssen das Moorwen also irgendwie anders "unterbringen". Da bietet sich ihre eigene Mythenwelt an, und somit wird das Alien zum Drachen. Der Held, der es schließlich zur Strecke bringt, ist sich dieses Problems bewusst, und deshalb versucht er erst gar nicht, den Wikingern die Wahrheit zu sagen. Stattdessen gibt er sich als Mensch von einer weit im Norden liegenden Insel aus und spricht stets nur von seinem "Schiff". Erst als er in einem See danach taucht, dämmert es Wulfric, dass da irgendwas faul ist... Merkwürdig ist nur, wie problemlos sich Kainan mit der neuen Situation auf der Erde abfindet, wie reibungslos er sich in die Gemeinschaft der Nordmänner einfügt - und dass nicht nur deren Sprache in Kainans Computer gespeichert ist, sondern auch unzählige detailgenaue Informationen über die Erde und die Geschichte. Also müssen Kainans Leute genauestens über diesen Planeten informiert sein. Warum das so ist, wird im Film nicht genau erklärt - der Computer zeigt nur einmal kurz einen Text an, den man so verstehen kann, dass es sich bei der Erde um eine aufgegebene Kolonie handelt. Man muss das Ganze einfach hinnehmen. Vermutlich wollten sich Drehbuchautor und/oder Regisseur nicht mit Verständigungsproblemen, dem Zusammenprall zweier grundverschiedener Kulturen usw. aufhalten - schade eigentlich.

Wenn man die Story erstmal geschluckt hat, kann man mit der zünftigen Monsterhatz eine Weile seinen Spaß haben, denn nette Schauwerte sind durchaus vorhanden, soweit man das bei der Wackelkamera beurteilen kann. Das Ungeheuer richtet einigen Schaden an, für einen Film mit FSK-16-Freigabe sogar erstaunlich viel. Da fliegt schonmal ein Kopf durch die Gegend, dass der Lebenssaft aus dem Halsstumpf pumpt, und in Moorwens Höhle stapeln sich die abgenagten Menschenkadaver. Die Wikinger langen ebenfalls ordentlich zu, besonders Gunnar (herrlich: Ron Perlman mit Gesichts-Tattoo, Glatze und Rauschebart), mein heimlicher Favorit. Wenn er mit seinen zwei Kriegshämmern zugange ist, dann bleibt kein Schädel heil, und wieder spritzt das Blut nur so durch die Gegend. Die entsprechenden Spezialeffekte können sich meist sehen lassen, aber manchmal ist das CGI-Blut zu deutlich als solches zu erkennen. Das Monster hat zwar ein interessantes Design, aber an der Umsetzung hapert's ein wenig. Das Moorwen ist eine Art Chamäleon: Es kann seine Haut so verändern, dass sie hell in verschiedenen Farben leuchtet. Es lockt seine Opfer ähnlich wie bestimmte Tiefseefische an, indem es nur die Spitzen seiner Tentakel leuchten lässt. Das Farbenspiel ergibt zwar nette Effekte, aber leider sieht man dem Monster oft deutlich an, dass es komplett am Computer entstanden ist. Darunter leiden Glaubwürdigkeit und Bedrohlickkeit erheblich. Immerhin ist das Monster nicht unbedingt von Natur aus böse. Es will nur überleben und sich vielleicht noch für die Vernichtung seiner Artgenossen rächen.

Tja. Eigentlich hätte "Outlander" alles, was man für einen unterhaltsamen Actionfilm braucht. Dass man trotzdem nicht richtig mitgerissen wird, liegt einerseits an der irgendwie schwerfälligen Inszenierung, die weder Spannung noch Atmosphäre aufkommen lässt, andererseits an den platt-klischeehaften Charakteren. Als da wären: Barbaren in Fellklamotten (keine Ahnung, ob die historisch korrekt aussehen), dazwischen eine schöne Maid in Gefahr, das unvermeidliche traurige Waisenkind und der wortkarge Held. Letzterem wurde wenigstens eine Hintergrundgeschichte gegönnt, die erklärt, warum er überhaupt bei den Wikingern bleibt, statt einfach darauf zu warten, dass er abgeholt wird: Er will sein Versagen wiedergutmachen. Irgendwie überwiegt der Trash-Faktor bei diesem Film zu sehr, als dass man ihn auch nur ansatzweise ernst nehmen könnte; leider nimmt er sich aber selbst zu ernst und verzichtet weitgehend auf Selbstironie. Muss man nicht gesehen haben.

DVD-Features:

Den dickste Batzen Bonusmaterial machen die nicht verwendeten Szenen aus. Es sind 14 neue bzw. verlängerte Szenen mit einer Laufzeit von insgesamt ca. 40 Minuten. Die Spezialeffekte sind teilweise noch nicht oder nur im Rohstadium vorhanden. Die meisten Szenen sind nicht weiter interessant. Es gibt etwas mehr Dialog, Gunnar sucht nach seinen Männern und findet einen abgetrennten Kopf... man sieht aber auch, dass sowohl Kainans Captain als auch König Rothgar nicht sofort sterben: Der Captain hat sogar etwas Dialog, Rothgar liegt auf dem Sterbebett und will Wulfric das Königsmedaillon geben. Außerdem ist noch eine Szene vorhanden, in der Gunnars Sohn vom Moorwen gemeuchelt wird.

Ansonsten sieht's eher mau aus: Ein gut 16 Minuten langes "Making of", das hauptsächlich aus Filmschnipseln und Interviewfetzen besteht, in denen die Schauspieler die Handlung erklären, eine ca. 8 Minuten lange Gegenüberstellung verschiedener Szenen mit und ohne CGI, und eine knapp 26 Minuten lange Zusammenstellung von animierten Storyboards. Alles zwar ganz nett anzuschauen, aber ohne nennenswerten Informationsgehalt. Da sind die Bildergalerien fast interessanter, denn da kann man sich die Moorwen-Miniatur genauer ansehen.



Outlander

Edoras? Nein, das ist eine Wikingersiedlung


Outlander

Gandalf? Nein, das ist König Rothgar


Outlander

Boromir? Ja, tatsächlich: Glatze heißt Boromir. Er kann es nicht fassen, dass Kainan sein im Ziegenschlauch befindliches Met nicht mag.


Outlander

Aus anderen Filmen geklaute Ideen, Teil 532: der Drache und der Priester.


Outlander

Freya: "Argh! Böse Pixel wollen mich fressen!"


Outlander

"He's looking at you, kid..."


J. Kreis, 04.08.2010


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