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Raumpatrouille Orion Raumpatrouille Orion - Kult-Kollektion (Deutschland, 1966 / 2003)

DVD - Regionalcode 2, EuroVideo
FSK: 12
Laufzeit: ca. 60 Minuten je Episode (insg. 417 Min.) und ca. 90 Minuten Film, schwarz/weiß

Extras:
Videogame, Musikclip, Bildschirmschoner mit Internet-Link, Bavaria-Special, Interviews, Kinotrailer und Musikvideos, Szenen aus fremdsprachigen Synchronisationsversionen, Video-Tagebuch von den Kinopremieren, Werner Hierls private Diashow, PC-Games Frog Invaders

Regie:
Michael Braun und Theo Mezger

Hauptdarsteller:
Dietmar Schönherr (Major Cliff Allister McLane)
Eva Pflug (Leutnant Tamara Jagellovsk)
Wolfgang Völz (Leutnant Mario de Monti)
Claus Holm (Leutnant Hasso Sigbjörnson)
Friedrich G. Beckhaus (Leutnant Atan Shubashi)
Ursula Lillig (Leutnant Helga Legrelle)
Benno Sterzenbach (General Winston W. Wamsler)
Friedrich Joloff (Oberst Villa)
Charlotte Kerr (General Lydia van Dyke)
Thomas Reiner (Leutnant Spring-Brauner)
Elke Heidenreich (Helma Krap - nur in "Rücksturz ins Kino")




Inhalt:

Diese Box enthält alle sieben Episoden der Fernsehserie Raumpatrouille Orion sowie den Kinofilm Rücksturz ins Kino auf 3 DVDs.

1: Angriff aus dem All

In ferner Zukunft hat die Menschheit ihre Nationalkonflikte überwunden. Der Meeresboden wurde besiedelt, und auch das All wurde erobert. Zum Schutz der auf vielen Planeten in der Milchstraße gegründeten Kolonien wurde eine Raumflotte aufgebaut, zu der auch der Schnelle Raumkreuzer ORION VII gehört. Major Cliff Allister McLane und seine aus vier Personen bestehende Crew sind für ihre Alleingänge bekannt - immer wieder missachten sie direkte Befehle, um nach eigenem Ermessen zu handeln. Allerdings haben sie dadurch schon so manche üble Situation bereinigt. Als McLane trotz einer gegenteilig lautenden Alpha-Order der Obersten Raumbehörde (ORB) ein riskantes Landemanöver auf Rhea vollführt, ist die Geduld der Befehlshaber der Terrestrischen Raumaufklärungsverbände (TRAV) jedoch erschöpft. Die ORION, bisher zu den schnellen Kampfverbänden gehörig, wird zur Raumpatrouille strafversetzt. Als ob dieser unbeliebte Dienst noch nicht schlimm genug wäre, setzt man McLane auch noch eine Aufpasserin vor die Nase: Leutnant Tamara Jagellovsk vom Galaktischen Sicherheitsdienst (GSD) macht ab sofort jede Reise der ORION mit und hat den Auftrag, alle Verletzungen der Flottengesetze, sowie Befehlsverweigerungen und Verstöße gegen die Raumdienstvorschriften zu unterbinden und sofort zu melden. Obwohl Generalin Lydia van Dyke, Chefin der schnellen Kampfverbände, keinen Zweifel daran lässt, dass sie die ORION nach dem Ende der dreijährigen Strafversetzung wieder übernehmen wird, ist McLanes Laune auf dem Tiefpunkt. Leutnant Jagellovsks ständige Einmischungen während der nächsten Missionen tragen nicht zur Steigerung ihrer Beliebtheit an Bord bei, zumal sie aufgrund ihrer Jugend als unerfahren gilt.

Der nächste Auftrag der ORION sollte eigentlich eine Routinesache sein, aber aus der Raumverkehrsüberwachung wird schon bald eine ernste Krise, denn die am Rande des Niemandsraumes liegende Außenbasis MZ-4 meldet sich nicht. McLane fliegt die Station an (verbotswidrig, versteht sich), denn ein Freund der ORION-Crew hat dort Dienst. Hasso Sigbjörnson und Atan Shubashi landen mit einem Lancet-Beiboot in der Basis. Sie stellen fest, dass die ganze Besatzung tot ist, außerdem gibt es in der Station keinen Sauerstoff mehr. Unheimliche, nur schemenhaft erkennbare Fremde, die durch Strahlenbeschuss nicht einmal verletzt werden können, machen sich in MZ-4 zu schaffen. Plötzlich wird die ORION von sieben unbekannten Schiffen angegriffen und muss fliehen, denn die Technik der Fremden ist allem, was Menschen zur Verfügung steht, weit überlegen. Zum Glück bleibt McLane die Entscheidung erspart, MZ-4 zu vernichten und damit auch seine dort zurückbleibenden Freunde zu töten. Normalerweise müsste er dies tun, damit die Basis nicht den Feinden in die Hände fällt - Jagellowsk erteilt ihm denn auch den Befehl dazu - aber die Fremden haben die Waffensysteme der ORION blockiert. Hasso und Atan sitzen auf MZ-4 fest, denn die Fremden (Atan nennt sie "Frogs") haben das Lancet beschädigt. Dann kommen sie auf die Idee, dass die Frogs die Sauerstoffversorgung der Basis aus einem bestimmten Grund deaktiviert haben: Sauerstoff ist für sie tödlich. Mit einer Gaspatrone aus Atans Druckanzug können sie alle Frogs besiegen. Zum Glück für sie haben die Frogs zuvor einen Magnetschirm um MZ-4 aufgebaut, denn daran zerschellt der Laborkreuzer CHALLENGER, der ansonsten mangels Kursanweisungen auf die Basis geprallt wäre und diese vernichtet hätte. Nachdem alle wieder sicher zurück auf der Erde sind, gilt es, die neue Situation zu überdenken. Steht eine Invasion bevor?

2: Planet außer Kurs

Die Frogs verwandeln einen Planeten in eine Art Supernova und bringen ihn auf Kollisionskurs mit der Erde. Der Kreuzer HYDRA, befehligt von Generalin van Dyke, beobachtet diesen Vorgang und kann gerade noch eine Warnung zur Erde funken, bevor sie durch einen Magnetsturm so schwer beschädigt wird, dass sie steuerlos durchs All treibt und allmählich sämtliche Atemluft verliert. Regierung, ORB und GSD sind ratlos. Die Supernova wird die Erde in wenigen Tagen vernichten, und es stehen bei weitem nicht genug Raumschiffe zur Verfügung, um das Objekt entweder zu vernichten oder die Erde zu evakuieren. Da eine Panik um jeden Preis vermieden werden muss, wird die Öffentlichkeit nicht über die Gefahr informiert. McLane gehört zu den wenigen Geheimnisträgern, die unter strengen Sicherheitsvorkehrungen eingeweiht werden. Als schnellstes Schiff der Flotte erhält die ORION den Auftrag, die Leistation zu zerstören, von der aus die Frogs die Supernova anscheinend steuern. Von der HYDRA erhält McLane die zur Anpeilung der Frog-Basis benötigten Koordinaten. Er würde der HYDRA befehlswidrig beistehen, doch Tamara Jagellovsk richtet einen Strahler auf ihn und zwingt ihn dazu, seinen Auftrag auszuführen, denn es geht um die Existenz der Menschheit. Leider führt die Vernichtung der Leitstelle nicht zu einer Kursänderung der Supernova. Auch in den Kurs der Supernova geschossene Antimateriebomben bringen keine Abhilfe - sie explodieren erst, als das Objekt sie längst hinter sich gelassen hat. Jetzt gibt es nur noch eine Möglichkeit: Die ORION muss mit Energie aufgeladen und direkt in die Supernova gesteuert werden. Die Besatzung verlässt das Schiff zuvor mit zwei Lancets. Der Plan gelingt: Die Supernova wird vernichtet. Die Lancets steuern die HYDRA an und kommen gerade noch rechtzeitig, um deren Besatzung zu retten, die sich in allmählich versagende Kältekammern zurückgezogen hat. Zurück auf der Erde muss McLane eine Verlustmeldung für die ORION schreiben - sie ist das siebte Schiff, das er zu Klump geflogen hat...

3: Hüter des Gesetzes

Von Leutnant Spring-Brauner, dem unbeliebten Adjutanten General Wamslers, erhält McLane einen Auftrag, der einer Beleidigung gleichkommt: Die Crew der neuen ORION VIII soll Speicherdaten aus Raumsonden bergen - das ist eigentlich eine Aufgabe für Kadetten. Helga Legrelle und Atan übernehmen den Job. McLane erfährt währenddessen vom Kommandanten eines Erzfrachters, dass auf der Bergbaukolonie Pallas irgend etwas nicht stimmt. Natürlich fliegt er sofort mit der ORION dorthin und kümmert sich nicht um Jagellovsks Ermahnungen. Helga und Atan bleiben bei den Sonden und täuschen mit ihrem Lancet die Energiesignatur der ORION vor, so dass es so aussieht, als sei der Kreuzer immer noch vor Ort. Diesen alten Raumfahrertrick nennt man "Laurin". Auch auf dem Bergbau-Planetoiden verhält McLane sich vorschriftswidrig: Alle Besatzungsmitglieder verlassen das Schiff und untersuchen die unterirdisch angelegte Kolonie. Prompt geraten sie in die Gewalt der dortigen Arbeitsroboter und werden zu den 70 Kolonisten gesperrt. Es stellt sich heraus, dass die Roboter eine Fehlfunktion erlitten haben, als sie mit ansehen mussten, wie der Chef der Kolonie einen Drogenhändler erschossen hat. Um weiteres Unheil zu verhindern, haben sie die Macht übernommen und zwingen die Siedler nun zur Arbeit. Während McLane nach einer Lösung des Problems sucht, geht Atan und Helga allmählich die Energie aus, denn Atan vertraut auf McLanes rechtzeitige Rückkehr und deaktiviert den Laurin nicht. Mit Jagellovsks Hilfe gelingt es McLane schließlich, die Roboter umzuprogrammieren. Gerade noch rechtzeitig können Atan und Helga geborgen werden - McLane muss zugeben, diesmal zu weit gegangen zu sein. Außerdem muss er Jagellovsks gute Leistung anerkennen. Für Aufheiterung sorgt die Information, dass Spring-Brauner sich vertan hat: Der lästige Routinejob mit den Raumsonden war gar nicht für die ORION, sondern für die ARION bestimmt - deshalb hatte der Leutnant auch alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die ORION zu erreichen.

4: Deserteure

Da herkömmliche Strahlenwaffen gegen die Lichtabwehrschirme der Frogs wirkungslos sind, wird eine neue Waffe entwickelt, mit der ganze Asteroiden oder gegnerische Flotten innerhalb von Sekunden vernichtet werden können. Diese Superwaffe wird als "Overkill" bezeichnet und soll nun von der ORION-Crew in verschiedenen Raumbasen montiert werden. Mit an Bord ist der Gehirnspezialist Prof. Sherkoff. Er soll die Besatzung überwachen, denn im Zielsektor sind vermehrt Fälle von Raumkoller bekannt geworden, außerdem hat Commander Alonzo Pietro versucht, von dort zu der Frogs-Basis AC-1000 zu desertieren. Angeblich kann Pietro sich an nichts erinnern, er muss aber aus freiem Willen gehandelt haben. Die Orion-Crew findet die Robot-Besatzung der ersten Basis zwar deaktiviert vor, kann Overkill aber problemlos installieren. Tamara repariert derweil die Roboter. Dass etwas faul ist, stellt sich beim Weiterflug zur nächsten Basis heraus: Hasso hat versucht, Kurs auf AC-1000 zu setzen, kann sich aber nicht daran erinnern. Während man noch darüber debattiert, ob Tamara das Recht hat, ihn wegen dieses vermeintlichen Hochverrats zu paralysieren, macht auch Mario de Monti sich am Computer zu schaffen. Für Prof. Sherkoff ist klar, dass hier ein fremder Einfluss am Werk ist, den er als "Telenose" bezeichnet. Selbst Tamara unterliegt ihm, als sie versucht, den Computer zu bedienen. Offenbar wollen die Frogs ein Kampfschiff der Menschen durch "Fernsteuerung" der Besatzung kapern. McLane nimmt Kurs auf AC-1000, die Quelle der Telenose-Strahlen. Allerdings glauben nun nicht nur die Frogs, dass er desertieren will, sondern auch GSD und ORB, denn McLane kann ja niemanden über sein Vorhaben informieren, um sich nicht selbst zu verraten. Generalin van Dyke erhält den Auftrag, die ORION mit ihrer HYDRA abzufangen. Allerdings beeilt sie sich nicht sonderlich, diesem Befehl zu folgen. So erreicht die ORION, eskortiert von einer Frogs-Staffel, die feindliche Basis und kann diese sowie die gegnerischen Schiffe mit der Overkill-Waffe vernichten.

5: Kampf um die Sonne

Durch erhöhte Sonnenaktivität kommt es auf der Erde zu Flutkatastrophen, gleichzeitig entsteht auf zuvor leblosen Himmelskörpern neues Leben. Man nimmt an, dass die Sonne von Exoterristen künstlich angeheizt wird. Bei der Erkundung eines Planetoiden, auf dem neuerdings Pflanzen wachsen, begegnet die ORION-Crew der Besatzung eines Lancet-Typs, der auf der Erde unbekannt ist. Bei den Fremden handelt es sich zwar um Menschen, leider ist der erste Kontakt aber unfreundlich. Die Fremden werden daher gefangen genommen und zur Erde gebracht. Sie sind Nachkommen ehemaliger Neptun-Kolonisten, die im Ersten Galaktischen Krieg zum Planeten Chroma geflohen waren. Der Krieg liegt 400 Jahre zurück, und in dieser Zeit haben die Menschen auf Chroma eine eigenständige Zivilisation aufgebaut. Da Chromas Sonne zu erkalten droht, haben die einstigen Rebellen die Sonne der Erde angeheizt, um so Energie zu gewinnen. Das Erdmilitär erwägt nun einen Präventivschlag, denn die Erde droht zu versteppen oder gar zu verglühen. McLane möchte einen Krieg verhindern, zumal er zufällig erfährt, dass Chroma auch Energie durch eine besondere Gesteinsart gewinnen könnte, die auf dem von ihm erkundeten Planetoiden gefunden wurde. Er startet deshalb inoffiziell - aber mit Billigung des GSD-Chefs Oberst Villa - nach Chroma. Er wird auf dem paradiesischen Planeten freundlich empfangen, ist aber überrascht, dort ein Matriarchat vorzufinden. Die Regentin ist zunächst nicht bereit, die Manipulation der Sonne einzustellen. Sie will erst die Untersuchungsergebnisse bezüglich des von McLane mitgebrachten Gesteins abwarten. Da es auf der Erde zu weiteren Katastrophen kommt, wird die Vernichtung Chromas vorbereitet. Villa übermittelt diese Nachricht an Tamara, die sich gefangen nehmen lässt, um McLane warnen zu können. Da sie ihr Ende für gekommen hält, gesteht sie dem Commander, dass sie sich in ihn verliebt hat. Die Regentin unterbricht die romantische Zweisamkeit mit der Nachricht, dass sie die Manipulation der Sonne nun doch eingestellt hat. Die ORION darf nach Hause zurückkehren, aber McLane muss bleiben - die Regentin ist so sehr von ihm beeindruckt, dass sie ihn als Sonderbotschafter gewählt hat.

6: Die Raumfalle

McLanes diplomatische Mission ist offenbar beendet, denn General Wamsler erteilt ihm einen neuen Spezialauftrag: Er soll bei seinem nächsten Routineflug den berühmten Science-Fiction-Schriftsteller Pieter Paul Ibsen (genannt Piepo) mitnehmen. Der Autor möchte einen realen Raumflug erleben, um diese Eindrücke in seinem nächsten Roman verarbeiten zu können. Die Sache ist heikel, denn Ibsen ist der Schwiegersohn eines Ministers. Der setzt Wamsler unter Druck, als die Verbindung zur ORION plötzlich abreißt. Derweil ringt Ibsen McLane die Erlaubnis ab, einen kurzen Flug mit einem Lancet unternehmen zu dürfen. Die erforderliche Lizenz hat er vor kurzem erworben. McLane stimmt schließlich zu, um seine Ruhe zu haben, doch prompt gibt es Probleme. Das Lancet weicht vom Kurs ab und muss auf dem Planetoiden Mura landen. Ibsen trägt keine Schuld, denn Mura ist eine Raumfalle: Der Planetoid ist eine Art Kolonie für unerwünschte Personen und Straftäter, und die auf Lebenszeit Verbannten haben ein Energiefeld errichtet, das jedes Raumschiff einfängt. Auch ein Start ist unmöglich. Tourenne, ein größenwahnsinniger Wissenschaftler und Oberhaupt der "Kolonie", nimmt Ibsen als Geisel. McLane hat keine Wahl: Er muss mit der ORION auf Mura landen und sich selbst in Gefangenschaft begeben. Tourenne will das Großraumschiff kapern, er und seine Leute wollen aus Hass auf die Erde zu den Frogs überlaufen. Helga Legrelle und Tamara können sich und die anderen befreien, aber Tourennes Leute besetzen die ORION. Da sie sich mit der Steuerung eines modernen Schiffes nicht auskennen, kann McLane sie mit einem Trick überrumpeln: Er startet ein unbemanntes Lancet, das im Energieschirm explodiert, so dass dieser sich auflöst. Die ORION kann starten, die Verbrecher können überwältigt werden. Ibsen ist von diesem Abenteuer so beeindruckt, dass er künftig keine SF mehr schreiben will, sondern nur noch Romane über die Erlebnisse der ORION-Mannschaft.

7: Invasion

Oberst Villa und hochrangige Mitglieder des GSD-Stabes geraten in Raumnot. Villa kann gerade noch zur Erde funken, dass sein Raumschiff in schnell wechselnden gravitionellen Feldern gefangen ist, wie sie nur von den Frogs erzeugt werden können, dann bricht der Kontakt ab. Erstaunlicherweise kehren Villa und die GSD-ler wenig später wohlbehalten zur Erde zurück. Angeblich konnten sie mit Lancets aus dem Schiff fliehen und sich zur Basis Gordon retten. Als Villa nun behauptet, sich nicht mehr an seinen Funkspruch erinnern zu können - angeblich wurde sein Schiff durch einen normalen Lichtsturm lahm gelegt - und als Villa einige seltsame Maßnahmen ergreift (Raumschiffstarts werden storniert, der GSD übernimmt die Überwachung aller Startbasen), ist für McLane klar: Hier ist etwas oberfaul. Er befürchtet einen Putschversuch des GSD. Um die Sache zu klären, will er selbst zur Gordon-Basis fliegen. Tamara soll bei Villa eine Sondergenehmigung dafür erwirken, außerdem soll sie sich ein wenig umhören. Dabei wird sie jedoch von Villa überrascht und festgenommen. Das verheimlicht man McLane, die Starterlaubnis wird jedoch erteilt. Die ORION soll sogar ein neu entwickeltes Kraftfeld erhalten, das sie vor den Frogs schützen kann. Zu diesem Zweck fliegt ein Ingenieur namens Kranz mit. Im Umfeld der Gordon-Basis ortet die ORION riesige Flotten der Frogs. McLane hat jedoch keine Gelegenheit, die Erde zu warnen, denn Kranz ist ein Gefolgsmann Villas, und der setzt McLane mit Tamara unter Druck. Er würde sie bedenkenlos töten.

Tatsächlich stehen Villa und seine Leute unter der Kontrolle der Frogs. Man hatte sie gefangen genommen und "umgedreht", um sie dann zur Erde zu schicken, wo sie die Frogs-Invasion vorbereiten sollen. Villas Pläne scheinen aufzugehen. Er blockiert alle Funkverbindungen und lässt die Raumschiffsbasen sprengen, so dass nur ein Bruchteil der Flotte in den Raum gebracht werden kann, als die ORB den Braten schließlich doch noch riecht. Villa wird zwar unschädlich gemacht, aber es ist zu spät. Die Flotten der Frogs befinden sich bereits im Anflug auf die Erde, und nichts scheint sie aufhalten zu können. Kranz zwingt McLane, Kurs auf die Gordon-Basis zu nehmen. Diese befindet sich bereits in der Hand der Frogs, und dort soll auch die ORION-Crew einer Bewusstseinsmanipulation unterzogen werden. Außerdem interessieren die Frogs sich natürlich für die in der ORION installierte Overkill-Waffe. McLane verzögert den Flug durch einen Trick. Inzwischen wird auf der Erde festgestellt, dass die Frogs für den Angriff auf einen von Gordon ausgehenden Leitstrahl angewiesen sind, der sie mit Energie versorgt. General van Dyke folgt der ORION mit der HYDRA und unternimmt einen Scheinangriff, was McLane die Gelegenheit gibt, Kranz zu entwaffnen. In letzter Minute gelingt es der ORION, die Gordon-Basis mit Overkill zu vernichten. Somit kann die Invasion abgeschlagen werden. McLane wird zum Oberst befördert, seine Strafversetzung zur Raumpatrouille wird umgehend beendet. Er und Tamara, die zu Beginn ihres gemeinsamen Dienstes wie Hund und Katz waren, werden ein Paar.

Kinofilm: Raumpatrouille Orion - Rücksturz ins Kino

Die Handlung des Kinofilms "Rücksturz ins Kino" aus dem Jahre 2003 zusammenzufassen wäre sinnlos, denn es handelt sich um einen Zusammenschnitt der Serien-Episoden 1, 2 und 7, der noch einzelne Szenen aus anderen Episoden enthält. Die drei Episoden wurden stark gekürzt, die Handlung wurde insgesamt auf die Invasion der Frogs reduziert. Auch wurden die Szenen teilweise anders zusammengestellt, als es in der Serie der Fall ist, so dass es zu zahlreichen Anschlussfehlern kommt (abweichende Kostüme usw.). Die Dialoge sind zwar gleich geblieben, aber an den Hintergrundgeräuschen und der Zusammenstellung der Originalmusik wurde, wenn ich mich nicht irre, einiges geändert. Ungefähr alle zwanzig Minuten wird die Handlung unterbrochen. Dann meldet sich die GSD-Nachrichtenoffizierin Helma Krap mit der "Sternenschau" zu Wort. Hierbei handelt es sich um die einzigen neuen Szenen in diesem Film (natürlich ebenfalls schwarz/weiß), alles andere wurde der alten Serie entnommen. Helma Kraps kurze Nachrichten sind Zusammenfassungen von Ereignissen, die im Zusammenschnitt nicht berücksichtigt wurden. Bei der ersten "Sternenschau" ist auch ein lustig gemachter fiktiver Werbespot enthalten. Das Intro wurde neu gesprochen, und zwar von Ben Becker, der dabei klingt, als würde er gleich einschlafen.

Die Serie / der Film:

Zu meiner großen Schande muss ich gestehen, dass ich bei den zahlreichen Wiederholungen, die diese Serie im deutschen Fernsehen erlebt hat, kein einziges Mal länger als ein paar Minuten durchgehalten habe. Ich hatte also bisher keine einzige Episode in voller Länge gesehen. Da die DVD-Box, die alle sieben Original-Episoden sowie den Film "Rücksturz ins Kino" enthält, inzwischen recht preisgünstig erhältlich ist, habe ich diese Bildungslücke jetzt endlich mal geschlossen. Natürlich kannte ich die Serie in groben Zügen schon lange, ebenso den akademischen Streit, was denn nun zuerst dagewesen sei: Star Trek oder "Raumpatrouille Orion". In Deutschland hat zweifellos "Raumpatrouille Orion" die Nase vorn, denn "Raumschiff Enterprise" kam hierzulande ja erst 1972 ins Fernsehen. In den USA wurde "Star Trek" allerdings im September 1966 erstmals ausgestrahlt - also zeitgleich mit der Raumpatrouille. Der erste (nicht verwendete) Pilotfilm The Cage wurde im Jahre 1964 gedreht. Also hat eigentlich "Star Trek" das Rennen gewonnen.

Aber im Grunde ist das egal, denn die beiden fiktiven Universen sind doch - trotz einzelner Übereinstimmungen wie der geeinten Menschheit - grundverschieden. Ich würde jedenfalls lieber in Captain Kirks Welt leben als auf der Erde Commander McLanes, denn dort scheint mir ein totalitäres Überwachungsregime an der Macht zu sein, Militär und Geheimdienst haben große Macht und von Emanzipation hat offenbar noch keiner was gehört. Man denke nur an McLanes ungläubiges Staunen, als er vom auf Chroma herrschenden Matriarchat erfährt. Für ihn scheint das eine unvorstellbare und nicht ernst zu nehmende Sache zu sein. "Raumpatrouille Orion" ist meiner Meinung nach stärker vom Zeitgeist (man könnte auch von "spießigem Mief" sprechen) der Sechzigerjahre geprägt als "Star Trek", was wohl auf das Herkunftsland zurückzuführen ist. Die latente Frauenfeindlichkeit, die praktisch in jeder Folge durchschimmert, ist eine Sache, die Konfliktlösung allein durch Gewalt eine andere. Anders als bei "Star Trek" sind die Außerirdischen des Orion-Universums (die "Frogs") nichts anderes als die üblichen Bösewichte, die es zu vernichten gilt. Man erfährt nichts über ihre Ziele und ihre Kultur - die Menschen machen auch gar nicht erst den Versuch, sich ihnen anders als mit der "Overkill"-Waffe (was für ein Wort!) zu nähern. Wenigstens wird das Ganze öfters mal durch eine gehörige Portion Selbstironie gebrochen, wenn ich auch sagen muss, dass mir der Humor dieser Serie etwas zu platt ist. Manchmal rutscht er sogar leicht unter die Gürtellinie ab. Positiv hervorzuheben ist McLanes Charakter, denn er ist kein tumber Befehlsempfänger. Seine Aufmüpfigkeit und Respektlosigkeit waren seinerzeit sicher etwas Besonderes.

Science Fiction war damals, Mitte der Sechziger, in Deutschland zwar nicht neu, im Fernsehen aber doch wohl ungewöhnlich. "Raumpatrouille Orion" war bestimmt ein wichtiger Beitrag zur deutschen SF, allerdings habe ich mich nie näher mit dieser Serie beschäftigt und weiß deshalb nur sehr wenig darüber. Aus heutiger Sicht ist es besonders interessant und amüsant zu sehen, wie man sich damals die Zukunft vorgestellt hat. Diese Zukunftswelt ist recht detailreich ausgearbeitet worden, bis hin zu den witzigen "futuristischen" Tänzen im Starlight Casino, die ich nicht sehen kann, ohne mich zu beömmeln. Diese Tänze sind ebenso legendär geworden wie Bestandteile der Ausstattung. Mir ist allerdings unverständlich, warum immer wieder darauf herumgeritten wird, dass im Befehlsstand der Orion unter anderem ein Bügeleisen, Bleistiftspitzer, Saftbecher, Badewannen-Armaturen und dergleichen verbaut worden sind. OK, das Bügeleisen ist wirklich auffällig, aber insgesamt haben die Ausstatter sich so viel Mühe gegeben, eine fremdartige und dennoch glaubwürdige Umgebung zu erschaffen, dass es unfair ist, sich auf solch kleine Details zu konzentrieren. Das Innere der ORION sieht jedenfalls mindestens genauso interessant aus wie die Brücke der ENTERPRISE. Schade nur, dass alles schwarz-weiß ist!

Insgesamt bietet die Serie trotz ihres Alters und nicht zu übersehender Schwächen gute und spannende Unterhaltung bei einfach gestrickten Geschichten. Für den Kinofilm gilt das leider nicht so ganz. Er wirkt wie Flickwerk, es ist eine wenig begeisternde Collage teilweise nicht zusammenpassender Szenen dabei herausgekommen. Es hätte aber auch schlimmer kommen können, vor allem wurden die alten Szenen nicht allzusehr auf Komik frisiert und zum Glück tritt Helma Krap nur selten auf.

Die DVD:

Die Auflistung der Extras klingt zwar nach viel, insgesamt ist die Ausbeute aber eher mager. So findet man auf dem zweiten Silberling neben dem Musikvideo "Warp back to Earth" (abstrakte CGI-Objekte, dazwischen schwirren Lancet-ähnliche Gebilde herum) und einem Spiel, bei dem man einen Cursor via Fernbedienung über ein herumhüpfendes Frogschiff steuern muss, um es abzuschießen (wofür man durch einen kurzen Filmausschnitt belohnt wird), lediglich einen ca. 3 Minuten langen Ausschnitt aus einer Fernsehshow, bei der die stark gealterte Original-Crew aufgetreten ist.

Auch die auf DVD Nr. 3 versammelten Extras sind alle nur sehr kurz, z.B. sieben je nur ca. zwei Minuten lange Interviews aus dem Jahre 2003, bei denen Michael Braun, Theo Mezger, Peter Thomas und andere ein paar Anekdoten oder ihre Meinung zur Serie zum Besten geben. Hinzu kommen die Enthüllung des Brandenburger Tores, bei der offenbar die bekannte Orion-Melodie live eingespielt wurde, zwei Musikvideos ("Barfuß im Weltall" und der Animationsfilm "United Space Orchestra"), Szenen von der Kinopremiere von "Rücksturz ins Kino" mit nachgestellten Orion-Tänzen und einer Pressekonferenz, bei der auch wieder die Schauspieler zu Wort kommen, und eine Fotogalerie mit Konzeptzeichnungen sowie zeitgenössischen Bildern von der Entstehung einiger Trickaufnahmen. Legt man DVD Nr. 3 in den PC ein, so darf man sich über einen Bildschirmschoner, das Spielchen "Frog Invaders" und eine PDF-Datei mit allen Dialogen aus dem Kinofilm freuen.

J. Kreis, 14.05.2007
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