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Mystery Science Theatre 3000 Mystery Science Theatre 3000 - The Movie (USA, 1996)

DVD - Regionalcode 2, Universal
FSK: 12
Laufzeit: ca. 71 Minuten

Extras
"Wie alles begann" (Making of von 1998), Interview: "8 Jahre später", "Kalkofes Mattscheibe: Trabant 601LX Deluxe", Trailer

Regie:
Jim Mallon

Hauptdarsteller:
Trace Beaulieu (Dr. Clayton Forrester und engl. Stimme von Crow T. Robot)
Michael J. Nelson (Mike Nelson)
Kevin Murphy (engl. Stimme von Tom Servo)
John Brady (Benkitnorf)




Inhalt / Kommentar:

"Mystery Science Theater 3000" ist eine US-Amerikanische Comedy-Fernsehserie, die in der Zeit von 1988 bis 1999 gelaufen ist und in den USA Kultstatus erlangt hat, in Deutschland aber weitgehend unbekannt geblieben ist. "The Movie" ist die Filmumsetzung dieser Serie. Die Geschichte dreht sich um den bösen und mehr als nur leicht verrückten Wissenschaftler Dr. Forrester, der die Weltherrschaft übernehmen will. Er will die Menschheit versklaven, indem er ihre Hirne mit den übelsten Filmen aller Zeiten zerbröselt. Um die richtig schlechten Filme herauszufinden, stellt er entsprechende Experimente mit dem Idioten Mike Nelson an, den er auf einer knochenförmigen Raumstation gefangen hält. Nelson und seine Freunde, die Roboter Crow T. Robot und Tom Servo, werden gezwungen, sich grauenhafte Filme anzusehen - im aktuellen Fall: This Island Earth (deutsch: Metaluna 4 antwortet nicht). Zwischendurch treiben sie allerlei Unsinn auf der Raumstation, unter anderem vernichten sie das Weltraumteleskop Hubble. Crow möchte sich gern den Weg freihacken, um einen Tunnel zur Erde zu bauen, wobei er das im All herrschende Vakuum nicht berücksichtigt.

Allerdings verläuft das Experiment nicht zu Dr. Forresters Zufriedenheit, denn Nelson und seine Freunde werden keineswegs wahnsinnig, sondern haben ihren Spaß dabei, sich über den Film lustig zu machen und ihn zu kommentieren. Zu guter Letzt finden sie sogar einen Interocitor, wie er im Film verwendet wird, und nehmen Kontakt mit Benkitnorf auf, einem Mann von Metaluna. Der kann ihnen allerdings auch nicht zur Flucht verhelfen. Nelson und seine blechernen Freunde haben trotzdem Glück: Forrester beamt sich selbst zu Benkitnorf unter die Dusche, so dass sie die Raumstation ganz für sich alleine haben.

Ihr müsst euch das so vorstellen, dass ihr den Film "Metaluna 4 antwortet nicht" seht, im Vordergrund sind Kino-Stuhlreihen und die Silhouetten der Zuschauer (Nelson und zwei Roboter) eingeblendet. Der Film, den sie mit meist eher müden Gags kommentieren, ist um 15 bis 20 Minuten gekürzt. Alle 20 Minuten - vermutlich zur Werbepause - wird der Film unterbrochen, Nelson und die Robs verlassen den Kinosaal und machen die Raumstation unsicher. Die Ausgangssituation ist an sich schon bescheuert genug, was auch für die Roboter gilt (ein Staubsauger, ein Kaugummiautomat und eine Metallkrähe). Die schon im englischen Original ziemlich lahmen Witze werden in der deutschen Version nicht besser. Oliver Kalkofe und Oliver Welke kalauern sich auf betont zotige Weise durch den Film und haben dabei eine sehr geringe Trefferquote. OK, ein paar wenige Brüller sind dabei, aber wenn man weiß, dass nichts davon spontan ist, geht die Wirkung doch gleich wieder verloren. Manchmal machen sie auch einfach nur ein paar Sounds nach oder geben Furzgeräusche von sich, wenn jemand sich setzt - über dieses Niveau muss man wohl kein Wort mehr verlieren.

Dass diese Art der Filmveralberung mir nicht gefällt, hat hauptsächlich zwei Gründe: Ich finde das "Opfer", also den Film "Metaluna 4 antwortet nicht", eigentlich gar nicht schlecht, vor allem aber kann ich es auf den Tod nicht leiden, wenn jemand im Kino jede Szene eines Films kommentieren muss. Wenn nun Kalkofe und Welke (unterstützt von drei Kollegen aus Frühstyxradio-Zeiten) genau solche Witzbolde spielen, dann habe ich damit natürlich ein grundsätzliches Problem. Es wird noch durch die Tatsache verschlimmert, dass die Synchronsprecher einfach keine ausgebildeten Schauspieler sind, so dass ihre Stimmen im günstigsten Fall unpassend, oft aber einfach nur absolut amateurhaft klingen - da versprüht eine Ansage im Bus mehr Charme und Gefühl. Warum habe ich diese DVD also gekauft? Sehr einfach: Weil der vollständige, ungekürzte Film "Metaluna 4 antwortet nicht" als Bonusmaterial dabei ist.

Die DVD:

Wie bereits gesagt: Auf der zweiten Disc befindet sich der Film "Metaluna 4 antwortet nicht" in voller Länge mit deutscher und englischer Sprache, Untertiteln und Kapitelauswahl. Allein das ist schon ein Grund, sich die DVD zu kaufen! Auf der ersten Disc gibt es ebenfalls einiges an Bonusmaterial, und das ist witziger als der Film selbst! Das so genannte "Making of" besteht hauptsächlich aus Interviews mit Oliver Kalkofe, Oliver Welke und einem anderen Synchronsprecher aus dem Jahre 1998 und läuft ca. 18 Minuten lang. Man erfährt ein bisschen was darüber, wie "Mystery Science Theatre" überhaupt nach Deutschland gekommen ist.

Mit 75 Minuten dreimal so lang und sehr viel amüsanter ist das acht Jahre später entstandene Interview mit Kalkofe und Welke. Sie brauchen nur ein paar Stichworte, um, wie man so schön sagt, "von Höckchen zu Stöckchen" zu kommen und über alles mögliche zu labern und zu lästern. Die eigene Jugend der beiden wird ebenso thematisiert wie ihr Verhältnis zu Gütersloh bzw. Peine, es geht um die Art und Weise, wie man an die Synchronisation einer Comedyserie wie "Mystery Science Theatre 3000" herangeht, und schließlich bringt Kalkofe auch noch die herzerweichende Geschichte seines leidgeprüften kleinen Hundes zu Gehör. Einfach köstlich.

Abgerundet wird das Bonusmaterial durch einen kleinen Ausschnitt aus "Kalkofes Mattscheibe". Das ist zwar im Grunde nur Werbung für die DVD-Veröffentlichung dieser Serie, extrem lustig ist der Trabant-Sketch aber trotzdem. Ich wusste z.B. nicht, dass frühere Trabant-Modelle keine Kraftstoffanzeige hatten. Man lernt doch immer noch dazu...

J. Kreis, 29.10.2007
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