Die Mumie - Das Grabmal des Drachenkaisers


Die Mumie - Das Grabmal des Drachenkaisers (USA/China/D, 2008)
- The Mummy: Tomb of the Dragon Emperor -

BluRay, Universal
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 112 Minuten

Extras
- Making-of: "The Mummy: Tomb of the Dragon Emperor" (22:49 Min.)
- "Von der Stadt in die Wüste" (15:44 Min.)
- "Das Terracotta-Vermächtnis" (13:35 Min.)
- Geschnittene und ergänzte Szenen (10:45 Min.)
- "Aufruf an alle: Der Casting-Prozess" (4:44 Min.)
- "Kampfvorbereitungen mit Brendan Fraser und Jet Li" (10:41 Min.)
- "Jet Li: Gestaltung der Kaiser-Mumie" (8:00 Min.)
- "Die Erschaffung neuer und übernatürlicher Welten" (8:34 Min.)
- U-Control (verschiedene Bild-im-Bild-Funktionen während des gesamten Films)
- BD-Live-Features

Regie:
Rob Cohen

Hauptdarsteller:
Brendan Fraser (Richard O'Connell)
Maria Bello (Evelyn O'Connell)
Luke Ford (Alex O'Connell)
Isabella Leong (Lin)
Michelle Yeoh (Zi Yuan)
Jet Li (Drachenkaiser)
John Hannah (Jonathan Carnahan)
Anthony Wong Chau-Sang (General Yang)
Liam Cunningham ("Mad Dog" Maguire)
David Calder (Prof. Roger Wilson)
Russell Wong (Ming Guo)




Inhalt:

Nach dem endgültigen Ende der wiederauferstandenen Mumie des ägyptischen Hohepriesters Imhotep schwören sich Rick und Evelyn O'Connell, nie wieder auf Abenteuersuche zu gehen. So beschäftigt sich Rick eher erfolglos mit der Fliegenfischerei, während Evelyn zwei Romane veröffentlicht, in denen sie den Kampf gegen die Mumie verarbeitet. Nach einigen Jahren sind beide vom beschaulichen Leben in ihrem Landsitz so gelangweilt, dass sie nicht lange zögern, als ein Vertreter der britischen Regierung sie bittet, einen riesigen Diamanten (das "Auge von Shangri-La") nach China zu überführen. Der Edelstein wurde einst nach England gebracht und soll dem chinesischen Volk nun als Geste des guten Willens Großbritanniens zurückgegeben werden. Diesen Auftrag verbinden sie mit einem Besuch bei ihrem Sohn Alex, der in Shanghai studiert. Alex ist gerade von einer Expedition zurückgekehrt, die von seinem Professor (Roger Wilson) finanziert wurde. Alex hat dabei das Grab des Drachenkaisers entdeckt. Dieser grausame Herrscher hat vor über 2000 Jahren alle anderen Königreiche Chinas erobert und versklavt, um die Große Mauer zu errichten. In der riesigen, mit tödlichen Fallen gespickten Grabkammer ist Alex von einer geheimnisvollen jungen Kämpferin angegriffen worden, die er mit Wilsons Hilfe jedoch vertreiben konnte. Der mit einem lebensgroßen Standbild inklusive Streitwagen geschmückte Sarkophag des Drachenkaisers wird im naturhistorischen Museum von Shanghai untergebracht. Diesen Erfolg feiert Alex im "Imhotep's", dem Nachtclub Jonathan Carnahans, Evelyns Bruder. Seine Eltern sind nicht erfreut, ihn dort anzutreffen. Gemeinsam begeben sie sich ins Museum, um das Auge von Shangri-La an Wilson zu übergeben.

Dieser betrügt sie jedoch, denn er ist mit dem chinesischen General Yang im Bunde. Die beiden brauchen das Auge von Shangri-La, um den Drachenkaiser ins Leben zurückzurufen. Der Kaiser hatte damals zwar magische Gewalt über die Elemente gewonnen, aber gegen den letzten Feind - den Tod - war er machtlos geblieben. Auf der Suche nach dem Quell des ewigen Lebens hatte sein Vertrauter Ming Guo in seinem Auftrag mit der schönen Hexe Zi Yuan zusammengearbeitet. Die beiden hatten sich ineinander verliebt, was dem Kaiser, der Zi Yuan selbst begehrt hatte, nicht verborgen geblieben war. Er hatte Ming Guo hinrichten lassen und Zi Yuan niedergestochen, war von ihr zuvor aber noch verflucht worden. Sein Körper hatte sich mit einer Schicht aus Terracotta überzogen, seine gesamte Armee hatte sich in Terracottastatuen verwandelt. Yang will den Kaiser nun wiedererwecken, um China mit seiner Hilfe zu neuer Größe zu verhelfen. Rick wird gezwungen, den Sarkophag aufzubrechen. Ein Tropfen von Evelyns Blut öffnet das Auge von Shangri-La, welches etwas Flüssigkeit aus dem Quell des ewigen Lebens enthält. Da greift erneut die geheimnisvolle junge Frau ein, der Alex schon einmal begegnet ist. Ihr Name ist Lin, und ihre Familie bewacht das Grabmal des Drachenkaisers schon seit Jahrhunderten. Sie besitzt die einzige Waffe, mit der der Drachenkaiser getötet werden kann. Diesen Dolch rammt sie der im Sarkophag liegenden Mumie ins Herz. Es stellt sich jedoch heraus, dass der Tote nur ein Köder ist. Der wahre Drachenkaiser ist im Inneren des Standbilds eingebacken und erwacht zum Leben, als sich die Flüssigkeit aus dem Diamanten darüber ergießt. Lin und die O'Connells, denen sich im Verlauf einer wilden Verfolgungsjagd noch Jonathan anschließt, können nicht verhindern, dass Yang und der Kaiser mit dem Diamanten entkommen, wobei Wilson getötet wird.

Lin weiß, dass der Drachenkaiser jetzt versuchen wird, den Diamanten auf die Spitze eines Turms in einem verlassenen tibetischen Kloster zu stecken. Nur auf diese Weise kann er den Weg nach Shangri-La und zum Quell des ewigen Lebens finden. Lin und ihre neuen Gefährten lassen sich von Ricks altem Freund "Mad Dog" Maguire in den Himalaya fliegen, um dem Drachenkaiser zuvorzukommen. Als dieser wenig später mit Yang und dessen Soldaten erscheint, entbrennt ein erbittertes Feuergefecht. Lin ruft einige Yetis zu Hilfe, so dass Yangs Soldaten besiegt werden können. Der Kaiser durchbohrt Rick mit einem Schwert und findet den Weg nach Shangri-La. Eine Lawine geht nieder, von der alle verschüttet werden. Die Gefährten werden von den Yetis ausgegraben. Sie erreichen Shangri-La noch vor dem Kaiser. In diesem wundervollen, blühenden Tal mitten im Gebirge begegnen sie der unsterblichen Zi Yuan. Sie wurde seinerzeit von einem Yeti gerettet und nach Shangri-La gebracht. Alex, der sich in Lin verliebt hat, muss sich an die Tatsache gewöhnen, dass die vermeintlich junge Frau mehr als 2000 Jahre älter ist als er selbst, denn sie ist die ebenfalls unsterbliche Tochter Zi Yuans und Ming Guos. Sie wehrt sich gegen ihre Gefühle für Alex, denn sie will nicht mit ansehen müssen, wie er altert und stirbt. Mit Wasser aus dem Quell des ewigen Lebens wird der tödlich verwundete Rick geheilt. Als der Drachenkaiser erscheint, kann er nicht aufgehalten werden. Er steigt in den Quell und gewinnt nicht nur seinen menschlichen Körper zurück, sondern auch die Fähigkeit zur Gestaltwandlung. In der Form eines dreiköpfigen Drachen entführt er Lin und fliegt zur großen Mauer. Auch der magische Dolch fällt ihm in die Hände. Sein nächstes Ziel besteht darin, die Terracotta-Armee zu erwecken und die Weltherrschaft zu übernehmen. Das muss verhindert werden, denn sollte die Armee die Mauer überqueren, wäre sie unzerstörbar.

Mit Mad Dogs Flugzeug kann der Drache überholt werden. Zi Yuan erweckt die unter der Mauer begrabenen und zu ewigem untotem Dasein verfluchten Sklaven, zu denen auch Ming Guo gehört. Dabei muss Zi Yuan jedoch ihre Unsterblichkeit und die ihrer Tochter opfern. Es kommt zu einer großen Schlacht zwischen den Sklaven, der Terracotta-Armee, den chinesischen Soldaten und den O'Connells. Der Kaiser versetzt Zi Yuan eine tödliche Wunde, doch es gelingt ihr, ihm den Dolch abzunehmen. Alex befreit Lin und eilt seinen Eltern zu Hilfe. Der Kaiser sucht eine Kammer unterhalb der Mauer auf, um Zi Yuans Zauber von dort aus zu brechen und die untoten Sklaven zu vernichten. Lin und die O'Connells stellen sich ihm entgegen. Der Dolch zerbricht zwar, doch es gelingt Rick und Alex, je eine Hälfte der Waffe in Brust und Rücken des Kaisers zu stoßen. Dessen Herz wird durchbohrt. Er wird von Flammen verzehrt. Daraufhin zerfällt die Terracotta-Armee zu Sand. Die untoten Sklaven lösen sich in Staub auf und finden ihren Frieden.

Zurück in Shanghai feiern die Überlebenden im Imhotep's. Da Lin nicht mehr unsterblich ist, werden sie und Alex ein Paar. Jonathan will nicht in China bleiben. Er reißt sich das Auge von Shangri-La unter den Nagel und setzt sich nach Peru ab, wo es seiner Meinung nach keine Mumien gibt. Das stellt sich als Irrtum heraus...

Der Film:

Ich weiß nicht so recht, was ich von diesem wirren, planlos zusammengeschusterten Durcheinander halten soll. Die Mumie trifft Indiana Jones? Spaßiges Untoten-Spektakel mit spannenden Kämpfen an spektakulären Schauplätzen? Furchteinflößende Bösewichte und fiese Kreaturen gegen schneidige Abenteurer-Archäologen? Das ist zwar alles irgendwie enthalten, aber nichts passt zusammen und trotz (oder gerade wegen?) fast ununterbrochener krachbummiger und vor allem kunterbunter Action will keine richtige Spannung aufkommen. Im Gegenteil: Streckenweise fühlte ich mich eher gelangweilt. Der trottelige Rick O'Connell und sein farbloser Sohn können Indiana Jones selbst im Duett auch nicht annähernd das Wasser reichen. Da kann Brendan Fraser noch so breit grinsen und seine Stirn noch so sehr zerfurchen. Maria Bello wiederum hat nicht die Spur des Charmes, den Rachel Weisz versprüht hat - tatsächlich kommt es mir so vor, als sei sie nur dazu da, ihre perfekt gebleachten Zähne in die Kamera zu halten. Ihr gekünsteltes Gehabe ist schwer zu ertragen. Die Chemie zwischen der von ihr verkörperten Evelyn und Rick stimmt ebenso wenig, wie die ach so problematische Vater-Sohn-Beziehung funktioniert. Dazwischen zappelt der sowohl als Sidekick als auch in der Funktion des Witzbolds völlig versagende Jonathan Carnahan herum. Man wird nicht warm mit all diesen Figuren, ihr Schicksal ist dem Zuschauer egal. Allenfalls Isabella Leong und Michelle Yeoh ragen noch angenehm heraus, weil sie keine dummen Sprüche absondern. Jet Li liefert, wenn er überhaupt selbst zu sehen ist, ebenfalls eine akzeptable Leistung ab, aber bedrohlich wirkt er keine Sekunde lang. Außerdem fehlt ihm die Tragik Imhoteps. Er will halt die Welt erobern wie so viele austauschbare Filmschurken vor ihm...

Witzig ist dieser Film leider überhaupt nicht, obwohl er es nur allzu gern sein möchte. Kein einziger Scherz zündet. Der "Humor" ist einfach nur peinlich. Eine symptomatische Szene: Unsere Helden sind in einem wild schlingernden Flugzeug unterwegs. Während Rick sich selbst fragt, warum er so dämlich über Mad Dogs Hinweis auf die fehlenden Sicherheitsgurte lacht, reicht Jonathan dem neben ihm sitzenden Yak eine Kotztüte rüber und wird trotzdem vollgegöbelt. Haha, was hab' ich gelacht. Dümmliche Gags dieser Art ziehen sich durch den gesamten Film. Das Getümmel kann noch so dick sein, unsere Helden finden trotzdem stets die Zeit für bescheuerte Bemerkungen, vor allem aber für viel Gekreisch. Zum Glück habe ich gar nicht erst versucht, meine bessere Hälfte zum zweifelhaften Genuss dieses Films zu überreden - da hätte ich mich die ganze Zeit fremdschämen müssen.

Nicht mal die Schauwerte können hundertprozentig überzeugen. Es gibt zwar tolle Kostüme, überwältigende Landschaftsaufnahmen und oft wirklich gut gemachte Computergrafiken zu sehen, allzu oft vernichten die CGI-Effekte aber die gesamte Atmosphäre. Die in der Vergangenheit spielende Eröffnungssequenz, der Himalaya, die chinesische Mauer, vom Kaiser geschleuderte Feuerbälle und sonstige Magie-Effekte, die Terracotta-Armee - das kann sich sehen lassen. Dann graust es einen aber gleich wieder ob allzu schlechter Animationen von CGI-Kreaturen. Trauriger Tiefpunkt sind die Yetis, die zu keinem Zeitpunkt überzeugen können und nur wie lächerliche Fremdkörper wirken.

Es bleibt nicht viel übrig bei all dem dummen Gequatsche, dem albernen Herumgehampel und dem übertriebenen Effekt-Overkill. Eine Story ist praktisch nicht vorhanden, ebensowenig wie Logik. Es muss nicht immer alles größer, lauter, schneller, wilder und verrückter sein. Weniger wäre bei diesem Film definitiv mehr gewesen.

BluRay-Features:

Für das Bonusmaterial habe ich die Bezeichnungen verwendet, die auf der BluRay-Hülle stehen. In den Menüs lauten sie etwas anders. Über einblendbare Buttons ("U-Control") kann man während des laufenden Films verschiedene Bild-im-Bild-Funktionen einblenden. Der Szenen-Explorer ermöglicht das Betrachten der jeweiligen Szene in verschiedenen Phasen des Produktionsprozesses, und wem der Audiokommentar des Regisseurs nicht genug ist, der kann Rob Cohen via "Visueller Kommentar" einblenden. "Kenne die Mumie" zeigt Filmclips, Fotos und Text aus den ersten beiden Filmen zum Vergleich, und "Die Herausforderung des Drachenkaisers" stellt dem Zuschauer Fragen (Text) zum Film.

Die erweiterten Szenen sind nicht sonderlich interessant. Immerhin bekommt man zu sehen, was bei Ming Guos Hinrichtung geschieht, d.h. es wird gezeigt, wie ein Pferd seinen abgerissenen Arm hinter sich herzieht... Das übrige Bonusmaterial verteilt sich auf sieben Featurettes, die man besser zusammengefasst hätte, da sie sich teilweise wiederholen. Insgesamt erreicht die Laufzeit Spielfilmlänge. Der Informationsgehalt ist mäßig, was auch an der hektischen Schnittfolge liegt. Man hat nie Zeit, sich etwas genauer anzusehen. Kaum wurde mal die Entstehung eines der teils gewaltigen Sets, eine Stunt-Probe, der Entwurf eines CGI-Effekts usw. gezeigt, da wird schon wieder ein kurzer Interviewfetzen eingeschoben, der sofort von einer Filmszene unterbrochen wird. Immerhin erfährt man, dass wirklich in China gedreht wurde, und dass sich der Regisseur damit einen seiner größten Träume erfüllt hat. Man glaubt ihm, wenn er sagt, dass er respektvoll mit der chinesischen Kultur umgehen wollte. Ob es ihm gelungen ist, ist eine andere Frage.


J. Kreis, 01.09.2010


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