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Mucha Sangre Mucha Sangre (Spanien, 2002)

DVD - Regionalcode 2, i-on
FSK: 16
Laufzeit: ca. 80 Minuten

Extras
Keine

Regie:
Pepe de las Heras

Hauptdarsteller:
Rodolfo Sancho (Choro)
Txema Sandoval (Cortaojos, "Der Schlitzer")
Isabel del Toro (Iciar)
Jacinto Molina aka Paul Naschy (Vicuna)
Julio Campos (Tiojuan)




Inhalt:

Cortaojos (genannt "Der Schlitzer") und sein junger Genosse Choro brechen aus dem Gefängnis aus. Sie schnappen sich die schöne Iciar als Geisel und fahren mit deren 2CV zu Schlitzers altem Kumpel Tiojuan. Dort schmieden sie neue Pläne. Schlitzer will sich an seinem ehemaligen Spießgesellen Vicuna rächen, dem er seine Verhaftung zu verdanken hat und der ihm eine Menge Geld schuldet. Sie stürmen Vicunas Nachtclub und mischen die Gangsterbande kräftig auf. Dummerweise sind Vincuna und dessen Leute keine Menschen mehr, sondern Wirte außerirdischer Parasiten, die ihre Opfer zu Zombies machen. Deshalb erheben sich die mit Blei vollgepumpten Gangster gleich wieder. Schlitzer und Tiojuan werden verwundet und es bleibt nur noch die Flucht. Tiojuan bleibt jedoch zurück und wird von Vicuna zu einem Zombie gemacht.

Weitere schlechte Nachrichten für Schlitzer: Choro und Iciar sind in Wahrheit Polizisten und der Gefängnisausbruch war nur inszeniert. Schlitzer sollte die beiden zu Vicuna führen. Dennoch ist Schlitzer bereit, ihnen gegen die Alien-Brut zu helfen. Zunächst experimentieren sie ein wenig mit dem zurückgekehrten Tiojuan herum, um herauszufinden, wie man diese Wesen töten kann. Die Wunden der Zombies verheilen nämlich extrem schnell, selbst abgetrennte Gliedmaßen und Köpfe regenerieren sich in kürzester Zeit. Man muss schon den Parasiten töten, der sich dort einnistet, wo vormals die empfindlichsten männlichen Teile waren... Tiojuan verrät auch die weiteren Pläne der Außerirdischen. Sie haben über 100 junge Frauen gefangen genommen, die sie bei einem großen Bankett verspeisen wollen. Außerdem wollen sie das ganze Land erobern, was ihnen zu einem guten Teil schon gelungen ist.

Iciar wird von Vicunas Leuten gefangen genommen. Choro und Schlitzer wollen sie befreien und zugleich die finsteren Pläne der Aliens durchkreuzen. Sie schleichen sich ins Versteck der Außerirdischen, befreien die inzwischen schon leicht verrotteten und scheinbar ebenfalls zombifizierten Frauen, unterbrechen das blutige Bankett und töten einige der Aliens. Vicuna erschießt Iciar, bevor Choro ihn ausschalten kann. Inzwischen zerschnetzeln die zombifizierten Frauen die restlichen Aliens. Da Choro und Schlitzer jetzt nichts Besseres mehr zu tun haben, beschließen sie, gemeinsam alle Außerirdischen auszurotten.

Der Film:

Dieser ziemlich trashige B-Film ist eigentlich kompletter Schwachsinn. Aber auf einer primitiven Ebene macht er trotzdem Spaß - wenn man derb-zotigem Blut- und Fäkal-Slapstick gegenüber nicht grundsätzlich ablehnend eingestellt ist. "Mucha Sangre" ist perfekt zur Entspannung am Ende eines Tages geeignet, an dem die ganze Welt euch genervt hat.

Einige der abgedrehten Ideen des Films, nämlich die Unterwanderung der Menschheit durch Außerirdische, die sich menschlicher Körper bemächtigen, oder die Verarbeitung von Leichenteilen zu einer leckeren Speise, kommen mir sehr bekannt vor. Schon in "Bad Taste", einem der ersten Filme Peter Jacksons, geht es um genau das Gleiche. In "Mucha Sangre" wird aber noch eine Schippe draufgelegt. Da verbreiten die Außerirdischen sich nämlich auf "traditionelle" Weise - soweit man das bei analer Penetration unter Männern sagen kann. Außerdem laben die Außerirdischen sich nur am Fleisch von Frauen. Und sie mögen es, wenn das Fleisch schon ein wenig verwest ist...

"Mucha Sangre" heißt, wie man auf der Cover-Rückseite lesen kann, soviel wie "viel Blut". Genau das und noch viel mehr wird in dem Film auch geboten, so dass ich mich wieder einmal über die Alterseinstufung durch die FSK wundern muss. Wenn Schlitzer seinen zombifizierten Kumpel auf der Suche nach dem "wunden Punkt" der Zombies minutenlang mit einer Kettensäge zerlegt (wobei übrigens die Melodie von "Freude schöner Götterfunken" erklingt, was einen interessanten Gegensatz zum sonstigen Metal-Soundtrack ergibt), dann fliegen ihm diverse Körperteile und -flüssigkeiten nur so um die Ohren. Wahrscheinlich war der Humor ausschlaggebend für die Alterseinstufung, denn die Gewaltszenen werden stets durch teilweise durchaus gelungene (teilweise aber auch grottenschlechte) Gags aufgelockert. Nach besagter Kettensägen-Szene zum Beispiel sind unsere drei Helden geradezu blutgetränkt. Iciar gibt jedem ein einziges Papiertaschentuch, und schon in der nächsten Szene sehen alle aus wie frisch aus dem Ei gepellt. Julio Campos gibt einen herrlich durchgeknallten Zombie ab und Txema Sandoval spielt den "Schlitzer" dermaßen übertrieben, dass man ihn fast sympathisch findet, obwohl er ein psychopathischer Sadist ist...

Leider wird der Spaß durch die zum Teil erbärmliche deutsche Synchronisation etwas getrübt. Die deutsche Stimme Iciars ist fast nicht zu ertragen.

Die DVD:

Werbung bezeichne ich nicht als Bonusmaterial, aber - zugegeben - einige der Trailer sehen schon recht interessant aus. Die DVD-Hülle steckt übrigens noch in einem Pappschuber mit identischem Coverbild.

J. Kreis, 21.12.2006
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