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Michel aus Lönneberga Michel aus Lönneberga (Schweden / Deutschland, 1971 - 1973)

DVD - Regionalcode 2, Universum Film
FSK: Ohne Altersbeschränkung
Laufzeit: ca. 24 Minuten pro Episode, insg. ca. 307 Minuten

Extras:
Keine

Regie:
Olle Hellbom

Hauptdarsteller:
Jan Ohlsson (Michel Svensson)
Allan Edwall (Anton Svensson)
Emy Storm (Alma Svensson)
Björn Gustafson (Alfred)
Maud Hansson (Lina)
Lena Wisborg (Ida Svensson)
Carsta Löck (Krösa-Maja)
Hannelore Schroth (Frau Petrell)




Inhalt:

Die Box enthält alle 13 Folgen der Fernsehserie Michel aus Lönneberga:

Als Michel eine Ratte fing

Der fünfjährige Michel lebt mit seinen Eltern, seiner kleinen Schwester Ida, dem Knecht Alfred (seinem besten Freund), der Magd Lina und der schrulligen Alten Krösa-Maja auf dem Katthult-Hof in Lönneberga, einem kleinen Dorf in Smaland (Südschweden). Michel ist eigentlich ein netter, hilfsbereiter Junge, aber einerseits hat er ziemlich viel Unsinn im Kopf, und selbst wenn er niemandem einen Streich spielen will, geht so manches schief. Wenn er wieder einmal etwas angestellt hat, wird er in den Tischlerschuppen gesperrt - oder er bringt sich dort vor seinem erzürnten Vater in Sicherheit. Praktischerweise hat die Tür sowohl innen als auch außen einen Riegel. Im Schuppen vertreibt er sich die Zeit mit dem Schnitzen von Holzmännchen, seine Sammlung umfasst inzwischen fast 100 Figuren. Auch Michels Mutter hat eine beachtliche Sammlung angelegt, allerdings besteht diese aus Schulheften, in denen sie die Übeltaten ihres Sohnes niederschreibt. Michels Streiche sind in ganz Lönneberga wohlbekannt. Dafür sorgt schon Krösa-Maja, die mit Vorliebe die schlimmsten Gruselgeschichten verbreitet.

Am Tag des 98. Männchens landet Michel gleich dreimal hintereinander im Schuppen: Zuerst stellt er eine Rattenfalle unter den Küchentisch, so dass sein Vater hineintritt. Als der sich von dem Schrecken erholt, will Michel ihn trösten, indem er ihm zeigt, was es zum Mittagessen geben soll: Blutpastete. Allerdings landet der Blutbrei auf des Vaters Kopf. Dann kommt Michel, der mit Ida Fangen spielt, der Magd Lina in die Quere, die gerade Kartoffelpuffer vorbereitet. Die Schüssel fliegt davon und trifft natürlich Michels Vater, der gerade hereingekommen ist. Jetzt beschließt Michel, für immer im Schuppen zu bleiben. Als Alfred mit ihm im Teich baden gehen will, kann er aber doch nicht hart bleiben und verdirbt Lina somit einen romantischen Abend mit dem Knecht.

Als Michel den Kopf in die Suppenschüssel steckte

Die Bewohner Lönnebergas haben Geld gesammelt, das sie Michels Mutter bringen. Verwendungszweck: Michel soll nach Amerika geschickt werden, damit in Lönneberga wieder Ruhe einkehrt. Alma Svensson ist natürlich empört, und selbst Lina ist dagegen. Schließlich hat es in Amerika gerade erst ein Erdbeben gegeben, und eine Katastrophe sollte wohl genug sein. Schon naht weiteres Unheil. Michel steckt nämlich den Kopf in die Suppenterrine, um an die letzten Tropfen zu kommen, bleibt dann aber stecken. Damit die vier Kronen teure Schüssel nicht zerschlagen werden muss, wird Michel nach Mariannelund zum Arzt gebracht. Dort verbeugt er sich höflich, knallt mit dem schüsselbewehrten Kopf auf den Schreibtisch und befreit sich somit selbst - allerdings kostenlos, worüber sein Vater so erfreut ist, dass er ihm fünf Öre schenkt. Die verschluckt Michel auf dem Heimweg. Der Arzt, der zum zweiten Mal aufgesucht wird, schlägt vor, die Münze den natürlichen Weg nehmen zu lassen. Zu Hause klebt Michels Vater die Schüssel wieder zusammen. Als Ida wissen will, wie Michel den Kopf in die Suppenschüssel gebracht hat, demonstriert er es - und bleibt erneut stecken. Diesmal greift seine Mutter gleich zum Schürhaken...

Als Michel Klein-Ida an der Fahnenstange hochzog

Die Svenssons geben ein großes Fest. Üblicherweise wird bei der Ankunft der Gäste die schwedische Flagge gehisst, Bauer Svensson kann dieser Pflicht aber nicht nachkommen, weil die Kuh kalbt. Michel nutzt die Gelegenheit, um Ida am Fahnenmast hochzuziehen, denn die Kleine möchte gern die Welt von oben sehen. Sie ist auch ganz vergnügt, aber die Eltern sind natürlich entsetzt. Michel wird wieder einmal in den Schuppen gesperrt. Da ihm der Magen knurrt, legt er ein Brett vom Schuppenfenster zum Fenster der Speisekammer und schlägt sich dort den Bauch voll. Derweil sucht die ganze Gesellschaft nach ihm, denn man wollte ihn wieder aus dem Schuppen herauslassen. Als Lina ihn schließlich findet, sind alle erleichtert und nehmen es ihm nicht übel, dass er fast die ganze für Frau Petrell vorgesehene Wurst verputzt hat.

Als Michel auf den Markt fuhr

In Vimmerby ist Markt, auch die Svenssons fahren hin. Lina wünscht sich einen Verlobungsring von Alfred, aber der ziert sich verständlicherweise. Außerdem sind die Zeitungen voll von Schreckensmeldungen: Ein Komet soll just am Markttag auf die Erde herabstürzen. Michel interessiert sich für das Pferd Lukas und ist traurig, als ein Viehhändler es kauft. Allerdings lässt das Tier sich nicht beschlagen, so dass der Händler leichtsinnigerweise sagt, er werde Michel das Pferd schenken, wenn der es festhalten könne. Michel hat erkannt, dass Lukas keineswegs störrisch, sondern nur kitzlig ist. Dementsprechend behandelt er das Tier, so dass die Hufeisen schnell angebracht sind. Dem Händler bleibt nichts anderes übrig, als zu seinem Wort zu stehen. Michels Eltern sind derweil bei Frau Petrell zu Tisch. Das Essen wird empfindlich gestört, als Michel, der draußen die Stelzen des Bürgermeistersohns ausprobiert, durchs Fenster gesegelt kommt und in der Suppenschüssel landet. Später zündet er auch noch das Feuerwerk, das für die Geburtstagsfeier des Bürgermeisters vorbereitet worden war. Die Leute denken, der Komet sei niedergegangen...

Als Michel das Fest für die Armen gab

In Lönneberga gibt es ein Armenhaus, in dem die Alten und Erwerbslosen ein erbärmliches Dasein fristen. Als wäre das noch nicht schlimm genug, werden die Armen auch noch von der "Kommandora" terrorisiert, einer Art Vorsteherin des Armenhauses. Die schreckt nicht einmal davor zurück, einen ganzen Korb voller Leckereien allein zu verputzen, den Michels Mutter eigentlich allen Bewohnern des Armenhauses als Weihnachtsgeschenk zugedacht hatte. Als Michel davon erfährt, lädt er alle Armen zu einem großen Festessen ein. Seine Eltern wissen nichts davon, da sie anderswo zu Gast sind. Die Kommandora wird zwar durch einen Trick weggelockt, bekommt aber doch Wind von der Sache. Als sie um den Katthulthof herumschleicht, wo die Armen fröhlich schmausen, stürzt sie in eine von Michel ausgehobene Wolfsgrube. Michel ist zwar enttäuscht, dass er keinen echten Werwolf gefangen hat, nutzt die Gelegenheit aber, um der Kommandora eine Lehre zu erteilen.

Als Michel zur Auktion ging

Die Katthulter fahren nach Backhorva zu einer Auktion. Michel kommt nach, denn er muss zuvor Geld als "Torjunge" verdienen. Er verpulvert das Geld dann zum großen Ärger seines Vaters für allerlei Unsinn: Ein Brotschieber, ein Samtkästchen für Ida, eine Feuerspritze und mehrere Flaschen Limonade gehen in seinen Besitz über. Er sieht zwar selbst ein, dass er einiges ersteigert hat, was er gar nicht braucht. Als aber eine Schlägerei ausbricht, erweist sich zumindest die Feuerspritze als nützlich, denn damit kann er die Streithähne trennen. Er wird das Ding sogar für den doppelten Preis an den Veranstalter der nächsten Auktion los; Schlägereien sind nämlich die Regel bei solchen Veranstaltungen. Für manchen Besucher sind sie sogar der einzige Grund, dort überhaupt hinzugehen...

Als Michel die Kuh überlistete

Michel macht einen weiteren guten Fang bei der Auktion, denn er hört zufällig, dass das Huhn Hinke-Lotta eine gute Legehenne sein soll. Sein Vater hat weniger Grund zur Freude, denn die von ihm ersteigerte Milchkuh Rölla ist extrem störrisch. Er will sie schon erschießen, doch da geht Michel dazwischen. Er hat erkannt, dass Rölla nur sauer ist, weil sie von den anderen Kühen ihrer Herde getrennt wurde. Sein Vater schenkt ihm die Kuh, aber unter einer Bedingung: Er muss sie nach Katthult treiben. Das gelingt ihm problemlos, als er die ganze Herde dorthin treibt, wofür er vom neuen Besitzer der anderen Kühe auch noch Geld bekommt. Als Michel ihm ein Ei von Hinke-Lotta und Milch von Rölla zum Essen reicht, und als Mutter Svenssons alter Brotschieber obendrein just an diesem Tag zerbricht, muss selbst Vater Svensson zugeben, dass sein Sohn gute Geschäfte gemacht hat.

Als Michel Lina einen Zahn ziehen wollte

Lina hat furchtbare Zahnschmerzen. Michel unternimmt einige gut gemeinte, aber erfolglose Versuche, den Zahn zu ziehen. Schließlich muss die Magd doch die Hilfe des Schmieds in Anspruch nehmen. Beim Kirchenkaffee gibt es Aufregung, als Krösa-Maja behauptet, Ida habe Typhus. Dabei hat Michel nur das Gesicht der Kleinen blau angemalt. Zufällig sieht der Pastor einige alte Briefe. Michel hat sie in jenem Samtkästchen gefunden, das er in Backhorva für Ida ersteigert hatte. Der Pastor kauft sie ihm für viel Geld ab, denn sie tragen wertvolle Briefmarken. Als Michel wegen des Typhus-Streichs im Schuppen sitzt, beschließt er, künftig artig zu sein.

Als Michel in die Schule kam

Michel kommt in die Schule. Da der Unterricht nur alle zwei Tage stattfindet, hat er noch genug Zeit für andere wichtige Dinge. So sperrt er seinen Vater während der Bibelstunde unabsichtlich in der so genannten Trissebude ein und bringt die Galoschen der Gäste durcheinander. Allerdings gefällt es ihm auch in der Schule sehr gut, er wird sogar Klassenbester. Wenn er Zeit hat, liest er zwischendurch den alten Leuten im Armenhaus aus der Zeitung vor. Die Lehrerin ahnt zwar schon, dass aus Michel mal etwas Besonderes werden wird, aber dass er sie "aus seiner großen Güte heraus", wie er sagt, küssen würde, hätte sie nicht gedacht...

Als Michel nur noch gute Vorsätze hatte

Michel befürchtet, dass es Lina tatsächlich gelingen könnte, Alfred zu heiraten. Er würde es selbst übernehmen, der Magd die Hochzeitspläne auszutreiben, weil er seinen besten Freund nicht an sie verlieren will, aber Alfred meint, man müsse die Sache diplomatisch angehen. Der Knecht hat nämlich überhaupt keine Lust, Lina das Jawort zu geben, kann ihr das aber nicht so richtig klarmachen. Als er es ihr dann schließlich doch ganz unverblümt sagt, nimmt sie das gar nicht ernst. Als Michel eine Picknick-Gesellschaft in Panik versetzt, weil er mit Lukas einen Husarenangriff simuliert, fragt seine besorgte Mutter ihn, ob er sich denn nie ändern werde. Er meint, dass daraus doch etwas werden könne, aber er kann nichts versprechen...

Als Michel einen Freund gewann

Vater Svensson hat auf der Auktion eint trächtige Sau gekauft. Sie beißt jedoch alle Ferkel des Wurfs tot - bis auf eines, das Michel im letzten Moment retten kann. Die Sau stirbt wenig später. Michel möchte das Ferkel gern behalten, Vater Svensson ist dagegen - für ihn ist es nur Schlachtvieh. Er bezweifelt sowieso, dass das mutterlose Tier überleben wird. Zur allgemeinen Überraschung gelingt es Michel jedoch, das Ferkelchen großzuziehen und ihm außerdem allerlei Kunststücke beizubringen. Die beiden werden unzertrennlich, das Tier leistet Michel sogar im Tischlerschuppen Gesellschaft.

Als Michel die Tiere mit Kirschen fütterte

Auf Katthult werden Unmengen von Kirschen geerntet. Frau Petrell schlägt vor, Kirschwein daraus zu machen. Vater Svensson, eingeschworener Abstinenzler, hält davon natürlich wenig. Also setzt Mutter Svensson den Wein heimlich an. Die vergorenen Kirschen soll Michel auf dem Kompost vergraben. Er verfüttert das Zeug jedoch arglos an den Hahn und an sein Schweinchen. Die Tiere werden betrunken und toben herum, womit sie den Hühnern einen derartigen Schrecken einjagen, dass sie in Ohnmacht fallen. Ida erweckt sie später wieder zum Leben. Auch Michel probiert die Kirschen und bekommt prompt einen Rausch, der Katzenjammer folgt auf dem Fuße. Das kommt den Guttemplern zu Ohren, einer Organisation, die für Enthaltsamkeit eintritt. Michel und seine Mutter müssen vor einer ihrer Versammlungen erscheinen, dort muss der Junge dem Alkoholgenuss abschwören. Vater Svensson ist von Michels Eid so begeistert, dass er ihm das Schwein schenkt. Michel setzt den Schwur sofort in die Tat um und zerschlägt die für Frau Petrell vorgesehenen Flaschen mit Kirschwein.

Als Michel ein Held wurde

Wintereinbruch: Der Katthult-Hof ist eingeschneit. Ausgerechnet jetzt verletzt Alfred sich bei Schnitzarbeiten am Daumen und zieht sich eine Blutvergiftung zu. Michel weicht nicht mehr von der Seite seines besten Freundes, der starke Schmerzen hat und bald nicht mehr richtig bei Bewusstsein ist. Wegen eines Schneesturms hält Michels Vater es für unmöglich, den Knecht nach Mariannelund zum Arzt zu bringen. Als Michel erkennt, dass Alfreds Zustand lebensbedrohlich wird, bricht er heimlich in aller Herrgottsfrühe mit dem Schlitten auf. Lukas kämpft sich tapfer voran (er kennt den Weg), bleibt aber irgendwann stecken. Michel holt Hilfe von einem nahen Hof, doch der dortige Bauer ist nur bereit, den Schlitten aus der Schneewehe zu ziehen - Michel muss allein weiterfahren. Irgendwann geht es einfach nicht mehr. Gerade als der völlig ausgepumpte Junge zu verzweifeln droht, kommt ein Schneepflug, der den Weg nach Mariannelund frei macht. Gerade noch rechtzeitig kann Alfred behandelt werden. Am nächsten Tag fährt Michel mit ihm wieder nach Hause. Er hat einen Brief des Arztes in der Tasche, in dem dieser Michels Eltern mitteilt, dass sie stolz auf ihren Sohn sein können. Vater Svenssons Freude hält sich in Grenzen, denn er hat Magenschmerzen und muss sich den Bauch mit einem heißen Topfdeckel wärmen - und Michel, der es wieder einmal nur gut meint, heizt den Deckel fast bis zur Glut auf, bevor er ihn seinem schlafenden Vater auf den Bauch legt...

Die Serie:

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es jemanden gibt, der diese TV-Serie (oder die Filme, die aus möglicherweise leicht gekürzten Zusammenschnitten dieser Serie bestehen) nicht kennt. Für Leute meiner Generation ist sie natürlich "Kult". Aber auch objektiv betrachtet kann man sagen, dass es sich um eine perfekte Verfilmung der Michel-Kinderbücher von Astrid Lindgren handelt, denen die Serie sehr genau folgt. Es stimmt einfach alles: Die bis ins kleinste Detail historisch genaue Rekonstruktion eines kleinen schwedischen Bauerndorfs Anfang des 20. Jahrhunderts und die vermutlich ebenso korrekt dargestellte Lebensweise der Menschen ist eine Sache - die Hauptdarsteller eine andere. Jan Ohlsson ist der perfekte Michel; er ist pfiffig, ein bisschen frech und vorlaut, dabei aber im Grunde gutherzig. Genau so habe ich mir diesen Burschen immer vorgestellt, das trifft auch auf das Aussehen zu. Anders als bei Pippi Langstrumpf gibt es viel Interaktion mit Erwachsenen, vor allem mit Allan Edwall als Michels Vater, der die denkbar beste Besetzung für diese Rolle ist. Auch er sieht aus, als sei er direkt einer der Illustrationen der Kinderbücher entsprungen. Da die Serie sich nicht so stark auf die Kinder konzentriert, wie es bei Pippi Langstrumpf der Fall ist, enthält sie etwas mehr hintergründigen Humor, der sich wohl nur dem erwachsenen Zuschauer erschließt.

Natürlich wird in dieser Serie trotz gelegentlich durchschimmernder Sozialkritik (Beispiel: Das Armenhaus) eine nostalgisch verklärte heile Welt gezeigt. Aber ist das schlimm? Ich glaube nicht. Jedenfalls ist es dann nicht als irreführende Vereinfachung zu bezeichnen, wenn man die Serie als verfilmte Kindheitserinnerungen betrachtet, denn die sind nun einmal nicht objektiv. Ich könnte mir vorstellen, dass wir hier die Kindheitserinnerungen Astrid Lindgrens sehen können. Entstanden ist jedenfalls ein zeitloses, manchmal sogar poetisches und immer witziges Meisterwerk mit wunderschönen Landschaftsaufnahmen. Da stört es auch nicht, dass manchmal gar nicht so viel geschieht. In manchen Szenen sieht man nur, wie Michel oder Ida durch eine Wiese spazieren, wie Michel und Alfred im See schwimmen und so weiter. Solche Szenen sind aber nicht so häufig wie in der Pippi-Serie, sie sind auch kürzer.

Michel wird sehr differenziert dargestellt. Er ist nicht einfach nur ein Lausejunge (wie es in der deutschen Titelmusik heißt), der aus Bosheit oder Dummheit irgendwelche Streiche ausheckt. Im Gegenteil: Er ist, wie Mutter Svensson immer wieder betont, im Grunde ein netter kleiner Junge, der es meist nur gut meint. Leider geht eben oft irgend etwas schief - schon muss Michel wieder in den Schuppen. Natürlich treibt er manchmal auch nur Unfug, aber er ist ja auch gerade mal im Grundschulalter. Er ist alles andere als dumm, oft verhält er sich klüger und umsichtiger als die Erwachsenen. Auch Vater Svensson ist nicht nur der stereotyp-übellaunige Vater. Es gibt viele Szenen, in denen sehr deutlich wird, dass er seinen Sohn liebt und stolz auf ihn ist. Meine Lieblingsfigur ist übrigens Stolle-Jocke, Alfreds Großvater. Der sitzt meist nur völlig stoned im Armenhaus und gibt wirre Kommentare von sich - einfach köstlich.

Mein Urteil: Muss man gesehen haben.

Die DVD:

Die DVD-Box hat zwei Schwächen: Sie enthält außer ein paar Werbetrailern zu anderen Kinderfilmen und -serien keinerlei Extras und der schwedische Originalton ist nicht vorhanden. Letzteres ist besonders schade, denn im Original hat Astrid Lindgren die Rolle der Erzählerin (die man natürlich nie sieht) selbst übernommen! Außerdem wurden die gar nicht so seltenen Gesangseinlagen alle eingedeutscht, leider mit wechselnden Ergebnissen. Manche Lieder klingen auch so ganz gut, bei anderen wäre es vielleicht besser gewesen, man hätte nicht mit aller Gewalt nach einem deutschen Text gesucht, der dann doch irgendwie nicht passt. Ich glaube auch zu wissen, dass die restliche Synchronisation in der Serie teilweise anders ist als in den Filmen. In letzteren verwendet Alfred zum Beispiel weit drastischere Worte als in der Serie, als er Lina sagt, dass er sie nicht heiraten will. Achtet übrigens mal auf die Stimmen von Krösa-Maja, Frau Petrell und dem Arzt. Die klingen etwas anders als die anderen Stimmen. Grund: Das ist Originalton, denn es handelt sich um deutsche Schauspieler, die auch bei den Dreharbeiten Deutsch gesprochen haben.

Egal: Es gibt auch einen riesigen Pluspunkt: Die Qualität von Bild (Breitbildformat!) und Ton sind einfach klasse. Man darf sich über scharfe, detailreiche Bilder mit satten Farben und ohne Verschmutzungen oder Beschädigungen freuen. So kann man sich die Erinnerung an diese tolle Serie ungetrübt bewahren.

Es gibt noch andere DVDs mit Michels Abenteuern. Hierbei handelt es sich um die einzeln oder in einer Box mit 3 Discs erhältlichen Kinofilme. Ich bin nicht sicher, ob die gekürzt sind, aber sie unterscheiden sich in einem Punkt auffallend von der TV-Serie: In den Filmen wird nur Schwedisch gesungen.

J. Kreis, 23.01.2008
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