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Mystery Science Theatre 3000

Metaluna 4 antwortet nicht
Metaluna 4 antwortet nicht (USA, 1955)
- This Island Earth -

DVD - Regionalcode 2, Universal
FSK: 12
Laufzeit: ca. 86 Minuten

Extras
Keine

Regie:
Joseph M. Newman

Hauptdarsteller:
Rex Reason (Dr. Cal Meacham)
Jeff Morrow (Exeter)
Faith Domergue (Dr. Ruth Adams)
Lance Fuller (Brack)




Inhalt:

Dr. Cal Meacham ist Atomwissenschaftler und steht an der Schwelle zu revolutionären neuen Entdeckungen. Eines Tages geschehen mehrere merkwürdige Dinge: Er verliert aus unerklärlichen Gründen die Kontrolle über das Flugzeug, mit dem er unterwegs ist, und droht abzustürzen. Da wird die Maschine von einem grünen Energiefeld eingefangen und sanft auf der Landebahn abgesetzt. In seinem Labor findet er mikrominiaturisierte Bauteile für seine Versuchsanordnung vor, die weit leistungsfähiger sind als alles, was er bisher kannte - sie wurden von einer mysteriösen Firma anstelle der bestellten Ersatzteile geliefert. Schließlich erhält er auch noch einen dicken Katalog, der die Bauanleitung für ein phantastisches Gerät namens "Interocitor" enthält. Meacham bestellt die Einzelteile für den Interocitor, tatsächlich werden sie wenig später geliefert. Meacham und sein Assistent setzen die Maschine zusammen, ohne zu wissen, wozu der Interocitor überhaupt dienen soll. Als sie fertig sind, aktiviert sich ein Bildschirm am Interocitor und ein seltsamer Mann mit ungewöhnlich hoher Stirn und weißen Haaren meldet sich, der sich als Exeter vorstellt und Meacham gratuliert, durch die fehlerfreie Montage des Geräts einen Test bestanden zu haben. Meacham habe sich als würdig erwiesen, an einem von Exeter geleiteten Projekt mitzuarbeiten. Exeter lädt den Wissenschaftler zu sich nach Georgia ein. Weitere Informationen gibt er nicht. Als die Botschaft beendet ist, vernichtet der Interocitor sich selbst und den Katalog restlos.

Exeter hat richtig spekuliert: Der von einer hoch entwickelten Technologie kündende Interocitor hat Meachams Neugier geweckt, und als ein Flugzeug erscheint, das ihn zu Exeters Institut bringen soll, zögert Meacham nicht, die ferngesteuerte, fensterlose Maschine zu besteigen. Am Ziel angekommen, wird Meacham von Dr. Ruth Adams begrüßt, einer alten Bekannten, die ihn jedoch verleugnet. Exeter persönlich nimmt Meacham in Empfang und erklärt ihm, er vertrete eine Gruppe von Wissenschaftlern, deren Ziel es sei, alle Kriege zu beenden. In Exeters Institut arbeiten die besten Wissenschaftler aus allen möglichen Ländern, aber niemand weiß so recht, um was es wirklich geht. Alles scheint auf die Entwicklung neuer Wege zur Erzeugung von Atomenergie hinauszulaufen. Meacham merkt schnell, dass es in dem abgelegenen Forschungsinstitut viele Geheimnisse gibt. Er gewinnt das Vertrauen Ruths und ihres Kollegen Steve Carlson - Ruth hatte Meacham nur verleugnet, um bei Exeter und dessen Gehilfen Brack keinen Verdacht zu erregen. Tatsächlich weiß keiner der Wissenschaftler, welche Ziele Exeter wirklich verfolgt. Sie ahnen nicht, dass Exeter und Brack Außerirdische vom Planeten Metaluna sind, die sich das Know-how der Erdenmenschen zu Nutze machen wollen. Während Exeter um gegenseitiges Verständnis bemüht ist, bevorzugt Brack drastischere Methoden: Er wäre bereit, den Willen der Menschen mittels eines speziellen Geräts zu brechen.

Dann überschlagen sich die Ereignisse. Exeter erhält von seinem Vorgesetzten den Auftrag, nach Metaluna zurückzukehren und dabei die wichtigsten menschlichen Wissenschaftler - Ruth und Meacham - mitzubringen, damit sie ihre Forschungen auf Metaluna beenden. Die beiden und Carlson versuchen zu fliehen, letzterer wird jedoch von Brack getötet. Die beiden anderen werden ins startende Raumschiff geholt. Obwohl Ruth und Meacham den Leuten von Metaluna Massenmord vorzuwerfen haben (Exeter hat das gesamte Institut vernichtet, um keine Spuren zu hinterlassen), erklären sie sich doch zur Zusammenarbeit bereit - sie haben ohnehin keine Wahl. Während des Flugs nach Metaluna erfahren die Menschen, welche Hintergründe Exeters Mission hatte: Metaluna wird von einem mächtigen Feind angegriffen, der den Planeten mit Asteroiden bombardiert. Ein Energiefeld schützt den Planeten, aber es versagt allmählich, weil Metalunas Uranvorkommen erschöpft sind und somit nicht mehr genug atomare Energie zur Verfügung gestellt werden kann. Alle Wissenschaftler des Planeten sind bereits ums Leben gekommen. Das wahre Ausmaß der Pläne wird erst klar, als Ruth und Meacham dem Oberhaupt Metalunas vorgeführt werden: Der Planet muss aufgegeben werden. Die wenigen Überlebenden wollen zur Erde umsiedeln, wo sie aufgrund ihrer überlegenen Technologie als Herren der Menschen auftreten wollen.

Dazu kommt es jedoch nicht mehr, denn die Angriffe werden immer heftiger. Exeter, der seit langem nicht mehr mit den Absichten seines Führers einverstanden ist, nimmt Ruth und Meacham mit in sein Raumschiff, um sie zurück zur Erde zu bringen. Unterwegs wird er von einem außer Kontrolle geratenen Arbeitermutanten verwundet. Kaum hat das Raumschiff Metaluna hinter sich gelassen, verwandelt der Planet sich infolge des Bombardements in eine radioaktive Sonne. Nachdem der hartnäckige Mutant, der die Flüchtlinge bis ins Schiff verfolgt hat, vernichtet und die Erde erreicht ist, setzt Exeter Ruth und Meacham ab. Er selbst stürzt sich mit seinem Schiff ins Meer, denn seine Verletzung ist schwerer als er zugegeben hat, er ist heimatlos und sein Schiff hat kaum noch Energie...

Der Film:

"Metaluna 4 antwortet nicht" ist einer jener SF-Filmklassiker, die man aus heutiger Sicht eigentlich nur noch in reichlich zugedröhntem Bewusstseinszustand ertragen kann - es sei denn, man wäre ein SF-Fan meiner oder einer älteren Generation. Unsereins hatte damals ja nichts anderes, da war es schon toll, wenn so ein uralter Schinken mal im Fernsehen wiederholt wurde. Ich muss sehr jung gewesen sein, als ich diesen Film zum ersten Mal gesehen habe, denn in meiner Erinnerung vermittelt er genau dieses eigenartige Gefühl, das man gemeinhin mit "Sense of Wonder" umschreibt. Ich fand die nicht-ganz-menschlichen Leute vom Planeten Metaluna faszinierend, das Konzept eines Hohlplaneten, bei dem die Städte sich unterhalb der Planetenkruste befinden, war mir völlig neu, und die (gemalten) Hintergründe fand ich klasse. Ganz abgesehen natürlich von der Tatsache, dass Filme mit Raumschiffen gleich welcher Art und Reisen im All damals für mich einfach ein Muss waren. Außerdem hat mir dieser fiese Insektenmutant seinerzeit eine Heidenangst eingejagt.

Heutzutage, mit vermutlich mindestens 30 Jahren Abstand, sieht die Sache etwas anders aus. Natürlich macht der Film mir auch heute noch Spaß, aber das hat überwiegend mit Nostalgie zu tun. Schließlich enthält der Film fast nur Klischees, für die es noch nicht mal in allen Fällen logische Erklärungen gibt. Gut, dass die Metaluna-Leute zur Erde fliehen und die Menschen versklaven wollen, ist verständlich. Aber warum haben sie damit nicht viel früher angefangen? Der Krieg ist ja in der Handlungszeit des Films praktisch schon entschieden, und das kann so schnell nicht gegangen sein. Dann haben wir das unvermeidliche "Bug-eyed-Monster", das die Damen zum Kreischen bringt: Den durchgedrehten Mutanten. Es gibt keinen Grund für seine Aggressivität und übrigens unternimmt Meacham herzlich wenig, um seine Liebste zu retten. Das Monster löst sich ohne sein Eingreifen schließlich von selbst in Luft auf... Immerhin ist Exeter eine lobenswerte Ausnahme vom Stereotyp seiner eroberungswütigen Kollegen. Er ist für mich die eigentliche Hauptfigur des Films, Meacham und Ruth sind nur Staffage (er: gutaussehnder Held, sie: Dame in Gefahr), auch wenn die beiden Schauspieler ihre Sache durchaus gut machen. Exeter (d.h. Jeff Morrow) stiehlt ihnen aber problemlos die Show.

Tja, und dann die Special Effects. Wie schon gesagt: Gemalte Hintergründe, ein Raumschiff, das frappierend einem Herrenhut ähnelt, ein ungelenkes Monster usw. - das war in den Fünfzigern oder für einen kleinen Jungen sicher beeindruckend, heute kann man das nur noch mitleidig belächeln. Man kann es aber auch mit Wehmut betrachten, denn den Charme der damaligen Filme erreichen aktuelle Produktionen einfach nicht mehr. Die Masken der Leute von Metaluna finde ich übrigens gut gelungen. Die Außerirdischen erinnern mich immer an die ersten Beschreibungen der Arkoniden aus der Perry Rhodan - Serie. Die Übereinstimmungen sind so groß, dass der Film direkt als Inspirationsquelle gedient haben könnte.

Leider ist der Film auch viel zu kurz. Es dauert viel zu lange, bis die Geschichte so richtig in Fahrt kommt. Aber kaum hat Meacham den Interocitor dann endlich zusammengebaut (man denkt unwillkürlich an Ikea-Möbel bei diesen Szenen), da ist er auch schon in Exeters Institut und wenig später auf Metaluna, der gleich darauf vernichtet wird, woraufhin der Film wenige Minuten später endet. Schade - die zweite Hälfte ist viel zu gedrängt, da wäre mehr drin gewesen.

Der Film erreicht zwar nie die Qualität von anderen Klassikern wie z.B. Alarm im Weltall oder Der Tag, an dem die Erde stillstand, aber er ist immer gut für einen vergnüglichen Abend. Und für mich ist er einfach Kult.

Die DVD:

Dieser Film ist zur Zeit (Oktober 2007) nicht als eigenständige DVD-Veröffentlichung erhältlich. Er liegt jedoch in voller Länge sowie in deutscher und englischer Sprachversion (letztere mit deutschen Untertiteln) als Bonusmaterial auf der zweiten Disc von Mystery Science Theatre 3000 - The Movie vor. Eigenes Bonusmaterial zu Metaluna 4 antwortet nicht ist nicht vorhanden.

J. Kreis, 29.10.2007
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