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Wächter der Wüste Wächter der Wüste (GB, 2008)
- The Meerkats -

DVD Regionalcode 2, Senator
Altersfreigabe: FSK 6
Laufzeit: ca. 80 Minuten

Extras
- Interviews (21:26 Min.)
- Die Dreharbeiten in der Wüste (9:28 Min.)
- Im Synchronstudio mit Rufus Beck (7:12 Min.)
- Interview mit Rufus Beck (7:39 Min.)
- Original Kinotrailer
- Mal- und Rateheft zum ausdrucken (DVD-ROM)

Regie:
James Honeyborne

Sprecher:
Paul Newman (englisch)
Rufus Beck (deutsch)




Inhalt / Kommentar:

Dies ist ein für die ganze Familie geeigneter Film über eine in der Kalahari lebende Erdmännchenfamilie. Im Zentrum steht der kleine Kolo, ein Jungtier, das sich zum ersten Mal aus dem Bau wagt und lernen muss, wie man in der Wüste überlebt. Sein ein Jahr älterer Bruder bringt Kolo einiges bei und muss ihn immer wieder aus gefährlichen Situationen retten, in die sich der kleine Bursche wegen seiner unstillbaren Neugier immer wieder selbst bringt. Eines Tages wird Kolos Bruder in einer solchen Situation von einem Adler getötet, der in unmittelbarer Nachbarschaft der Erdmännchenfamilie lebt. Von einer Schlange, die bis in den Bau vordringen kann, geht ebenfalls Gefahr aus, und zu allem Überfluss versuchen immer wieder andere Erdmännchenfamilien, ins Revier der Sippe einzudringen. Bei einem Kampf gegen die Fremden wird der inzwischen älter gewordene Kolo von seiner Familie getrennt und muss so manche einsame Nacht verbringen, bis er endlich wieder zu den Seinen zurückkehren kann. Dabei muss er aber an einer Löwenfamilie vorbei und wird schließlich auch noch vom Adler verfolgt. Der greift sich jedoch im letzten Moment die Schlange, die wieder einmal in den Erdmännchenbau kriechen wollte. Jetzt ist Kolo groß und erfahren genug, um zum Lehrmeister für eine neue Generation seiner Geschwister zu werden.

Erdmännchen sind Kult. Es fällt schwer, diese quirligen, putzigen Kerlchen, die ihre spitzen Nasen wirklich überall hineinstecken müssen, nicht zu vermenschlichen. Wenn sie aufrecht stehen, um Wache zu halten (wobei sie auch schonmal eindösen und umkippen) oder sich gegenseitig in den Arm nehmen, dann glaubt man, man könne sich selbst in ihnen wiedererkennen. Das nutzt der Film weidlich aus, und so kann er von einem unglaublichen Niedlichkeits-Faktor profitieren. Sobald ein Erdmännchen-Kopf nach dem anderen aus dem Sand der Kalahari aufpoppt, erobert die pfiffige Rasselbande die Herzen der Zuschauer aller Altersklassen im Sturm. Da der Film genau darauf angelegt ist und so tut, als seien die nur scheinbar vertrauten Verhaltensweisen wirklich menschlich, geht ein wenig Seriosität flöten. Will sagen: Man kann "Wächter der Wüste" nicht als Dokumentarfilm bezeichnen, eher als Spielfilm ohne Schauspieler. Zu sehr werden die Erdmännchen als Figuren einer fiktiven Geschichte dargestellt, zu wenige echte Informationen werden vermittelt. Ich kann nicht beurteilen, wie viele Szenen nachgestellt oder durch geschickte Schnittfolgen so manipuliert wurden, dass sie zur Story passen, aber authentisch dürfte kaum etwas sein. Abgesehen davon natürlich, dass die Dreharbeiten nicht im Studio vorgenommen wurden, sondern wirklich vor Ort, in der Kalahari.

Vielleicht wäre es besser gewesen, einfach das Leben der Erdmännchen zu filmen und die Bilder für sich sprechen zu lassen. Stattdessen wurde ein Kommentar eingefügt: Paul Newman bzw. Rufus Beck erzählen Kolos Geschichte. Das ist aber immer noch besser als die Family-Version des Films, die ebenfalls auf DVD enthalten ist. In dieser Version sprechen die Erdmännchen nämlich selbst - das fand ich schon bei "Die Reise der Pinguine" störend, hier ist es genauso furchtbar. Rufus Beck legt Kolo und seinen Verwandten mit "kindlicher" Stimme sinnloses Geplapper und unpassende Kommentare in den Mund bzw. die Schnauze. Dass man all das überhaupt nicht braucht, beweist die nur aus Musik und Naturgeräuschen bestehende vierte Tonspur, die dankenswerterweise auch noch den Weg auf die DVD gefunden hat. So kann man die wunderbaren, beeindruckenden Landschaftsaufnahmen ganz ohne störendes Gelaber auf sich wirken lassen. Manchmal ist man ganz dicht dran am Geschehen, so als ob die Erdmännchen selbst die Kamera mit sich herumgeschleppt hätten, dann wieder wird herausgezoomt und man kann phantastische Panoramaaufnahmen bewundern. Auf diese Weise wird aus dem Familien-Abenteuerfilm dann doch fast noch so etwas wie eine Dokumentation.

Die DVD:

Dankenswerterweise wurde der Film in vier Versionen auf DVD gebannt: Mit deutschem und englischem Kommentar, in der unsäglichen Family-Version und in der definitiv besten Version, in der auf jeglichen Kommentar verzichtet wird. Endlich kann man also selbst entscheiden, wie man den Film genießen möchte. Das Bonusmaterial vermittelt einen zwar kurzen, aber interessanten Einblick in die Dreharbeiten und in die Tätigkeit des Synchronsprechers. Bei den Interviews kommen der Regisseur, Joe Oppenheimer (Produzent), Justin Krish (Schnitt), Chris Watson (Sound) und Rufus Beck zu Wort.



Screenshots


Wächter der Wüste

Neugierig blickt Kolo in die Welt hinaus.


Wächter der Wüste

Von seinem großen Bruder lernt Kolo, wie man einen leckeren Skorpion unschädlich macht.


Wächter der Wüste

Eins muss man der Rasselbande lassen: Sie sind gute Kumpels!


J. Kreis, 25.08.2010


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