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Meatball Machine Meatball Machine (Japan, 2005)
- Mitoboru mashin -

DVD - Regionalcode 2, Asian Film Network
FSK: 18
Laufzeit: ca. 90 Minuten

Extras
Keine

Regie:
Yudai Yamaguchi, Junichi Yamamoto

Hauptdarsteller:
Issei Takahashi (Yoji)
Aoba Kawai (Sachiko)




Inhalt:

Japan wird von Außerirdischen heimgesucht, die sich wie Parasiten in den Körpern ihrer Opfer einnisten. Die Wirte werden von den spinnenähnlichen Transporthüllen der Außerirdischen in biomechanische Monster ohne eigenen Willen verwandelt, die von den Parasiten wie ein Fahrzeug gelenkt werden können. Ihre Körper verbinden sich mit allerlei mechanischem Gerät und werden dabei gleichzeitig grausam verstümmelt. Sie sind in der Lage, diverse Waffen aus ihrer eigenen Körpersubstanz zu produzieren. Dadurch werden sie zu extrem starken Kampfmaschinen. Die Parasiten liefern sich mit diesen lebenden Panzern tödliche Kämpfe. Der Sieger reißt den unterlegenen Parasiten aus dem Wirtskörper des Unterlegenen heraus, um ihn zu fressen. Die Erde ist also quasi eine Kampfarena für die Außerirdischen. Ein verzweifelter Mann, dessen Tochter von einem solchen Parasiten befallen war, die er aber im letzten Moment vor der Verwandlung bewahren konnte, jagt die Parasiten. Er braucht sie als Nahrung für seine Tochter. Eines Tages wird er dabei fast getötet, das verletzte Monster kann entkommen. Es stirbt jedoch wenig später.

Der junge Mechaniker Yoji findet die beschädigte Parasiten-Transporthülle und nimmt sie mit nach Hause. Doch plötzlich wird der Parasit wieder aktiv und befällt Sachiko, eine junge Frau, in die Yoji sich verliebt hat. Sachiko verwandelt sich in ein abstoßendes Monster und verschwindet. Der Parasitenjäger gabelt Yoji auf, aber nur, um ihn zum Opfer eines selbst gezüchteten Außerirdischen zu machen, den er als Nahrung für seine Tochter braucht. Da die Parasiten normalerweise nur Menschen mit negativen Gedanken befallen (Sachiko war als Opfer geeignet, weil sie darunter leidet, als Kind von ihrem Vater missbraucht worden zu sein), behält Yoji seinen freien Willen und tötet das Wesen. Sein Körper wird allerdings verwandelt. Yoji sucht nach Sachiko. Er will versuchen, sie zu retten. Tatsächlich kommt Sachiko nach langem Kampf auch kurz zu sich, aber die Verwandlung kann nicht rückgängig gemacht werden. Sie bittet Yoji um den Tod, und er gewährt ihr diesen Wunsch. Dann zündet er eine Bombe, die er in seinem eigenen Körper hat entstehen lassen.

Basierend auf den Kenntnissen, die Yoji ihnen geliefert hat, entwickeln die Außerirdischen neue Hüllen für ihre Kampfspiele. Sie haben nämlich festgestellt, dass Menschen, die beim Kampf Gefühle empfinden, weit effektivere Waffen aus sich selbst machen können. Die neuen Hüllen haben die Gestalt von Yoji und Sachiko...

Der Film:

Von der Story darf man nicht zuviel erwarten. Die Liebesgeschichte zwischen Yoji und Sachiko fängt zwar interessant an, wird aber nicht weiter ausgearbeitet, d.h. es geht nicht etwa um die problematische Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau, die als Kind vom eigenen Vater missbraucht und misshandelt worden ist. Auch Yojis Probleme, zum Beispiel im Beruf, werden nur angedeutet. In "Meatball Machine" geht es einzig und allein um die Verwandlung von Menschen in Neoborgs (oder "Necroborgs"?) sowie um ihre Kämpfe untereinander - da muss man sich nichts vormachen.

Und was man da zu sehen kriegt, ist derart übertrieben monströs, eklig und bizarr, dass man es für selbstironisch halten könnte. Aber ich fürchte, so sind diese Szenen gar nicht gemeint. Die Neoborgs sehen aus wie eine besonders unangenehme Mischung aus den Borg (Star Trek) und dem wandlungsfähigen Alien aus John Carpenters "Das Ding aus einer anderen Welt" - Remake. Ihr Entstehungsprozess ist sehr blutig und sicher auch extrem schmerzhaft: Zum Abschluß werden die Augen mit Metalldeckeln versehen, die sich in die Augäpfel bohren. Was man auch einmal deutlich sieht. Ist ein Neoborg "ausgelutscht", wird er von dem Parasiten verlassen. Zurück bleibt eine zerstückelte, durchlöcherte Leiche. Und wenn Neoborgs aufeinander losgehen, dann fliegen im wahrsten Sinne des Wortes die Fetzen. Den Zusatz "uncut", der auf der Rückseite der DVD-Hülle prangt, glaube ich deshalb gern. Gleich zu Anfang wird ein Schädel in zwei Hälften gesägt, wenig später läuft ein neoborgifizierter Junge vor einen Van, wird überfahren und hinterlässt auf der Straße nur ein Gewirr aus Eingeweiden und traurig aus den Schuhen herausragende Beinstümpfe.

Versteht mich nicht falsch, wenn ich sage, dass der Film allein wegen dieser Schnetzel-Matsch-Zerstückelungs-Effekte sehenswert ist (aber nur für Leute, die einen so schlechten Geschmack und einen so robusten Magen haben wie ich): Ich ergötze mich nicht an der detailreichen Darstellung von Gewaltszenen. Ich bewundere lediglich die Tricktechnik und die phantasievollen Kreaturen, die ich so noch nie vorher gesehen habe. Die Darstellung der kleinen Parasiten ist dagegen meist unfreiwillig komisch, die Kämpfe wirken eher unbeholfen und sind zu lang. Es gibt auch Szenen, die aus anderen Gründen zumindest für Stirnrunzeln sorgen. Zum Beispiel scheint Sachiko bei der Umwandlung in einen Neoborg von einem Metalltentakel geradezu vergewaltigt zu werden - und ihren Lautäußerungen nach zu urteilen scheint ihr das auch noch zu gefallen. Es muss wohl jeder Zuschauer selbst entscheiden, wie er diese Szene interpretieren soll...

Insgesamt könnte man "Meatball Machine" als abstoßenden Trash bezeichnen. Irgendwie fand ich ihn aber doch ganz spaßig...

Die DVD:

Kein Bonusmaterial. Was gibt es zur DVD also zu sagen? Nun - vielleicht, dass sie im freien Verkauf erhältlich ist, was ich recht verwunderlich finde. Ich kenne Filme, die wegen weniger Guts and Gore indiziert worden sind.

J. Kreis, 07.12.2006
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