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Leviathan Leviathan (USA / I, 1989)

DVD Regionalcode 2, CMV Laservision
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 94 Minuten

Extras
Trailer, Bildergalerie

Regie:
George P. Cosmatos

Hauptdarsteller:
Peter Weller (Steven Beck)
Amanda Pays (Elizabeth Williams)
Richard Crenna (Dr. Glen Thompson)
Daniel Stern (Buzz Parrish - "Sixpack")
Ernie Hudson (Justin Jones)
Meg Foster (Martin)
Lisa Eilbacher (Bridget Bowman)
Michael Carmine (Tony DeJesus Rodero)
Hector Elizondo (G. P. Cobb)




Inhalt:

Die Besatzung der Unterwasser-Bergbaustation "Shack 7" freut sich auf das nahende Ende ihrer dreimonatigen Schicht, trotzdem ist die Stimmung gereizt. Steven Beck, der Kommandant, hat seine Leute nicht im Griff. Er ist eigentlich Geologe und kann sich kaum gegen die eigenwillige und nicht besonders disziplinierte Crew durchsetzen. Außerdem ist die Arbeit sehr gefährlich, und nicht zuletzt nagt die Vorstellung an den Gemütern, kilometertief unter der Wasseroberfläche leben zu müssen und völlig von der Außenwelt abgeschnitten zu sein. Die Videokonferenzen mit Martin, der Chefin der Betreibergesellschaft "Tri Oceanic Mining Corporation", sind keine große Hilfe, denn sie denkt nur an den Profit, den der Abbau von Edelmetallen auf dem Meeresgrund bringt.

Wenige Tage vor dem Eintreffen der Ablösung entdeckt Buzz Parrish, genannt "Sixpack", bei der Arbeit zufällig ein auf dem Meeresgrund liegendes Schiffswrack. Er birgt den Schiffssafe und bringt ihn mit in die Station. Die mit der Helmkamera gemachten Aufnahmen lassen den Namen des Schiffes und ein Loch im Rumpf erkennen, das ganz nach einem Torpedotreffer aussieht. Den offiziellen Informationen zufolge dürfte das Wrack, das russische Schiff LEVIATHAN, gar nicht auf dem Grund des Atlantiks liegen, denn angeblich ist es immer noch in der Ostsee unterwegs. Sixpack findet einen Flachmann mit Wodka in dem Safe und steckt ihn heimlich ein - in der Station gilt Alkoholverbot. Aufzeichnungen und Personalakten, die ebenfalls im Safe gelagert waren, lassen darauf schließen, dass alle Besatzungsmitglieder der LEVIATHAN an einer unbekannten Seuche gestorben sind. Dr. Thompson, der Stationsarzt, nimmt an, dass die russische Marine das Schiff absichtlich versenkt hat, um eine Ausbreitung der Seuche zu verhindern. Offensichtlich ist die Besatzung der LEVIATHAN für ein schiefgegangenes Experiment missbraucht worden.

Am Abend genehmigen sich Sixpack und seine Kollegin Bowman einen Schluck aus dem Flachmann. Am nächsten Tag fühlen sich beide todkrank. Thompson stellt merkwürdige Hautveränderungen bei Sixpack fest. Die nähere Untersuchung zeigt, dass die Zellen des Mannes rasend schnell mutieren. Sixpack stirbt innerhalb weniger Stunden. Als Bowman die grausig veränderte Leiche sieht und feststellt, dass ihr Körper sich ebenfalls zu verändern beginnt, nimmt sie sich das Leben. Entsetzt beobachten Thompson und Beck, wie sich aus den Leichen neues Leben bildet: Sie verschmelzen zu einem bizarren Organismus, der Charakteristika verschiedener Tiefsee-Lebewesen aufweist. Thompson geht davon aus, dass das Ziel des Experiments der Russen in der Erschaffung einer neuen Lebensform bestanden hat - das Mutagen ist der Besatzung der LEVIATHAN heimlich über den Wodka verabreicht worden. Das Wesen kann zwar ins Meer entsorgt werden, aber dabei wird ein Besatzungsmitglied verletzt. Außerdem bleibt ein kleiner Rest des Wesens in der Station zurück, der lebensfähig ist und einen weiteren Arbeiter anfällt. So greift das Unheil weiter um sich. Noch dazu verkündet Martin, dass eine Evakuierung derzeit wegen eines Tornados nicht möglich sei.

Thompson sabotiert die Rettungskapseln, um zu verhindern, dass das mutierte Wesen an die Oberfläche gelangt. Dann liefert er sich ihm selbst aus. Schließlich sind nur noch Beck, die junge Elizabeth Williams und Justin Jones am Leben. Sie stellen fest, dass sie längst abgeschrieben wurden: Martin hat eine Presseerklärung herausgegeben, in der vom Komplettverlust der Station die Rede ist. Der Kampf gegen das immer größer und stärker werdende Ungeheuer wird dadurch erschwert, dass das Wesen einen Teil der Intelligenz seiner Opfer absorbiert. Es gelingt ihm, die drei Menschen aus ihrem Versteck zu treiben, indem es schwere Schäden in der Station anrichtet. Beck, Williams und Jones fliehen in Tiefsee-Taucheranzügen aus der Station, bevor diese vom Wasserdruck zermalmt wird. An der Wasseroberfläche ist alles ruhig - keine Spur von einem Torpedo. Ein Rettungshubschrauber wird auf die drei Menschen aufmerksam, aber nur zwei werden gerettet. Jones fällt dem plötzlich auftauchenden Mutanten zum Opfer. Beck wirft dem Wesen eine Sprengladung ins Maul, wodurch es vernichtet wird. Als Martin die letzten beiden Überlebenden scheinheilig begrüßt, schlägt Beck sie nieder, woraufhin er sich gleich sehr viel besser fühlt.

Der Film:

Ende der Achtziger gab's gleich mehrere Filme mit zumindest ähnlicher Ausgangssituation: The Abyss, "Deep Star Six" und "Leviathan". Zufall? Oder gegenseitiges Abkupfern? Im Fall von "Leviathan" geht der Ideenklau allerdings noch weiter, und so findet man viele Elemente aus anderen Filmen wieder. Zum Beispiel ein Ungeheuer, das quasi im Körper der Menschen ausgebrütet wird, woraufhin einer nach dem anderen nach dem "Zehn-kleine-Negerlein-Prinzip" getötet wird (wie in Alien), und das bizarre Erscheinungsformen annimmt bzw. auch aus abgetrennten Körperteilen neu entstehen kann (wie in The Thing - Das Ding aus einer anderen Welt). Der Titel des Films ist natürlich auch keine Eigenerfindung; der Leviathan ist ein mythisches Seeungeheuer, das auch in der Bibel erwähnt wird. Aber solange gut geklaut wird, d.h. wenn aus den schon bekannten Versatzstücken ein gut gemachter, spannender Film zusammengebastelt wird - wie in diesem Fall - dann habe ich gar nichts dagegen.

So erkennt man deutlich, dass doch einiges an Geld in den Film hineingesteckt worden sein muss, denn die Station "Shack 7" wurde mit viel Aufwand und Liebe zum Detail designt, auch die Kreaturen-Effekte sind gut gelungen. Das eklige Vieh wird immer nur ganz kurz und ausschnittsweise gezeigt, ansonsten verbirgt es sich im Schatten oder im Wasser. So bleibt es bis zuletzt geheimnisvoll und bedrohlich. Die Unterwasser-Szenen wirken selbst dann überzeugend, wenn sie gar nicht unter Wasser stattfinden: Tatsächlich wurden nur wenige Szenen wirklich unter Wasser gedreht, stattdessen wurde dieser Eindruck durch geschickte Beleuchtung und Federn erzielt, die man für im Wasser schwebende Teilchen halten kann. Außerdem wird viel gut inszenierte Action geboten, und wie es für Filme dieser Art obligatorisch ist, wird das Tempo nach einem eher gemächlichen Anfang, der zur Einführung der Hauptpersonen dient, permanent gesteigert, bis es zum hektischen, verlustreichen Entscheidungskampf kommt. Die Schauspieler machen ihre Sache wirklich gut; das Raubein-Kumpel-Getue mancher Figuren ist zwar vielleicht etwas übertrieben, dennoch kann man mitfiebern und steht dem Ableben der bedauernswerten Opfer nicht ganz gleichgültig gegenüber. Meg Foster bringt das Künststück fertig, die Schurkenfigur sehr gut auszufüllen, obwohl sie in der Regel nur via Bildschirm mit der Stationsbesatzung kommuniziert.

Solide Action in klaustrophobischer Atmosphäre, stetig anwachsende Bedrohung durch ein ausreichend ekliges Monster, bestens aufgelegte Schauspieler, tolle Ausstattung - was will man mehr. Und so ist "Leviathan" trotz banaler, teilweise auch noch geklauter Story gute Unterhaltung für einen kurzweiligen Heimkinoabend.

Die DVD:

Schade: Außer dem deutschen und dem englischen Trailer ist nur eine selbstablaufende Bildergalerie mit wenigen Aufnahmen als Bonusmaterial vorhanden.


Frage: Was sagt ein Monster, wenn sein Opfer um Gnade bittet?

Leviathan

"Talk to the Hand!"


J. Kreis, 28.01.2010


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