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Lesbian Vampire Killers Lesbian Vampire Killers (GB, 2009)

DVD Regionalcode 2, Koch Media
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 82 Minuten

Extras
Audiokommentar des Regisseurs, "Resu(e)rrektion: LVK zum Leben erweckt" (11:22 Min.), Webisodes ("5 Worte", "Die Jungs", "Die Mädels", "Der Regisseur", insg. ca. 8 Min.), "Fletch-Meister" (5:42 Min.), "Huren des verfluchten Hades" (2:03 Min.), Musikvideo von VV Brown: "Crying Blood", Teaser und Trailer

Regie:
Phil Claydon

Hauptdarsteller:
Mathew Horne (Jimmy McLaren)
James Corden (Fletch)
MyAnna Buring (Lotte)
Vera Filatova (Eva)
Paul McGann (Vikar)
Lucy Gaskell (Judy)
Silvia Colloca (Carmilla)
Emer Kenny (Rebecca)




Inhalt:

Jimmy MacLaren und sein Freund Fletch stecken tief in der Krise und brauchen Urlaub, um auf andere Gedanken zu kommen. Eine teure Reise können sie sich nicht leisten, da Jimmy gerade erst zum x-ten Mal von seiner Freundin verlassen worden ist (der er zuvor sein ganzes Geld geliehen hat) und da Fletch ohne Lohn gefeuert wurde (sein Kinderhass vertrug sich nicht mit der Tätigkeit als Clown). Also schultern sie ihre Rucksäcke und gehen wandern. Sie lassen den Zufall über ihr Ziel entscheiden und landen in dem kleinen Dorf Cragwich in der Grafschaft Norfolk. Dort scheint es aber nichts außer Kuhmist und degenerierten Dorfbewohnern zu geben. Immerhin zeigt sich der Wirt des Pubs, einer üblen Spelunke, äußerst spendabel. Er reicht nicht nur Freibier über den Tresen, sondern weist den beiden Wanderern auch den Weg zu einer Hütte im Wald, wo sie kostenlos übernachten dürfen. Unterwegs begegnen Jimmy und Fletch den ausländischen Studentinnen Anke, Trudi, Heidi und Lotte, die mit einem alten VW-Bus unterwegs sind und dasselbe Ziel haben. Fletch, der von der Wanderung bisher gar nicht begeistert war, fühlt sich angesichts der äußerst appetitlichen und sehr zutraulichen Schnittchen sofort wie im siebten Himmel.

Doch die Freude währt nur kurz, denn auf Cragwich lastet ein jahrhundertealter Fluch. Carmilla, die Königin der Vampire, hat einst die Gegend terrorisiert, die Männer niedergemetzelt und alle Frauen verführt. Sie wurde von Baron Wolfgang McLaren, einem ehemaligen Kreuzfahrer, mit einem von ihm selbst geschaffenen und mit seinem Blut getränkten Schwert vernichtet. Vor ihrem Ende hat die schöne Blutsaugerin die Bewohner Cragwichs verflucht, und seitdem verwandeln sich alle Mädchen des Dorfes an ihrem achtzehnten Geburtstag in lesbische Vampirinnen. Um die untote Brut ruhig zu halten, versorgen die Bewohner Cragwichs sie stets mit Frischfleisch, und zu genau diesem Zweck wurden die beiden Jungs sowie die Studentinnen (die ohnehin herausfinden wollten, ob die Legenden über lesbische Vampire wahr sind) zu der Waldhütte geschickt. Anke, Trudi und Heidi fallen den Vampirinnen noch in derselben Nacht zum Opfer. Auch Judy, Jimmys Ex-Freundin, erleidet dieses Schicksal. Sie wollte zu Jimmy zurückkehren, da sie nicht bei ihrem neuen Lover bleiben konnte. Jimmy, Fletch und Lotte wehren sich tapfer und können einige Vampirinnen vernichten. Doch dann werden Jimmy und Lotte, die sich ineinander verliebt haben, von der Obervampirin Eva entführt.

Eva, Baron MacLarens Frau und Carmillas Favoritin, verfolgt einen finsteren Plan, in dem Jimmy eine wichtige Rolle spielen soll. Er ist der letzte Nachkomme des Barons, und durch die Vermischung seines Blutes mit dem Blut einer Jungfrau kann Carmilla wieder ins Diesseits gerufen werden. Praktischerweise ist Lotte noch unberührt, und so finden sich die beiden jungen Leute umgehend an Bäume gefesselt vor Carmillas Krypta wieder, umringt von blutgierigen Vampirinnen. Doch Rettung naht: Rebecca, die Tochter des Vikars, wird noch in dieser Nacht ihr achtzehntes Lebensjahr vollenden. Der Vikar weiß schon, wie er verhindern kann, dass sie zur untoten Lesbierin wird: Carmilla muss wiederauferstehen und vernichtet werden, damit der Fluch gebannt wird. Das könnte nur ein Mann von McLarens Geblüt vollbringen. Der Vikar hat bereits erkannt, dass Jimmy der letzte McLaren ist. Außerdem kennt er Evas Pläne. Er schnappt sich den widerstrebenden Fletch, holt das magische Schwert aus der Gruft des Barons und eilt zur Krypta. Er ahnt nicht, dass Rebecca sich schon längst verwandelt hat und von Fletch vernichtet worden ist. Eva führt derweil das Ritual durch. Jimmys und Lottes Blut vermischt sich, Carmilla kehrt in ihre untote Existenz zurück. Nach hartem Kampf tötet Jimmy die Vampirkönigin mit dem Schwert seines Vorfahren. Nach Carmillas Ende werden alle noch lebenden Vampirinnen wieder zu normalen Lesben. Lotte, Fletch und Jimmy beschließen, weiter als Vampirjäger durch die Welt zu reisen. Aber es gibt auch noch andere ungewöhnliche Bedrohungen, zum Beispiel schwule Werwölfe...

Der Film:

Angesichts des Filmtitels wird wohl niemand einen "ernsthaften" Vampirfilm erwarten, also keinen Actionfilm wie Blade und Underworld, keinen Horrorfilm wie "30 Days of Night" oder "Near Dark" und auch kein romantisches Märchen wie Bram Stokers Dracula. Ein Porno ist es allerdings auch nicht. Nein, dies ist eine Komödie, allerdings eine mit gar nicht mal so harmlosen Gewaltszenen. Dabei ist die Idee lesbischer Vampire keineswegs neu. Carmilla, die Vampirkönigin, hat nämlich ein literarisches Vorbild mit ganz ähnlichen Präferenzen. In seiner gleichnamigen Novelle aus dem Jahre 1872 (!) beschreibt Sheridan LeFanu die Vampirin Carmilla Karnstein, die sich nur weibliche Opfer sucht und mit diesen so etwas wie eine Liebesbeziehung eingeht, bevor sie sie aussaugt und tötet. Dieses Thema hat die Phantasie der Menschen (vor allem der Männerwelt) wohl schon immer angeheizt. Und so findet man auch in "Lesbian Vampire Killers" relativ viel nackte Haut, lesbisch-vampirische Umarmungen und dergleichen.

Aber es soll ja kein Erotikfilm sein, sondern sowas wie eine Vampirfilm-Parodie. Als solche funktioniert "Lesbian Vampire Killers" nur bedingt, obwohl diverse Klischees des Genres durch den Kakao gezogen werden. Leider erweist sich Fletch als echte Nervensäge (mit englischem Originalton ist es nicht ganz so schlimm), seine Sprüche zielen meist unter die Gürtellinie und sind nur selten witzig. Von der Idee, dem magischen Schwert einen Griff in Form eines Dildos zu verleihen und ihm einen Namen zu geben, der so ähnlich wie derartiges Spielzeug klingt, mal ganz zu schweigen. Nur wenige Gags zünden wirklich und man muss leider sagen, dass der Film streckenweise fast langweilig werden könnte... wenn da nicht die vielen leckeren, meist nur leicht bekleideten Vampirinnen wären, deren Reize dankenswerterweise stets in Zeitlupe präsentiert werden. Die sind natürlich viel zu schnuckelig, als dass sie auch nur eine Millisekunde lang bedrohlich wirken könnten.

Der Film bietet aber noch andere Schauwerte, und zwar solche, die geeignet sind, wieder einmal Zweifel an der Freigabepraxis der FSK zu wecken. Da werden Schädel gespalten (siehe Bild unten) oder abgetrennt, zarte Frauenkörper werden von diversen spitzen Gegenständen durchbohrt, Blut fließt, und wenn ein Vampir vernichtet wird, dann löst er sich in weißliches Protoplasma (oder so) auf, das verdächtig nach Sperma aussieht und in Massen durch die Gegend spritzt. Wahrscheinlich muss man einen Film nur als "Komödie" bezeichnen und einen lustig-lockeren Grundton beibehalten, dann darf man alles mögliche zeigen.

Für männliche Zuschauer, die sich zuvor mit Hilfe des einen oder anderen Bierchens in leicht gelöste Stimmung versetzt haben, ist "Lesbian Vampire Killers" eine spaßige, trashige Kurzweil. Die andere Hälfte der Menschheit wird dem Film aber vermutlich nicht besonders viel abgewinnen können...

Die DVD:

Über das Bonusmaterial breite ich besser den Mantel des Schweigens - d.h. der Audiokommentar ist wahrscheinlich ganz interessant (habe nur ein bisschen was davon gehört), aber den Rest kann man getrost vergessen. Es handelt sich um schnell geschnittene, insgesamt kurze Featurettes, die ein paar zu 90% aus Eigenlob und Blödelein bestehende Interviewfetzen, wenige Blicke hinter die Kulissen und Filmausschnitte bieten. Zwei Featurettes sind nur Zusammenstellungen von Filmausschnitten, die Fletchs "beste" Sprüche bzw. Szenen enthalten, in denen die Worte "Shit" und "Fuck" vorkommen...



Screenshots


Lesbian Vampire Killers

Judy ist sauer. Irgendwie verständlich, wurde ihr doch die Frisur ruiniert.


Lesbian Vampire Killers

Die wiedergeborene Carmilla lechzt ausnahmsweise nicht nach Blut, sondern nach einem Bussi von Eva.


Lesbian Vampire Killers

Lotte, Jimmy und Fletch nach getaner Arbeit - leicht ramponiert, aber bereit für neue Taten.


J. Kreis, 09.03.2010


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