Legende Blu-ray

Legende


Legende - Kinoversion und Director's Cut (USA/GB, 1985)
- Legend -

Blu-ray / DVD - Regionalcode 2, Fox Home Entertainment
FSK: 12
Laufzeit DVD: ca. 90 Min., Blu-ray: ca. 94 Min., Director's Cut: ca. 113 Min.

Extras DVD / Blu-ray
- Kinotrailer

Regie:
Ridley Scott

Hauptdarsteller:
Tom Cruise (Jack)
Mia Sara (Lily)
Tim Curry (Herr der Finsternis)
David Bennent (Honeythorn Gump)
Alice Playten (Blix)
Annabelle Lanyon (Oona)
Cork Hubbert (Brown Tom)
Billy Barty (Screwball)




Inhalt:

Der Herr der Finsternis hasst das Tageslicht, denn es ist sein tödlichster Feind. Um sein unterirdisches Exil verlassen zu können, muss er ewige Nacht über die Welt bringen. Das ist unmöglich, solange noch Einhörner auf Erden wandeln. Der Herr der Finsternis entsendet seinen Diener, den Kobold Blix, mit dem Auftrag, die letzten beiden Einhörner zu töten und ihm die Hörner zu bringen. Blix und zwei weitere Kobolde machen sich umgehend auf den Weg in die oberirdische Welt der Menschen.

Der junge Einsiedler Jack wird unwissentlich zum Helfershelfer der Kobolde, als er Prinzessin Lily zum Versteck der Einhörner führt. Er liebt die kapriziöse junge Frau und vertraut ihr. Sie besucht ihn regelmäßig in seinem Wald und lässt sich in der Sprache der Tiere unterrichten, spielt aber mit Jacks Gefühlen. Lily nähert sich den Einhörnern. Sie ignoriert alle Warnungen ihres Freundes. Das männliche Tier wird von ihrer Unschuld und Schönheit angelockt. So kann Blix einen vergifteten Pfeil auf das Einhorn abschießen. Jack und Lily bemerken dies nicht. Die Prinzessin wirft ihren Ring in einen Teich, um Jack zu necken: Sie will denjenigen heiraten, der den Ring findet. Jack springt in das tiefe Wasser, doch er findet den Ring nicht. Als er auftaucht, ist die Welt in Kälte erstarrt. Lily ist verschwunden. Der Elf Honeythorn Gump erscheint mit seinem Gefolge, zu dem die Zwerge Brown Tom und Screwball sowie die Fee Oona gehören. Gemeinsam suchen sie nach den Einhörnern. Das weibliche Tier lebt noch, doch der Hengst scheint tot zu sein - sein Horn wurde abgetrennt. Blix hat es gestohlen und so die schreckliche Veränderung der Welt bewirkt. Lily belauscht ein Gespräch zwischen Blix und dessen Begleitern. Sie erfährt, dass das letzte Einhorn in tödlicher Gefahr schwebt. Sie will das Tier beschützen, wird aber zusammen mit ihm gefangen genommen und ins Reich des Herrn der Finsternis gebracht. Tom, Gump, Oona, Brown Tom und Screwball brechen auf, um das Einhorn zu retten.

Als der Herr der Finsternis Lily sieht, verspürt er das Verlangen, sie zu seiner Gemahlin zu machen. Er bietet ihr Schmuck, prächtige Kleider und andere Geschenke an, um sie zu verführen und auf seine Seite zu ziehen. Sie geht zum Schein auf sein Werben ein, stellt aber eine Bedingung. Der Herr der Finsternis soll ihr die Ermordung des letzten Einhorns überlassen. Jack und seine Gefährten, die inzwischen ins Reich des Herrn der Finsternis eingedrungen sind, hören dieses Gespräch mit. Als der Herr der Finsternis von der Bedrohung durch das Tageslicht spricht, erkennt Jack, wie er ihn besiegen kann. Mit großen, spiegelnden Tellern soll das Licht der Sonne in das unterirdische Verlies geleitet werden. Erneut vertraut Jack seiner Geliebten und schießt nicht auf sie, als sie sich anschickt, das letzte Einhorn zu opfern. Tatsächlich befreit sie das Tier stattdessen, woraufhin sie vom Herrn der Finsternis niedergeschlagen wird. Jack stellt sich dem dämonischen Wesen und droht zu unterliegen, doch im richtigen Moment drehen Gump und die anderen Gefährten alle Teller in die richtige Position, so dass der Herr der Finsternis von einem Lichtstrahl getroffen und in den Abrund des Alls gestoßen wird.

Jack und seine Freunde kehren in den Wald zurück, der nun wieder frei von Schnee und Eis ist. Lily ist bewusstlos; ein Fluch liegt auf ihr. Während Gump das männliche Einhorn heilt, indem er das Horn zu ihm zurückbringt, taucht Jack erneut nach dem Ring. Diesmal findet er ihn. Er steckt ihn Lily an den Finger und küsst sie wach. Sie gibt Jack den Ring zurück und gesteht ihm endlich ihre Liebe.

Kommentar

Nach zwei zeitlosen Filmen, die meiner Meinung nach zu den bedeutendsten Meilensteinen der Science Fiction gehören (Alien und Blade Runner), wandte sich Ridley Scott der Fantasy zu. Das Ergebnis war "Legende", und der Film war ein Flop. Im Gegensatz zu "Blade Runner", der zunächst auch kein Erfolg war, sich aber schnell zum Kultfilm gemausert hat und genau wie "Alien" stilbildend geworden ist, ist es bei "Legende" mehr oder weniger dabei geblieben. Ich kann die Gründe dafür zwar verstehen, trotzdem ist "Legende" einer meiner Lieblingsfilme. Ich kann ihn immer wieder anschauen, ohne mich zu langweilen. Gut: Die Handlung ist dünn und vorhersehbar. Tom Cruise, hier in seiner ersten Hauptrolle vor dem internationalen Durchbruch mit "Top Gun", hat außer seinen zwei Standard-Gesichtsausdrücken (Grinsen bzw. offen stehender Mund) wenig zu bieten. Die Szenen im Märchenwald, dem man oft allzu deutlich ansieht, dass es sich um eine Studiokulisse handelt, sind in ihrer zuckersüßen Kitschigkeit kaum zu ertragen. Das gilt auch für Mia Sara, solange sie in der Rolle der zickigen, hirnlosen Prinzessin nervt. Na gut, die Schauspielerin war damals noch nicht mal volljährig, aber trotzdem...

Aber da gibt es noch Tim Curry in der Rolle des Herrn der Finsternis. Er allein hätte schon ausgereicht, um den Film zu retten! Er liefert die beeindruckendste Darstellung des Teufels ab, die ich je gesehen habe. Der Herr der Finsternis kann selbst heute, im Zeitalter der perfekten CGI, noch hundertprozentig überzeugen. Hufe, Muskelpakete unter roter Haut, gewaltige schwarze Hörner, gelbe Augen mit Schlitzpupillen - man kann erahnen, welche Qualen Tim Curry beim Tragen dieser Ganzkörpermaske durchlitten haben muss. Dazu dann noch seine vermutlich verfremdete, tiefe und voluminöse Stimme, sein wahrhaft diabolisches Lachen, sein Schwanken zwischen beherrschter Höflichkeit und explosivem Zorn... grandios! Da könnte sich selbst Hellboy noch eine Scheibe abschneiden. Zum Glück verwandelt sich Mia Sara, nachdem sie scheinbar verführt worden ist (wundervoll dargestellt in einer Szene, in der sie mit ihrer "bösen" Seite tanzt und mit dieser verschmilzt) von der naiven Prinzessin in eine dunkle Schönheit, die es schafft, den Herrn der Finsternis auszutricksen. David Bennent verleiht dem Elfen Honeythorn Gump eine beunruhigende Note, und selbst die hübsche Fee Oona ist durchaus ambivalent. Andere skurrile Figuren wie die "Sumpfmarie" - ebenfalls eine super gemachte, sehr gruselige Ganzkörpermaske - die Kobolde, Feen und Zwerge oder die monströsen Dungeon-Köche werten das Ganze weiter auf. Das Reich des Herrn der Finsternis kann sich wirklich sehen lassen, da wurde nicht an Ausstattung und Pyrotechnik gespart. Die bedrohliche Atmosphäre wird durch einen tollen Soundtrack mit dröhnenden Chorgesängen noch unterstützt.

Die phantastischen Schauwerte und Tim Currys Performance trösten über die Schwächen des Films locker hinweg. Man sollte die Story nicht hinterfragen, sondern als modernes Märchen betrachten, in dem es um den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse, Unschuld und Verführung geht.

DVD-/Blu-ray-Features

Zum Bonusmaterial der DVD und der Blu-ray gibt's nicht viel zu sagen: Außer einem Kinotrailer wird nichts geboten.

Der Film liegt in zwei Versionen vor: Kinoversion (DVD und Blu-ray) und Director's Cut (nur Blu-ray, nur englische Sprachversion). Er ist 20 Minuten länger als die Kinoversion und hat ein anderes Ende. Es handelt sich hauptsächlich um Erweiterungen bereits vorhandener Szenen, ganz neue Elemente kommen nicht hinzu. Die Erweiterungen machen den Film jedoch viel "runder" und schlüssiger, vor allem gibt es mehr vom Herrn der Finsternis zu sehen. Der Showdown wirkt im Director's Cut nicht mehr so hektisch, außerdem werden dem Herrn der Finsternis ein paar letzte Worte gegönnt, bevor er ins All gerissen wird. In der Kinoversion verschwindet der Herr der Finsternis einfach. Allerdings kann man sich fragen, wie der Weltraum denn bitteschön in das unterirdische Gewölbe kommt... Die Kinoversion endet damit, dass Lily erwacht und dann mit Jack in den Sonnenuntergang läuft. Im Director's Cut folgt nach Lilys Erwachen erst noch ein Dialog. Lily fragt Jack, ob sie am nächsten Tag wiederkommen darf. Er hat natürlich nichts dagegen einzuwenden. Jack läuft danach allein in den Sonnenuntergang.

J. Kreis, 26.03.2009
Update Blu-ray: 26.03.2012




Gastkommentare


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Hans (10.04.2016):

Je länger ich in Ihrem Filmarchiv stöbere desto mehr merke ich, daß ich bei vielen Filmen doch keine andere Meinung habe (wie ich neulich mal geschrieben habe) und daß Sie viele Filme mögen, die auch bei mir Kultstatus haben. Legende gehört da definitiv dazu! Und ein Lob mal ganz allgemein: das Kreis-Archiv ist wirklich eine außergewöhnlich gute Sache, wenn ich mir allein vorstelle was da eine Menge an Arbeit drinsteckt... HUT AB !!!



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