Lawrence von Arabien

Lawrence von Arabien


Lawrence von Arabien (GB / USA, 1962)
- Lawrence of Arabia -

Blu-ray, Sony Pictures Home Entertainment
DVD - Regionalcode 2, Columbia Tristar Home Video
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 227 Minuten (Blu-ray) bzw. 218 Minuten (DVD)

Extras Blu-ray und DVD:
- Making of (61:29 Min.)
- "Maan, Jordanien: Kamele als Darsteller" (2:01 Min.)
- "Auf der Suche nach Lawrence" (5:00 Min.)
- "Eine Romanze in Arabien" (4:39 Min.)
- "Wind, Sand and Stars: Making of eines Klassikers" (4:34 Min.)
- Im Gespräch mit Steven Spielberg (8:49 Min.)
- Die Premiere in New York (1:10 Min.)
- Werbekampagnen (selbstablaufende Bildergalerie, 4:51 Min.)

Zusätzliche Extras Blu-ray
- Geheimnisse von Arabien: Bild-in-Grafik-Track
- Peter O'Toole erinnert sich an "Lawrence von Arabien" (21:07 Min.)

Zusätzliche Extras DVD
- Auf Reisen mit Lawrence
- Trailer
- Filmografien (Text)

Regie:
David Lean

Hauptdarsteller:
Peter O'Toole (Thomas Edward Lawrence)
Omar Sharif (Sherif Ali ibn el Kharisch)
Alec Guinness (Prinz Faisal)
Anthony Quinn (Auda abu Tayi)
Anthony Quayle (Colonel Brighton)
Jack Hawkins (General Edmund Allenby)
Michel Ray (Farraj)
John Dimech (Daud)
I. S. Johar (Gasim)
Arthur Kennedy (Jackson Bentley)




Story

Der gebildete und charismatische, allerdings zur Insubordination neigende britische Leutnant T.E. Lawrence erhält während des Ersten Weltkriegs den Auftrag, einen von Prinz Faisal angeführten Aufstand der Araber gegen die Türken zu beobachten. Die Rebellion war bisher wenig erfolgreich, da die Beduinen unorganisiert und nicht vertraut mit der modernen Kriegsführung sind. Anders als die meisten anderen Briten interessiert sich Lawrence für die Beduinen und versucht sich ihrer Lebensweise anzupassen. Unterwegs zu Prinz Faisals Feldlager freundet er sich mit seinem Führer an. Dieser wird von Sherif Ali ibn el Kharisch erschossen, als er verbotenerweise Wasser aus einem Brunnen schöpft, der dem von Ali angeführten Beduinenstamm gehört. Lawrence reitet allein weiter und begegnet Colonel Brighton, dem britischen Militärberater Prinz Faisals. Während eines Gesprächs des Colonels mit dem Prinzen und Ali, bei dem es um die weitere Schlachtplanung geht, mischt sich Lawrence befehlswidrig ein. Ihm ist klar, dass es Brighton nicht darum geht, den Freiheitskampf der Araber zu unterstützen. Sie sollen lediglich für den britischen Feldzug instrumentalisiert werden. Lawrence schlägt vor, Faisal solle sich nicht wie von Brigthon gefordert nach Yenbo zurückziehen. Der Prinz ist beeindruckt von den Kenntnissen und der Offenheit des jungen Offiziers und spricht allein mit ihm. Er willigt in Lawrences Plan ein, die Hafenstadt Akaba einzunehmen, um Zugang zu dringend benötigtem Nachschub zu erhalten. Die britische Flotte kann Akaba nicht angreifen, denn die dortigen türkischen Truppen verfügen über schwere Geschütze. Nur ein Angriff von der kaum befestigten Landseite her hat Aussicht auf Erfolg, weil die zur Seeseite ausgerichteten Geschütze nicht gewendet werden können. Zu diesem Zweck muss jedoch ein Wüstengebiet durchquert werden, das selbst von den Beduinen für unbezwingbar gehalten wird. Prinz Faisal stellt Lawrence 50 Mann für diese tollkühne Aktion zur Verfügung, darunter Ali. Die Waisenjungen Daud and Farraj schließen sich dem Trupp an. Sie verehren Lawrence und überreden ihn, sie als Diener einzustellen.

Durch seinen Mut, seine Ehrenhaftigkeit und sein Verständnis für die Belange der Beduinen gewinnt Lawrence den Respekt der Wüstenkämpfer. Ali wird zu seinem engsten Freund. Der Ritt durch die Wüste Nefud ist eine Qual für Mensch und Tier, aber alle Männer bis auf einen gelangen rechtzeitig aus dem Glutofen heraus. Gasim ist unterwegs vom Kamel gefallen und hat nun den sicheren Tod vor Augen. Lawrence kehrt um und rettet den Mann. Durch diese heldenhafte Tat gewinnt er endgültig die Bewunderung seiner Gefährten. Für die Attacke auf Akaba benötigt Lawrence die Unterstützung der auf der anderen Seite der Nefud lebenden Howeitat-Beduinen. Er setzt seine Überredungskunst ein, um den Stammesführer Auda abu Tayi auf seine Seite zu bringen. Gasim tötet einen Howeitat, woraufhin sich die Stämme gegeneinander wenden. Da Lawrence zu keinem der beiden Stämme gehört, kann nur er den Bruderkrieg und ein Scheitern seiner Pläne verhindern. Er ist gezwungen, den Mann zu erschießen, den er aus der Nefud gerettet hat. Lawrence entdeckt eine dunkle Seite von sich selbst, denn er genießt die Hinrichtung. Akaba wird im Handstreich genommen. Lawrence kehrt anschließend mit Farraj und Daud nach Kairo zurück, um von seinem Erfolg zu berichten und Nachschub zu beschaffen. In der Wüste verliert er seinen Kompass und verirrt sich. Daud stirbt im Treibsand. Lawrence und Farraj erreichen Kairo mit letzter Kraft. Dort wird Lawrence von General Allenby zum Major befördert. Man verspricht ihm Geld und Waffen, aber die angeforderte Artillerie wird nicht geliefert, denn damit wären die Araber in der Lage, ihre Unabhängigkeit zu gewinnen. Das entspricht nicht den britischen Interessen, deren wahre Natur man Lawrence verschweigt.

In der folgenden Zeit verüben Lawrence und seine Kämpfer mehrere Anschläge auf Bahnlinien in der Wüste. Der amerikanische Kriegsberichterstatter Jackson Bentley macht Lawrence durch eine Zeitungskampagne in der ganzen Welt bekannt, so dass er zur lebenden Legende wird. Die Guerillataktik hat Erfolg, aber Lawrences Streitmacht schrumpft, während seine Selbstüberschätzung wächst. Immer mehr Beduinen kehren zu ihren Stämmen zurück, nachdem sie sich bei der Plünderung von Zügen bereichert haben. Ein Anschlagsversuch schlägt fehl. Dabei wird Farraj durch die Explosion eines Sprengzünders schwer verletzt. Lawrence muss ihn erschießen, damit der Junge nicht den Türken in die Hände fällt. Während der Erkundung der Stadt Daraa wird Lawrence selbst von den Türken gefangen genommen. Er wird zwar nicht erkannt, aber man demütigt und foltert ihn. Danach ist er nicht mehr derselbe. Nachdem er sich einigermaßen erholt hat, reist er mit der festen Absicht nach Kairo, niemals wieder in die Wüste zurückzukehren. General Allenby braucht ihn jedoch für den bevorstehenden entscheidenden Vorstoß nach Damaskus. Lawrence erfährt von einer Übereinkunft Großbritanniens und Frankreichs, der zufolge sich die beiden Mächte die Herrschaft über Arabien nach dem Sieg über die Türken teilen wollen. Lawrence setzt sich deshalb einmal mehr an die Spitze der vereinigten arabischen Stämme, um Damaskus vor den britischen Truppen zu erreichen. Außerdem heuert er mit den von General Allenby erhaltenen Geldmitteln zahlreiche Söldner an. Der Coup gelingt, obwohl sich Lawrence damit aufhält, ein Massaker an fliehenden türkischen Soldaten anzurichten.

Die Araber sind nicht in der Lage, Damaskus zu halten. Die Stämme rivalisieren immer noch untereinander und sind weit davon entfernt, eine funktionierende Organisation aufzubauen. Die Verhältnisse in der Stadt nehmen schnell katastrophale Ausmaße an. Die meisten Beduinen ziehen wieder ab. So fällt Damaskus doch noch unter britische Oberhoheit. Lawrence erhält den Rang eines Colonel und kehrt desillusioniert in die Heimat zurück. Prinz Faisal gibt zu, dass er froh ist, Lawrence los zu sein. Im Jahre 1935 stirbt Lawrence bei einem Motorradunfall.

Kommentar

Uff, wie soll ich dieses zeitlose Meisterwerk, diesen monumentalen Meilenstein der Filmgeschichte, dessen Einfluss gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann, noch kommentieren? Da fällt mir wirklich kaum etwas ein. Das bildgewaltige Epos mag historisch unkorrekt sein, sowohl bei der Darstellung des arabischen Unabhängigkeitskampfes als auch bei der Glorifizierung der Hauptperson und der klischeehaften Figurenzeichnung der Beduinen. Der Film mag mit dreieinhalb Stunden, einer Ouvertüre und einer Pause (beide Male ist mehrere Minuten lang nur Musik zu hören) zu lang und viel zu behäbig sein, zumindest wenn man moderne Sehgewohnheiten als Maßstab nimmt. Aber das ist alles unerheblich. Die phantastischen Landschaftsaufnahmen, die überragenden Schauspieler, die mitreißende Musik und die meisterhafte Inszenierung ziehen mich jedes Mal aufs Neue in ihren Bann, obwohl ich den Film schon x-mal gesehen habe.

"Lawrence von Arabien" ist perfekt - mehr kann ich dazu nicht sagen. Deshalb mache ich diesmal erstmals etwas, das ich sonst tunlichst unterlasse: Ich verweise auf Filmkritiken im Internet. Siehe hier:

Filmstarts
Filmzentrale 1
Filmzentrale 2

Dem habe ich nichts hinzuzufügen. Gebt mir bitte Bescheid, falls die Links irgendwann mal nicht mehr funktionieren sollten!

Blu-ray-/DVD-Features

Das Bonusmaterial von DVD und Blu-ray ist weitgehend identisch. Dazu gehört ein gut einstündiges Making of aus dem Jahre 2000, in dem unter anderen Interviews mit David Lean, Anthony Quinn und Omar Sharif enthalten sind. Hinter-den-Szenen-Material (Film und Fotos) sind zu sehen, auf den realen T.E. Lawrence wird eingegangen, viele Anekdoten werden zum Besten gegeben. Ich wusste zum Beispiel nicht, dass der junge jordanische König Hussein persönlich bei der Realisierung des Films geholfen hat. Man erhält außerdem Informationen über die Restaurierung. Bekanntlich wurde "Lawrence von Arabien" seinerzeit für die Kino- und Fernsehverwertung immer weiter gekürzt. Die entfernten Szenen wurden nachträglich wieder eingefügt. Weil das entsprechende Filmmaterial teilweise keinen Ton hatte, musste mit den Originalschauspielern nachsynchronisiert werden. Das Gespräch mit Steven Spielberg, ebenfalls aus dem Jahre 2000, wurde vermutlich aus Anlass der Restaurierung geführt, denn Spielberg war an diesen Arbeiten beteiligt. Er erzählt, was der Film für ihn ganz persönlich bedeutet. Hinzu kommen drei kurze zeitgenössische Featurettes in schwarzweiß, die vermutlich Teil der damaligen Werbekampagne waren, sowie eine kurze Featurette aus dem Jahre 1970. In den ersten drei Beiträgen geht es um die Auswahl der für die Dreharbeiten benötigten Kamele und den Transport zum Drehort, organisiert vom Stuntman John Sullivan, um die Drehorte und die mit den Dreharbeiten in der Wüste verbundenen Schwierigkeiten. Im letzten Beitrag kommen auch mal die Schauspieler zu Wort und berichten über die Dreharbeiten. Dann noch ein kurzer Clip in schwarzweiß und mit schlechter Bildqualität, der Schauspieler und Promis bei der Premiere zeigt, sowie eine selbstablaufende Bildergalerie mit Dialogen/Musik aus dem Film und einem Erzähler, der etwas zur Werbekampagne in den verschiedenen Ländern und zu den Schnittversionen sagt.

DVD-exklusiv neben einem Trailer und Filmografien sowie einem mehrseitigen Booklet mit ausführlichen Infos zu T.E. Lawrence und dem Film: Eine interaktive Karte, auf der man einzelne Stationen der Reisen des T.E. Lawrence anklicken kann. Man erhält dann Bild- und Textinfos zu den historischen Ereignissen. Nur auf der Blu-ray: Ein Interview mit dem sichtlich gealterten Peter O'Toole aus dem Jahre 2009, in dem er berichtet, wie er überhaupt zu der Rolle gekommen ist und dass der Enkel des realen Auda abu Tayi damals sein Trainer war. Auch hier gibt's wieder viele Anekdoten. Zum Beispiel hat O'Toole den Sattel seines Kamels mit Schaumstoff ausgepolstert. Die Beduinen, die bei der Filmproduktionen beteiligt waren, wollten prompt auch sowas haben. Ebenfalls Blu-ray-exklusiv: Der Bild-in-Grafik-Track "Geheimnisse von Arabien". Der Film läuft in einem kleinen Bildausschnitt, links davon werden während des gesamten Films Texte und Bilder, Landkarten usw. eingeblendet. Es handelt sich vor allem um Wissenswertes über den realen T.E. Lawrence, sein Buch "Die sieben Säulen der Weisheit", die Schauplätze seiner Reisen sowie um Gebräuche und Traditionen des Lebens in der Wüste.

Die Bildqualität der Blu-ray ist erstaunlich gut. Es ist kaum zu glauben, dass der Film schon 50 Jahre alt sein soll! Es gibt übrigens keinen Laufzeitunterschied bei DVD und Blu-ray. Die o.g. Zeiten kommen dadurch zustande, dass Blu-rays mit knapp 24 Bildern pro Sekunde laufen, so dass sie immer ca. 4 Prozent länger sind als PAL-DVDs, die mit 25 Bildern pro Sekunde laufen.


J. Kreis, 20.06.2013




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