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Die vier Söhne der Katie Elder Die vier Söhne der Katie Elder (USA, 1965)
- The Sons of Katie Elder -

DVD - Regionalcode 2, Paramount
FSK: 16
Laufzeit: ca. 117 Minuten

Extras
Trailer, Kinoplakat

Regie:
Henry Hathaway

Hauptdarsteller:
John Wayne (John Elder)
Dean Martin (Tom Elder)
Earl Holliman (Matt Elder)
Michael Anderson jr. (Bud Elder)
George Kennedy (Curley)
Martha Hyer (Mary Gordon)
Paul Fix (Billy Wilson)
James Gregory (Morgan Hastings)
Dennis Hopper (Dave Hastings)




Inhalt:

Die vier Söhne der jüngst verstorbenen Katie Elder haben sich seit 10 Jahren nicht mehr gesehen. Zur Beerdigung ihrer Mutter, die im kleinen texanischen Städtchen Clearwater gelebt hat und dort beliebt und geachtet war, kommen die Brüder wieder zusammen. Ihre bloße Anwesenheit sorgt für Ärger. Die Ankunft des ältesten Bruders John Elder, eines berüchtigten Revolvermannes, wird besonders argwöhnisch beobachtet. Vor allem Morgan Hastings, der die wirtschaftliche Macht in Clearwater übernehmen will, hat Grund, die Elder-Brüder zu fürchten. Er hat nicht nur Katie Elder betrügerisch um ihren Besitz gebracht (er nutzt ihre an einem Fluss gelegene Farm seitdem als Spekulationsobjekt), sondern auch ihren Mann ermordet, um den Betrug zu vertuschen. Er heuert deshalb den Killer Curley an, hält diesen aber zunächst noch zurück. Als die Elder-Brüder damit beginnen, die Angelegenheiten ihrer verstorbenen Mutter zu regeln, stoßen sie zwar nicht auf offen gebliebene Rechnungen, dafür aber auf umso mehr offene Fragen. Katie Elder war gezwungen, ihre letzten Tage in einer armseligen Kate zu verbringen - allerdings sind die Brüder daran nicht unschuldig, denn sie haben sich seit Jahren nicht mehr um ihre Mutter gekümmert - und der Tod ihres Vaters ist nie aufgeklärt worden.

Die Elder-Brüder stoßen in Clearwater auf eine Mauer des Schweigens und der Feindseligkeit, was natürlich erst recht ihre Neugier weckt. Sheriff Billy Wilson würde die Brüder am liebsten aus der Stadt jagen. Nur die junge Mary Gordon, die mit Katie befreundet war, hilft den Brüdern. Sie finden bald heraus, dass ihr Vater die Ranch keineswegs verspielt hat, wie allgemein angenommen wird, und dass Hastings hinter allem steckt. Der allerdings treibt einen Steckbrief auf, dem zufolge Tom Elder, ein notorischer Glücksspieler, jemanden ermordet haben soll. Als Sheriff Wilson Tom abholen will, wird er von Hastings aus dem Hinterhalt erschossen, so dass es aussieht, als hätten die Elders ihn ermordet. Die Elder-Brüder sind allerdings schon gar nicht mehr anwesend - sie sind dabei, einige Pferde zu verkaufen, um Bud, dem jüngsten Sohn, den weiteren Schulbesuch finanzieren zu können. Der übereifrige Deputy fängt die Brüder ab. John will die Sache friedlich regeln, um das Andenken seiner Mutter zu ehren, also lassen die Brüder sich verhaften. Vor dem Gefängnis sammelt sich der Mob, Lynchjustiz liegt in der Luft. Der Deputy beschließt, die Elder-Brüder zu ihrer eigenen Sicherheit nach Laredo zu verlegen.

Aber auch hier funkt Hastings wieder dazwischen. Er arrangiert einen Hinterhalt, außerdem stehen einige Leute des Deputys in Hastings Diensten. John wittert den Braten und so kommt es zu einer wilden Schießerei, bei der sowohl Curley als auch Matt Elder und der Deputy ihr Leben verlieren. Bud wird angeschossen und schwer verwundet. John und Tom bringen ihn nach Clearwater zurück, wo sie sich in einer Scheune verschanzen. Nachdem Bud versorgt ist, kidnappt Tom den Sohn ihres Widersachers, um endlich die Wahrheit aus ihm herauszupressen. Er wird dabei von Hastings verfolgt und angeschossen. Hastings schreckt nicht einmal davor zurück, seinen eigenen Sohn zu erschießen, muss dann aber in sein Waffengeschäft fliehen. Vom sterbenden Dave Hastings erfährt John endlich, was damals wirklich geschehen ist. Dann rechnet er mit dem Übeltäter ab und sprengt dessen Laden in die Luft. Auch Tom überlebt die Sache, Bud wird bei Mary Gordon in Sicherheit gebracht.

Der Film:

Ich habe gelesen, dass John Wayne zum Zeitpunkt der Dreharbeiten für diesen Western eine schwere Krebsoperation hinter sich hatte. Umso beeindruckender ist seine Leistung, denn man merkt ihm absolut nichts an. Offensichtlich macht er viele Stunts selbst und wirkt auch sonst genauso saft- und kraftvoll, wie man es vom "Duke" kennt. Er spielt die ihm auf den Leib geschriebene Rolle des ebenso knurrigen wie lässigen alten Haudegens mit Bravour. Die Reibereien mit seinen Brüdern, insbesondere mit dem von Dean Martin sehr pfiffig dargestellten Spieler Tom, funktionieren prächtig und sorgen immer wieder für amüsante Szenen. Man nimmt praktisch allen Schauspielern jederzeit ab, was sie tun und sagen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Zerknirschung der schuldbewussten Söhne, wenn Mary Gordon ihnen die Leviten liest. Die Brüder müssen ein wenig Detektivarbeit leisten, so erhält der Film fast Krimi-Flair.

Hier kommt dann ein etwas problematisches Element ins Spiel, das man angesichts des Genres aber nicht überbewerten sollte. Sobald nämlich feststeht, wer der Übeltäter ist, muss John sich entscheiden, was weiter geschehen soll. Zunächst ringt er sich dazu durch, auf Selbstjustiz zu verzichten und alles seinen gesetzlich geregelten Gang gehen zu lassen. Als sich dann aber herausstellt, dass die Ordnungshüter der Sache nicht mehr gewachsen sind, nimmt er die Dinge doch selbst in die Hand. Gut - während des Überfalls auf den Gefangenentransport haben die Elder-Brüder keine Wahl, als sich ihrer Haut zu erwehren und ordentlich herumzuballern. Wäre ja auch etwas enttäuschend gewesen, wenn es überhaupt kein Feuergefecht gegeben hätte, nicht? Aber John hätte Hastings nicht töten müssen, denn zumindest einen Zeugen für Daves Geständnis gibt es ja.

Egal. Insgesamt ist "Die vier Söhne der Katie Elder" ein spannender Edel-Western mit toller Atmosphäre, hervorragenden Schauspielern und ausreichend viel Pulverdampf. Auch Schlägereien, Cowboyromantik mit schönen Landschaftsaufnahmen, die unvermeidliche Saloon-Szene usw. fehlen nicht. Nur das Ende kommt etwas abrupt. Ich hätte schon gern noch erfahren, wie die ganze Sache ausgeht, d.h. ob die Anschuldigungen gegen die Elder-Brüder denn nun fallen gelassen werden oder nicht. Diese Frage bleibt offen.

Die DVD:

Als Bonusmaterial auf dem Silberling ist zwar nur ein Kinotrailer vorhanden, aber im DVD-Cover steckt noch ein großformatiges Aushangposter. Nette Beigabe. Ansonsten ist noch die gute Bild- und Tonqualität erwähnenswert.

J. Kreis, 06.10.2007
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