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Junior Junior (USA, 1994)

DVD - Regionalcode 2 und 4, Universal
FSK: 6
Laufzeit: ca. 106 Minuten

Extras
Featurette, Produktionsnotizen (Texttafeln), Infos zu Cast und Crew (Texttafeln), Trailer, Universal Weblinks

Regie:
Ivan Reitman

Hauptdarsteller:
Arnold Schwarzenegger (Dr. Alex Hesse)
Danny DeVito (Dr. Larry Arbogast)
Emma Thompson (Dr. Diana Reddin)
Frank Langella (Noah Banes)
Pamela Reed (Angela)




Inhalt:

Die Doktoren Alex Hesse und Larry Arbogast entwickeln "Expectane", ein Medikament, mit dem Abstoßungsreaktionen im menschlichen Körper unterdrückt werden können, so dass Schwangerschaften völlig komplikationslos verlaufen. Die Gesundheitsbehörde verhindert die Vermarktung des Medikaments, indem sie Versuche an Menschen verbietet, und so streicht Institutsleiter Noah Banes die Fördermittel. Das Labor wird Dr. Diana Reddin zur Verfügung gestellt, die Forschungen mit tiefgefrorenen weiblichen Eizellen betreibt. Arbogast gibt jedoch nicht auf, er geht sogar noch einen Schritt weiter: Er geht davon aus, dass Expectane es sogar einem Mann ermöglichen würde, schwanger zu werden. Tatsächlich schafft er es, Hesse dazu zu bringen, sich selbst als Versuchsperson zur Verfügung zu stellen. Fehlt nur noch eine Eizelle - die beschafft Arbogast heimlich aus dem Kryotank. Die Eizelle wird mit Hesses Spermien befruchtet und ihm in die Bauchhöhle gesetzt. Künftig muss er täglich sechs Mal Expectane und ein Hormoncocktail einnehmen. Natürlich wird all das streng geheim gehalten, denn die Gesundheitsbehörde darf nichts davon erfahren.

Hesses Schwangerschaft verläuft völlig "normal". Nach drei Monaten betrachtet Arbogast das Experiment als erfolgreich und will es beenden - schon deshalb, weil ihm Hesses Stimmungsschwankungen auf die Nerven gehen. Der einst so emotionslose und steife Wissenschaftler wird unter der Hormonbehandlung übersensibel und stopft alle möglichen Nahrungsmittel in sich hinein. Außerdem entwickelt er einen echten Mutterinstinkt und weigert sich, die Schwangerschaft abzubrechen. Er will das Kind um jeden Preis bekommen. Gleichzeitig verliebt er sich in Diana Reddin. Doch dann kommt Noah Banes den beiden Forschern auf die Schliche, Hesses körperlicher Zustand ist inzwischen ohnehin unübersehbar geworden. Banes betrachtet das "Forschungsergebnis" (also das Baby) als Eigentum des Instituts, und meldet Besitzansprüche an. Zu allem Überfluss stellt sich auch noch heraus, dass die gestohlene Eizelle von Diana Reddin stammt. Arbogast versteckt den als Frau verkleideten Hesse in einem Heim für werdende Mütter, wo Hesse die letzten Schwangerschaftswochen ungestört verbringt und endlich auch mit Diana zusammenkommt.

Als es soweit ist, bekommt Banes Wind von der Sache und ruft die Presse zur Entbindungsklinik. Arbogast trickst ihn jedoch aus, indem er mit seiner ebenfalls hochschwangeren Ex-Frau vorfährt und für Ablenkung sorgt, während Hesse und Diana sich durch ein Fenster hineinschleichen. Per Kaiserschnitt bringt Hesse ein gesundes Mädchen zur Welt, das den Namen "Junior" erhält, gleichzeitig kommt Angela, die sich mit Arbogast versöhnt, mit einem Jungen nieder. Ein Jahr später ist auch Diana schwanger, und auch Angelas Sohn soll ein Geschwisterchen bekommen. Sie will aber nicht noch einmal die Qualen einer Schwangerschaft durchstehen. Muss sie auch nicht, meint Hesse: Arbogast könnte doch Expectane nehmen...

Der Film:

Den besonderen Reiz, den Schwarzeneggers Komödien seinerzeit hatten, kann man heute nicht mehr so recht nachvollziehen. Man kannte Schwarzenegger damals noch hauptsächlich als wortkargen Helden ziemlich brutaler Actionfilme, und die Zeit, in der er sogar die Verkörperung des Bösen war (Terminator) lag auch noch nicht gar so lange zurück. Da war es einfach ziemlich verrückt, ihn plötzlich als Sympathieträger in Familienkomödien zu sehen. Allerdings war "Junior" nicht der erste derartige Versuch, und so war dieser Effekt auch damals schon etwas abgenutzt. In Kindergarten Cop hat er jedenfalls erheblich besser funktioniert. In "Junior" wird alles auf die Spitze getrieben - übertrieben, könnte man sagen. Die Komik entsteht aus Hesses Entwicklung in der Schwangerschaft und in seinen Reaktionen darauf, sowie in den vertauschten Rollen Hesses und Dianas. Viel mehr ist nicht drin, aber die Schauspieler machen es dennoch sehenswert.

Schwarzenegger als schwangerer Mann, der plötzlich vor Glück strahlt und sich über seine sanft gewordene Haut sowie die empfindlichen Brustwarzen freut, ist insbesondere im Zusammenspiel mit dem ebenso zynischen wie enthusiastischen DeVito einfach unschlagbar. Er heult bei Seifenopern, hat gar nichts anzuziehen, quengelt rum, wenn Arbogast zu spät zum Essen kommt... köstlich. Die entsprechenden Szenen sorgen also durchaus für den einen oder anderen Lacher. Schwarzenegger kann hier wieder einmal zeigen, dass er mehr drauf hat als den stereotypen stoischen Actionhelden. Wunderbar - trotz gelegentlicher Anflüge von Over-Acting - ist auch Emma Thompson in der Rolle einer etwas tolpatschigen, eher maskulinen Wissenschaftlerin. Man muss den Film übrigens im Original sehen, um ihn richtig würdigen zu können. Nur so kommen Gegensätze wie Schwarzeneggers Österenglisch und Thompsons Oxford-Englisch richtig zur Geltung.

Richtig albern wird es erst, als Hesse sich, als Frau verkleidet, unter die Schwangeren des Heims für werdende Mütter mischt. Das hätte nicht sein müssen. Obwohl die Idee, ihn dort als Dopingopfer aus dem ostdeutschen Sportbetrieb vorzustellen, auch schon wieder nicht schlecht ist. Natürlich kommt auch dieser Film nicht ohne einen Hauch Action aus, und der "Showdown im Kreißsaal" ist ein guter Schlusspunkt für diese ganz nette, insgesamt aber doch (gerade in Anbetracht des zugrunde liegenden Themas) etwas zu harmlose Wohlfühl-Komödie.

Die DVD:

Vergesst das Bonusmaterial. Eine gut 6 Minuten lange Featurette, in der die Schauspieler und der Regisseur denkbar kurz darüber sprechen, um was es in diesem Film geht (wozu braucht man das, wenn man selbigen gerade gesehen hat?) und in der noch kürzer Momente von den Dreharbeiten zu sehen sind, dazu die üblichen Textinfos - das war's.

J. Kreis, 17.02.2008
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