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Jules Verne Box 2 Jules Verne Box 2

DVD - Regionalcode 2, MIG Filmgroup
Altersfreigabe: FSK 16

Extras
Keine

Die Box enthält folgende Filme:


Die Stadt aus Stahl (CSSR 1979, ca. 86 Minuten)
- Tajemstvi oceloveho mesta -

Regie:
Ludvik Raza

Hauptdarsteller:
Jaromir Hanzlik (Marcel Zodiak / Ingenieur Moltke)
Martin Ruzek (Dr. Francois Sarrasin)
Josef Vinklar (Prof. Eric Janus)
Jan Potmesil (Viktor Garmond jr.)
Petr Kostka (Graf van Hulshof)


Die Reise ins Zentrum der Zeit (USA 1967, ca. 79 Minuten)
- Journey to the Center of Time -

Regie:
David L. Hewitt

Hauptdarsteller:
Anthony Eisley (Dr. Mark Manning)
Abraham Sofaer (Dr. Gordon)
Gigi Perreau (Dr. Karen White)
Scott Brady (Stanton)
Poupee Gamin (Vina)


Die Reise zum Planet des Grauens (USA 1982, ca. 70 Minuten)
- Mysterious Planet -

Regie:
Brett Piper

Hauptdarsteller:
Paula Taupier
Boydd Piper
Michael Quigley
Bruce E. Nadeau jr.




Inhalt "Die Stadt aus Stahl":

Ende des 19. Jahrhunderts erben zwei Männer ein gewaltiges Vermögen. Der Mediziner Sarrasin und der Chemiker Janus erhalten je 250 Millionen Francs. Beide verwirklichen mit dem Geld ihren Lebensplan. Während Sarrasin 50.000 Menschen eine neue Heimat in der von seinem Schwiegersohn Marcel Zodiak entworfenen Stadt Fortuna gibt, errichtet Janus eine Stadt aus Fabriken, die als "Stählerne Stadt" bekannt wird. Im modernen, humanistisch geprägten Fortuna führen die Menschen ein glückliches Leben, doch in der Stählernen Stadt herrscht ein totalitäres Militärregime. Pausenlose harte Arbeit, soziale Kälte und Umweltverschmutzung bestimmen den Alltag. Janus hat seine Vorstellung der Machtkonzentration auf die Spitze getrieben. Er persönlich kontrolliert alles und reglementiert das Leben aller Stadtbewohner durch Tagesbefehle. Würde er sterben, so wäre die gesamte Stadt handlungsunfähig, denn selbständiges Denken ist verboten. Nach jahrelanger Stahlproduktion und Aufrüstung sind die Rohstoffvorräte der Stählernen Stadt fast aufgebraucht. Da es im Bereich von Fortuna noch genügend Bodenschätze gibt, die er für seine Welteroberungspläne braucht, entwickelt Janus Pläne zur Besetzung der Nachbarstadt. Das bleibt Sarrasin nicht verborgen, doch eines Tages kommen keine Nachrichten mehr von seinem Informanten in der Stählernen Stadt, einem Mann namens Garmond. Ein Jahr später wendet sich Sarrasin an die Weltöffentlichkeit, denn ein Flüchtling aus der Stählernen Stadt hat etwas von einer Geheimwaffe berichtet. Aber selbst Graf van Hulshof, Sarrasins Freund und Herausgeber der Zeitung "Consideration", glaubt nicht an Invasionspläne. Er hat die Stählerne Stadt schon mehrmals besucht. Janus hat ihm versprochen, dass kein Soldat den Grenzfluss überschreiten werde.

Marcel soll inkognito in die Stählerne Stadt reisen und Kontakt mit Garmond aufnehmen. Vor Ort kann er sich selbst davon überzeugen, dass es tatsächlich eine Superwaffe gibt, denn er beobachtet einen Unfall mit einem riesigen Geschoss. Durch ausströmendes Gas ersticken einige Menschen und erstarren innerhalb von Minuten zu Eis. Da Garmond nicht zu finden ist, folgt Marcel dessen Sohn Viktor, den man seit einem Jahr in einem Internat am Stadtrand festhält. Weder Marcel noch Viktor ahnen, dass Garmond schon lange tot ist. Er wurde als Spion entlarvt und erschossen. Der für Janus arbeitende Ingenieur Moltke versucht seitdem, die Identität von Garmonds Kontaktleuten aus Viktor herauszuholen. Als Marcel Viktor aufsucht, ist auch Moltke zugegen. Es kommt zum Kampf. Marcel ist gezwungen, Moltke zu töten. Da er ihm wie ein Zwilling ähnelt, schlüpft Marcel in die Rolle des Ingenieurs. So erhält er Zugang zum innersten Sektor der Stadt. Durch seine überragenden Leistungen steigt Marcel zum engsten Mitarbeiter des Professors auf und erfährt, dass dessen Superwaffe schon fast fertig ist: Eine gigantische, im Berg "Zyklop" verborgene Kanone soll über viele Meilen hinweg ein Geschoss auf Fortuna abfeuern, das über dem Ziel hundert kleinere, mit Gas gefüllte Projektile freisetzen kann. Durch das Gas sollen alle Bewohner Fortunas mit einem Schlag getötet werden. Die Gebäude und die Infrastruktur würden unbeschädigt bleiben. Janus könnte also sein der Weltpresse gegebenes Versprechen halten: Anstelle von Soldaten würden nur Arbeiter in Fortuna einmarschieren.

Mit einer Brieftaube warnt Marcel seinen Schwiegervater, aber der Zeitpunkt des Angriffs ist noch unklar. Um nicht selbst einen Krieg zu provozieren, muss Sarrasin deshalb seine eigenen Vorbereitungen abbrechen und die Soldaten vom Grenzfluss abziehen. Marcels Tarnung fliegt auf, denn Janus weiß genau, dass der echte Moltke nie zu seinen Leistungen fähig gewesen wäre. Marcel wird am Leben gelassen, denn Janus will die Festnahme eines Spions zu Propagandazwecken ausnutzen. So will er seinen für den Jahreswechsel vorgesehenen "Präventivschlag" rechtfertigen. In wochenlanger Arbeit näht Marcel drei kleine Ballons, die er mit Gas aus der Hausleitung füllt. Damit gelingt Viktor die Flucht. Grenzposten zerschießen jedoch die Ballonhüllen, so dass Viktor - immerhin auf Fortuna'schem Staatsgebiet - abstürzt und nicht rechtzeitig zu Sarrasin gelangt. Fortuna kann nicht mehr evakuiert werden. Doch der eigene Größenwahn wird Janus zum Verhängnis. Er überlädt das Geschütz, so dass der Lauf explodiert. Das Gas strömt nach innen aus. Einige Tage später begeben sich Sarrasin und van Hulshof selbst in die Stählerne Stadt, in der bereits Chaos herrscht. Marcel ist wohlauf. Die Geschützkammer kann zwar nicht betreten werden, aber durch ein Sichtfenster ist erkennbar, dass Janus tot ist. Somit gehört die Stählerne Stadt Sarrasin, da er entfernt mit Janus verwandt ist. Marcel soll die Stadt neu aufbauen.

Inhalt "Die Reise ins Zentrum der Zeit":

Im "Institute for Temporal Research" der Stanton Industries arbeitet ein Wissenschaftlerteam an einer Zeitmaschine, basierend auf Laser-Technologie. Die Anlage ermöglicht einen Blick in die 24 Stunden zurückliegende Vergangenheit. Da schon mehrere Millionen Dollar in das Projekt gesteckt wurden, will sich Stanton davon überzeugen, dass auch Resultate erzielt werden (er würde lieber in Waffenforschung investieren), und nimmt persönlich an den Experimenten teil. Dr. Gordon, Dr. Manning und Dr. White lenken das Zeitreise-Labor. Sie wollen einen Blick in die Zukunft werfen, doch etwas geht schief. Das Labor selbst bewegt sich in die Zukunft, und nicht nur wie geplant 24 Stunden, sondern 5000 Jahre. Die Erde ist in dieser Zeit durch schreckliche Kriege verheert. Außerirdische von einem sterbenden Planeten sind mit ihrem Kolonisationsschiff auf der Erde gelandet, wollen aber wieder abfliegen, da auch hier bald kein Leben mehr möglich sein wird. Die Forscher erfahren dies von Vina, dem Oberhaupt der Außerirdischen. Deren Raumschiff wird von Überlebenden der Kriege gestürmt und zerstört. Zuvor wird es den Forschern aber noch ermöglicht, ins Zeitreise-Labor zurückzukehren. Sie sollen die Menschen ihrer Zeit vor der Entwicklung von Laserwaffen warnen - genau jener Waffen also, die Stanton herstellen will. Das Labor bewegt sich nun wieder rückwärts in der Zeit, droht unterwegs aber mit einem nicht identifizierten Objekt zu kollidieren. Stanton feuert den Laser ab und vernichtet das Objekt, doch dabei wird der Laser überlastet. Das Labor rast immer weiter in die Vergangenheit und kommt erst eine Million Jahre v. Chr. zum Stehen. Stanton verlässt das Labor, um die Gegend zu erkunden. Gordon folgt ihm.

All diese Geschehnisse können von der Kontrollzentrale aus, die in der Gegenwart verblieben ist, beobachtet werden. Das Labor soll per Fernsteuerung zurückgeholt werden. Als Manning und White das bemerken, versuchen sie es zu verhindern, da Stanton und Gordon noch draußen sind. Im Kontrollzentrum kommt es zu Kurzschlüssen, so dass die Fernsteuerung ausfällt. Als ein Dinosaurier das Labor angreift, feuert White mit dem Laser auf die Bestie. Dabei zerspringt der Laser-Rubin, so dass das Labor nicht mehr in der Zeit reisen kann. Die vier Menschen suchen in einer Höhle Zuflucht. Dort gibt es unzählige Edelsteine - auch Rubine, die man für den Laser verwenden könnte. Stanton wird von der Gier nach Reichtum übermannt und bricht Kristalle aus den Felswänden. Dadurch wird die Höhle instabil und droht einzustürzen. Gordon fällt in die Lava. Stanton lässt die beiden anderen hinter sich und setzt das Labor mit den gesammelten Rubinen in Bewegung. Im Zeitstrom rast es auf ein anderes Objekt zu und wird von diesem vernichtet - das Labor ist seiner eigenen früheren Version begegnet, Stanton hat sich praktisch selbst getötet. Durch dieses Ereignis erscheint das Labor wieder vor Mannings und Whites Augen. Jetzt können sie in die Gegenwart zurückkehren, aber sie erwischen nicht die korrekte Zeit, sondern den Tag vor ihrem Aufbruch. Dort ist der Zeitablauf extrem verlangsamt. Manning und White existieren nun also doppelt. Sie begeben sich wieder ins Labor und brechen zu einer neuen Zeitreise mit unbekanntem Ziel auf.

Inhalt "Die Reise zum Planet des Grauens":

Fünf Kriegsgefangene sollen zu einem Strafplaneten gebracht werden. In einem Asteroidensturm können sie einen Aufklärungskreuzer kapern und fliehen. Sie stürzen auf einem Dschungelplaneten ab, wobei das Schiff zerstört wird. Nachdem sie sich der monströsen Fauna dieser Welt erwehrt haben, wobei die Ingenieurin Arnas verletzt wird, erkunden sie die Gegend und richten sich in einer Höhle häuslich ein. In der Nacht werden sie durch einen unbekannten Einfluss bewusstlos, dann erscheint eine leicht geschürzte Fremde, die die Wunde der Ingenieurin durch Handauflegen heilt. Als Commander Crane sich später etwas Selbstgebrannten hinter die Binde kippen will, begegnet er der schönen Wilden. Er nimmt sie mit in die Höhle. Der Telepath Ray liest ihre Gedanken. Sie führt Crane zu ihrer Hütte, wo sich eine Ausrüstungskiste des Schiffes befindet, mit dem sie einst auf dem Planeten abgestürzt ist. Aus den enthaltenen Utensilien sowie Energiekristallen, die auf dem Planeten zu finden sind, baut Arnas eine Laserkanone und ein Funkgerät. Mit letzterem machen die Gestrandeten aber nur ihre Feinde auf sich aufmerksam, die umgehend angreifen. Die Angreifer können mit der Laserkanone abgeschossen werden. Die Unbekannte führt Arnas zu einem Ort, an dem Warlo haust, eine geisterhafte Erscheinung, die sich für den Herrscher des Universums hält und den Planeten als Versteck benutzt. Aus den Resten der diversen auf dem Planeten abgestürzten Schiffe basteln die Gestrandeten ein neues Schiff zusammen, mit dem sie noch rechtzeitig starten können, bevor der Planet durch den Asteroidensturm vernichtet wird.

Die Filme:

Diese DVD enthält zwar drei Filme, die auf Werken von Jules Verne basieren sollen, so richtig trifft das aber nur auf Die Stadt aus Stahl zu. Tatsächlich habe ich die DVD ausschließlich wegen dieses Films gekauft, den ich irgendwann in meiner Kindheit gesehen habe (damals lief er unter dem Titel "Das Geheimnis der stählernen Stadt" im Fernsehen), und der mich enorm beeindruckt hat. Jahrelang habe ich auf eine DVD-Veröffentlichung gewartet, bis ich eher zufällig auf die "Jules Verne Box" gestoßen bin. Auch wenn "Die Stadt aus Stahl" meinen Erinnerungen nicht ganz entspricht, so ist dies doch mit Abstand der beste der drei auf dieser DVD versammelten Filme.

"Die Stadt aus Stahl" beruht auf dem Roman "Die 500 Millionen der Begum" aus dem Jahre 1879. Somit ist das Buch genau 100 Jahre älter als der Film! Ich kenne den Roman noch nicht, aber die Verfilmung soll die Handlung anderen Reviews zufolge recht genau wiedergeben. Im Roman gibt es allerdings keinen Prof. Janus, sondern einen deutschen Rassisten namens Schultze, der Bier, Wurst und Sauerkraut in rauen Mengen verputzt und kein gutes Haar an Frankreich lässt. Eine echte Karikatur eigentlich, aber das mag eine Reaktion Vernes auf die Niederlage Frankreichs im Deutsch-Französischen Krieg (1870/71) gewesen sein. Jedenfalls kann man den Roman als Prophezeiung des Dritten Reichs betrachten. Im Film wird das gut umgesetzt, das "deutsche" Klischeebild wurde vermieden. Die Stählerne Stadt wirkt wie eine Miniaturausgabe Hitlerdeutschlands, komplett mit SA, Gestapo, Rüstungswahn und Völkermord mit Massenvernichtungswaffen. Der Film konzentriert sich ganz auf diese deprimierende Umgebung. Fortuna wird ihr als Utopie gegenübergestellt, aber es wird nicht besonders viel vom Leben in Sarrasins Stadt gezeigt, abgesehen von Zodiaks heiler Familienwelt. Aber Zodiak ist ja auch nicht irgendwer, sondern der Schwiegersohn des Stadtgründers. Man weiß also gar nicht, ob das Leben der einfachen Menschen in Fortuna wirklich besser ist als in der Stählernen Stadt. Und Soldaten gibt's dort offensichtlich auch.

Aber egal; durch die Konzentration auf die Dystopie entsteht eine düstere, beklemmende Grundstimmung, die mich als Kind ungemein beeindruckt hat. Ein derart dunkler Film war damals wahrscheinlich etwas ganz Neues für mich. Das Sterben der Menschen im Eisgas, die vielen stählernen Maschinen und Waffen, die graue Stadt mit den omnipräsenten, ebenfalls grau gekleideten Soldaten, der Gegensatz zu den hellen, bunten Räumen in Sarrasins Domizil... natürlich auch das Schicksal des über den Tod seines Vaters getäuschten Jungen, seine Flucht durch den Schnee und so weiter... das waren fantastische Bilder, die sich mir, wie ich dachte, unauslöschlich eingeprägt haben. Aber alte Erinnerungen sind oft trügerisch. Beim nochmaligen Betrachten fällt auf, dass man in der Stahlstadt immer dieselben Kulissen und nur wenige aus heutiger Sicht nicht besonders beeindruckende Matte-Paintings sieht. Auch entwickelt sich die Handlung relativ schwerfällig, um in einem nicht ganz befriedigenden Finale zu gipfeln. Sarrasin und Zodiak hätten sich alle Mühen sparen können - Janus vernichtet sich am Ende selbst. Die unheimliche Atmosphäre, verstärkt durch geschickt eingesetzte Musik, verfehlt aber auch heute noch ihre Wirkung nicht. Das Bild eines totalitären Überwachungsstaates wurde gut eingefangen. Wie gesagt fehlt es jedoch am Gegenpart. Vielleicht hätten ein paar Szenen aus dem Alltagsleben in Fortuna dem Film gut getan. Immerin kann sich die aufwändige Ausstattung im Stil des ausklingenden 19. Jahrhunderts wirklich sehen lassen. Insgesamt kann man "Die Stadt aus Stahl" auch ohne nostalgische Verklärung als gelungene Jules-Verne-Verfilmung bezeichnen. Man sollte aber berücksichtigen, dass sich der Film eher an ein jugendliches Publikum richtet.



Die Stadt aus Stahl

Die stählerne Stadt - kein gemütlicher Ort.


Die Stadt aus Stahl

Ein größenwahnsinniger Diktator und sein Spielzeug (rechts: Zodiak alias Moltke).


Die Stadt aus Stahl

Janus hat sein verdientes Ende gefunden.


Die Reise ins Zentrum der Zeit hätte ich eher für eine Neuinterpretation des Romans "Die Zeitmaschine" von H.G. Wells gehalten. Der Titel klingt so ähnlich wie "Die Reise zum Mittelpunkt der Erde" von Jules Verne, aber die Handlung hat mit diesem Roman praktisch nichts zu tun. Welches andere Werk von Jules Verne könnte also gemeint sein? Keine Ahnung. Tatsächlich ist dieser Film wohl eher ein Plagiat von "Mutan-Bestien gegen Roboter" (Originaltitel: "The Time Travelers") aus dem Jahre 1964. Wie dem auch sei: Man kann sich dieses bunte B-Filmchen ruhig mal ansehen, auch wenn es einige Längen hat. Dr. Gordons Erklärungen zum Raum-Zeit-Kontinuum, durch die dem Zuschauer eingeredet werden soll, dass die Story des Films irgendwie plausibel sein könnte, sind bereits recht langatmig, aber immerhin noch zum Teil korrekt oder wenigstens in sich schlüssig. Sie kommen ja auch zu Beginn des Films und dienen als Einleitung. Aber im weiteren Verlauf wird die abenteuerliche Zeitreise immer wieder unterbrochen. Dann wird ins Kontrollzentrum umgeblendet, wo zwei Knöpfchendrücker unglaublich dämliches Technobabble absondern, während sonst praktisch nichts geschieht. Diese Szenen sind zu lang und vernichten die Spannung eher, als dass sie sie verstärken. Während der Zeitreisen sehen die Insassen des Labors Szenen aus verschiedenen Epochen. Bei der Reise in die Vergangenheit bekommt man auf diese Weise viel zu lange Szenen zu sehen, die offensichtlich irgendwelchen alten Western-, Piraten- und Historienschinken entnommen wurden. Die Kulissen und Effekte sind zwar unspektakulär (hier eine Schalttafel, dort eine Wand mit diversen Skalen und Knöpfen), der Urzeit-Dschungel wirkt eher lächerlich. Es gibt aber auch Szenen, in denen das minimalistische Design ganz effektvoll eingesetzt wird. Zum Beispiel beim Zusammentreffen mit Vina. Über die diversen Logikfehler muss man hinwegsehen. Zeitreisen sind nun einmal tückisch - vor allem für Drehbuchautoren.



Die Reise ins Zentrum der Zeit

Stanton und die Dres. Gordon / Manning / White staunen Bauklötze.


Die Reise ins Zentrum der Zeit

Vina warnt offenherzig vor den Gefahren der Zukunft... und damit sind nicht Brustimplantate gemeint!


Die Reise ins Zentrum der Zeit

Das Zeitreise-Labor im "Dschungel" der Urwelt.


Die Reise zum Planet (sic!) des Grauens soll ebenfalls auf einem Roman von Jules Verne basieren. Wahrscheinlich ist damit "Die geheimnisvolle Insel" gemeint. Dieses Machwerk ist einfach nur indiskutabel, es ist der schlechteste Film, den ich je gesehen habe. Und das will schon was heißen. Ich muss zwar gestehen, mehrmals laut gelacht zu haben - aber nur wegen unfreiwilliger Komik. Die "Handlung" ist völlig wirr, hat mehr Löcher als meine ältesten Socken und besteht aus einer Aneinanderreihung heillos verwackelter, sinnloser Szenen. Bei den Darstellern sind nicht die allergeringsten schauspielerischen Fähigkeiten erkennbar. Sie müssen öfter selbst ob der schieren Beklopptheit dessen grinsen, was da gerade verbrochen wird. Ich habe keine Ahnung, wer von ihnen welche Figur spielt; es wird im Film nicht angegeben und im Internet sind keine Informationen darüber zu finden. Auch weiß ich nicht, ob ich die Namen richtig verstanden habe, denn der Ton ist schrecklich dumpf und verrauscht. Die deutsche Synchronisation ist ein ganz übler Witz, zumal man dauernd irgendwelche Hintergrundgeräusche oder das Geräusper der Sprecher hört... Die englische Originalversion ist nicht vorhanden. Eigentlich ist sie doch vorhanden, denn die deutsche Tonspur wurde einfach drübergeklatscht, und manchmal hört man den Originalton noch durch. Die Darsteller stolpern unbeholfen am Strand, in einem Stadtpark oder in einer Höhle herum, manchmal sieht man stümperhaft hingeschmierte Matte-Paintings. Hinzu kommen undefinierbare Modelle (Staubsauger? Mixer? Wahllos zusammengewürfelte Einzelteile aus Modellbau-Sets?) und ein paar Stop-Motion-Knetmonster, wie sie jedes Schulkind besser hinbekommen würde. Mit sowas können die Darsteller natürlich nicht zünftig kämpfen, daher hauen sie sich mehrmals minutenlang gegenseiteig. Die grauenhafte Bildqualität erweckt den Eindruck, als hätte jemand den Streifen per Handykamera von einem auf Rauhfasertapete projizierten Super-8-Film aufgenommen.



Die Reise zum Planet des Grauens

Die Schiffbrüchigen haben sich den anheimelndsten Platz des Planeten als Behausung ausgesucht...


Die Reise zum Planet des Grauens

Hank, ein "Amphiboid vom Planeten Zentra". Dämlich, stark, wortkarg, isst alles.


Die Reise zum Planet des Grauens

Hilfe, eine zweiköpfige... Monsterschnecke?!?


DVD-Features:

Kurios, kurios: In der Werbung war immer ein FSK-12-Aufkleber auf der DVD-Hülle zu sehen. Auch bei Amazon sieht man das Cover mit diesem Aufkleber derzeit (Juni 2010) noch. Tatsächlich ist die Jules Verne Box 2 aber erst ab 16 Jahren freigegeben. Ich habe keine Ahnung, woran das liegen mag. Gut, in "Die Stadt aus Stahl" werden Schüsse abgefeuert und der Anblick der steif gefrorenen Leichen mag für Kinder und zart Besaitete etwas gruselig sein. Aber das rechtfertigt nicht die FSK-16-Einstufung, und die beiden anderen Filme sind noch harmloser. Da ist im Vorabend-Fernsehprogramm oft weit Schlimmeres zu sehen! Auch die Angaben zum Bonusmaterial sind falsch. Auf der Cover-Rückseite steht, es seien eine Trailershow und eine Slideshow vorhanden. Auf keiner der beiden in der Jules-Verne-Box enthaltenden DVDs ist aber eine Spur davon zu finden. Es liegt überhaupt kein Bonusmaterial vor. Was ist denn da bitteschön schief gelaufen?

Abgesehen von "Die Reise zum Planet des Grauens" ist die Bild- und Tonqualität der Filme akzeptabel. "Die Stadt aus Stahl" hat deutschen und tschechischen Ton. Der Film wurde offenbar nicht neu synchronisiert, stattdessen wurde die alte DEFA-Synchro verwendet. Das finde ich in Ordnung; mich stört nicht einmal der seltsame Akzent, mit dem der junge Viktor in der deutschen Version spricht. Diesen Akzent kenne ich aus vielen Filmen meiner Kindheit, die damals aus der "Ostzone" den Weg ins bundesdeutsche Fernsehprogramm gefunden haben. "Die Reise ins Zentrum der Zeit" kann man sich mit deutscher Synchro und englischem Originalton anschauen.

J. Kreis, 13.06.2010


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