Judge Dredd


Judge Dredd - Special Edition (USA, 1995)

DVD - Regionalcode 2, Tobis Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 93 Minuten

Extras
- Making of (Deutsch)
- Making of (Englisch)
- Promo-Featurette
- Trailer, Teaser und US-TV-Spots
- Biografien (Text)

Regie:
Danny Cannon

Hauptdarsteller:
Sylvester Stallone (Judge Joseph Dredd)
Diane Lane (Judge Hershey)
Armand Assante (Rico)
Rob Schneider (Herman Ferguson)
Jürgen Prochnow (Judge Griffin)
Max von Sydow (Chief Justice Fargo)
Joan Chen (Ilsa Hayden)




Story

Im Jahre 2139 ist die Erde durch Kriege, Umweltverschmutzung und Überbevölkerung in eine lebensfeindliche Wüste verwandelt worden. Halbwegs geordnete Verhältnisse herrschen nur noch in den "Megacities". In der Sicherheit unüberwindlicher Schutzwälle haben die Menschen ihre Zivilisation weitergeführt, außerhalb dieser Städte herrscht das Chaos. In "Mega City One", dem ehemaligen New York, leben über 60 Millionen Menschen auf engstem Raum zusammen - die Stadt war ursprünglich auf ein Drittel dieser Anzahl ausgelegt. Die Stadt ist ein Sumpf aus Korruption und Gewalt. Bürgeraufstände brechen immer häufiger aus. Das alte Rechtssystem konnte die rasant ansteigende Verbrechensrate nicht kontrollieren und ist zusammengebrochen. Seitdem vertritt die Organisation der Judges das Gesetz und bildet gleichzeitig die Stadtregierung. Durch einen strengen Kodex kontrollieren die Judges sich selbst. Schwer bewaffnete und speziell ausgebildete Street Judges patrouillieren in den gewaltigen Häuserschluchten der Mega City. Sie sind nicht nur Polizisten, sondern verkörpern gleichzeitig die Autorität eines Richters und haben außerdem das Recht, die selbst verkündeten Urteile an Ort und Stelle zu vollstrecken. Joseph Dredd ist der beste aller Street Judges, sein Glaube an das Gesetz ist unerschütterlich. Seit er seinen einzigen Freund und ehemaligen Street Judge Rico verurteilt hat, gilt er als emotionsloser Einzelgänger. Nur Dredds Kollegin Hershey versucht ihm näher zu kommen. Dredd vertraut niemandem außer ihr und seinem Mentor, Chief Justice Fargo. Fargo ist amtierendes Oberhaupt der Judges. Er hat Dredd aufgezogen, nachdem dessen Eltern (wie Dredd glaubt) kurz nach seiner Geburt gestorben waren.

Eines Tages kommt Rico mit der Unterstützung eines unbekannten Helfers aus dem Hochsicherheitsgefängnis Aspen frei. Man stellt ihm eine komplette Judge-Ausrüstung zur Verfügung, zusätzlich beschafft Rico sich einen alten Kampfroboter als Leibwächter. Wenig später wird ein Journalist, der belastendes Material gegen die Judges gesammelt hat und dieses öffentlich präsentieren wollte, von einem Judge erschossen, der Dredds Dienstmarke trägt. Dredd wird deshalb vor ein Tribunal gestellt und des Mordes angeklagt. Die Videoaufzeichnung dieser Tat ist zwar nicht verwertbar, aber es gibt erdrückende Beweise. Die Waffe eines Judge ist auf eine einzige Person kalibriert. Jedes Geschoss, das diese Waffe verlässt, trägt den Gencode dieser Person zur Identifizierung - und die Kugeln, die in den Leichen gefunden wurden, weisen Dredd als Besitzer der Mordwaffe aus. Hershey, die Dredd verteidigt, kann nun nichts mehr tun, um die drohende Todesstrafe zu verhindern. In dieser Situation schlägt Judge Griffin, ein Mitglied des Rates, einen Handel vor. Chief Justice Fargo soll zurücktreten und, wie es der Kodex verlangt, die Stadt verlassen, um das Gesetz in der Wüste zu verbreiten. Im Gegenzug kann er (ebenfalls gemäß des Kodex) einen letzten Befehl äußern, der nicht verweigert werden darf. Fargo willigt ein und wandelt Dredds Todesstrafe mit seinem letzten Befehl in lebenslange Haft um. Während Dredd aus der Gemeinschaft der Judges verstoßen und nach Aspen gebracht wird, wandert Fargo ins Ödland hinaus. Griffin wird neuer Chief Justice.

Unwissentlich erfüllen alle damit Griffins wahren Plan. Es geht ihm darum, das Janus-Projekt wiederzubeleben und mit dessen Hilfe ein für alle Mal Ordnung in Mega City One zu schaffen. Janus war vor ca. 40 Jahren mit dem Ziel gestartet worden, den perfekten Judge zu klonen. Mit dem genetischen Material Fargos waren zwei Kinder gezeugt worden: Dredd und Rico. Allerdings hatte nur Dredd die Erwartungen erfüllt. Rico hatte stattdessen alle schlechten menschlichen Eigenschaften in sich vereinigt und war irgendwann zum Verbrecher geworden. Man hatte das Projekt daraufhin eingefroren und Dredd die Wahrheit verschwiegen. Griffin steckt hinter Ricos Befreiung und der Intrige, die zu Dredds Verurteilung geführt hat. Jetzt soll Rico einen Bürgerkrieg entfesseln. Griffin sorgt durch geheime Sabotageakte dafür, dass die Street Judges wie die Fliegen fallen. Da er außerdem Fargo aus dem Weg geräumt hat, ist es ihm ein Leichtes, die anderen Ratsmitglieder zur Freigabe des Janus-Projekts zu bewegen. Mit Janus ist es möglich, innerhalb weniger Stunden neue Judges zu klonen und die von Griffin selbst verursachten Verluste zu ersetzen. Nach der Freigabe beseitigt Griffin auch die Ratsmitglieder. Allerdings spielt Rico nach eigenen Regeln und veranlasst, dass die Klone aus seinem genetischen Material erschaffen werden.

Derweil wird das Shuttle, mit dem Dredd nach Aspen gebracht werden soll, von Leichenfledderern abgeschossen. Nur Dredd und der Kleinganove Herman ("Fergie") Ferguson, den Dredd kurz zuvor selbst verhaftet hat, überleben den Absturz. Mit Fargos Hilfe entkommen sie auch den Kannibalen, allerdings wird Dredds Mentor dabei tödlich verwundet. Nachdem Dredd von Fargo die Wahrheit über seine Geschichte, Janus und Rico erfahren hat, macht er sich auf den Rückweg nach Mega City One. Fergie hängt von nun an wie eine Klette an ihm. Gemeinsam mit Hershey dringen sie bis zur Zentrale des Janus-Projekts in der Freiheitsstatue vor. Dort hat Rico inzwischen Griffin getötet und die Genetikerin Ilsa Hayden auf seine Seite gezogen. Es kommt zum Kampf, bei dem Rico die vorzeitige Erweckung der Klone einleitet. Das Labor wird im Verlauf der Auseinandersetzung zerstört. Dredd bleibt siegreich und wird umgehend rehabilitiert, denn nach Griffins Tod sind die Informationen über Janus öffentlich ausgestrahlt worden. Man bietet Dredd nun sogar das Amt des Chief Justice an, doch der inzwischen gar nicht mehr so gefühlskalte Mann lehnt ab, um seinen Job als Street Judge wieder aufzunehmen.

Kringels Meinung

Komisch - damals, als ich den Film im Kino gesehen habe, fand ich ihn ziemlich bescheuert. Dabei war/bin ich noch nicht mal Fan der Comics, die dem Film zugrunde liegen. Ich kenne die Comics nicht einmal. Wie ich gelesen habe, wird recht frei mit der Comicvorlage umgegangen. Das ist von den Fans heftig kritisiert worden. Insbesondere hat man sich daran gestört, dass Dredd seinen Helm abnimmt und Gefühle zeigt. Diese Kritik kann aber eigentlich nicht der Grund für den kommerziellen Misserfolg sein, die der Film hatte, und jetzt, 13 Jahre später, finde ich "Judge Dredd" eigentlich gar nicht mehr so schlecht. Jedenfalls ist er gut genug für einen vergnüglichen Abend. Es wird ordentlich Action geboten und selbst heute noch können sich die meisten Spezialeffekte wirklich sehen lassen. Im Grunde wirkt nur die Hoverbike-Verfolgungsjagd überaltert. Genau genommen sieht diese Szene heute einfach nur billig und lächerlich aus. Wegen der tollen Kostüme, der sehr aufwändigen Ausstattung und der tollen Sets wirkt der Film ansonsten immer noch durchaus eindrucksvoll. Das gilt sowohl für die Stadt als auch für das Ödland, nur kommt letzteres leider etwas zu kurz. Besonders gut hat mir aber der olle Kampfroboter gefallen ("Kriiiiiieg..."). Heute würde man den wahrscheinlich computergeneriert einfügen, aber als voll funktionsfähige "Miniatur" (er wurde ja in "Lebensgröße" gebaut) macht so etwas meiner Meinung nach einen viel besseren Eindruck. Die dystopische Atmosphäre einer fast - aber nicht ganz - im Chaos versunkenen zukünftigen Welt kommt im ganzen Film gut rüber.

Auch die Story ist meiner Meinung nach nicht so schlecht, wie es in manchen Reviews dargestellt wird. Die Grundidee, die Funktionen von Polizisten, Richtern und Vollstreckern in einer Person zu vereinigen, und diese dann auch noch in Serienproduktion zu klonen, muss man sich mal durch den Kopf gehen lassen. Moralische Untertöne fehlen also nicht, wenn man auch zugeben muss, dass sie nur angedeutet werden. Die Frage, ob das System der Judges denn nun gut oder schlecht ist, wird nicht vertieft. Eigentlich wird das System in den gegebenen Verhältnissen sogar als gut bewertet - nachdem das störende Element in Gestalt von Griffin entfernt ist, läuft offensichtlich alles wunderbar weiter. Wenigstens wird eine nett eingefädelte Intrige und sogar ein ganz klein wenig Charakterentwicklung geboten; jedenfalls hat Stallone den einen oder anderen nicht ganz schlechten Moment. Etwa, wenn er zugeben muss, dass "das Gesetz" eben doch fehlbar ist. Oder wenn er überlegt, dass er sich noch nie entschuldigt hat. Am Ende schleicht sich dann doch noch ein leichtes Lächeln in sein Gesicht.

Irgend etwas fehlt dem Film aber trotzdem. Ich kann den Finger nicht drauf legen, aber irgendwie ist er trotz aller Action fast lahm. Vielleicht liegt es daran, dass Stallone die meiste Zeit allzu stoisch agiert und manchmal so steif in die Landschaft ragt, dass man nur vermuten kann, er könne evtl. Angst gehabt haben, von den Stelzen herunterzufallen, auf denen er ganz offensichtlich steht. Wie sonst wäre es zu erklären, dass Stallone, der ja nun kein Riese ist, weit größer zu sein scheint als all seine Kollegen? Anscheinend war man zudem der Meinung, man müsse den Ernst, mit dem Dredd immer ans Werk geht, von Beginn an etwas auflockern. Gut, das ist nicht verkehrt, aber hätte man das nicht besser mit etwas mehr Selbstironie in der Person Dredds machen können? Stattdessen wurde ihm mit Fergie eine echte Nervensäge an die Seite gestellt. Der Typ macht meist nicht mehr, als "Dreeeeeeeeed!" zu brüllen. Zugegeben, er sorgt durchaus auch für witzige Szenen, aber insgesamt hätte ich lieber auf ihn verzichtet. Wenigstens ist Rico ein ernstzunehmender Bösewicht. Armand Assante neigt zwar zu Over-Acting, aber das ist für diesen Film, wo sowieso alles überlebensgroß ist, völlig in Ordnung. Jürgen Prochnow und Max von Sydow agieren überzeugend, Diane Lane verleiht der Geschichte die unverzichtbare menschliche Note.

DVD-Features

Neben diversen Trailern und Text-Biografien findet man je ein deutschsprachiges und ein englischsprachiges Making of. Ersteres ist 24 Minuten lang und deutsch synchronisiert. Meist hört man aber auch noch die englische Sprachausgabe, und da die ziemlich laut ist, versteht man manchmal gar nichts mehr. Die englischsprachige Version ist 20 Minuten lang. Sie ist zwar teilweise, aber doch nicht ganz mit der anderen Version identisch. Geboten wird in beiden Featurettes die übliche Mixtur aus Interviews, Filmszenen und Hinter-den-Kulissen-Material. Das Ganze ist oberflächlich, aber nicht uninteressant. Immerhin bekommt man einen guten Eindruck vom Aufwand, der für diesen Film betrieben wurde. Beeindruckend sind vor allem die riesigen Sets und die liebevoll mit unzähligen Details ausgestatteten Miniaturen. Ein bisschen Schadenfreude kommt auf, wenn man sieht, wie Rob Schneider sich in einer bestimmten Szenen unfreiwillig gehörig auf die Klappe legt... Dann findet man auf der DVD noch eine "Promo-Featurette", also einen kurzen (ca. 5 Minuten) Werbefilm. Auch hier wieder: Die gleichen Szenen wie in den Making ofs - ein paar neue Fitzelchen sind aber auch wieder enthalten.

J. Kreis, 03.12.2008




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