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Der Ja-Sager Der Ja-Sager (USA, 2008)
- Yes Man -

DVD Regionalcode 2, Warner Home Video
Altersfreigabe: FSK 6
Laufzeit: ca. 100 Minuten

Extras
"Down Time on the Set of Yes Man", "Jim Carrey: Extreme Yes Man", "Future Sounds: Munchhausen by Proxy", Exclusive "Munchhausen by Proxy" - Musikvideos, Gag Reel

Regie:
Peyton Reed

Hauptdarsteller:
Jim Carrey (Carl Allen)
Zooey Deschanel (Allison)
Terence Stamp (Terrence Bundley)




Inhalt:

Carl Allen, ein geschiedener Bankangestellter ohne berufliche Perspektive und wenigen Freunden, möchte nur seine Ruhe haben. Er zieht sich immer mehr zurück, unternimmt praktisch nichts und findet immer neue Ausreden, um nicht mit seinen Freunden ausgehen zu müssen. Auch sein Beruf bringt es mit sich, dass er das Wort "Nein" sehr häufig gebraucht, denn er hat über Kreditanträge zu entscheiden. Carl vereinsamt immer mehr, ist sich aber recht sicher, dass er gar nicht anders leben möchte. Eines Tages trifft er einen alten Bekannten, der anderer Meinung ist. Er schleppt Carl mit in ein Seminar des Motivationsgurus Terrence Bundley. Der bringt Carl dazu, eine Abmachung mit sich selbst zu treffen. Carl soll ab sofort bei jeder sich bietenden Gelegenheit "Ja" sagen und sich entsprechend verhalten. Bundley verspricht, dieses Verhalten werde stets zu etwas Gutem führen, ein "Nein" und somit ein Bruch der Abmachung, werde jedoch böse Folgen haben. Bei der ersten Gelegenheit muss Carls Bekannter noch eingreifen. Das Gegenteil von dem, was Terrence versprochen hat, scheint einzutreten, denn die Situation führt dazu, dass Carl mit leerem Tank und ohne Geld mitten im Nichts strandet. Doch dann begegnet er der quirligen Allison, die ihm hilft und sich mit einem Kuss von ihm verabschiedet. Carl verliebt sich auf der Stelle in die junge Frau und ist nun endgültig davon überzeugt, dass ihm die neue Lebensphilosophie nur Glück bringen wird.

Ab sofort stimmt Carl allem zu, beantwortet jede Frage mit "Ja", und bewilligt jeden noch so abstrusen Kreditantrag. Er lernt koreanisch, nimmt Flug- und Musikstunden, verhindert einen Selbstmord, steigt enorm in der Achtung seines spleenigen Vorgesetzten, findet neue Freunde, ist zu jeder spontanten Verrücktheit bereit und beginnt seine Abenteuer zu genießen. Alles geht immer zu seinem Vorteil aus. Er wird sogar befördert, weil die Kunden aufgrund der von ihm vergebenen Kleinkredite so zufrieden sind, dass sie alle Raten pünktlich zurückzahlen und der Bank somit fette Gewinne bescheren. Und schließlich begegnet er Allison wieder, die von seiner Spontanität genauso angetan ist wie er von der ihren. Schließlich gerät Carl wegen seiner merkwürdigen Verhaltensweisen ins Visier des FBI. Sein Freund und Anwalt bringt das Ja-Sager-Seminar zur Sprache, was zwar alles erklärt, die Beziehung zu Allison aber empfindlich schädigt. Nicht ganz zu Unrecht glaubt Allison nun, Carl habe sich nur mit ihr getroffen, weil er sein "Gelübde" erfüllen musste - jedenfalls hat er aus genau diesem Grund ihre Frage, ob er mit ihr zusammenziehen wolle, nach kurzem Zögern mit "Ja" beantwortet. Da sie nicht mehr sicher sein kann, dass seine Gefühle echt sind, verlässt sie ihn.

Kurz danach versucht Carls Ex-Frau, wieder mit ihm anzubandeln. Zum ersten Mal sagt er nun wieder "Nein". Prompt scheint diese Entscheidung mit einer Pechsträhne bestraft zu werden. In seiner Verzweiflung bittet Carl Terrence Bundley, ihn von dem Schwur zu befreien, doch jetzt erfährt er, dass alles nur eine Art Schwindel war. Bundley musste damals improvisieren, um nicht von Carl vor seinem Publikum blamiert zu werden. Es gab nie ein Gelübde - Carl sollte einfach begreifen, welche Möglichkeiten sich ergeben, wenn man sich für die Welt öffnet, und er hätte eigentlich irgendwann erkennen sollen, dass man manchmal auch "Nein" sagen muss. Da Carl nun endlich von den selbst auferlegten Zwängen befreit ist, kann er Allison gestehen, dass er nicht mit ihr zusammenziehen möchte - jedenfalls noch nicht. Es gelingt ihm, sich mit Allison zu versöhnen und sie von seiner wahrhaftig empfundenen Liebe zu überzeugen.

Der Film:

Ich mag Jim Carrey, und zwar nicht nur in seinen völlig abgedrehten Klamauk-Rollen (z.B. Ace Ventura), sondern auch in ernsthafteren Filmen wie "Die Truman-Show" oder "Vergiss mein nicht". "Der Ja-Sager" bewegt sich irgendwo dazwischen, vielleicht auf ähnlichem Level wie "Der Dummschwätzer", er ist aber nur mäßig amüsant. Jedenfalls darf man in "Der Ja-Sager" nicht auf so unglaublich groteske Szenen wie die "Nashorngeburt" in Ace Ventura 2 hoffen, und auch mit der für ihn sonst so typischen Gesichtsakrobatik hält sich Carrey diesmal sehr zurück. "Der Ja-Sager" ist zwar ein durchaus humorvoller Film, es gibt auch die eine oder andere Slapstick-Szene, im Vordergrund stehen aber meist dezente Situationskomik und geschliffene Dialoge.

Ohnehin könnte man eher von einer Feel-good-Liebeskomödie sprechen, komplett mit Herz, Charme und Happy-End. Die Hauptdarsteller sorgen immerhin dafür, dass das Ganze nicht langweilig wird, sie können mit hohen Sympathiewerten punkten. Man könnte zwar einwenden, dass Deschanel etwas zu jung für den sichtlich gealterten Carrey ist, aber was soll's: Irgendwie passen sie doch zueinander, und Deschanels Auftritte mit der Band "Munchhausen by Proxy" kann man schon als legendär bezeichnen. Carrey und Deschanel tragen den Film, jeder ist auf seine Art einfach hinreißend und wenn sich die beiden am Ende doch wieder kriegen, breitet sich ein zufriedenes Grinsen auf dem Gesicht des Zuschauers aus.

Leider gibt es auch das eine oder andere störende Element, zum Beispiel Carls Chef. Der ist nicht nur absolut nicht witzig (was er ja auch gar nicht sein soll); nein, auch seine Nicht-Witzigkeit ist nicht witzig. Er hat nur wenige gute Szenen, etwa wenn er Carl zu einem seiner grausigen Themenabende einlädt und die Tür, gekleidet nach dem Vorbild des Spartanerfürsten Leonidas aus 300, mit markerschütterndem "Wir sind Spartaner!"-Gebrüll aufreißt. Zur noch übleren Peinlichkeit mutieren die Sexualpraktiken einer rüstigen Rentnerin, die mit Carl Tür an Tür lebt und deren Avancen er nach dem Seminar nicht mehr zurückweisen kann.

Die DVD:

Das Bonusmaterial kann man in zwei Bereiche aufteilen: "Down Time on the Set of Yes Man" (ca. 4 Minuten), "Jim Carrey: Extreme Yes Man" (ca. 12 Minuten) und Gag Reel (ca. 5 Minuten) - das sind Featurettes, die Interviews, Hinter-den-Szenen-Material und Filmausschnitte enthalten. Man sieht zum Beispiel, dass Jim Carrey während der Dreharbeiten sehr viel mehr herumgealbert hat als im Film selbst. Außerdem wird gezeigt, welche Stunts er selbst gemacht hat; zum Beispiel die Sache mit dem Hund und den Bungee-Sprung. Der andere Teil besteht aus fünf Auftritten der fiktiven Band "Munchhausen by Proxy", die man hier in voller Länge bewundern kann (ca. 14 Minuten), und einer ebenso fiktiven "Dokumentation" über diese Band (ca. 5 Minuten). Mich würde echt mal interessieren, wer die einzelnen Musiktitel geschrieben hat, denn eigentlich sind die gar nicht schlecht.

J. Kreis, 18.01.2010


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